
Produkttyp: Opel Autos
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Knallrot knatternde Knutschkugel
Opel Corsa C 1.7 DI 16V

Name des Mitglieds: Magistix
Produkt:
Opel Corsa C 1.7 DI 16V
Datum: 20.11.09
Bewertung:
Vorteile: Robustes Auto mit absoluter Alltagstauglichkeit
Nachteile: zuletzt ein paar mehr Reparaturen ab Kilometer 170'000, gelbe Plakette
== Allgemeines rund um das Auto ==
Zu jedem meiner bisherigen Autoberichte habe ich meine Fahrerfahrung gelistet. Ich empfinde das als notwendig, weil die Art der Fahrzeuge mit denen man sich umgibt, durchaus auch Einfluss auf die Bewertung anderer Autos hat. Ein Umstieg aus einer aktuellen A3-Limousine in diesen Corsa dürfte zu anderen Erkenntnissen führen, als hier bei mir.
Ich habe auf einem Vectra B begonnen, fuhr dann einen alten Kadett, anschließend einige Jahre einen Renault Twingo und als dieser dann Unfall bedingt ersetzt werden musste, schaffte ich mir Beginn des Jahres 2004 meinen Opel Corsa C 1.7 DI an. Er hatte damals 23.000 Kilometer auf dem Tacho. Für mich wichtig war die werksseitige Restgarantie - er firmierte trotz seinem Alter von 18 Monaten noch als Jahreswagen. Vorher fuhr er für eine Bonanza GmbH, die den Wagen wohl als Mietwagen im Einsatz hatte.
Der Corsa in der Modellreihe Cist ein Kleinwagen, der aber was allgemeine Ausstattung angeht, durchaus auch für kleinere Familien und genügsame Halter gut ausreichen kann. Platz zum Sitzen bietet der Rücksitz für Erwachsene jedenfalls besser als im A3. Und auch der Kofferraum ist für übliche Klein- und Großeinkäufe ausreichend. Drei Getränkekästen passen hinein. Es gibt verschiedene Motorisierungen. Mein Wagen (und die Kategorie) befassen sich mit dem 1.7 DI Motor, dem kleinsten Diesel. Er bringt wirklich zarte 65 PS mit und per Werk genügsame Verbrauchswerte , die im Mix mit deutlich unter sechs Litern angegeben werden. Das Schaltgetriebe hat fünf Gänge. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Werk bei 163 km/h. Das Drehmoment bei bescheidenen 130 Nm in einem Intervall von 2000-3000 Umdrehungen die Minute.
Ich besitze ihn als Dreitürer in einem knalligen Rot, dass allerdings wie auch vorherige rote Opels in meiner Familie, mittlerweil auf dem Dach ordentlich verblasst ist und gut und gerne auch Sprenkelrosa genannt werden könnte. Im Verglech mit dem Twingo empfand ich ihn von Anfang an als großes Auto, dass zwar weniger variable war, als mein Twingo mit Faltdach und verschiebbarer Rückbank, aber hochwertiger in der Ausstattung und auch vom Fahren wirkte.
Die kugelige Optik des Vorgängers hat das C-Modell gerettet, wirkt aber erwachsener und mit der Front auch agressiver. Ich kategorisiere Autos vom Aussehen her in Männlein und Weiblein. Der Corsa B war eine Frau, mein Zyggie ist ein Kerl. Das Auto liegt tief, die Sitzposition kommt mir auch heute nach Umstieg aus Miet- oder Werkstattersatzwagen vor, als schwebe ich knapp über dem Asphalt. Aber. Ich muss mir keine Angst um meinen Kopf machen. Ein- und Aussteigen, das Sitzen und Bewegen klappen gut. Ein Anecken wie sogar bei manchem größeren Fahrzeug schon erlebt, gibt es nicht.
Die allgemeine Ausstattung der Fahrzeuge hängt natürlich vom Käufer und der eingekauften Konfiguration ab. Mein Corsa ist recht rudimentär, hat also keine Klimaanlage, sondern nur elektrische Fensterheber vorn und ein CD-Radiogerät, ABS und Servolenkung. Aus heutiger Sicht selbst im Kleinwagenbereich eigentlich Standard und somit nicht sonderlich hervorhebenswert.
Ich habe in der Zeit meiner Nutzung die Wartungsintervalle ein bisschen überdehnt, aber immer in der (Fach-)Werkstatt ausführen lassen. In meiner bisherigen Nutzungsdauer kam es dabei zu üblichen Verschleißaustauschen an Reifen, nun auch Bremse oder Öl. Große Reparaturen fielen erst zuletzt an. Dazu zählten eine defekte Lichtmaschine und eine elektrische Steuerungseinheit. Details dazu folgen aber im Praxisteil. Ich möchte erwähnen, dass der Diesel nur eine gelbe Plakette erhält. Sofern die Umweltzonen also irgendwann auf grün umschalten, bleibt eine Einfahrt versagt. Eine Umrüstung ist möglich und auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es auch heute einige mit Filter.
Auf Hinweis im Kommentar erwähne ich auch den Wendekreis, der mich in der Praxis noch nie irgendwo störte, aber laut technischem Datenblatt höher als bei manchem Konkurrenten in der Fahrzeugklasse liegt - 10,35 Metern.
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== Zyggie in der Praxis ==
Ja, ich bin ein Kerl und vergebe meinem Auto dennoch einen Namen. Ich schiebe das auf das längere Zusammenleben in einem sonst reinen Frauenhaushalt. Über die Namensgebung hinaus herrschte aber auch sonst nach dem Kauf spontane Freude über meine Entscheidung zu Gunsten des Autos. Die damaligen Kriterien würde ich auch heute noch an einen Kauf anlegen:
* Verbrauch sollte gering sein. Mein Twingo kam mit knapp 5 Litern Super hin. Ein Nachfolger sollte das mindestens auch schaffen
* Haltbarkeitsversprechen.. Auch wenn ich es nicht neuwertig erwerbe, muss ein Händlernetz, Gewähr, Qualitätsanmutung usw. stimmen. Keine Experimente bei einem so wichtigen Nutzgegenstand
* Praxistauglich: Mein Alltag transportiert auch mal größere Lasten in einem Kleinwagen. Ob 3 Freunde oder 5 Kästen Getränke - es muss passen
* Kaufpreis. Alles soll in einem vernünftigen Rahmen ablaufen. Für mich war die Obergrenze damals 8.500 Euro.
Mein Kaufpreis ist auch im Nachhinein ein gutes Schnäppchen gewesen. Ein Autohändler bei Koblenz führte zu der Zeit gleich viele ähnliche Angebote an Corsa C DI unter meinem Schwellwert. Heute würde der neue Corsa in einer Dieselvariante und sogar mehr gelaufenen Kilometern mindestens 2000 Euro mehr kosten.
=== Fahrgefühl ===
Als ich das Auto dort im Empfang nahm und stolz nach Hause fuhr, fielen mir direkt einige Dinge auf. Im Vergleich mit anderen Kleinwagen und dünner Motorisierung zieht der Diesel solide und zuverlässig auch bergauf. Steile Anstiege im Westerwald (A3) waren vorher ein Wettlauf gegen die Schwerkraft mit Anlauf. Oben kam ich manchmal zwischen LKWs nur mit 70 km/h an. Seit dem Corsa C 1.7 DI ist diese Zeit vorbei, wenngleich man in keiner Rennmaschine mit unbändiger Kraft sitzt. Auch wenn andere Schreiber in den Berichten zu Recht erwähnen, dass die Zugkraft weiter nicht übermäßig herrlich ist, sie in jedem Fall praxistauglich!
An Anstiegen merke ich heute beispielsweise kein rapides Bremsen und kann in aller Regel mein Tempo in etwa halten. Mit mehreren Beifahrern oder voll beladen sieht die Sache gleichwohl wieder anders aus. Der Corsa ist definitv kein Gefährt für Raser und eignet sich mehr für gleichmäßige Streckenfahrer. Mein Arbeitsweg besteht aus etwa 40 km - überwiegend Autobahn - je Strecke. Zum Zeitpunkt der Anschaffung kamen wöchentlich noch zirka 200 km zum Studienort hinzu. Das Fahren und Beschleunigen bis 130 km/h ist dabei gut möglich und genügt allen Kleinwagenfahrern absolut. Absteiger werden mit der Motorisierung des 1.7 DI aber hadern und immer über fehlenden Spielraum im Gaspedal meckern.
Die Geräuschkulisse ist ein Argument gegen den Diesel. Er ist und wird gerne laut. Sofern man schnell beschleunigt und auch insgesamt bei Drehzahlen jenseits der 2500 Touren ist er wirklich laut. Ein angenehmes Gespräch bei 120km/h auf der Autobahn ist mit erhobener Stimme, also halb schreiend, möglich. Wirklich ruhig ist der Motor allenfalls über Land bis 80 km/h, eben im niedrigen Drehzahlbereich des dann fünften Gangs.
Das Fahren über lange Strecken habe ich als insgesamt angenehm empfunden. Das Auto läuft gleichförmig und für Abwechslung ist mit der insgesamt guten Klangqualität mit Radio und CD eigentlich gesorgt. Der Tank fasst 44 Liter und ich vebrauche bei reinen Autobahnfahrten und oben genannter Geschwindigkeit zwischen 5 - 5.5 Liter Diesel je 100 Kilometer. Damit komme ich also ordentlich weit und Tankstopps unterbrechen erst alle etwa 800km meinen Fahrtfluss. Erst im Sommer waren wir damit an der Ostsee (aus dem Köln-Bonner Raum) und haben die Fahrt nicht als sonderlich anstrengend empfunden.
Allerdings! Die Sitze sind definitiv kein Highlight. Sie sind besser als im Corsa B. Abert als ich schon zu Beginn meines Besitzes durch Normandie und Bretagne fuhr, oder auch letztes Jahr im Osten Deutschlands teils halbe Tage lang tourte, dankt es der Rücken wenig. Die Polsterung ist wohl eine Spur zu weich. Außerdem schwitzt man gut im Fahrzeuginnern. Vielleicht wegen der flachen Frontscheibe heizt sich der Wagen richtig gut auf und auch mit Autobahn-Fahrtwind kriegt man die Hitze nicht mehr raus. Die Sitze beiten dann ein unerwünschtes Schweißbad. Dringende Empfehlung entgegen meinen damaligen Gedanken daher also: Klimaanlage bedenken!
Hingegen gelten diese Nachteile nicht für Fahrten über kurze Strecken . Sowohl über Land als auch in der Stadt empfinde ich meinen genügsamen Diesel seit jeher als einfach solide Lösung. Durch das Standgas ist es mir nur unter äußerster Gewalt gelungen, den Moto abzuwürgen. Die Gänge liefen und laufen rund, die Schaltung war nur einmal ein Problem. Da funktionierte einfach gar nichts mehr und die Schaltung fühlte sich an wie ausgehebelt. Tatsächlich war die Kupplung bzw. eine Führungsstange hinüber. Ein werksseitig bekanntes Problem meiner Baureihe, das auf Kulanz im Rahmen der Garantie auch im vierten Lebensjahr Zyggies noch für mich kostenlos repariert wurde.
Auf kurzen Strecken fällt der Nachteil des Sitzes nicht ins Gewicht. Hingegen fallen andere Aspekte positiv auf. Denn das Format des Corsas ermöglicht auch in der Stadt noch Lücken zügig zu beparken. Die Servolenkung ist meiner Meinung nach gut. Gerade in geringen Geschwindigkeiten und beim Rangieren war sie eine Wohltat gegenüber Fahrzeugen ohne und auch im Vergleich mit meinem B Vectra mit. Im Vergleich zu neueren Autos mit Servolenkung fällt mir allenfalls die leichte Verzögerung auf.
=== Gebrauchstauglichkeit ===
Das ein wenig sperrig anmutende Wort soll mir nun dazu dienen, meine Eindrücke zu der Ausstattung und Ausprägung des Fahrzeugs abseits des reinen Fortbewegens darzustellen. In Teilen (Sitze) habe ich das schon vorweg genommen. Doch neben den Sitzen gibt es ja noch einige andere Aspekte.
In all den Jahren habe ich das Cockpit: und die Bedienelemente immer als gut empfunden. Sie liegen dort, wo man sie spätestens nach kurzer Eingewöhnung erwartet. Ob das ein elektrischer Fensterheber ist oder der Scheibenwischer für die beheizte Rückscheibe - ich habe mich intuitiv zurecht gefunden und das trotz jahrelanger Fahrt mit einem Renault. Die Knöpfe sind alle nicht mit besonderem Chic gemacht und bieten in schwarzem Plastik schlichte Drehknöpfe oder Tasten. Dafür halten sie aber bis heute und sind weder farblich verblichen, noch locker.
Am Lenkrad habe ich noch die Bedienung für das Radio. Wie insgesamt festzustellen, finden sich auch hier die alltäglich notwendigen Optionen. Lautstärke, Umschalter von Radio auf CD, Wechsel des Titels / Senders. Luxus und übermäßig technische oder digitale Umsetzungen finden sich nicht. Dafür eben die Dinge, die man im Fahralltag oft nutzt und eigentlich benötigt.
Der Tacho ist sehr übersichtlich und glücklicherweise gilt das für den in der Regel genutzten Tempobereich. Sowohl die 30, 50, 70 als auch 100 km/h sind deutlich zu erkennen und nicht, wie ich heute im Leihwagen Qashqai+2 mit Erschrecken feststellen musste, eher klein und an den Rand gedrängt. Was bitte nutzt ein Auto im Alltag und eine Anzeige im Sichtfeld, dass erst Geschwindigkeiten jenseits von 100 km/h in den Mittelpunkt des Blickfeldes legt? Ich empfinde den Corsa an dieser Stelle als ideal übersichtlich. Das gilt auch für die Drehzahl, den Tankfüllstand und die Motortemperatur. Auch die Kontrolleuchten liegen immer gut im Blick und sind sowohl ausreichend deutlich als zuverlässig.
Jede Störung hat sich, wenn auch teils unmittelbar, in der dazugehörigen Leuchte geäußert. Als zuletzt die Lichtmaschine ausfiel, erschien das Batteriezeichen, Öl und Motor haben ebenso auf sich aufmerksam gemacht. In einem Fall hat mich das auch von einer längeren Fahrt abgehalten und bewirkt, dass ich mit vergleichweise geringen Umständen in die Reparatur kam.
Doch bevor es zur Zuverlässigkeit kommt, noch ein paar Worte zum Nutzungsalltag. Ich habe über die Jahre verschiedene Anforderungen an das Auto gestellt. Das reichte von reinem Beförderungsmittel für meine täglichen Strecken bis hin zum kleinen Lastesel, für den ich Zyggie heute und während des letzten Jahrs der Bau- und Sanierungsphase nutze. Festzuhalten ist, dass das Auto überraschend praktisch war.
Beginnend bei der absoluten Tauglichkeit, falls man einmal vier Personen befördern muss. Die übereinstimmende Rückmeldung dazu sagt, dass man überraschend viel Beinfreiheit genießt und gut sitzt. Allein der Ein- und Ausstieg ist bei einem Dreitürer eben nicht wirklich super. Praktisch hingegen die (nicht teilbar) klappbare Rückbank und die zwei Positionen der Rückenlehne.
Bei Urlaubsfahrten hat der Kofferraum für uns immer ausgereicht und auf die Rückbank ist allenfalls ein Ersatzplumeau und Verpflegung für die Fahrt gewandert. Doch auch bei meinen vielseitigen Einkäufen rund um das Haus habe ich nur selten geflucht und mich oft breit grinsend gegen die staunende Schar der vorüber trottenden Passanten vor Baumärkten behaupten können. Es passt eine Menge hinein! Wenn man die Rückbank mit zwei kleinen Handgriffen umgelegt hat. Kopfstützen ab, Beifahrersitz nach vorn und zusätzlich maximal horizontal gestellt, kann man, wie ich ich zuletzt, sogar eine ganze Zimmertür transportiert. Bei geschlossenem Kofferraum!
Die Ladekante ist dabei hier und da einen Ticken zu hoch. Nicht unbedingt beim Einladen von Flexklebersäcken und Rotband, jedoch beim Herausheben selbiger Packungen. Sobald man aber den Kleinwagen nicht als Kleinlaster missbraucht und wieder eine Alltagssituation, wie das Einkaufen als Beispiel und Messlatte anlegt, erübrigt sich dieses Aber. Denn Wasserkästen lassen sich gut wieder herausheben und der abgesenkte Laderaum bietet den Vorteil, dass Einkäufe sonst nicht so viel hin und her rutschen. Auch purzeln sie eienm nicht beim Öffnen der Kofferraumlade entgegen. Das gefällt mir besser im Unterschied als die flachen Laderäume bei moderneren und größeren Fahrzeugen (ich denke da hauptsächlich an den Opel Meriva meiner Mutter).
Insgesamt also ist das Raumangebot meiner Erfahrung nach sehr gut. Mit dem Kofferraum und meinen Lasttransportbeispielen ist es im Großen plakativ. Aber auch im Kleinen finden sich gute Lösungen. Sei es das kleine Fach links neben dem Lenkrad, in das ideal eine Sonnenbrille passt. Oder auch das große, verschlossene Handschuhfach, in das bei mir neben zwei Landkarten und einer Mappe mit allen wichtigen Fahrzeugdokumenten (Wartungsbuch und Bedienanleitung) außerdem noch ein Einmalfotoapparat, Reservebrille im Etui und etwa 15 CDs passen. Ich schaue immer wieder auch auf neuere Autos anderer Marken, bei denen das komplett nicht vorhanden oder mit sehr kleinem Handschuhfach gelöst wurde. Ich wüsste, ganz ehrlich, nicht wohin mit den für mich wichtigen Gegenständen. Offen liegen lassen wollte ich es jedenfalls nicht. Selbstredend finden sich Aschenbecher, Becherständer, 1-Euro-Schlitze und derlei Kleinstlösungen ebenso, wie ein wiederum geräumige Seitentasche in der Tür- und Beifahrertür.
Sicherheit
Ein weiterer Aspekt, den ich hier nicht unerwähnt lassen möchte, ist die Sicherheit . Ich hatte bisher leider mehr als nur einen Unfall, stand laut Gesetzeslage dabei oft auf der Seite des Verursachers, obwohl das menschlich vielleicht anders entschieden würde (gilt das Ausweichen in einer nicht einsehbaren Kurve vor einem auf der Fahrbahn stehenden Menschen, also das Nichtüberfahren einer Person, wirklich als Ursache für eine entstehende Kollision mit dem Gegenverkehr, bei dem nur Blechschaden entsteht?). Das führt bei mir insbesondere dazu, dass ich mir Autos wünsche, die auch in Extremsituationen mir die Möglichkeit des Überleben und möglichst auch Reagieren lassen.
Der Corsa C hat zwar nur ein paar Airbags auf Fahrer- und Beifahrerseite und nicht das Rundumaufplusterpaket, das heute verbaut wird. Dennoch bin ich sehr glücklich, in vielen Situationen, genau dieses Auto mein Eigen nennen zu können. Durch meine vielen Autobahnfahrten kam es schon öfters zum Auffahren auf ein Stauende. Die Bremsung funktioniert gut, sehr gut. Die Lenkung wackelt auch bei Vollbremsung wenig, das ABS greift und hat mich mehr als einmal vor Unheil bewahrt. Zuletzt erst im letzten Monat, als ein nicht beleuchtetes Fahrrad mit schwarz gekleideter Person aus einer Gasse über einen Zebrastreifen schoss. Vollbremsung und leichtes Ausweichen haben einen Unfall letztlich vermieden. Das gleiche Verhalten glückt aber auch bei höheren Geschwindigkeiten gut. Das Auto schwimmt nicht auf und bleibt auch für mich Laien, der nie ein Fahrsicherheitstrainnig absolvieren konnte, beherrschbar.
Ein Randaspekt in diesem Zusammenhang ist die laute, gut vernehmbare Hupe. Dies klingt an dieser Stelle vielleicht ein wenig kurios, doch tatsächlich scheren LKWs nun einmal auf Autobahnen auch dann einmal aus, wenn man im toten Winkel ist. Fährt zeitgleich ein weiteres Fahrzeug neben mir, muss ich entweder abrupt Bremsen oder anders auf mich aufmerksam machen. Der Corsa hat eine auch im Vergleich dafür gut geeignete und in der Praxis meist hilfreiche Akustik. Das war beim Twingo tatsächlich deutlich schlechter.
=== Anfälligkeit / Reparaturen ===
Bei meinen mittlerweile damit persönlich zurück gelegten Kilometern und einem aktuellen Tachostand von etwa 193.000 Kilometern ist im Laufe der Jahre tatsächlich das ein oder andere Teil getauscht worden. Verschleißteile erwähne ich hier nicht gesondert, weil sie einfach nicht zu einer Kritik dienen. Ich habe im Positiven sehr haltbare Bremsen (tausche die nun zum ersten Mal!) und sonst ein sehr, sehr verlässliches Auto gekauft. Wäre dieser Bericht vor einem Jahr erschienen, hätte Zyggie vielleicht sogar fünf Sterne erhalten. Bis dahin hatte ich neben einer ausgetauschten Windschutzscheibe wegen Steinschlags und den alltäglichen Wartungskosten ausschließlich die auf Kulanz beseitigte Sache mit der Kupplung erleben dürfen oder müssen.
Ist er aber nicht und so haben sich nun doch zwei größere Ausfälle zugetragen, die mich doch auch mal Geld gekostet haben und mir zu denken geben, ob Zyggie ewig souverän weiter fährt. Problem 1 trat im letzten Jahr auf, es war später November. Ich fuhr auf der Autobahn, als plötzlich der Motor wiederholt ausging. Abgefahren und dank ADAC dann auch am Morgen noch in der Werkstatt des Vertrauens erfuhr ich recht fix, dass ein elektrisches Steuergerät komplett ausgetauscht werden müsste. Trotz Verzicht auf ein Originalteil kostete das letztlich beinahe 1000 Euro. Im letzten Monat, also etwa ein Jahr später nun der Defekt an der Lichtmaschine, der wiederum zu einem Austausch und neuen Kosten von etwa 500 Euro führten.
Das führt in Summe dazu, dass ich schwerlich die Haltbarkeit des Fahrzeugs über alle Maßen kritiklos positiv bewerte. Mir ist klar, dass alle Bauteile eine Lebensdauer haben und ich mittlerweile eine Grenze hier und da erreiche. Dennoch ist es mir heute in Summe nur 4 Sterne wert, weil für andere Käufer des heute nicht mehr in diesem Modell produzierten Auto Gleiches zutreffen kann und die Kosten bei einer Anschaffung gegebenenfalls berücksichtigt werden müssen.
Grundsätzlich gefällt mir die Haltbarkeit sonst gut. Die Oberflächen, seien es Plastik oder Sitze, halten gut. Trotz meinem Missbrauch des Autos für die Transporte sieht es noch gut in Schuss aus und nach einer Grundreinigung, wirken die Bezüge wie neu. Sichtbare Gebrauchspuren zeigt hingegen der Lack. Wie im ersten Abschnitt bereits kurz erwähnt ist rot eine Problemfarbe, bei Opel besonders. Schon im dritten Jahr begann die Farbe auf dem Dach auszubleichen. Heute ist von rot dort nur noch im entfertnen Sinne als Assoziation zu sprechen. Die Entfärbung ist deutlich und hält deutlich schwächer so langsam auch reihum am Chassis Einzug. Die Qualität des Lacks haut mich nicht um und hat mich (wieder) enttäuscht.
Hingegen wurde auch bei der aktuellen TÜV-Prüfung nicht der Hauch von Rost festgestellt und ohne Beanstandungen bekam das Auto für die nächsten zwei Jahre freie Fahrt. Grund genug für mich Zyggie nicht untreu zu werden und eine Aktualisierung des Berichts in Aussicht zu stellen, falls sich wesentlich Neuigkeiten oder Änderungen der abgegebenen Einschätzung ergeben.
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== Fazit ==
Der Opel Corsa 1.7 DI ist ein absolut preiswertes Auto. Die Unterhaltskosten sind gerade bei Vielfahrern durch den Diesel und sparenden Verbrauch gering. Die Steuer amortisiert sich bei derzeitigem Preisstand an den Tankstellen ab 12.000 Kilometern. Die Verbrauchswerte sind bei mir bei einem Zweidrittelanteil Autobahn bei nur etwa 5 Litern auf 100 Kilometern. In der Steuer kostet er mich wegen des fehlenden Partikelfilters vergleichsweise viel Geld. Die Versicherung und die Typenklasse betreffend gab es bisher keine Ausreißer nach oben oder unten,
Der Anschaffungspreis war und wäre für mich heute gute Investition, weil die Diesel-Corsas im Wert stabil sind. Er schwankt nicht nur sehr wenig. Gerade bei Fahrzeugen mit mehr als 100'000 Kilometern auf dem Tacho macht sich fast gar kein Wertverlust bei Privatverkauf mehr bemerkbar. Nur KFZ-Händler möchten mein Auto wegen fehlender Klimaanlage nicht mehr ankaufen oder setzen den Wert beinahe 1.000 Euro unter den Preisen in mobile.de an.
Ansonsten kann ich nur meine Empfehlung geben: Mein Auto fährt und fährt sehr zuverlässig. Erst seit Kilometer 170.000 im sechsten Lebensjahr finden die ersten größeren Macken an, sodass ich eher zu Fahrzeugen vor dieser Grenze raten würde. Sofern Zyggie nach den letzten Reparaturen wieder genügsam die nächsten 50.000 Kilometer zurücklegt, aktualisiere ich den Bericht diesbezüglich.
Das Fahrzeug ist meinem Eindruck nach sowohl für den Vielfahrer auf der Autobahn als auch die Kleinfamilie geeignet. Er hat sich als Transport- und Stauraumwunder erwiesen, dass vielseitig war und einfach robust und zuverlässig seine Aufgabe verrichtet. Die Motorisierung reicht aus, ist aber eben kein Wunschkonzert und lässt keine Bestleistungen zu. Letztlich ist der Corsa C 1.7 DI ein ideales Arbeitstier, das die rationalen Bedürfnisse befriedigt.
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[Vielen Dank für das aufmerksame Lesen sowie die lieben Kommentare, November 2009] .
Fazit: Das Fahrzeug ist meinem Eindruck nach sowohl für den Vielfahrer als auch die Kleinfamilie geeignet
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