Renault Modus 1.2
Immer ein Kind bleiben - Renault Modus 1.2 Auto

Produkttyp: Renault Autos

Neuester Testbericht: ... Tachoanzeige ins Bild drängt. Das obligatorische Handschuhfach ist natürlich auch vorhanden. Das Lenkrad als Steuereinheit ist wie schon... mehr

Immer ein Kind bleiben
Renault Modus 1.2

Square26

Name des Mitglieds: Square26

Produkt:

Renault Modus 1.2

Datum: 01.04.10

Bewertung:

Vorteile: Ausstattung, Service, Fahrgefühl

Nachteile: ???

Das zumindest suggerieren die verschiedenen Werbungen mit dem Slogan "Tu nicht so erwachsen". Dass sich hinter der Werbung ein Auto versteckt, wird nicht klar - aber innovativ sind die Filmchen schon. Wer sich die Mühe macht, die eingeblendete Internetadresse www.modus.de in den Internet Explorer oder einer sichereren Variante eines Browsers einzutippen, landet auf der bunten Homepage des Renault Modus. Hier stehen allerlei Informationen und Kurzfilmchen zur Auswahl - nett gemacht, aber für ISDN-Nutzer sind die Filme eigentlich zu groß. Während alle vom Modus sprechen, suggeriert eine große deutsche Tageszeitung mit Sonntagsauflage, dass der Franzose auch als solcher angesprochen werden möchte und liefert gleich "modüss" als korrekte Aussprache an.

Genug der einleitenden Worte. Der Renault Modus ist ein Kleinwagen, und gehört laut diverser Magazine in die Pseudo-Kategorie Baby-Van. Van erschließt sich durch den ersten Blick, Van-artige Züge sind zu erkennen. Aber ein 3,79m langes Baby? Sehen wir mal genauer hin: Der Renault Modus ist mit fünf verschiedenen Motoren zu haben, die alle die Euro4-Norm erfüllen. Drei Benziner mit 75 (1.2), 88 und 112 PS (beide 1.6), letzterer wahlweise mit Automatik, zwei 1.5 Diesel mit 68 und 86PS stehen zur Auswahl. Je nach Ausstattungsreihe (Authentique, Cité, Dynamique oder Privilège) werden zwischen 12.200 und 17.200 Euro fällig. Der "kleinste" (1.2 16V) ist besonders günstig: Vollkaskoklasse 12. Nebenbei erhielt der Modus als einziger Kleinwagen 5 Sterne im Euro-NCAP-Crash-Test, in der separaten Kindersicherheitswertung immerhin noch vier (mit eben diesen vier Sternen macht u.a. Ford gerade groß Werbung).

Jetzt zu meinem neuen Liebling: Ausstattung Dynamique, 86 PS Diesel, Listenpreis 14.700Euro, vom eng befreundeten Renault-Händler zur ausgiebigen Probefahrt. Farbe: spektralblau metallic. Der erste Anblick:
Man denkt spontan an einen zu klein geratenen Van. Die Front erinnert ein wenig an den Renault Clio, das Heck ist markant und eher Megané-ähnlich. Die Linienführung weiß zu gefallen. Besonders ins Auge stechen die großen Rückleuchten mit dem halbkreisförmigen Blinker, während die zweite Hälfte des Kreises für die Rückwärtsgang-Beleuchtung zuständig ist. Auch fallen kleine Plastikklappen unter der Heckstoßstange auf - dazu später mehr.

Also, rein ins Vergnügen?
Der Wagen wird per Funk geöffnet, die Türen lassen sich angenehm leicht öffnen. Sofort fallen die zentrale Anordnung der Instrument auf: Wieder ein Mäusekino, ähnlich wie im Renault Twingo oder Toyota Yaris. Die Steuerung der Innentemperatur erfolgt über einen sehr gut zugänglichen, mittig angeordneten, Doppeldrehknopf, über den sowohl Stärke als auch Temperatur geregelt werden können. Neben dem CD-Radio, das über eine Lenkradsteuerung bedient werden kann, befinden sich im zentralen Cockpit nur noch die Ausgangsöffnungen für die Heizung/Klimaanlage, Warnblicklicht und der Verriegelungsknopf. Darunter befinden sich Abstellmöglichkeiten für zwei Dosen/Trinkbecher und etwas Kleinzeug.
Womit wir bei der ersten, wie ich finde sowohl nützlichen als auch pfiffigen, Idee der Konstrukteure angelangt sind: Stauräume. Neben den Staufächern in den Türen befinden sich im Fußraum kleine Stauräume, in denen Kleinigkeiten wie Taschenbücher oder -tücher ihren Platz finden. Besonders sicher verstaut sind die Dinge, die unter dem aufklappbaren Sitzkissen des Beifahrers ihren Platz finden: keine Vollbremsung mehr, die das Handy in Einzelteile zerlegt. Stadtpläne oder wichtige Unterlagen können dort untergebracht werden, wo sich im "normalen" Auto die Tachoanzeige ins Bild drängt. Das obligatorische Handschuhfach ist natürlich auch vorhanden.

Das Lenkrad als Steuereinheit ist wie schon im Renault Clio sehr griffig und zweckmäßig ausgestattet. Da alle Anzeigen im Mäusekino Platz finden, verdeckt es keinerlei Anzeigen oder Instrumente. Neben der bereits erwähnten Steuerung für das CD-Radio befinden sich an kurzen, aber sehr gut handhabbaren Hebeln die Steuerung der Beleuchtung (links) und der Multifunktionshebel für Scheibenwischer und Mäusekino (rechts). Das Cockpit wirkt puristisch, funktionell und gut durchdacht, sieht aber sehr nach dem aus, was es ist: Hartplastik.
Ab auf die Rücksitzbank: vom sehr geräumigen Viersitzer lässt sich der Modus blitzschnell in einen Fünfsitzer umbauen, bei dem alle noch genügend Platz finden. Wie beim Renault Twingo lässt sich auch hier die Rücksitzbank um bis zu 17cm nach vorne und hinten verschieben, so dass entweder mehr Kofferraum oder noch mehr Innenraum zur Verfügung stehen. Das Volumen variiert zwischen 198 und 274l. Auch als durchschnittlich große Person mit 1,82cm finde ich selbst in der kofferraummaximierenden Position noch einen bequemen Sitzplatz im Fond.

Kommen wir zum Hinterteil: der Kofferraum ist, wie bereits geschrieben, variabel größenverstellbar. Auch in der kleinsten Version allerdings bietet er genug Platz für den Einkauf, Kurzausflüge, etc. Ein weiterer Clou der Konstrukteure ist die Heckklappe: sie lässt sich sowohl "normal" öffnen, also komplett nach obenhin weg, aber auch nur mit dem unteren Teil. So kann man auch bei wenig Platz nach hinten noch schnell auf den Kofferraum zugreifen. Allerdings ist die Doppelklappe nicht in allen Versionen Standard, sondern erst ab der Ausstattungsreihe Cité.
Im Kofferraum findet übrigens auch der Velofix Fahrradträger Platz. Dieser ist als optionales Zubehör erhältlich und kann problemlos in bereits vorhandene Öffnungen am Heck montiert werden. Einzig die Fixierung der Plastikschutzklappen lässt zu wünschen übrig: gesichert sind die im montierten Zustand nur durch ein Hartplastikband, das keinen sehr stabilen Eindruck machte, aber dennoch - trotz mehrmaliger Benutzung - keinerlei Probleme bereitete.
Bevor es nun aber endlich losgeht, die restliche Ausstattung im Überblick:
Auf der Internetseite wirbt Renault mit 40% mehr Glasflächen als andere Kleinwagen. Zur Auswahl stehen neben gar nix auch ein manuelles "Pop-Up"-Glasdach oder ein elektrisches Panoramadach - letzteres ist einfach riesig und sehr zu empfehlen. Je nach Ausstattungsreihe serienmäßig oder optional sind Doppel-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht und Sensor zur automatischen Einschaltung, ABS und ESP mit Untersteuerungskontrolle. Immer dabei sind Gurtstraffer und -kraftbegrenzer an den äußeren Sitzen sowie PRS III (Programmiertes Rückhaltesystem). Serienmäßig sind ebenfalls elektronisch verstellbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber. Kindersitze können problemlos durch die Dreipunktgurte auf Beifahrersitz oder den hinteren äußeren Plätzen angebracht werden, damit auch die Kleinsten sicher unterwegs sind. Auch steht ein Tempopilot zur Auswahl, der ein Überschreiten der einstellbaren Höchstgeschwindigkeit ohne Absicht nicht möglich macht. Besonders gut funktionierte der Sensor zur automatischen Steuerung der Scheibenwischergeschwindigkeit, ein nettes Spielzeug für die ganz Bequemen.

Genug der Theorie, rein in die Kiste:
Schlüssel rein, und Motor an. Leise, beinahe lautlos schnurrt der Diesel vor mir. Die Sitze auf meine Wünsche eingestellt, erster Gang rein, los. Natürlich erst, nachdem alle Lampen mir einen Start erlauben: sechs Airbags, Gurte, Glühkerzen - all das nimmt gerade mal eineinhalb Sekunden in Anspruch.
Sofort spürt man die Durchzugskraft eines Dieselmotors. Schnell beschleunigt man auf das gewünschte Tempo, der Modus fährt elegant die Straßen entlang. Das Fahrwerk ist sehr gut gefedert, kleinere Unebenheiten bekommt man kaum mit. Dennoch neigt sich der Modus nicht zu sehr in den Kurven, es wurde ein ausgezeichneter Mittelweg zwischen Kurvenverhalten und Ausgleich von Bodenunebenheiten gefunden.
Die Musikanlage bietet einen guten Klang, etwas stärkere Boxen würden aber bei hohem Tempo etwas besser klingen. Die Fahrgeräusche sind ungewöhnlich leise für einen "Van". Auch bei hohem Tempo auf der Autobahn kann man sich ohne zu Schreien mit seinen Mitfahrern unterhalten. Das Panoramadach flutet den Modus richtiggehend mit Licht, ohne dabei zu stören. Der Verbrauch hielt sich mit knapp 5l Diesel bei normaler Fahrweise in Grenzen.

Womit wir bei den Kosten angelangt sind: die VKK des 1.2 beträgt, wie gesagt, 12. Durch Euro4-Norm fallen auch die Steuern sehr niedrig aus. Ölwechsel werden nach 20.000 km (30.000 km für Benziner) fällig, die große Inspektion gar erst nach 60.000km. Neben einer lebenslangen Mobilitätsgarantie (nur gültig, wenn alle Reparaturen und Wartungen in Renault-Vertragswerkstätten durchgeführt wurden) gibt es eine immerhin zwölfjährige Garantie gegen Durchrosten. Laut meines Händlers ist das Fahrzeug so konzipiert, dass Auffahrunfälle mit geringen Geschwindigkeiten (also unterhalb von 15-20km/h) teure Komponenten wie Kotflügel verschonen. Das allerdings kann ich - zum Glück - nicht bestätigen.
Mein Fazit:
Mit dem Modus bietet Renault eine echte Alternative im prall gefüllten Kleinwagenbereich. Das großzügige Platzangebot, die Ausstattung und der Preis brauchen keinen europäischen Konkurrenten zu scheuen. Der angenehme Fahrstil des Modus macht ihn sowohl als Stadtwagen als auch als Familienwagen für Kleinfamilien zu einer echten Alternative. Das große Angebot an Ausstattung und Motorisierung lässt jeden Typ von Gestaltung zu. Besonders das Panoramadach hat es mir angetan. Elektrischer Schnickschnack wie Kurvenlicht oder Regensensor runden ein gewaltiges Paket ab. Der von mir gefahrene Diesel-Direkteinspritzer mit Common-Rail hat einen guten Durchzug in allen Gängen, lässt sich bequem und direkt steuern und bietet echte Fahrfreude. Die niedrigen Unterhaltskosten sind mir bereits von meinem derzeitigen Renault Twingo bekannt. Einzig die etwas billig wirkende Ausstattung mit Hartplastik gereicht zu einem kleinen Kritikpunkt. Die Abdeckung der Velofix-Aufhängung könnte ebenfalls einen etwas stabileren Eindruck machen.

Schlussendlich lässt sich sagen: der Modus ist alles andere als langweilig. Viele pfiffige Ideen wurden umgesetzt, ein ähnliches Auto sucht man im Kleinwagensektor vergeblich. Das Preis/Leistungsverhältnis ist außergewöhnlich gut. Wer auf der Suche nach einem neuen "Kleinen" ist, sollte unbedingt den Modus ins Auge fassen.
Und jetzt: Tu nicht so erwachsen...

Fazit: Schlussendlich lässt sich sagen: der Modus ist alles andere als langweilig.

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: