
Produkttyp: Opel Autos
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Dach auf, Herz auf, ab die Post
Opel Astra (F) 1.8 16V Cabrio

Name des Mitglieds: dream-catcher
Produkt:
Opel Astra (F) 1.8 16V Cabrio
Datum: 02.07.02, geändert am 02.07.02 (2357 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Vollausstattung, preiswerte Möglichkeit offen zu fahren
Nachteile: Verwindungssteifigkeit
Was kann schöner sein, als bei schweißtreibenden Temperaturen im Sommer, die Freiheit zu genießen und das Stoffdach einfach über sich verschwinden zu lassen? Ich hatte ein knappes dreiviertel Jahr lang die Gelegenheit, den Orkan im Innenraum des Opel Astra 1.8 16V Cabriolet „Bertone Edition“ wüten zu lassen, wenn ich es wollte.
Ein paar Daten
Wie schon gesagt, Cabriofahren ist schon ein besonderer Spaß. Und mit dem Astra Cabriolet habe ich den auch ganz ordentlich gehabt. Im sogenannten Sondermodell „Bertone Edition“ konnte ich mich auch rundherum wohlfühlen. Die Ausstattung war komplett mit:
-Volllederausstattung
-elektrischem Verdeck
-elektrischen Fensterhebern rundum
-elektrisch einstellbar- und beheizbare Außenspiegel
-Radio-Casetten-Gerät „CAR 400“
-Leichtmetallfelgen
-Alarmanlage (ein wenig zickig)
-Zentralverriegelung
-Airbags, ABS, Servolenkung, selbstverständlich und das Beste
-Sitzheizung der Vordersitze (im Winter offen fahren ist schon geil :-))
Übrigens wurde das Cabriolet bei Bertone in Italien gebaut (genau wie das aktuelle), daher der Name des Sondermodells. Außerdem weißt das „b“ auf den Türen auf den Fahrzeugbauer Bertone hin.
Positiv ist mir aufgefallen, dass der Kofferraum für ein Cabriolet trotz einschränkender Wanne, in der das Verdeck Platz findet, ausreichend geräumig ist, bei rund 4,20 Metern Außenlänge (die Basis bildet hier die Stufenheckvariante des Astra).
Mit seinem 115 PS-Motor ist das Opel Cabriolet recht ordentlich motorisiert, um auch mit vier Personen nicht am Berg zu „verrecken“.
Da ich ein verbrauchsorientierter Fahrer bin (gesteh ich mir jetzt einfach mal zu), war es für mich auch keine Schwierigkeit den Wagen mit weniger als acht Liter je 100 Kilometer zu bewegen, ausgenommen Stop-and-go auf der Autobahn natürlich.
Durch das fehlende Stahldach ist es
natürlich mit der Verwindungssteifigkeit der Karosse nicht so gut bestellt, wie bei einem geschlossenem Fahrzeug, da die tragende Dachkonstruktion ja fehlt. Dafür ist unter anderem der Windschutzscheibenrahmen stärker ausgelegt (würde aber leider bei einem Überschlag trotzdem wegknicken).
Da andere Teile der Karosserie verstärkt sind gegenüber den bedachten Varianten, sind sie in der Regel auch schwerer als diese.
Das fehlende Dach macht sich so in Knarrgeräuschen der Karosserie bei Kurvenfahrt und Fahrbahnunebenheiten bemerkbar.
Meine Erfahrungen mit dem Fahrzeug
Ich hatte ja wie gesagt genug Zeit, mich mit dem Opel Astra Cabriolet anzufreunden, was ich auch geschafft habe. Es hat mir immer viel Spaß gemacht dieses Auto zu bewegen, ganz besonders in geöffnetem Zustand.
Wenn die Temperaturen es erlaubten bin ich immer offen gefahren. Dem Windschott sei Dank. Dieses hinter den Vordersitzen aufgestellt und alle vier Scheiben geschlossen, war die Fahrt ohne Dach auch bei höheren Geschwindigkeiten durchaus ohne einen neuen Termin beim Friseur möglich. Freilich relativiert sich das alles bei 180 km/h. Aber das ist in einem Cabrio wirklich nicht angebracht, egal in welchem. Das Windschott machte den Astra allerdings zum Zweisitzer, da es sich im 90 Grad Winkel hinter den Vordersitzen und über den Rücksitzen ausbreitete. Im Vier-Mann-Betrieb verschwand es dann einfach im Kofferraum.
Aber, wehe, man fährt offen ohne aufgestelltes Windschott. Dann nützte auch das Schließen aller vier Fenster nichts mehr und der Wind verwirbelte direkt hinter der Windschutzscheibe im Innenraum und der Geräuschpegel war gigantisch. In jedem Fall musste man bei starkem Sonnenschein mit einem Sonnebrand rechnen, da durch den Fahrtwind das Temperaturempfinden ein bisschen an der Nase herum geführt wurde. Aber dafür ist Cabriofahren immer etwas um zu sehn und vor allem um gesehen zu werden
:-). Ein ganz besonderer Spaß war es, im Winter das Verdeck zu ö
ffnen, das Windschott aufzustellen, die Scheiben hochzufahren, die Sitzheizung einzuschalten und den Innenraum mit warmer Luft durchströmen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit ist mir mal was ganz verrücktes passiert:
Zwei Kumpels und ich waren einmal unterwegs zum Eislaufen. Nachdem wir unser sportliches Verlangen auf dem Eis ausgelebt hatten und wieder im Cabrio saßen kam mir spontan die Idee, trotz leichten Schneefalls eine Fahrt unter freiem Himmel anzutreten. Gesagt, getan. Bei eingeschalteter Sitzhaltung war es vorn auch sehr angenehm. Auf das Windschott mussten wir in diesem Fall verzichten, wir waren ja zu dritt und leider konnte unser dritter Mann, in diesem Fall eine Frau auch nicht auf einen beheizten Hintern zurückgreifen. Auf der Fahrt war uns dann noch nach einer leckeren Tasse Kaffee, so dass wir beschlossen am nächsten Gasthaus eine Rast einzulegen. Auf dem Parkplatz angekommen wollte ich natürlich das Verdeck wieder schließen. Versicherungsschutz besteht zwar auch wenn das Fahrzeug abgeschlossen, mit den Scheiben oben, offen dasteht, aber es schneite ja immer noch. Also machte ich mich daran, das Verdeck zu schließen und betätigte den Schalter. Zu meinem Entsetzen blieb das Geräusch der Dachautomatik aus. Nun probierte ich jedes mir in den Sinn kommende Szenario aus. Ich schloss die Scheiben, ich öffnete sie, ich legte einen Gang ein, ich wechselte in den Leerlauf, ich startete den Motor und ich stellte ihn ab. Aber dieses „Scheiß“-Verdeck wollte einfach nicht zugehen. Ich war schon drauf und dran, das Dach manuell zu schließen und las mir dazu die Instruktionen im Bordbuch durch. Bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel. HANDBREMSE ANZIEHEN!!! So geschehen schloss sich das Verdeck dann auch. Mein Problem war, dass ich normalerweise beim Verlassen des Fahrzeuges den ersten Gang eingelegt lasse und NICHT die Handbremse anziehe (im Winter auf jeden Fall besser). Doch vor der Fahrt mit dem offenen Fahrzeug hatte ich mein Auto an e
iner leicht abschüssigen Stelle geparkt und nur zur Sicherheit die Handbremse angezogen. War schon ein tolles Erlebnis, im Auto langsam aber sicher einzuschneien.
Fazit
Das Opel Astra Cabriolet, das 2000 durch die aktuelle Version auf Basis des Astra G, abgelöst wurde hat mir immer viel Spaß und während dieser Zeit auch keine Probleme gemacht. Abgesehen von der Alarmanlage, die nach ihren eigenen Regeln lebte und bei der Vorführung vor Publikum schwieg wie ein Grab.
Wer sich also ein gebrauchtes Cabriolet zulegen möchte und wem der Prestigewert des Fahrzeuges nicht an vorderster Stelle steht, der sollte doch wenigstens mal eine Probefahrt mit dem Astra gemacht. Hinterher kann man ja immer noch nein sagen.
Mit der Nase im Wind war es also eine schöne Zeit.
Diesen Bericht von mir könnt ihr auch bei ciao nachlesen.
Fazit:

