Opel Astra F
Den hab´ ich in grün und silbergrau - Opel Astra F Auto

Produkttyp: Opel Autos

Neuester Testbericht: ... eben nur die ganz normale, schlichte Ausstattung aus schwarzem Plastik. _DER ROST_ Es heißt ja immer, es sei eine weit verbreitet... mehr

Den hab´ ich in grün und silbergrau
Opel Astra F

jinmil2006

Name des Mitglieds: jinmil2006

Produkt:

Opel Astra F

Datum: 05.06.11, geändert am 05.06.11 (240 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: hält was aus, hat einen geräumigen Kofferraum und ist günstig in Verbrauch, Versicherung und Steuer

Nachteile: es gibt Schönere und Schnellere

"Den hab´ ich in grün und silbergrau!" - ein Satz, den man(n) von Frauen eher erwartet, wenn es um den neusten Pulli der H&M-Kollektion geht. Ich allerdings spreche hierbei vom Opel Astra F - leider entspricht der Satz so inzwischen nicht mehr ganz der Wahrheit, da der Silbergraue erst neulich einem Kombi weichen musste. Seit 3 Jahren bin ich nun überzeugte und begeisterte Astra-Fahrerin, was nicht wirklich jeder nachvollziehen kann - blöde Witze sind da nicht selten. Deshalb will ich heute die Gelegenheit ergreifen und über meine Astra-Leidenschaft aufklären...




=== TECHNISCHE DATEN===

- Opel Astra F-CC, 1,6l
- 1598 ccm Hubraum
- Baujahr 1994
- 52kw / 75 PS
- 990 kg Leergewicht
- Höchstgeschwindigkeit: 170km/h
- schadstoffarm D3
- Schiebedach und Zentralverriegelung




=== MEINE ERFAHRUNGEN IM TÄGLICHEN BELASTUNGSTEST ===

Beide Astras hatten knapp 100.000 km auf der Uhr, als sie in unseren Besitz übergingen...

_DER SILBERGRAUE_
Zuerst habe ich den silbergrauen Astra gekauft. Ein Kollege wollte ihn damals verkaufen - nachdem er ihn erst nicht losgeworden war, hat er sehr gut mit sich verhandeln lassen. Für 750 Euro habe ich ihn dann einfach kaufen müssen, da ich wusste, dass er gut gewartet und gepflegt worden war. Nach einem halben Jahr habe dann noch circa 200 Euro für kleine Reparaturen wie Auspuffgummi, Hupe und Handbremse investiert und bin somit ohne Mängel durch die TÜV-Untersuchung gekommen. In den 3 Jahren, in denen ich das Auto besessen habe, bin ich damit knapp 40.000 km gefahren. Auf dieser ganzen Strecke, hatte ich nur eine einzige Panne, und zwar ist mir beim Schalten in den 5. Gang das Kupplungsseil gerissen. Im ersten Moment war es ein heftiger Schock - man muss sich ja vorstellen, dass es einfach einen Schlag tut und das Kupplungspedal nicht mehr funktioniert. Bei 100km/h verursacht so ein fehlendes Pedal schon ein etwas mulmiges Gefühl - aber glücklicherweise habe ich das Auto auf einem Feldweg ohne weiteren Schaden zum Stehen gebracht. Das Kupplungsseil hat dann um die 50 Euro gekostet und war in 10 Minuten eingebaut. Das war aber auch die einzige Panne, bei der das Auto abgeschleppt werden musste. Einmal ist mir dann noch die Wasserpumpe kaputt gegangen. Als ich morgens auf dem Weg zur Arbeit gemerkt habe, dass die Heizung nicht mehr geht, hatte ich schon böse Vorahnungen. Auf dem Heimweg ist dann die Motortemperatur hochgegangen - ich musste zwischendurch sogar zum Abkühlen anhalten. Beim Wechsel der Wasserpumpe musste dann der Zahnriehmen gleich mitgewechselt werden - zusammen hat das gut 100 Euro gekostet. Eine Zeit lang hatte ich außerdem Ärger mit dem Auspuff - ständig ist der Endtopf einen Stock tiefer gerutscht und hat dann während der Fahrt geklappert. Wir haben dann dreimal den Auspuffgummi für je 7,50 Euro erneuern lassen. Als auch der dritte Gummi nicht gehalten hat, haben wir den Endtopf einfach mit Draht befestigt. Danach hat der Auspuff keinen Ärger mehr gemacht. Aber das war es dann aber auch schon an Reparaturen. Gut, die Heckklappe hätte man auch noch reparieren können - da war ich beim Ausparken einer Stange auf den Leim gegangen. Aber die Delle habe ich dann noch tapfer durch die Gegend gefahren, bis der TÜV abgelaufen ist. In der Werkstatt kam dann der legendäre Spruch: "In der heutigen Zeit gibt es Autos, die tankt man voll und verdoppelt dadurch ihren Wert!" Daraufhin habe ich dann das Auto vor nicht einmal einem Monat mit Delle, dafür ohne TÜV und übrigens NICHT vollgetankt verkauft - für immerhin noch 200 Euro;). Somit kann man sagen, dass ich unter dem Strich für nicht einmal 1000 Euro (inklusive Reparaturen) 3 Jahre lang ein super zuverlässiges Auto hatte. Sogar als ich letzten Winter einmal morgens vors Haus kam und mein Auto suchte, weil es eingeschneit war, hat es mich nicht im Stich gelassen. Nach dem Freischaufeln ist es nach insgesamt 5 Tagen Standzeit beim allerersten Zünden angesprungen. Was will man von einem knapp 20 Jahre alten Auto mehr erwarten?

_WAS ICH VOM SILBERGRAUEN ASTRA ALLES GELERNT HABE_
"Learning by doing" kann ja ein ganz guter Ansatz sein - aber muss man wirklich jede Erfahrung selbst machen? Naja, jedenfalls beruhen folgende Grundsätze auf realen Gegebenheiten und ganz eigenen Erfahrungen:
1. Regelmäßige Ölwechsel sind dringend notwendig!!! Woran erkennt man, dass ein Ölwechsel überfällig war? Der Kfz-Mechaniker hebt das Öl als "Mahnmal" auf und zeigt es einem in der Werkstatt, wenn man den Wagen holt.
2. Man sollte nie unter Bäumen mit reifen Äpfeln parken - eine Delle in der Motorhaube erinnerte mich jeden Morgen an diesen Grundsatz.
3. Draht hält besser als Auspuffgummis und ein Auspuff sollte immer da sitzen, wo er hingehört.
4. Stangen sind nicht immer da, wo sie zu sein scheinen.
5. Handbremsen können festfrieren und mit festgefrorenen Handbremsen fährt es sich schlecht.
Fazit: Ich werde die Grundsätze beim grünen Astra brav befolgen ;)

_DER GRÜNE_
Den grünen Astra haben wir uns vor knapp 2 Jahren als Zweitwagen zugelegt. Eigentlich hatten wir damals gar nicht vor, ein Auto zu kaufen. Neben dem silbernen Astra hatten wir damals auch noch einen Kadett. Doch dann entdeckten wir zufällig ein absolutes Schnäppchen: für 1000 Euro haben wir den Astra aus 1. Hand gekauft - top gepflegt und gerade erst durch den TÜV gekommen. Da wir mit dem silbergrauen Astra immer sehr zufrieden waren, haben wir bei diesem Angebot natürlich sofort zugeschlagen. Den grünen Astra haben wir inzwischen auch schon gut 30.000 Kilometer über die Straße gejagt und über ihn kann ich bei weitem nicht so viel erzählen, denn bisher haben wir exakt 15 Euro an Reparaturkosten aufbringen müssen, als er mal neue Zündkerzen brauchte. Ansonsten ist er bisher ohne Murren und Knurren gelaufen und hat jeden Morgen auf ein Neues seinen Dienst getan! Außerdem ist er noch nahezu rostfrei und kommt auch diesen Herbst sicherlich wieder durch den TÜV. Höchstwahrscheinlich sind diesmal zwar die Bremsen fällig, aber ab und an muss an einem Auto eben auch mal etwas erneuert werden. So ist das eben...

_DIE UNTERHALTUNGSKOSTEN_
Die Unterhaltungskosten sind beim Astra meiner Meinung nach vergleichsweise gut. Beide Astras waren schon schadstoffarm und haben jeweils 108 Euro Steuern im Jahr gekostet, was meiner Meinung nach recht günstig ist. Die Versicherungskosten betragen bei uns gut 200 Euro im Jahr, bisher unser günstigstes Auto. Der Benzinverbrauch ist meiner Meinung nach unschlagbar. Auf der Autobahn kann man ihn bei 120km/h mit 5 Litern Verbrauch je 100 Kilometer fahren, was bei uns zugegebenermaßen eher selten vorgekommen ist. ;) Auf der Landstraße braucht er je nach Fahrstil zwischen 6 und 6,5 Litern auf 100 Kilometern. Seit mehreren Wochen sind beide Astras ohne Probleme mit E10 gelaufen. Auffällig sind die Unterschiede im Ölverbrauch. Der silbergraue Astra war mit Öl sehr sparsam - da mussten wir echt nur sehr selten Öl nachkippen. Verglichen damit ist der Grüne ein echter Ölschlucker. Bei fast nahezu jedem Tanken kann der grüne Astra Öl gebrauchen - ich fahr schon routinemäßig einen Ölkanister mit mir herum. Gründe haben wir dafür bisher keine finden können. Zuerst hatte ich Angst, es würde bald eine Reparatur anstehen, aber mit diesem Ölverbrauch läuft er nun wie gesagt schon 30.000 Kilometer ohne Probleme und in der Werkstatt konnte auch keine Ursache gefunden werden.

_DAS FAHRGEFÜHL_
Der Astra ist schön übersichtlich und lässt sich problemlos in jede Parklücke lenken. Durch die Servolenkung geht das Lenken sehr leicht und ohne größeren Kraftaufwand. Verglichen mit dem Kombi ist er natürlich auch um einiges wendiger, wodurch das Einparken viel bequemer und gemütlicher geht als beim Kombi.
Die 75 PS sind nicht gerade das High End - trotzdem lässt sich der Astra im Stadtverkehr recht flott bewegen. Im 2. und 3. Gang hat er noch richtig Kraft, ab dem 4. lässt sie dann langsam nach. Wenn man auf der Landstraße mal schnell überholen will, muss man meist schon in den 3. Gang zurückschalten, was ich recht nervig finde. So manches Mal wünsche ich mir doch noch ein paar PS mehr - aber in der Regel reicht mir das Auto für den Arbeitsweg vollkommen aus.

_ALLTAGSTAUGLICHKEIT_
Ich bin beide Astras meist alleine gefahren und für meine Bedürfnisse haben sie vollkommen ausgereicht. Aber auch zu viert lässt es sich noch recht bequem im Astra sitzen, ab der 5. Person wird es auf der Rücksitzbank dann schon etwas eng. Leider merkt man, wenn der Astra vollbesetzt ist, schon so allmählich, dass sich das Auto nicht mehr ganz so schnell beschleunigen lässt.
In Relation zur Gesamtgröße des Autos besitzt der Astra sehr viel Stauraum. In Handschuhfach, Mittelkonsole und Türverkleidungen findet man genug Stauraum und Ablageflächen, um alle im Auto benötigten Gegenstände gut verstauen zu können. Außerdem hat der Astra durch die Heckklappe einen recht großen Kofferraum, in dem man das alltägliche Gepäck bestens unterbekommt. Auch beim Einkaufen reicht der Platz vollkommen aus. Etwas schade ist nur die erhöhte Ladekante, die das Einladen oft etwas mühsam macht - vor allem, wenn man eben schwerere Dinge wie zum Beispiel Getränkekisten über die Kante heben muss. Mit ein paar Handgriffen lassen sich außerdem die Sitze der Rückbank umklappen, so dass man den Kofferraum sozusagen noch um den Raum der Rücksitzbank erweitern kann. Dadurch entsteht eine relativ große Ladefläche, wodurch meiner Meinung nach recht viel transportiert werden kann. Wir haben erst neulich ein Bücherregal damit gefahren und beim letzten Umzug sogar unser ganzes Bettgestell, also zerlegt und ohne Matratze - aber immerhin;)

_DIE AUSSTATTUNG_
Im silbergrauen Astra waren die Polster und Türverkleidungen in schlichtem Anthrazit gehalten, was noch recht unauffällig wirkte. Im grünen Astra haben die schwarzen Polster leider so kleine bunte Musterungen, die mir überhaupt nicht gefallen. Aber man kann eben nicht alles haben.
Beide Astras haben bzw. hatten keine Klimaanlage, was im Sommer auch echt nervig ist. Glücklicherweise hatten zumindest beide ein Schiebedach. Zentralverriegelung und Servolenkung waren in beiden Astras vorhanden und funktionierten auch ohne Probleme.
Etwas gewöhnungsbedürftig war es anfangs, dass der grüne Astra keinen Drehzahlmesser hat. Obwohl ich ihn eigentlich nicht unbedingt brauche, fehlt er mir doch irgendwie. Dafür hat der grüne Astra schon einen Airbag, was der silbergraue noch nicht hatte. Ansonsten haben bzw. hatten beide Astras keine weiteren Extras, eben nur die ganz normale, schlichte Ausstattung aus schwarzem Plastik.

_DER ROST_
Es heißt ja immer, es sei eine weit verbreitete Krankheit, dass bei Opel die Radläufe recht schnell wegrosten. Wir hatten bei beiden Astras bisher keine Probleme mit Rost. Klar, die Delle, die der Silbergraue an der Heckklappe hatte, hat mit der Zeit zu rosten begonnen. Und am Tankdeckel des grünen Astras findet man auch kleine Rostspuren, wenn man genau hinschaut. Aber ansonsten kann ich mich über Rost nicht beschweren - tragende, TÜV-relevante Teile sind bisher glücklicherweise nicht betroffen. Allerdings muss man hierbei bedenken, dass wir beide Astras in sehr gepflegten Zuständen gekauft haben. Ich habe mir auf der Suche nach einem neuen Auto auch schon genügend Astras angeschaut, die wirklich schon halb weggerostet waren.




=== MEIN FAZIT ===

Beide Astras haben wir günstig gekauft und ohne großartige Reparaturen viele tausend Kilometer gefahren. Die wenigen Reparaturen, die anfielen, ließen sich recht schnell und günstig ausführen. Die Unterhaltungskosten für Steuern, Versicherung und Benzin halten sich in Grenzen und machen den Astra dadurch zu einem günstigen Zweitwagen. Natürlich wünscht sich manch einer mehr PS oder eine komfortablere Ausstattung mit Klimaanlage etc., dafür muss man dann aber eben auch mehr Geld auf den Tisch legen. Mir persönlich ist es das nicht wert.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Astra stimmt meiner Meinung nach und deswegen erhält er von mir auch die vollen 5 Sterne *****

Fazit: Sehr empfehlenswert

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: