Opel Commodore C
Erinnerungen an den Opel Commodore C - oder die verflossene Liebe zu einem Mauerblümchen - Opel Commodore C Auto

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Produkttyp: Opel Autos

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Erinnerungen an den Opel Commodore C - oder die verflossene Liebe zu einem Mauerblümchen
Opel Commodore C

ranocty

Name des Mitglieds: ranocty

Produkt:

Opel Commodore C

Datum: 04.11.04, geändert am 18.11.04 (2341 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Preis/Leistung, Ausstattung, Raumausnutzung/Innenraum

Nachteile: Opeltypische Macken der70er, Geräuschpegel

Erinnerungen an den Opel Commodore C – oder die verflossene Liebe zu einem Mauerblümchen

Immer seltener werde die Wagen aus den ausgehenden Siebzigern. Der Rost, die Zeit, und auch diverse Fahrer in "dritter" oder auch "achter" Hand, haben den Limousinen und Kombis aus Opels ehemaliger gehobener Mittelklasse den Garaus gemacht.

Ursprünglich wieder wie seine Vorgänger als Über-Rekord geplant, hatte der „C“ im Gegensatz zu den vorherigen Modellen schlechte Karten – Der zweieinhalb Liter Große Sechszylinder war als Vergasermotor mit 115 PS eigentlich etwas zu schwach, um sich vom guten zweiliter Rekord mit 110PS abzusetzen. Auch die Adaption der Senatorfront konnte doch niemanden wirklich überzeugen. Die Baureihe wurde dann nach gerade mal Vier Jahren im Jahr 1982 eingestellt. Ein wenig besser kam der Kombi weg, den es mit 130 – Einspritz – PS gab.
Lediglich eine kleine Zahl von Limousinen wurde mit dem Einspritzaggregat ausgestattet – und die, die in den Genuss einer solchen 2,5 E Limousine gekommen sind, wissen, das dieses Fahrzeug die eindeutig bessere Wahl gewesen wäre.

So weit zur Geschichte – meine eigenen ersten Erfahrungen hatte ich schon als Teenager im Auto meiner Eltern, das ich später selbst übernahm und dann noch selber fahren durfte. Ein 1981er 2,5 E mit besagten 130 PS – Höchstgeschwindigkeit WA 190km/h, Gewicht ca. 1150kg, Länge etwa 4,70m. Weinrot mit einer Sandfarbenen Innenaustattung.
Alles in Allem eine für heutige Verhältnisse leichte Limousine mit einer 80er Jahre Knister-Hartplastik-Welt im Innenraum und einer 70er Jahre Chromstangen-Aussenhaut.

Die Zeitreise beginnt mit den Fahrwerten – so unscheinbar wie ein Rekord, begeistert der 6-Zylinder Commodore C 2,5E mit guten Fahrleistungen – Beschleunigung etwa 10 Sekunden auf hundert (nur einmal Schalten mit dem 4 Gang Getriebe) und einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 200, dabei ein Verbrauch, der mit 11-12 Litern moderat ausfällt. Im Innenraum auch viel Plüsch und viel Platz – Die Sitze boten in Ihrer Zeit ausreichend Seitenhalt, verdienen heute aber eher die Angabe „Edelcoutch“. Das Fahrwerk erreicht trotz hinterer Starrachse hohe Kurvengeschwindigkeiten und übersteuert im Grenzbereich für den geübten gut kontrollierbar (der Manta lässt grüßen) – bei hohen Autobahngeschwindigkeiten sollte man sich vor Wellen in der Fahrbahn in Acht nehmen, auch der Geradeauslauf ließ mit zunehmenden Alter des Fahrzeuges zu wünschen übrig.

Im Gegensatz zu dem 2,5E, der auch dem sportlich ambitionierten Fahrer entgegenkam, war unser Zweiter, ein 2,5S mit 115 PS, Overdrive-Getriebe, ein ziemlich müder Geselle. Nur unwillig kam der Motor auf Touren, die Höchstgeschwindigkeit von 180km/h ließ sich mit Anlauf erreichen. Das Overdrive Getriebe – eigentlich eine Spritsparlösung, vergleichbar mit einem 5ten Gang senkte zwar die Drehzahl, aber nicht den Verbrauch – 13 bis 14 Liter flossen durch den Vergaser, wenn’s mal schnell gehen sollte auch mal 16 Liter.
Eine Automatik hätte den beiden Fahrzeugen gut zu Gesicht gestanden. Ziemlich kurios war auch die Farbwahl des Erstbesitzers: Schwarz metallic außen und rotes Plüsch im Innenraum... Dafür Komplettausstattung mit EFH, Klima, Stereoanlage – Herz, was willst Du mehr...? Den 2,5E Motor...!

Zu den großen Vorteilen der Baureihe gehörte der geräumige Innenraum, ein narrensicheres Fahrwerk, und die Zuverlässigkeit. Abgesehen von gelegentlichem Ausfall der Wasserpumpe und einem Mangel der hinteren Bremszylinder (Trommelbremsen hinten), sind lediglich ein defekter Kühler und ausgeschlagene Querlenker zu verzeichnen gewesen. (2,5 E gekauft mit ca. 90tsd km – gefahren bis 237tsd km). Ein Mangel bei diesen älteren Opel ist die schwächelnde Heizung, die selbst bei einem Austausch des Heizungswärmetauschers nur einen Winter lang wirklich funktionierte (wahrscheinlich zu viel Schwebeteile im Kühlkreislauf, die den Heizungskühler zusetzten).

Die Nachteile liegen auf der Hand: Heizung schwach bei älteren Fahrzeugen, und vor allen Dingen der Rost, der unaufhaltsam die Karosserien befiel. Wobei: Beide Fahrzeuge taten etwa 12-14 Jahre Ihren Dienst und wurden nicht durch den TüV von uns getrennt, sondern durch Defekte, die nach etwa 240tsd km dazu führten, daß eine Reparatur sich finanziell nicht mehr lohnte. Der Rost befiel mit Vorliebe die Türen, Kotflügel, Radläufe und vordere Federbeinaufhängung und durfte dort mit Flex, Schweißgerät, Plaste und ein wenig Liebe und Schweiß wieder entfernt werden.
Das Geräuschniveau im Innenraum kommt, dank aufdringlichem Motor und bei höherer Geschwindigkeit lauten Windgeräuschen, nicht an vergleichbare Benz oder BMW heran, aber diese bringen ja auch bekanntlich etwas mehr Gewicht mit auf die Waage, was sich dann auch in den Fahrwerten niederschlägt.

Wohl dem, der heute noch ein solches Exemplar in gutem Zustand erstehen kann – auch diese Commodore haben das Zeug zum Klassiker – und eigentlich zum Alltags-Klassiker: Mit ausreichenden Fahrleistungen, einem Cruisingverdächtigen Motor, den anschmiegsamen Softstitzen und Platz für bequemes Reisen.
Gedankenlos hat man Sie seinerzeit den Verwertern überlassen und wird in einigen Jahren genauso trauern, wie um viele andere Autos früherer Zeiten, die seinerzeit niemand mehr beachtete, und zu denen man heute hört: Du, schau mal, ....... , weißt Du noch...

Technische Daten (soweit ich weiß):
4-Türer Limousine, Stufenheck
2461 ccm, 6 Zylinder Reihenmotor, 2 Ventile pro Zylinder, obenliegende Nockenwelle, Kipphebel, Vergaser (2,5S) oder Bosch Einspritzanlage (Jet-tronik im 2,5E)
Einzelradaufhängung vorn, hinten Starrachse an Längslenkern mit Stabi, Heckantrieb
115 PS (S) bzw. 130 PS (E)
180 km/h bzw. 190 km/h
0-100 ca. 13 bzw. 10 Sekunden
Länge 4,70m, Gewicht ca. 1,2 to, Kofferraum 460 Liter, 4Türige Limousine
Wahlweise 4-Gang Schaltgetriebe, Overdrive (4-Gang mit zus. Elektromechanisch zugeschaltetem Zwischengetriebe) oder 3-Gang Automatik

Andere Ausführungen: 2-Türer Limousine und 5-Türer Kombi (Voyage)

Für den Interessierten sei gesagt, daß Ersatzteile von der technischen Seite, dank Großserientechnik, auch heute kein großes Problem darstellen sollten, sonstige Bauteile sind, wie bei vielen alten Opel, schwer zu bekommen - vor allen Dingen bei den 2,5E Limousinen muss man ein wenig Improvisieren - aufgrund der geringen Stückzahl waren Sie in den Ersatzteillisten von Opel (wir fuhren den 2,5E von 1987 bis 1995) gar nicht oder nur bedingt zu finden. Man griff damals zu vergleichbaren Teilen von 2,5S-Limousinen und den 2,5E Kombis.

Fazit: