Pontiac Firebird
Firebird - When you're ready to fly. - Pontiac Firebird Auto

Produkttyp: Pontiac Autos

Neuester Testbericht: ... Zuhause schaute ich im Internet unter Lichtmaschine (LM) und Reparatur Firebird nach. Ich fand heraus, dass eine neue LM in den USA... mehr

Firebird - When you're ready to fly.
Pontiac Firebird

Bagheera

Name des Mitglieds: Bagheera

Produkt:

Pontiac Firebird

Datum: 04.02.00, geändert am 27.04.02 (1420 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: unglaublicher Fahrspaß, unverwüstliche Bauweise, geniales Design, wendig wie ein Kleinwagen

Nachteile: zerklüfteter Kofferraum, polterndes Fahrwerk

Ich fahre seit mehr als 9 Jahren und 140.000 km einen '92er Pontiac Firebird, bin mit dem Fahrzeug unterm Strich hoch zufrieden und habe festgestellt, daß die hierzulande üblichen Vorurteile gegen US-Cars völlig unbegründet sind. Hinter amerikanischen Fahrzeugen steht lediglich eine völlig andere Philosophie die man verstehen und mögen muß. Eine Auto-Kritik ist eine lange Sache, daher vorab das Wichtigste in Kürze:

(Das beschriebene Fahrzeug stimmt übrigens nicht mit dem Modell auf dem Foto überein)

Technische Daten:

3,1 Liter V6-Motor, 141 PS
2+2 Sitzplätze
310l Kofferraum
Länge: 4,94m, Breite: 1.85m, Höhe 1,30m
Gewicht: 1480 kg
Automatik mit Overdrive

Durst:

Der Verbrauch liegt zwischen 9.0 und 13,5 Liter Normalbenzin. Ein Schnitt von ca. 11 l ist im Alltag realistisch. In der PS-Klasse nicht ungewöhnlich. Im Gegensatz zu europäischen Autos fährt sich ein Firebird wie ein LKW ohne Auflieger: Ein leichter Tritt aufs Gas und die Fuhre setzt sich leise grollend und mit Nachdruck in Bewegung. Früh hochschalten (lassen) spart Sprit und liefert satten Schub. Wer beim Beschleunigen mehr als 2.800 U/min aufbaut darf getrost als Raser gelten. Das Drehzalniveau liegt allgemein niedrig und macht den F-Bird auf langen Strecken zu einem lässigen Gleiter (2.950 U/min bei 160 km/h).

Verarbeitung:

Nobody is perfect. Die verarbeiteten Materialien sind haltbar und pflegeleicht, aus dem Velours läßt sich buchstäblich alles problemlos rausbürsten bzw. haftet erst gar nicht an, der Kunststoff ist leicht zu pflegen und abzuwaschen, ohne daß Spuren zurückbleiben. Kurzum: der Firebird ist McDrive-tauglich. Allderings ist die reine Menge an Kuststoff nicht unbedingt eine Augenweide. Der Kunststoff wirkt zwar relativ hochwertig, mit dem grobenoppten Grauplastik aus der hiesigen E-Klasse kann es allemal konkurrieren - es ist jedoch dennoch alles eben aus Kunststoff. Mir persönlich ist das egal, ich sitz d
rin und schau raus, doch wer Lust hat, kann im Zubehörhandel auch problemlos höherwertig aussehende Teile aus alternativen Materialien besorgen (Alu etc.). Das Spektrum ist groß und Austausch ist kein Problem, vieles ist gesteckt oder läßt sich ohne viel Aufwand auch von Laien abschrauben. Der Firebird ist bastelfreundlich, alles ist modular aufgebaut, bis hin zu den Instrumenten, überall werden Schrauben in Standardgrößen verwendet (80% aller Schrauben im Innenraum sind von einem Typus) und es ist überall leicht zu ersehen, wie man ein Teil öffnet etc. Sogar der Motor-Diagnosecomputer läßt sich von Bastlern ohne Werkstattausrüstung auslesen. Das macht den F-Bird sehr wartungsfreundlich. Viel Wartung braucht er jedoch nicht, bisher habe ich - von Glühbirnen abgesehen - keine Ausfälle zu verzeichnen. Lästiger sind gelegentliche Klapper- oder Knatschgeräusche, die meistens beim Wechsel von der kalten in die warme Jahreszeit oder umgekehrt auftreten, die sich jedoch meist einfach in wenigen Sekunden mit einem Schraubenzieher oder einem Tröpfchen Öl an der richtigen Stelle beheben lassen - der Nachteil der Modulbauweise.

Langlebigkeit

Simply indestructible. Der Firebird ist nahezu unverwüstlich. Die Technik ist simpel, solide und seit Jahrzehnten bewährt. Alle Teile sind überdimensioniert und nach europäischen Maßstäben fast schon LKW-Technik. Mit 60 km/h auf die Verkehrsinsel? Kein Problem, da verstellt sich nicht mal die Spur (ich hab's im Winter unfreiwillig getestet). Auch Rost ist kaum ein Thema, nach 8 harten Wintern Alltagsbetrieb im Mittelgebirge ist das Fahrzeug bis auf zwei Steinschläge am Radlauf noch absolut rostfrei. Der Motor ist alles andere als hochgezüchtet und daher sehr langlebig. Auch verbraucht er praktisch kein Öl (0,5 l auf 15.000 km). US-Cars müssen aufgrund der amerikanischen Mentalität praktisch ohne Wartung auskommen. Entsprechend sind sie konstruiert: das Wartungsintervall liegt bei 30.000 km (Ölwechsel alle 15.000 km),
was für einen Ami sogar noch relativ häufig ist. (Ein Cadillac zum Beispiel muß nur alle 165.000 km zu Inspektion - machen Sie das mit Ihrem Mercedes!!!).

Einziges Ärgernis sind die zahlreichen mangelhaften Umbauteile aus europäischer, oft auch deutscher Produktion. Die Scheinwerfer von Hella sind nichts anderes als Wasser-Durchlauferhitzer. Die ebenfalls im Rahmen des Umbaus nachträglich installierte Leuchtweitenregulierung französischer Herkunft hat auch nach der Dritten Instandsetzung nur zwei Wochen gehalten. Es lebe der Protektionismus. Am Besten raus damit und wenn man's denn braucht mit US-Teilen ersetzen.


Crash-festigkeit:

Rock solid. Solide Bauweise, großzügige Knautschzonen und Stoßfänger aus elastischem Kunststoff vorne und hinten, die praktisch alle Parkrempler spurlos absorbieren (Vorschrift in USA!!!), sorgen dafür, daß der Firebird crash-technisch einiges einstecken kann. Gebaut für eine Ewigkeit. In vier (fremdverschuldeten! .... grrrr!) Crashs hat der Firebird dreimal die deutlich bessere Figur gemacht. Erst beim Crash mit einem 40-Tonner hat der F-Bird dann doch den kürzeren gezogen, kam jedoch immerhin noch fahrbereit davon. Schließlich muß man fast 40cm in die Karosserie eindringen, bevor das erste Motorteil beschädigt werden könnte.

Unterhalt:

Auch wenn es mir sicher keiner glauben will - der Firebird ist relativ günstig im Unterhalt, allerdings ist die Preisgestaltung bei Ersatzteilen sehr undurchschaubar. Während manche Teile lächerlich billig sind, kosten andere exorbitant viel Geld, besonders solche, die wohl eher selten benötigt werden, z.B. das Markenlogo (60 DM) oder die Zierblende der Achse (120 DM) usw. Blechteile sind ebenfalls außergewöhnlich teuer. Man sollte den Wagen also schon im Griff haben. Im Schnitt fährt man jedoch relativ günstig in der PS-Klasse. Wer sich ein bißchen umhört, findet auch fast immer eine Quelle, die noch sehr viel günstiger ist als General Motors. Wer ger
ne bastelt, für den lohnt es sich sicherlich, sich einen ausgemusterten F-Bird zwecks Ausschlachtung auf die Seite zu stellen. Bei mobile.de gibt es meist eine große Auswahl. Generell lohnt es sich auch, von großen Opel/GM Autohäusern Abstand zu nehmen und auf kleinere Werkstätten auf dem Lande auszuweichen. Diese haben meistens alternative Bezugsquellen für Teile und arbeiten mit sehr viel mehr Liebe zum Detail. Teile sind übrigens stets innerhalb von ein bis zwei Werktagen zu erhalten. Erfreulich auch, daß der F-Bird so gut wie nie in die Werkstatt muß. Ich hatte bisher keine außerplanmäßigen Werkstattbesuche. Die planmäßigen (wie schon erwähnt) alle 15.000 km für Ölwechsel und alle 30.000 km für die Inspektion. Die liegt dann bei ca. 300 ?. Verbrauch: siehe oben. Steuer und Versicherung sind der PS- und Hubraumklasse entsprechend und nicht halb so exotisch wie man es glauben mag. Als Versicherer sei noch die hauseigene Versicherung der MLP Finanzberatungsgesellschaft empfohlen (Haftpflicht: 1.303,30 DM bei 100%, Stand 2001).

