Opel Zafira 1.8 16V
Kleines, großes Auto mit großer Qualität und kleinsten Mängeln - Opel Zafira 1.8 16V Auto

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Produkttyp: Opel Autos

Neuester Testbericht: ... Schrecken. Selbstredend steht bei voller Bestuhlung nur noch ein Mini-Gepäckraum von 150 Litern zur Verfügung, aber je mehr man sich i... mehr

Kleines, großes Auto mit großer Qualität und kleinsten Mängeln
Opel Zafira 1.8 16V

CarFanatikR

Name des Mitglieds: CarFanatikR

Produkt:

Opel Zafira 1.8 16V

Datum: 22.02.10

Bewertung:

Vorteile: intelligentes Flex 7-Sitzsystem, umfassende Ausstattung, gute Qualität

Nachteile: etwas unglückliche Motor-Getriebe-Abstimmung , ungenaue Tankuhr

Oldies fahren - geiler ist das schon. Aber für den "daily drive" sollte es dann doch schon ein Fahrzeug sein, welches bei möglichst geringen Ansprüchen an Unterhalt und Wartung das Optimum an Eigenschaften bietet.
Ein ordinärer Kombi vom Schlage des zuvor gefahrenen VW Passat (35i B4) sollte es nicht mehr sein, aber von den Abmaßen außen nicht wesentlich größer. Mehr Leistung als die 115 PS, die der Passat hatte, mußten auch nicht unbedingt sein. Ein bißchen Flexibilität bezüglich des Laderaumes - gerne. Den Schlag mehr Ausstattung nimmt man auch noch mit, will ihn aber nicht unbedingt extra bezahlen.
Nach eingehender Untersuchung der in Frage kommenden Probanden wurde es: ein Opel Zafira A 1.8 16V Comfort, Bj. 2002. Für unseren "Zafi" sprachen neben dem guten Gesamtzustand die niedrige Laufleistung und die vom Erstbesitzer zusätzlich georderten Goodies für einen angemessenen Preis.

Das Design des Zafira A geriet nach meinem Dafürhalten angenehm zurückhaltend. Man sieht dem Wagen schon an, daß er auf der Basis des Astra G basiert, allerdings erscheint der Zafira insgesamt etwas stimmiger. Außen ist der Zafira A mit seinen rund 4,32 m nur unwesentlich länger als der Astra G (4,29 m (Kombi)), in die Breite ging er auch nur maßvoll (1,74 m gegenüber 1,71 m). Den Raum holt der Zafira aus der Höhe - 1,68 m, das sind fast 20 cm mehr als beim Astra Kombi.
Das für die kleinen Vans typische "one-box-design" hat seine Vor und Nachteile: große Fensterflächen sorgen für einen lichten Innenraum, allerdings heizt sich ebenjener Raum im Sommer unter Sonneneinstrahlung recht stark auf. Unter dem Design des Zafira leidet bedingt durch die massive A- und D-Säulen die Rundumsicht in diese Richtungen, und wegen der stark abfallenden Motorhaube bleibt die Front auch für Großgewachsene stets außer Sicht. Dafür endet das Auto auch wirklich an der Unterkante der Heckscheibe. Noch was zum Thema Sicht: die Scheibenwischer könnten ihren Dienst etwas besser verrichten, denn unabhängig vom Zustand der Blätter hinterlassen sie immer feine Schlieren.
Die Aussenspiegel könnten nach meinem Dafürhalten einen Tick größer ausfallen; zudem schränken die spitz zulaufenden Aussenkanten die Rücksicht etwas stärker als notwendig ein.
Dafür macht das Ein- und Aussteigen aus dem Zafira wirklich Spaß (vorausgesetzt, daß man nicht von irgendwelchen Ignoranten zugeparkt wird). Die Türen sind groß genug, und dank der erhöhten Sitzposition plumpst man auch nicht in den Innenraum oder krabbelt mühsam wieder heraus. Normmaße vorausgesetzt kann man auch unter der Heckklappe stehen.

Im Zafira nimmt man auf bequemen, höhenverstellbaren Sitzen Platz, ausstattungsabhängig auch mit Lordosenstütze und verstellbarer Beinauflage. Einzig die Sitzbreite könnte meinetwegen einen Hauch großzügiger ausfallen, im großen und ganzen gibt es aber weder an den Sitzen noch an der Sitzposition etwas zu kritteln. Dafür sorgt auch das sowohl axial als auch vertikal einzustellende Lenkrad. Die Oberfläche mag sich zunächst etwas eigenartig anfühlen, das gibt sich aber bald, und dann liegt es angenehm und sicher in den Händen.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch die Pedalerie, die etwas eng beieinander steht - nicht jeder schätzt dieses "Alfa Romeo-Gefühl" bei der Bedienung selbst mit normaler Beschuhung und -größe.
Superklasse: das Flex-7-Sitzsystem. Ob nun Kleinbus für 7 (wobei selbst Erwachsene auch in der 3. Reihe noch durchaus menschenwürdig untergebracht sind) oder Transporter auch für sperrigere Gegenstände, dank des wirklich ausgeklügelten Mechanismus, bei dem sich die Einzelsitze hinten schnell in den Fahrzeugboden und die Sitzbank der 2. Reihe falten oder verschieben läßt, läßt sich der Innenraum schnell für den gewünschten Zweck konfigurieren. Der Vorbesitzer unseres Zafira war sogar so freundlich, auch eine umlegbare Lehne des Beifahrersitzes zu ordern...damit verliert selbst ein Einkauf bei IKEA seinen Schrecken. Selbstredend steht bei voller Bestuhlung nur noch ein Mini-Gepäckraum von 150 Litern zur Verfügung, aber je mehr man sich im "Opel-Origami" übt, desto mehr Platz gibt es - bei eingefalteter 3. Reihe zwischen 490 und 640 Litern, bei umgelegter 2. Reihe satte 1.700 Liter. Wer nicht selbst nachzählen möchte: bis zu 49 Variationen sind möglich. Für die Befestigung von Kindersitzen müß man sich nicht verrenken, außerdem steht ein Isofix-Befestigungssystem für die 2. Reihe bereit.
Nicht ganz so super: von einem "Pampersbomber" erwartet man doch ein wenig mehr als die vorhandenen Ablagemöglichkeiten für Krimskrams vorn. Oder wenigstens etwas größere. Immerhin gibt es selbst in der 3. Reihe sogar Cupholder, die in den Seiten integriert sind.

Das Armaturenbrett das Zafira präsentiert sich fast schon karg, zumindest optisch. Natürlich sind alle relevanten Instrumente vorhanden, sie sind übersichtlich angeordnet und gut ablesbar, und als Basis ist ein zweizeiliges Display mit Informationen über Uhrzeit, Datum, Radio/CD (in Verbindung mit dem Werksradio) und erstaunlich exakter Außentemperaturanzeige mit Eiswarnung vorhanden. Und doch...sieht es etwas trist aus, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Ähnlich verhält es sich mit dem Rest der Konsole: einfach, aber gut in der Bedienung; nur die Tasten für die Bedienung der Klimaanlage und der Heckscheibenheizung hätten größer ausfallen dürfen.
Ansonsten ist schon in der Ausstattungsstufe "Comfort" all das an Bord, was das Autofahren angenehm macht: neben der schon erwähnten Klimaanlage gibt es elektrische Fensterheber vorn, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Servolenkung, klappbare Mittelarmlehne vorn, Dachreling und noch ein paar Dinge mehr. Dank des wahrlich umsichtigen Vorbesitzers sind auch noch die (aufpreispflichtigen) Optionen Cargo (Trennnetz, faltbare Abdeckung der 3. Sitzreihe) und Winter (beheizbare Sitze, Nebelscheinwerfer und Scheinwerferwaschanlage) bei unserem Zafi dabei.
Der gestaltungsbedingte Nachteil des Fahrzeugkonzepts wird auch bei der Klimatisierung deutlich - wegen der großen und stark geneigten Frontscheibe muß man den Lüftungsregler schon ordentlich aufdrehen, um diese beschlagfrei zu bekommen bzw. zu halten. Ist es kalt und feucht und somit der Einsatz der Klimaanlage (als feuchtigkeitsreduzierendes Element) nicht möglich, muß die Lüftung unter Umständen ständig auf höchster Stufe laufen, ohne beschlagende Scheiben wirklich vermeiden zu können. Dies ist allerdings kein spezifisches Problem des Opel Zafira, sollte aber dennoch erwähnt sein.

Unser Zafira ist mit der 1.8l 16V ecotec-Maschine mit 125 PS (92 kW) Leistung ausgestattet. Weniger sollte es auch nicht sein, denn immerhin muß die Maschine ein Leergewicht von über 1400 kg antreiben.
Die Motorcharakteristik präsentiert sich indes ein wenig "oldschool", wie bei den Sechzehn-Ventilern der 80er: breites Drehzahlband, aber nutzbarer Zug erst über 4500 1-min. Zusammen mit der lang ausgefallenen Übersetzung des im übrigen eher knochig schaltbaren Getriebes muß man sich also entweder etwas in Geduld üben oder das Gaspedal in den niedrigen Gängen ordentlich durchdrücken, wenn es denn mal pressieren tut. Die vom Werk ausgelobten 188 km/h schafft der Zafira im 5. Gang nur auf topfebener Fahrbahn ohne allzuviel Gegenwind.
All das sorgt für eine breite Varianz der Verbrauchswerte - von 6,5l Super/100 km bei sehr zurückhaltender Fahrweise bis über 10l mit Bleifuß ist alles drin, mit 8-9l im Schnitt ist zu rechnen. Als eines der wenigen echten Ärgernisse entpuppt sich in diesem Zusammenhang die Tankuhr, die speziell im letzten Drittel vor leer alles anzeigt, bloß nicht die tatsächlich noch vorhandene Treibstoffmenge (als "Sicherheitshalber-Faustregel" sollte man dann einen Tankvorgang in Erwägung ziehen, wenn die Nadel am roten Bereich angekommen ist).

Den Opel-Ingenieuren ist mit der Fahrwerksabstimmung ein gelungener Kompromiß aus Komfort und Stabilität gelungen - der Zafira läßt sich durchaus etwas flotter bewegen, ohne daß die Federung deswegen knüppelhart geriet. Auf der anderen Seite halten sich die Nick- und Wankbewegungen dank der straffen Abstimmung in deutlichen Grenzen. Wegen des im Vergleich zum Astra G längeren Radstandes von 2,69 m gerät der Wendekreis etwas größer; wesentlich unhandlicher wird der Zafira dadurch aber nicht.
Wenn es hart auf hart kommt, greift das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) ein - bei mir bislang noch nicht. Die ebenfalls serienmäßige Traktionskontrolle funktioniert, ist aber leider nicht abschaltbar, was unter wenngleich eher seltenen Bedingungen (z.B. Anfahren auf Eis) auch ein Manko sein kann.
Selbstredend ist es nach Möglichkeit besser, vor dem Eingreifen des ESP zu bremsen. Dafür hält der Zafira neben vier Scheibenbremsen eine elektronische Bremslastverteilung und natürlich ABS parat. Bremsen tut der Zafira recht gut, das Gefühl im Bremspedal bleibt aber immer etwas unbestimmt und verleitet dazu, zunächst eher etwas zu wenig und dann umso heftiger reinzutreten.
Im "worst case scenario" bemüht sich eine umfangreiche Sicherheitsausstattung, das schlimmste von den Insassen fernzuhalten: 8 Airbags (Front/Seite/Kopf), verstärkte Türen und Sicherheitspedale, die sich bei einem heftigeren Aufprall aus den Befestigungen lösen.
Das Fahrlicht ist auch ohne Xenon-Scheinwerfer recht hell und leuchtet die Fahrbahn gut aus.

Allgemein läßt sich unserem Zafira eine sehr gute Verarbeitung attestieren. Auch nach fast 8 Jahren steht der Wagen immer noch gut da, nichts wirkt verschlissen oder ausgeleiert. Daß der Frontspoiler etwas zerrupft aussieht, ist dem diesjährigen Winter geschuldet. All die hier geschilderten "Negativ-Eindrücke" sind überwiegend nur Kleinigkeiten, die der Erwähnung bedurften, und selbst mit der etwas verunglückten Motor-Getriebe-Abstimmung und dem Schätzeisen namens Tankuhr läßt es sich mit einem Zafira A immer noch sehr gut leben, solange das Gesamtpaket aus Zustand, Ausstattung und Preis stimmt.

Fazit: Immer noch sein Geld wert

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: