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Produkttyp: Renault Autos
Neuester Testbericht: ... ein Kinderwagen und 2 Taschen auf der Hutablage den Kofferraum komplett ausfüllen. FAZIT: Ich kann den Renault Scénic durchaus weiteremp... mehr
Renault Scénic 1.5 dci, ein familienfreundlicher Franzose
Renault Scénic 1.5 dCi

Name des Mitglieds: turbotisl
Produkt:
Renault Scénic 1.5 dCi
Datum: 26.06.09, geändert am 07.03.11 (1098 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Funktionelles Design, ausreichend Platz, gute Bremsen
Nachteile: Windanfällig, Spritverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten
DAS VORWORT:
Meine Freundin suchte vor 2 Jahren einen günstigen, geräumigen Diesel mit wenigen PS, da sie damit hauptsächlich im städtischen Bereich unterwegs sein wollte und dies auf sparsame Art und Weise.
Angeboten wurden damals (2003 - 2006) die Dieselmotoren des Scénic II, Phase 1 in folgenden Varianten:
1.5 dCi mit 86 PS, 101 PS oder 106 PS
1.9 dCi mit 120 PS
1,9 FAP dCi mit 110 PS oder 130 PS
2.0 dCi mit 150 PS
Zusätzlich gab es zahllose Ausstattungsvarianten:
Authentique, Emotion, Expression, Sky, Dynamique,
Privilège, Avantage und Exception.
Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass viele Ausstattungsdetails und Teile der Technik des Scénic II großteils einfach vom Renault Megane übernommen
wurden, der ja schon ein halbes Jahr zuvor auf den Markt kam.
Seit 2006 befindet sich der Scénic II in der Phase 2 und es gibt den
1.5 dCi mit 103 PS,
1,9 dCi mit 130 PS,
und den 2.0 dCi mit 150 PS zu bekommen.
DIE ENTSCHEIDUNG:
Meine Freundin hielt es schließlich für eine gute Idee, sich den 1.5 dCi mit 86 PS in der günstigen Austattungsvariante Expression für 20.500Euro zu bestellen und sie hat es bis heute im Großen und Ganzen eigentlich nicht bereut.
ECKDATEN:
Hubraum: 1461ccm³
Leistung: 63 kW / 86 PS
Eigengewicht: 1340 kg
Bauartgeschwindigkeit: 167 km/h
Durchschnittsverbrauch 5,1l
EXPRESSION bedeutet:
ABS, Zentralverriegelung, Servolenkung, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Aussenspiegel, Lenkrad und Fahrersitz höhenverstellbar, Bordcomputer, Tempomat, Einparkhilfe hinten, Nebelscheinwerfer, 5 einzelne Sitze (ausser dem Fahrersitz einzeln herausnehmbar, nach hinten verschieb- und klappbar), viele teilweise herausklappbare oder herausziehbare Ablagen und Fächer, getrennt aufklappbare Heckscheibe und...
DIE ELEKTRONISCHE PARKBREMSE:
Wenn es so etwas wie einen "durchschnittlichen" Renaultfahrer gibt, hat sich dieser in der Regel wahrscheinlich an diese automatische Handbremse (links neben dem Lenkrad) gewöhnt und sie sich sonst zumindest irgendwie schöngeredet.
Bei mir aber, meinerseits meist mit sportlicheren Fahrzeugen unterwegs, hat sich gegen jede gewisse Art der Bevormundung durch Elektronik eher eine Abneigung entwickelt, und im besagten Fall sucht meine rechte Hand des öfteren immer noch hilflos nach dem altbewährten Handbremshebel. Der Scénic ist vielleicht auch nicht für jene Zielgruppe ausgestattet worden, die im Winter mit der Handbremse um die Kurve driften möchte.
MOTOR / FAHREIGENSCHAFTEN
Positiv zu bewerten ist die Agilität des Wagens im Alltagsgebrauch. Durch das, für die eigentlich niedrige Motorisierung, recht anständige Drehmoment von etwa 185 nm bei und ab 2000 Touren, lässt es sich zumindest im städtischen Bereich recht flott durch den Verkehr schwindeln.
Überland kann man den Wagen aufgrund seines recht guten, insgesamt komfortablen, aber nicht unsportlichen Fahrwerks, recht gut in Schwung halten, und die schlechten Beschleunigungswerte von 15,7 s auf 100 sind nicht wirklich spürbar. Auch die kräftig zupackenden Bremsen sollten an dieser Stelle als Plus hervorgehoben werden.
Spätestens auf der Autobahn ab Tempo 130
merkt man dann doch, das es eben nur 86 PS sind, denen es recht egal zu sein scheint, ob das Gaspedal auf halb oder voll steht und dem Fahrer mitunter recht deutlich vermitteln können, das es irgendwo da draussen ziemlich bergauf gehen muss.
Ab Tempo 155 wird die Kraftentfaltung je nachdem, woher der Wind bläst, noch um eine Stufe sanfter. Geschwindigkeiten über 170 sind eher die Ausnahme und der Motor ist bei höheren Geschwindigkeiten schon etwas durstiger als dies bei stärkeren Versionen der Fall ist, was sich am Bordcomputer recht gut beobachten lässt.
Der Spritverbrauch liegt aber im allgemeinen bei humanen 5,5 - 6,5 Litern.
EIGENHEITEN:
Bei stürmischem Wetter ist es, bei einer Höhe von 162 cm, recht logisch, dass einem der Seitenwind etwas die ruhige Reisestimmung vermiesen kann und in Verbindung mit der recht leichtgängigen Servolenkung, kann dies dem unerfahrenen Fahrer sprichwörtlich die "Schneid" abkaufen.
Wer sich grundsätzlich für die Richtung Familyvan entschieden hat, muss mit solchen Nachteilen aber auch bei anderen Automarken rechnen.
Die Franzosen scheinen es zu lieben, dass das Auto bei allen erdenklichen Situationen mit gut gemeinten Geräuschen auf Dieses und Jenes aufmerksam macht.
Ich zum Beispiel war gewarnt und ich dachte, auch bereit, zu hören, wie es wohl klingt, wenn der 60l Tank zu neige geht und einem das Auto dies mitteilt.
Ich wußte, es würde laut werden, aber dass es so laut werden würde, das wahrscheinlich alle paar Sekunden irgendwo in Europa einem Franzosen sein Baguette aus der Hand fällt, damit konnte ich nicht rechnen. Mit erfahrenem Blick rolle ich seither demütig zu Tankstelle, bevor die Anzeige auch nur in den Bereich der Reserve kommt.
Kommt im Stadtverkehr Stress beim Einparken auf, kann der Scénic einen Antielektronikfan wie mich in den Nervenzusammenbruch treiben. Die manchmal durchaus sinnvolle Einparkhilfe hinten, verwöhnt den rückwärtssteuernden Fahrer mit energischer werdendem Gepiepse und schwillt zu einem lauten Dauerton an, während ihm ein anderer Ton wiederholt und unaufhörlich mitzuteilen versucht, das er nicht mehr angegurtet ist. Öffnet er jetzt zusätzlich auch noch die Tür, weil er dabei zusehen will, wie sich der Hinterreifen gefährlich dem Randstein nähert, wird ihm dies prompt mit einem jetzt dritten Piepston, und natürlich auch wieder unaufhörlich, mitgeteilt. Irgendwem ist es sicherlich schon passiert, das ihm in diesem Moment auch noch das Geräusch von der Tankanzeige durch das gepeinigte Hirn fährt.
Wenn er dem Impuls widerstanden hat, schreiend auf die Mittelkonsole einzuschlagen und zumindest das Motorgeräusch mit dem, übrigens praktischen Start/Stoppknopf, losgeworden ist, teilt ihm der zuvorkommende Wagen mit einem anderen Piepston netterweise mit, das die Schlüsselkarte noch im Schlitz steckt. Mit den Nerven am Ende, hätte er diese vielleicht wirklich stecken gelassen.
Falls das alles jemandem noch immer nicht genug ist, kann er sämtliche Hinweistöne während dem Einparken auch noch gleichzeitig vom Display des Bordcomputers visuell und in Schriftform in sich aufnehmen.
Sinnvoll erscheint es da, vor dem Einparken in die praktische Mittelarmlehne zu greifen, die praktisch zwischen den Fahrersitzen gebettet und verschiebbar ist, eine Cd aus dem grossen, darunter verstecktem Fach herauszunehmen und das ganze Gepiepse mit Musik zu übertönen. Möglicherweise könnte man mit dem Studieren der Betriebsanleitung, die beneidenswerte Fähigkeit erlangen, den einen oder anderen Signalton stillzulegen.
Der Kofferraum ist geräumig und schluckt problemlos jeden unzerlegten Kinderwagen. Entfernt man die relativ einfach herauszunehmenden Rücksitze, ergibt dies eine recht vernünftige ebene Fläche für grössere, sperrige Lasten. Bei der Urlaubsreise zu viert mit Kinderwagen stösst der Scenic aber auch an seine Grenzen, da ein Kinderwagen und 2 Taschen auf der Hutablage den Kofferraum komplett ausfüllen.
FAZIT:
Ich kann den Renault Scénic durchaus weiterempfehlen, wer jedoch ein Auto für die Großfamilie sucht, sollte dieses eine Nummer grösser wählen.
Fazit: Ich kann den Renault Scénic durchaus weiterempfehlen!
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| Zuverlässigkeit: | ||
| Fahreigenschaften: | ||
| Ausstattung: | ||
| Platzangebot: |