Die Steuer liegt bei 678,- DM (Stand 2001). Auch hier schlägt mal wieder der deutsche Protektionismus zu: obwohl der Firebird die Euro 2-Norm lässig erfüllt (und das immerhin schon bevor es die Norm hier überhaupt gab!!) wird die entsprechend niedrigere Besteuerung für das Fahrzeug nicht anerkannt. Grund: die dafür erforderliche Zertifizierung durch das Kraftfahrt-Bundesamt erfolgt nur bei Fahrzeugen von denen mindestens eine bestimmte Anzahl in Deutschland zugelassen ist. Der F-Bird fällt leider nicht darunter. Einige Clubs in Deutschland kämpfen zwar noch immer für die Umschlüsselung aber deutsche Behörden mahlen eben langsam.


Nutzwert:

Ja, es ist ein Sportwagen aber der Nutzwert ist größer als man denkt. Durch die überaus üppigen Dimensionen des Wagens läßt sich auch trotz der sportlichen Form einiges darin verstauen. Bei umgeklappter Rückbank entsteht ein großer Stauraum. Leider ist dieser jedoch sehr verw
inkelt und daher läßt sich nur schlecht beschreiben, was darin Platz findet und was nicht. Während z. B. Problemlos ein Fahrrad oder ein Bett verladen werden kann (geringe Höhe), und auch die größte Reisetasche und der 111 Liter Samsonite im Kofferraum Platz findet, ärgert man sich wegen jeder blöden Getränkekiste, weil sie von der Form her einfach nicht in den Kofferraum passen will, sondern immer auf die umgeklappte Rückbank muß. Auch die Rücksitze sind für Personen über 1,70m nur für Kurzstrecken zu empfehlen, da sich die hinteren Sitzplätze genau auf der Achse befinden und Fond-Passagiere bei Bodenwellen unsaft mit dem Kopf an die Glas-Heckklappe dotzen. Übrigens braucht man mit dem F-Bird nicht übertrieben vorsichtig umzugehen. Wie gesagt sind die Materialien sehr belastbar. Transporte von öligen Fahrrädern, tropfenden Benzinkanistern, diversen Baumaterialien (Pflastersteinen) etc. sind an meinem F-Bird ohne jegliche Spuren vorbeigegangen. Man sollte lediglich auf die kratzempfindlichen Kunststoffseitenteile achten.

Image:

Der Firebird ist auf jeden Fall ein aufregendes und Aufsehen erregendes Auto. Die Reaktionen der Betrachter sind sehr unterschiedlich und man sollte vorsichtshalber immer mit Reaktionen rechnen! Um ein paar Beispiele zu nennen: für GTI und GSI-Fahrer ist der Firebird schon beim ersten Sichtkontakt ein rotes Tuch und muß um jeden Preis unverzüglich überholt werden, ob er dabei nun vor der roten Ampel steht oder am Ende einer LKW-Kolonne fährt scheint dabei keine Rolle zu spielen, ebensowenig wie das Leben anderer, denn es geht um automobilen Stolz. Also: rechts ranfahren und schon mal den Rettungswagen rufen. Als ich den Wagen '92 gekauft habe, war das noch ein größeres Problem, heute sind die o.g. Gefährte dank Rostfraß inzwischen schon fast aus unserem Straßenbild verschwunden und 140 PS sind ja auch eigentlich nicht mehr Sportwagen-Niveau. Aber neben den Neidern können auch Bewunderer zur Gefahr werden. Dann nämlich we
nn z.B. beim Überholen ein LKW-Fahrer fasziniert aus seinem Seitenfenster schaut und dabei versehentlich seinen ganzen Lastzug nach links zieht. Das passiert schon mal und hat mir schon zweimal zu einem ungeplanten Ausflug in die Böschung gereicht. Ich habe schon eine Reihe seltsamer Dinge erlebt, wie z.B. Passanten, die vor Erstaunen gegen Fußgängerampeln laufen, uneingeladene Probesitzer an der Tankstelle, gerührte Rentner die selbst in den 60ern einen F-Bird besaßen oder Trauben von Schulkindern auf dem Parkplatz (Sie erinnern sich vielleicht: "Knight Rider"). Ob man all das auf sich nehmen möchte, sollte man sich vor dem Kauf eines solchen Autos überlegen, denn die nächste peinliche Szene kommt bestimmt.

Tipps für Käufer:

Wer einen Firebird gebraucht erwerben möchte, sollte sich folgende Stellen genau anschauen:

- mangelhafte Qualität des Klarlacks an den Alu-Felgen und der hinteren Stoßstange. Dort blättert der Lack bei vielen Fahrzeugen ab. Vorsicht beim Lackierer! Profis verlangen für eine professionelle Instandsetzung der Stoßstange an die 500 ?, da das Teil abgebaut werden und speziell behandelt werden muß (weil formbar). Ich bin mit der billigen Variante ohne Abbau für umgerechnet 200,- ? bisher zufrieden, auch wenn der Lackierer so keine Garantie auf seine Arbeit geben wollte. War bisher auch nicht nötig. Die Instandsetzung des Klarlacks an den Felgen kostet 200-300 ?.

- Gasdruckfedern für Kofferraum und Motorhaube werden schnell schlapp (je paar ca. 75,- ?)

- Leises Klappern aus dem Bereich der Lenksäule, bevorzugt im Stand, hat mich in meinem F-Bird schier in den Wahnsinn getrieben. Für alle die das Geräusch kennen: es hängt mit dem Hebel und dem Schalter für's Fernlicht zusammen. Da muß man was spannen und schon ist wieder Ruhe. Gute GM-Werkstätten wissen wo.

- Der einzige mir bekannte mechanische Schwachpunkt am Firebird sind die Lenkzwischenhebel. Wer wie ich gerne kurvige, enge, hol
prige schwarzwälder Bergstrecken im Grenzbereich unter die Räder nimmt und dabei nicht jedem Schlagloch ausweicht, sollte vorsichtshalber alle 70 TKM einen neuen Lenkzwischenhebel einplanen - oder vernünftig fahren.

- Fahrzeug vorne von unten untersuchen. Der Firebird setzt schon mal auf, was je nach Geschwindigkeit zu Verwüstungen unterm Fahrzeug führen kann. Daraus kann man auch Rückschlüsse auf Fahrstil des Vorbesitzers ziehen. Zerstörte oder herabhängende Plastikteile unterm Vorderwagen sind nicht zu unterschätzen, da sie den Luftstrom zum Kühler, zum Getriebe und anderen Teilen maßgeblich beeinflussen. Folgeschäden sind daher nicht ausgeschlossen.

- Nicht von rostigen Teilen im Motorraum verunsichern lassen. Wer genau hinsieht stellt fest, daß es sich dabei stets um solide Eisenstangen handelt, die so dick sind, daß sie in 50 Jahren nicht durchrosten. Außerdem ist es fast immer nur Flugrost. An solchen Teilen hat man sich den Rostschutz sinnigerweise gespart, auch wenn sowas den ersten Eindruck trübt. Amerikanische Mentalität eben. Wer die Haube nie aufmacht...

- Vorsicht vor getunten Fahrzeugen. An vielen Firebirds wurde gefummelt, doch weder Fächerkrümmer noch Chip-Tuning können dem Firebird auch nur ein einziges PS mehr entlocken. Dafür verkürzen sie die Lebensdauer erheblich, da vom Motorchip auch viele andere Funktionen gesteuert werden wie z.B. die Steuerung des Kühlungslüfters. Bei manchen Tuning-Chips arbeiten diese Funktionen dann falsch oder gar nicht mehr. Daher: NUR OHNE!!! Oder wieder raus damit. Der Zentralchip kostet auch nur wenige hundert Mark. Wer mehr Bums will, sollte sich gleich für das größere Motormodell "Trans Am" entscheiden (ca. 280 PS, V8)

- ein turbodieselartiges Pfeifen beim Gasgeben ist ein Zeichen, daß die Lichtmaschine auf dem letzten Loch pfeift. Die Stifte sind abgenutzt und in wenigen tausend KM ist ein Ersatz fällig. Achtung! Beim Austausch auch die Batterie checken. Ist die Batte
rie hinüber und kann die neue Lichtmaschine die Ladung nicht abgeben, wird sie beschädigt.

- der Auspuff sollte immer in Schuß sein. Auch kleine Löcher im Auspuff haben großen Einfluß auf das Fahrverhalten. Offenbar benötigt der Motor einen gewissen Gegendruck. Mit einem undichten Auspuff wirkt das Fahrzeug schnell sehr schlapp (nicht nur akustisch). Beliebt sind die Stellen, wo die Endrohre den Topf verlassen. Vorsicht auch beim Abschleppen! Wer mit dem Firebird ein anderes Fahrzeug abschleppt und dabei eine enge Rechtskurve fährt, läuft Gefahr mit dem Seil das rechte Endrohr vom Auspuff abzubrechen, wenn dieser schon etwas angerostet ist. Daher: Auspuff vorher absenken - das sind nur wenige Handgriffe. Außerdem defekten Auspuff möglichst gleich ersetzen lassen. Heiße Abgase an den falschen Stellen können bewirken, daß die hintere Kunststoff-Schürze/Stoßstange sich verformt.

- Die Bremsen der Firebirds sind generell eine recht seltsame Angelegenheit. Die Original-Bremsanlage ist nicht gerade ein Wunder der Technik. Zwar funktioniert sie absolut tadellos, doch neigt sie bei starker Beanspruchung und hohen Geschwindigkeiten zum Singen (klingt wie wenn ne Boeing die Treibwerke abschaltet) und evtl. auch Rubbeln ... davon darf man sich nicht verunsichern lassen denn das einzige was zählt sind Bremsweg und Geradeauslauf und damit hatte ich eigentlich nie Probleme. Die Reaktion der Anlage wirkt aufgrund des Fliegenden-Teppich-Fahrwerks subjektiv ein wenig träge verglichen mit europäischen Bremsen. Der Wagen neigt sich beim Bremsen merklich vor, was den Eindruck vermittelt, die Bremsen reagierten verzögert. In der Praxis hatte ich aber noch nie das Gefühl schlechter ausgerüstet zu sein als hiesige Fabrikate.

Fahrspaß:

You just can't beat it. Fahrspaß ist großgeschrieben im Firebird. Das Fahrzeug hängt erstklassig am Gas, der Sound ist leider nicht so bullig wie bei einem V8, aber auf jeden Fall bringt er das ganze Gefährt zum Zitte
rn. Der Firebird ist sehr wendig. Dank kurzem Radstand (entsprechend Opel Corsa B) und Hinterradantrieb ist der Wendekreis recht klein. Die massive Servounterstützung sorgt dafür, daß sich der Bird mit dem kleinen Finger lenken und dem großen Zeh beschleunigen und bremsen läßt. Das alles zusammen verleiht dem Firebird eine katzenartige Geschmeidigkeit und Lässigkeit im Handling, die einen im Stadverkehr und auf der Landstraße nach Kurven und Spurwechseln geradezu gieren läßt. Der Antritt ist enorm und mit hiesigen Fahrzeugen nur schwer zu vergleichen. Das einzige deutsche Auto, das eine ähnliche Leistungscharakteristik hat ist der 130PS-Pumpe-Düse-Motor von VW, jedoch hat der F-Bird vom Start weg kein "Turbo-Loch". Da schon bei niedrigsten Drehzahlen sehr viel Drehmoment anliegt, springt der Wagen beim Start an der Ampel buchstäblich ab. Wer an der Ampel die Automatik-Schaltstufe mal auf "Neutral" wechselt und dann den "Gang" wieder reinnimmt, kann spüren mit welcher Kraft sich der Wagen schon im Stand gierig gegen die Bremsen stemmt. Höhere Drehzahlen mag der Motor dagegen weniger. Bis 4.200 U/min ist die Leistung wunderbar gleichmäßig ansteigend. Bei knapp über 5.500 U/min kommen die schweren Stößelstangen dann aber nicht mehr nach, entsprechend läßt hier das Drehmoment schlagartig nach und darum gleitet spätestens hier der nächste Gang ein. Aber wer jodelnde Motoren mag kauft sich eh lieber einen Italiener.

Die Automatik schaltet bei normaler Fahrweise seidenweich. Hat man die gewünschte Reisegeschwindigkeit erreicht, wird vom Automaten mit vernehmlichem "Wumm" der extrem lange "Overdrive" eingelegt und der Firebird gleitet leise brabbelnd über die Piste, als sei das alles für ihn nur ein entspannender Abendspaziergang. Spätestens jetzt wird es Zeit sich lässig zurückzulehnen, das Radio ein wenig lauter zu drehen und es auf sich wirken zu lassen, dieses Gefühl zu fliegen, wie es schöner kaum noch sein kan
n...



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Nachtrag. Im Spätsommer 2000 sind dann doch die ersten Ersatzteile sind fällig gewesen:

- Lichtmaschine ausgefallen: 313,54 DM + Einbau 42 DM

- Batterie ersetzt (ich hab sie bei kaputter Lichtmaschine leergefahren, ich Dummerchen. Immerhin hat sie 260 km geschafft *grins*): 273,- DM

- Heizungskühler defekt: 223,- DM + 373,- DM Einbau.

Fazit: