Porsche 968
besser als der Vorgänger? - Porsche 968 Auto

Produkttyp: Porsche Autos

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besser als der Vorgänger?
Porsche 968

maennele

Name des Mitglieds: maennele

Produkt:

Porsche 968

Datum: 10.05.00, geändert am 14.05.00 (3221 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: gutes und schnelles Auto

Nachteile: keine Faszination

Die Frage nach der Sportwagendefinition entscheidet sich auf dem Terrain, auf welchem man den Wagen bewegt. Hier drängt sich der Vergleich mit seinem Vorgänger 944, in meinem Fall dem turbo der 2. Generation mit 250 PS, auf.
Landstraße: Hier ist der 968 in seinem Element. Mit Golf GTI-gleicher Agilität wieselt er um die Kurven, daß es eine Freude ist. An dieser Stelle empfiehlt sich der sportlicher abgestufte CS. Leider setzt sich das in der Motorcharakteristik nicht fort. Während der Durchzug in engen Kurven sehr hilfreich ist, wirkt der Motor ab 5000 U/min unwillig - für einen Sportwagen nicht gerade perfekt. Anders der 944 turbo: Die Brachialgewalt, die nach Einsetzen des Turboladers (4000 U/min - Drehzahlbegrenzer) den Wagen vorantreibt, ist in jedem Gang ein Erlebnis. So wird jeder Überholvorgang zum Genuß. Dafür ist er in engen Kurven etwas behäbig und der Turboladereinsatz schwieriger zu dosieren. Sportlich ist beim 968 auch der Auspuff- sound. Wahrscheinlich hat Porsche sich daran gestört, daß die ams geschrieben hat, der 911 klinge im Stand schneller als der 944 turbo bei 220; das sollte dem 968 wohl nicht passieren. Aber leider ist Sound eben nur heiße Luft.
Autobahn: Hier liegen die Verhältnisse eindeutig zugunsten des älteren Modells. Während der Fahrer im 944 bei 240 km/h noch einen Ruck verspürt, wenn er das Gaspedal durchtritt, hört beim 968 der spürbare Vortrieb bei 5000 U/min (d.i. im 6. Gang 220 km/h) auf, und der Wagen erreicht irgendwann seine Höchstgeschwindigkeit. Das führt dazu, daß man sich bereits auf einer mäßig befahrenen Autobahn spannende Rennen mit einem guten Heizöl-Maserati eines bekannten bayerischen Protzwagenproduzenten liefern kann: ein für einen Porschefahrer eher deprimierendes Erlebnis. Ebenso deutlich ist der Unterschied beim Fahrwerk. Während der 944 souverän auch durch die schnellsten Kurven und über Unebenheiten drüberbügelt oder bremst, wirkt der 968 hier deutlich nervöser und fängt auf Unebenheiten gar das Hoppeln
an, ohne allerdings beängstigend zu werden. Hier taugt letzterer eher zum zügigen Reisewagen als zum rasenden Sportwagen.
Stadt: Im sogenannten Alltagsbetrieb ist der 968 wieder vorne. Das ausgewogene Fahrverhalten, besonders in der Leistungsentwicklung, wirkt sich hier positiv aus, mit Ausnahme der Kupplung. Diese ist sportlicher eingestellt, was dazu führt, daß der 944 sich weicher anfahren und somit im Stau oder Stop-and-Go angenehmer bewegen läßt (Kurztest meiner Frau).
Im Verbrauch liegt der 968 ca. einen Liter unter dem Turbo: 8 bis 26 statt 9 bis 27 Litern im Extrem, 11 statt 12 im Durchschnitt. Einige kleine Detaillösungen sind im 968 besser, dafür ist die Verarbeitung für Porscheverhältnisse spürbar schlechter als beim Vorgänger. Da kommt einem schon mal das eine oder andere Teilchen entgegen. Das Einfüllen der letzten fünf bis zehn Liter beim Tanken ist bei beiden immer noch ein Geduldsspiel.
Literaturempfehlung: R.M.Clarke: Porsche 968. Brooklands Books. ISBN 1 85520 388X. Das Buch enthält angeblich sämtli- che Tests aus allen britischen und amerikanischen Zeitschriften und Zeitungen. Die Serie gibt es noch über viele andere Autos, die Berichte sind aber ausschließlich auf englisch.

Fazit: