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Produkttyp: Peugeot Autos
Neuester Testbericht: ... ebenso wie Steuer und Versicherung. Einen Parkplatz zu finden ist mit dem 107 auch kein Problem. Auch finden zusätzlich zu Fahrer u... mehr
Drei Marken - ein Auto
Peugeot 107

Name des Mitglieds: YinYangMeister
Produkt:
Peugeot 107
Datum: 18.08.08, geändert am 19.08.08 (1877 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: s. Bericht
Nachteile: s. Bericht
Nachdem ich mich ja nun schon als Experten für den Toyota Aygo bezeichnen kann, hatte ich nun die Gelegenheit, seinen Bruder, den Peugeot 107 zu erleben. Da ich selbst ja keinen Führerschein habe, ist so ein Test für mich um so interressanter und aufschlussreicher, da ich mich genau darauf konzentrieren kann, was das Auto so tut.
Seit 2005 gibt es sie nun, den Toyota Aygo, den Citroen C1 und den Peugeot 107. Von der Technik her sind alle drei absolut gleich, nur die Karosserie sieht bei allen drei doch recht unterschiedlich aus, zumindest von vorn und hinten. Wobei ich meine, dass der Aygo von den dreien das beste Styling erwischt hat, aber das ist Geschmacksache.
Alle drei beginnen beim Preis unter 10.000 Euro, nimmt man alles was es gibt dazu und spendiert selbst noch ein paar Extras, ob sinnvoll oder nicht sei dahin gestellt, hat man schnell die 14.000 Euro erreicht.
Der Peugeot, den ich nun erleben durfte, war ein Dreitürer, das macht bei der Länge von nur 3,41 m allemal Sinn, wenn man so gross ist wie ich. Allerdings wird der Zustieg hinten und das Beladen dann zu einem richtigen Problem, denn der 107 hat genau wie seine beiden Brüder keine Heckklappe, sondern nur ein zu öffnendes Heckfenster.
Angetrieben wird der kleine Fronttriebler von einem Dreizylinder 1,0L Motor mit 50 kW / 68 PS, welcher von Daihatsu entwickelt wurde. Dieses Aluminiumaggregat ist mit nur 65 kg das leichteste seiner Klasse und bringt den kleinen Franzosen locker an die 160 km/h. Meiner Meinung nach zuviel für so eine kleine Büchse. Den fehlenden Zylinder merkt man nicht, auch im Leerlauf dreht das kleine Daihatsutriebwerk völlig rund und schüttelfrei. Allerdings klingt der Motor rauh und wird ab etwa 110 km/h auch schon relativ laut. Im Aygo klang das ganze bis 130 km/h etwas ruhiger, lag wahrscheinlich an der etwas anderen Form der Karosserie. Der CO-2 Ausstoß von 131g/km liegt für einen Dreizylinder im sehrguten Bereich. Ist man bei japanischen Motoren aber eh gewohnt.
Das Sicherheitspaket ist mit acht Airbags, Seitenaufprallschutz, stabiler Fahrgastzelle, ABS, EBD, VSC und TRC nahezu komplett, besonders in dieser kleinen Fahrzeugklasse. Ansonsten hat der Wagen eigentlich alles was Mensch so braucht. Besonders für junge Leute ist er als Stadtauto völlig ausreichend.
Und er ist eines der sparsamsten und kostengünstigsten Autos, welches im Augenblick zu haben ist und zwar in jeder Beziehung.
Versicherung, Werkstattkosten und Spritverbrauch sind im Minimalbereich. Mit dem Aygo haben wir die 4L Marke sogar unterboten.
Allerdings muss man doch auf einniges verzichten:
Als dreitürer hat man wie gesagt vorne einen großzügigen Einstieg und auch das Raumangebot vorne ist mehr als üppig. Das war es dann aber auch schon. Als fünftürer ist das Fahrzeug einfach besser zu nutzen. Aber auf Grund der fehlenden Heckklappe kann man den Transport von Sperrgut vergessen, geht einfach nicht. Und hinten sitzen macht auch nicht wirklich spass, denn die Ohren werden bereits von der Heckscheibe gekrault. Der Kofferraum ist mit 130L Inhalt so klein, dass man erst einmal die Minihutablage entfernen muss um eine kleine Tasche über die hohe Bordwand hieven zu können.
Die Rückenlehnen lassen sich zwar geteilt nach vorne umlegen, das macht aber keinen Sinn, da die Rückbank nicht bewegt werden kann und man somit keine ebene Ladefläche erhält. Das ganze Innenraumkonzept dieses Dreiergespanns stimmt einfach nicht.
Da wir gerade bei der Zuladung sind, laut Fahrzeugpapieren steht eine Zuladung von 280 kg zur Verfügung, das heisst: Fährt man mit 4 Personen a 75 kg hat man den Lütten bereits um 20 kg überladen und das Gepäck darf dann schon zu Hause bleiben, aber muss es sowieso, wo soll das denn noch hin?
Die Karosse hat einfach keine Tragreserven.
Bei der Fahrt stört das Cockpit, welches sich mit voller Ganzheit in der Windschutzscheibe spiegelt. Fährt man gegen die Sonne geht die Sicht je nach Stand gen null. Fährt man mit der Sonne im Rücken, so spiegelt sie sich sehr häufig in der Kunststoffabdeckung des links auf das Kombiinstrument aufgesetzten Drehzahlmessers, macht auch nicht wirklich Freude.
Fahrkomfort, Strassen- und Kurvenlage gehen dank der vielen elektronischen Helfer völlig in Ordnung. Auch die Federung ist ausgewogen. Die Sitze sind relativ bequem, bieten aber wenig Seitenhalt. Seitliche Haltegriffe fehlen.
Vorne gibt es nur einen Scheibenwischer und seine Geschwindigkeit ist bei Starkregen einfach zu gering um eine einigermaßen klare Sicht nach vorne auf die Fahrbahn und das dortige Geschehen zu ermöglichen.
Hat man bei den vorderen Türen noch das Gefühl etwas Qualität in der Hand zu haben, so verlässt einen das ganz schnell, wenn man die hinteren Türen bewegt. Sie und auch das Heckfenster fühlen sich irgendwie zerbrechlich an und man mag gar nicht richtig zufassen. (Hier spreche ich jetztvom fünftürigen Aygo, wird aber beim C1 und 107 nicht anders sein). Unter den Kofferraumboden hat man (Gott sei Dank) ein vollwertiges Reserverad gequetscht. Um das im Notfall zu bergen, muss man sich allerdings schon etwas anstrengen. Fernentriegelung für Tank- und Heckklappe gibt es nicht, hier braucht man den Schlüssel.
Was hört man von Reparaturanfälligkeiten:
Der Motor macht keinen Ärger, dafür aber das automatisierte Schaltgetriebe (MultiMode), das findet nach dem Abbremsen oder Stehenbleiben häufig den richtigen Gang nicht, dann gibt es erst einmal ein wildes Geruckel, wie bei einem Fahranfänger. Und offensichtlich hat es auch schon einige Kupplungen mit mechatronischer Anfahrhilfe schon nach einigen tausend Kilometern zerlegt. Auch nicht so ganz toll.
Die Träger der Schließvorrichtungen der hinteren Türen und der Heckklappe lösen sich wohl auch mal ganz gerne, ist uns beim Aygo auch passiert. Haben sich einige Schweißpunkte verabschiedet, wird das ganze Malör während der Fahrt bei jeder Bewegung mit einem Tocktocktock quittiert.
Alle drei, Aygo, C1 und 107 werden übrigens in Tschechien hergestellt. Ist das der Grund für den Qualitätsverlust ?
Der Toyota Auris wird übrigens in der Türkei gefertigt, für mich auf jeden Fall ein Grund das Auto nicht zu kaufen, obwohl ich noch nicht mal sagen kann, woran ich das eigentlich fest mache.
107 und Co haben beim ADAC Crashtest vier Sterne erreicht und die Fahrgastzelle ist wohl auch wirklich stabil. Allerdings habe ich auf etlichen Verkaufsbörsen "verunfallte" Fahrzeuge dieses Typs gesehen, wo vorne vor der Windschutzscheibe nichts mehr da war. Und im Verkaufsbericht stand dann zu lesen: Airbags haben nicht ausgelöst. ich weiss nicht was ich davon halten soll, ich konnte es mir bei den gezeigten Bildern nicht vorstellen, aber es war tatsächlich kein weisser Lappen zu sehen.
Und noch eins: Mal ganz davon ab, das hinten sitzen in diesen Autos eh keinen Spass macht, möchte ich nicht dabei sein, wenn eines dieser Minifahrzeuge einen richtigen Treffer von hinten ab bekommt.
Nun noch mal kurz zum baugleichen Aygo. Wir hatten in unserer Familie über Jahre nur Toyota Fahrzeuge und sie waren alle richtig gut und über Jahre ohne Mängel oder Reparaturen zu fahren.
Meine beiden ersten Testberichte galten dem Aygo und damals unter dem Aspekt eines neuen Autos, welches man noch nicht so richtig kannte, habe ich ihm fünf Sterne gegeben. Das tue ich heute nicht mehr. Der Aygo wirkt in vielerlei hinsicht einfach nur billig, ist einfach kein Toyota mehr, so wie man ihn gewohnt ist. Und genau so ist es auch beim Peugeot 107. Vergleicht man den zum Beispiel mit dem 1007 so könnte man auf die Idee kommen, dass hier zwei völlig unterschiedliche Hersteller am Werk waren.
Nunja, Ende dieses- oder Anfang nächsten Jahres kommt ja der Toyota IQ auf den Markt. Bleibt zu hoffen, dass das wieder ein "reinrassiger" Toyota wird und er an die altgewohnte Qualität anknüpfen kann. Der Aygo hat hier klar verloren.
Fazit: Der Peugeot und seine beiden baugleichen Brüder sind in jeder Beziehung wirklich sparsame, stadt taugliche Fahrzeuge gut geeignet für bis zu zwei Personen, die wenig Ansprüche stellen und einfach nur ein bisschen spass für wenig Geld haben wollen. Was die Sicherheit angeht hat man alles was man braucht, vorraus gesetzt es funktioniert.
Fazit: s. Bericht
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| Ausstattung: | ||
| Platzangebot: |


19.08.08
super, liebe Grüße Werner