Rover 45
Ein Civic mit englischen Genen - Rover 45 Auto

Produkttyp: Rover Autos

Neuester Testbericht: ... als 110km/h unterwegs. In der Stadt kann man zügig mitfahren oder niedertourig Cruisen. Mit 4,5m Länge ist der 45 kein Kleinwagen, ... mehr

Ein Civic mit englischen Genen
Rover 45

Kiwa22

Name des Mitglieds: Kiwa22

Produkt:

Rover 45

Datum: 31.03.06

Bewertung:

Vorteile: Gute Verarbeitung, Zuverlässig, schön, eine Klasse für sich.

Nachteile: Ersatzteilpreise, Kleinigkeiten an der Elektrik, etwas brummelig

Ich habe meinen Rover 45 2.0 iDT Stufenheck, den 2 Liter Diesel, nun 2,5 Jahre.
Ich habe den Wagen in der Ausstattungsvariante Charme für knapp 13000€ als Jahreswagen gekauft und bin bis jetzt bei über 100tkm nicht enttäuscht worden.

Aussen:
Auf den ersten Blick fällt die alles in allem saubere Verarbeitung auf.
Schön ist der Chrom, der leider bei den neueren Modellen komplett verschwunden ist.
Der zweite Blick lässt die direkte Verwandtschaft zum Honda Civic erkennen, von dem der Rover die Zuverlässigkeit eines Japaners hat.
Die Reifen auf den 15" Alufelgen sind in der Größe leider etwas exotisch, somit etwas teurer, aber problemlos zu bekommen.
Die (Winter)Reifen auf den 14" Stahlfelgen haben gängige Größen und sind so recht günstig.
Trotz allen Unkenrufen ala "Engländer?! Der rostet doch wie..."
hat meiner noch keinen einzigen braunen Fleck, nichtmal im Steinschlagbereich.

Ausstattung:
Klimaanlage manuell, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber für alle vier Türen. Beheizte Spiegel.
Alarmanlage und natürlich Wegfahrsperre.

Sicherheit:
ABS, 2 Airbags, Seitenairbag vorne, Gurtstraffer.
ESP gibt es nicht, braucht man auch nicht.

Innenraum:
Die Sitze vorne sind sehr gut und stammen aus dem größeren Rover 75.
Das Cockpit ist klar gegliedert ohne Schnickschnack und hat eine angenehme orangerote Beleuchtung.
Die manuelle Klimaanlage funktioniert gut, die Heizung allerdings ist dieseltypisch schwach.
Leider hat der Scheibenwischer keinen programmierbaren oder einstellbaren Intervall.

Hinten ist für ein Auto dieser Klasse normal viel Platz vorhanden, bei großen Personen kann es schon mal eng werden. Positiv fallen hinten die drei 3-Punktgurte auf, es gibt Kopfstützen und eine Armlehne in der Mitte.

Der Kofferraum des Stufenhecks ist schön groß nur leider lässt sich die Sitzfläche nicht nach vorne legen un so klappt die Rücklehne beim Durchladen leider nicht ganz herunter. Ausserdem ist die Durchladeöffnung auf jeder Seite ca. 20cm schmaler als die Innenseite der Radkästen.
Unter einem Einlegeboden befindet sich das Ersatzrad und alle für den Radwechsel notwendigen Werkzeuge.
Standardmäßig ist nur ein kleines Notrad dabei.

Motor:
Das Triebwerk ist britisch, liefert 101PS/74kW und stammt von der Rover-Tochter Powertrain Ltd.
Die Einspritzanlage stammt von Bosch und ist vollelektronische Verteilereinspritzung die einen Eispritzdruck wie ein Common-Rail schafft.
Der Rover erfüllt die Abgasnorm Euro3, ein Partikelfilter gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht für dieses Auto.
Ist der Diesel mal warm, ist auch das anfängliche Nageln fast weg. Wichtig ist ein gutes Motoröl, dieses trägt sehr dazu bei.

Da die Engländer nun den Ruf haben gute Motoren bauen zu können, passt ja alles zusammen. (Dieser Motor war mit 85PS auch im Honda)


Fahren:
Der Diesel wirkt unterhalb von ca. 1800U/min etwas träge, dann kommt der Turbolader und so geht auch die Post ab. Andererseits ist es möglich in der Stadt mit "erhöhtem" Standgas bei etwa 1300U/min zu Cruisen.
Man gewöhnt sich schnell an dieses Verhalten und hat so mit ca. 1400kg Leergewicht keine lahme Krücke.
Das Getriebe geht vielleicht nicht ganz so leicht wie das anderer Autos, aber schaltet sich dafür sehr exakt.
Die Übersicht ist nach hinten etwas eingeschränkt, man kann das Heck leider nicht richtig sehen.
Die Servolenkung ermöglicht entspanntes Fahren und geht nicht so leicht das man sofort jede Bewegung in die Lenkung übertragen würde.

Der Verbrauch liegt laut Werk bei 5,4l/100km, realistisch sind 6-6,5l/100km bei normalen Autobahntempo.
Man kann aber auch unter 5l/100km fahren, aber dann macht es keinen Spaß und man ist nicht schneller als 110km/h unterwegs.
In der Stadt kann man zügig mitfahren oder niedertourig Cruisen. Mit 4,5m Länge ist der 45 kein Kleinwagen, aber trotzdem auch im Feierabendgetümmel gut zu handhaben.
Auf der Autobahn wird der Diesel bei flottem Tempo schon etwas lauter. Bei normaler Reisegeschwindigkeit hört man den vor sich hin Motor brummeln, was aber z.B. eine Unterhaltung nicht stört oder schwierig macht. Dazu kommen noch ein paar Windgeräusche.
Die Bremsanlage ist ok, lässt im warmen Zustand etwas nach.
Das Fahrwerk lässt sich auch in kritischen Situationen gut beherrschen und ist komfortabel ausgelegt.
Wer es sportlicher mag sollte vielleicht über den MG ZS nachdenken, den es auch als Diesel gibt.

Service:
Der Rover sollte alle 20tkm zum Kundendienst und erst bei 140tkm ist der Zahnriemenwechsel fällig, ein erfreulich langer Service-Intervall.
Die Verschleissteile sind für Selberschrauber im normalen Preisniveau zu haben und vieles ist mit etwas Geduld etwas günstiger bei Honda zu haben.

Fazit: Schönes, unkompliziertes Auto mit britischem Charme.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: