Renault Scenic 1.6 16v
Eierlegende Wollmilchsau - Renault Scenic 1.6 16v Auto

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Produkttyp: Renault Autos

Neuester Testbericht: ... müssen regelmässig ausgetauscht werden. Anfangs gabe es noch anteilig etwas von Renault für die Reparatur und die Teile dazu - nun zahle i... mehr

Eierlegende Wollmilchsau
Renault Scenic 1.6 16v

whb

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Produkt:

Renault Scenic 1.6 16v

Datum: 11.01.01, geändert am 11.01.01 (795 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: maximale Raumausnutzung durch große Variabilität,gute Motoreigenschaften,kosten günstig in Anschaffung und Unterhalt,gute bis sehr gute Serienausstattung

Nachteile: kratzempfindliche und nicht sehr hochwertig wirkende Kunststoffe,empfindliche Velourspolster,Lenkung in der Mittellage zu indirekt

Was heute von einem Auto nicht alles verlangt wird! Sparsam muß es sein, darf nicht viel kosten, gute Verarbeitung bieten, sicher soll es sein, gut ausgestattet, innen viel Platz bieten, kompakt für städtische Parkplatznot, komfortabel und außerdem ausreichend kräftig und schnell.
Kombiniert man diese Eigenschaften, landet man irgendwann beim Minivan und schließlich beim Scénic.
Hier haben die Ingenieure das Lastenheft mit den genannten Eigenschaften gut studiert und ein Auto auf die Räder gestellt, welches optimal auf diese Bedürfnisse eingestellt ist.

Der Scénic der zweiten Generation mit 1.6 ltr. 16V-Motor ist der Zehnkämpfer unter den Kompakten. Für rund 37.000,-DM erhält der Käufer ein Fahrzeug, mit dem sich fast alle automobilen Alltagsbedürfnisse hervorragend befriedigen lassen.
Beginnen wir beim Motor. Ein Drehmoment von 148 Nm bei 3750 U/min und 107 PS Höchstleistung aus dem doch recht kleinem Hubraum von 1600 ccm herauszuholen, ist schon eine sehr ordentliche Leistung. Dabei auch noch eine komfortable Charakteristik zu erzielen, ist einfach Klasse. Sauber nimmt das Triebwerk schon bei 1500 U/min Gas an und läßt den Drehzahlmesser fast gleichmäßig bis knapp an die 6000er Marke wandern. Darüber hinaus läßt das Temperament zwar spürbar nach, jedoch wird wohl kaum ein Fahrer, der nicht unbedingt Bestzeiten auf der Nordschleife des Nürburgrings erzielen will, hier etwas vermissen. Vor allem im mittleren Drehzahlbereich zwischen 2000 und 4500 U/min steht immer ausreichend Kraft für ein schaltfaules Fahren zur Verfügung. Diesen Dienst verrichtet der Leichtmetallblock zwar mit vernehmlichen Brummen, welches jedoch nie laut oder gar unangenehm wird.

Dazu trägt auch die recht gute Geräuschdämmung im Innenraum bei. Vor allem bei alltagsüblichen Geschwindigkeiten herrscht angenehme Ausgeglichenheit in der Fahrgastzelle. Hier sitzen die Fahrgäste erhaben über den anderen Verkehrsteilnehmern hinter großzügig verglasen Fensterflächen und kö
nnen es sich auf allen fünf Plätzen recht bequem machen. Gut, der mittlere Sitzplatz ist recht eng geschnitten aber ich habe auch noch nie gesehen, daß sich im Scénic drei Sumoringer den Fond teilen. Vor allem der Nachwuchs hat Platz in Hülle und Fülle. Die beiden Klapptische an den Vordersitzen bieten gerade bei längeren Touren genügend Ablagefläche für Gameboy und Co, so daß Langeweile und quengelnde Kinderstimmen aus dem Heckbereich doch eher zur Ausnahme zählen. Geht es allerdings an den Verzehr von reisezeitverkürzenden Süßspeisen, sollten die Eltern doch sehr darauf achten, daß diese möglichst krümelfrei sind, da die Velourbezüge der Sitze recht empfindlich auf Schokoladenspuren reagieren.

Wird das Auto nicht zum Personen- sondern zum Lastentransport genutzt, lassen sich die hinteren Sitze sehr leicht und mit wenigen Handgriffen verschieben, umklappen, versetzen oder ausbauen und machen den Scénic zum oft kopierten Vorbild in Sachen Variabilität. Mit 475 kg Zuladung ist außerdem genügend Spielraum auch für schwerere Ladungen gegeben. Aufpassen sollte man jedoch bei scharfkantigen Gegenständen, daß sie gut befestigt sind. Die Plastikverkleidungen neigen nämlich sehr schnell zum Zerkratzen, was zwar die Funktionalität nicht einschränkt aber doch schnell häßliche Spuren hinterlassen und den Wiederverkaufswert etwas einschränken kann. Dieser recht harte Kunststoff findet sich auch in den Türverkleidungen und in den Mittelarmaturen wieder, was letztendlich der Preiskalkulation geschuldet ist.

Das Fahrwerk ist typisch französisch ausgelegt. Komfortabel werden grobe Unebenheiten glattgebügelt und auf geraden und schnellen Passagen wird eine sichere Haftung gewährleistet. Die recht starke Seitenneigung ist für Scénic-Einsteiger sicherlich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, läßt aber schnell auch bei Kurvenfahrten Vertrauen in das Auto aufkommen. Situationen, wo man Slalom fährt, sind im Alltag doch eher die Ausnahme. Auch bei der Seitenwindempindlic
hkeit ist der Scénic der zweiten Generation besser geworden, als der Vorgänger, hat er doch einen zusätzlichen Stabilisator an der Vorderachse. Nur die Lenkung könnte um die Mittellage etwas direkter sein, da diese zwar im Stadtverkehr mit einer angenehmen Leichtigkeit trumpft, auf schnellen Etappen jedoch eine subjektive Schwammigkeit vermittelt. Auch daran gewöhnt man sich zwar recht schnell, ein wenig ärgerlich ist es trotzdem. Die Bremsen sprechen sauber an und lassen sich sehr gut dosieren. Die von verschiedenen Autozeitungen bemängelte Fadingempfindlichkeit konnte ich noch nicht feststellen, da die Extrembelastungen in solchen Tests, wie z.b. 10 mal hintereinander von 100 km/h auf 0 abbremsen, im Normalfall nie vorkommen. Die neuesten Modelle verfügen zudem aktuell über einen Bremsassistenten, der bei Notankerung den Bremsweg zusätzlich verkürzt.

Was sehr positiv ausfällt, ist die Kostenbilanz. Je nach Einatzzweck und Fahrweise genehmigt sich der Wagen zwischen 7 und 8,5 ltr Superbenzin auf 100 km, was in dieser Klasse ein recht guter Wert ist. Durch die D 4 Norm fällt auch die steuerliche Belastung mit 160,-DM/jährlich sehr gering aus-vor allem deshalb, weil diese Kosten erst nach mehr als 3 ½ Jahren durch den Steuerbonus von 600,-DM anfallen. Auch die Versicherungen werden sich an Scénic-Fahrern keine goldenen Nasen verdienen, ist dieses Auto doch in recht günsigen Typklassen eingestuft: Haftpflicht 13, Vollkasko 17 und Teilkasko 25. Die Renault-Werkstätten bitten auch nur alle 20000 km oder alle 2 Jahre zur Kasse, wenn die turnusmäßigen Inspektionen anfallen. Diese schlagen mit etwa 450,- bis 550,-DM für die kleinen und mit ca. 750,- bis 850,-DM für die großen Inspektionen (alle 60000 km) zu Buche. Auch beim Wiederverkauf ist der Wertverlust dieses Autos unterdurchschnittlich, da gerade solche Modelle sehr gefragt sind und damit das Preisniveau recht hoch halten. Zudem ist vor allem bei den Modellen mit den Bezeichnungen RT und RXE fast alles an Bo
rd, was das Herz begehrt, wie z.b. Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrich verstellbare und beheizbare Außenspiegel, Bordcoputer, Nebelscheinwerfer und für die Sicherheit ABS und 4 Luftsäcke für Front- und Seitenaufprallschutz.

Ich kann jedem, der ein universelles Fahrzeug mit guter Ausstattung und hervorragender Variabilität zum vernünftigen Preis sucht, den Scénic wärmstens empfehlen. Vor allem der Wohlfühleffekt nach den ersten Metern Fahrt ist etwas, was über die gesamte Nutzungszeit Bestand hat und und eine Rundumzufriedenheit mit diesem (fast) Alleskönner stets garantiert.
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Der von mir angegebene Preis entspricht dem Listenpreis der RT-Version. Für die RXE-Version, die zusätzlich mit Fensterhebern hinten, Alufelgen, Lederlenkrad und 4x15 W Cassettenradio ausgestattet ist, sind 1.500,-DM mehr zu berappen.

Fazit: