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Preiswert und spritzig-aber...
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| Produkt: | Renault 5 |
| Datum: | 16.02.01, geändert am 20.02.01 (995 Lesungen) |
| Bewertung: | ![]() |
Vorteile: wenig Verbrauch, günstiger Anschaffungspreis, sehr gute Fahrleistungen
Nachteile: meist schlecht gepflegt, Sicherheitsausstattung nicht auf heutigem Niveau
Ist es nicht der Wunsch vieler Führerscheinneulinge, einen kleinen, spritzigen und vor allem preiswerten Kleinwagen für die ersten ein bis zwei Jahre nach dem Erhalt der Lizenz zum Fahren sein eigen zu nennen?
Ein populäres Modell, welches gerade von dieser Zielgruppe häufig gesucht wird, ist der Renault 5.
Die Modelle vor 1984 möchte ich hier mal außen vor lassen, da es kaum noch gut erhaltene Exemplare gibt und meinen Bericht der nachfolgenden Baureihe, genauer dem Modell mit 1.4 ltr. Hubraum, 58 PS und G-Kat ab Baujahr ´90 widmen.
Dieser kleine Flitzer bietet für den ganz kleinen Geldbeutel eine Menge Auto und noch mehr Fahrspaß. Der äußerst robuste Motor mit seiner sehr einfachen Konstruktion und einer hervorragenden Durchzugskraft hat leichtes Spiel mit dem nicht einmal 900 kg schweren Wagen. Schaltfaules Fahren im Stadtverkehr und bis 160 km/h Spitzengeschwindigkeit bei einem auch heute noch zeitgemäßen Verbrauch zwichen 6 und 7,5 ltr/100 km sind gute Voraussetzungen, für die "Freude am Fahren". Eine komfortable Federung und eine sehr exakte Lenkung, die es allerdings in dieser Version generell ohne Servounterstützung gab, runden zusammen mit dem recht großen Innenraum das positive Gesamtbild ab.
Wer solch ein Fahrzeug erwerben möchte, sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, daß das Fahrzeugkonzept schon über 15 Jahre auf dem Buckel hat und vor allem in Punkto Sicherheit den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Airbag und ABS? Totale Fehlanzeige. Knautschzone und Karosseriesteifigkeit nicht mehr zeitgemäß. Bremswege von 100 km/h auf 0 ca. 48 mtr.
Nicht daß der R 5 ein unsicheres Auto ist, nur die Maßstäbe, mit denen heutige Kleinwagen gemessen werden, kann der "kleine Freund", wie er damals von der Renault-Werbeabteilung genannt wurde, nicht erfüllen.
Etwas mehr Abstand zum Vordermann, vor allem auf der Autobahn, ist wohl die beste Maßnahme, um nicht bei einem Crash schwere Verletzungen d
avonzutragen. Eine Knautschzone hat das Auto zwar auch zu bieten, diese ist jedoch bei höheren Aufprallgeschwindigkeiten nicht mehr ausreichend.
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt werden momentan noch recht viele R 5 der Baujahre ´90 bis ´94 angeboten. Ein Laie sollte allerdings Abstand davon nehmen, so ein Fahrzeug auf gut Glück zu erwerben. Nur die wenigsten Exemplare befinden sich in einem gepflegten und technisch einwandfreien Zustand. Dazu kommen typische Mängel, die ein technisch unversierter Käufer erst merkt, wenn der nächste TüV fällig ist.
Hier ein paar kleine Tips von mir, auf die man unbedingt achten sollte:
Der wohl ärgerlichste, weil bei der Instandsetzung recht preisintensive Mangel, ist eine undichte Ansaugkrümmerdichtung. Diese führt zu unrundem Leerlauf, falschen Werten für die Katalysatorregelung und letzendlich zur Zerstörung des Kats und der Lamdasonde. Erkennen kann man das mit einem kleinen Trick. Bremsenreinigerspray bei laufendem Motor in Richtung Krümmer sprühen- stirbt das Triebwerk ab, ist eine neue Dichtung fällig (ca.700,-DM). Ist diese Dichtung einmal gewechselt, hält sie meist den Rest des Autolebens durch. Auch der Stellmotor für die Kaltstartregulierung kann ein ca.300,-DM teures Loch in die Haushaltskasse reißen, wenn er nicht mehr das tut, was er tun soll. Nach dem Starten regelt dieses Gerät die Drehzahlen auf ein höheres Niveau und senkt diese bei Erreichen der Mindesttemperatur auf die übliche Leerlaufdrehzahl ab. Wird die Zündung ausgeschaltet, muß ein deutliches zweimaliges Knacken zu hören sein, mit der sich der Stellmotor in die Ausgangslage zurückbringt.
Sehr wichtig ist ein Blick unter das Fahrzeug und eine Sichtung der Bremsanlage. Die vorderen Bremsbeläge sollten mindestens 30% Belagstärke haben, um noch gut 10000 km zu halten. Die Achsmanschetten dürfen nicht porös oder gar gerissen sein und an den hinteren Radbremszylindern darf keine feuchte Stelle sein, da das auf einen Austauch die
ser Teile hinausläuft. Einen durchgerosteten Auspuff kann dagegen jeder erkennen.
Etwas Öl an der Motorölwanne ist nicht schlimm, tropfen darf es allerdings nicht. Sollte sich zwischen Motor und Getriebe eine verdächtige Menge diese Schmierstoffes ans Tageslicht drängen, ist meist der Simmerring der Kurbelwelle verschlissen und nur mit einem recht großen Arbeitsaufwand zu wechseln (ca. 800,- bis 1000,-DM).
Eine Kontrolle des Zahnriemens fällt aus, da die Ventile über eine Steuerkette, die praktisch ein Autoleben lang hält, angetrieben werden. Das Einstellen dieser Mechanik ist sehr einfach und dementsprechend preiswert. Auch Zündkerzen, Luftfilter oder Verteilerkappe lassen sich selbst von wenig geübten Händen problemlos wechseln.
Rost ist bei diesem Auto übrigens kein Thema. Zeigt sich dennoch die rotbraune Seuche an einem Karosserieteil, sind mit Sicherheit ein nicht fachgerecht behobener Unfallschaden oder auch nicht behandelte Steinschläge die Ursache.
Hat das Objekt der Begierde die Sichtung gut überstanden und ist gar ein regelmäßig abgestempeltes Scheckheft vorhanden, erwirbt man ein zuverlässiges Wägelchen, welches bei weiterer guter Pflege noch lange halten wird.
Wer viel Wert auf Platz legt, kann auch zum Rapid Combi greifen, der sogar bis ´97 im Programm war. Hier wird nich nur ein großer Kofferraum geboten, sondern auch häufig eine Leiterklappe im Dachabschluß, mit der man längere Gegenstände problemlos transportieren kann. Das Preisniveau liegt allerdings deutlich höher als bei den normalen R 5 Versionen und zudem sind sie relativ selten anzutreffen.
Einen gut erhaltenen und gepflegten "Campus", so der Name des meistverkauftesten Modells, bekommt man schon für ca. 2000,-DM. Jüngere Exemplare mit wenigen Kilometern können auch schon mal an der 4000,-DM Grenze schrammen. Mehr sollte allerding keiner ausgeben, da man dann schon einen guten Clio, der ja konzeptionell einer ganz anderen Fahrzeuggeneration angehört
, bekommen kann.
Wer also etwas Ahnung hat oder einen vertrauenswürdigen Fachmann kennt, dem sei ein R 5 durchaus empfohlen. Wenn nicht, Hände weg, da die Möglichkeit eines Reinfalls relativ groß ist und die Freude über den geringen Kaufpreis sehr schnell trüben kann.
Wer detaillierte Fragen zu diesem Auto hat, kann mir gerne eine E-Mail senden.
Fazit:
Gesamtbewertung: Sehr hilfreich
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- 10.06.01 Das erinnert mich an meinen R5 - Campus, Baujahr 1991... *schwärm*War ein tolles und zuverlässiges Auto, bis ich mich von ihm (leider) zugunsten eines deutschen Fabrikats getrennt habe! Und der war mit seinen vier Ringen nicht so zuverlässig! |
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- 15.05.01 Dann fährst Du also nur solche Schlitten, bei denen der sogenannte "Flirtfaktor" höher liegt? *fg* Ich denke mal, wenn Du das wirklich bist auf dem Foto, dann hast Du doch solche Wagen nicht nötig....*g*...Gruß Galeria. |
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- 15.05.01 @galeria: Wenn aber doch, wäre es Dir wahrscheinlich ehr peinlich, jemanden in so einer "alten Schüssel" kennenzulernen ??? Sei unbesorgt! Dies ist ein Erfahrungsbericht. Ich selber fahre dann doch etwas neuere Autos. Zur allgemeinen Freude diverser Leser, die auf das passende Gefährt Wert legen, gibt es von mir die Meinung "Flirtfaktor Null". Viele Grüße,whb. |



