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Produkttyp: Mitsubishi Autos
Neuester Testbericht: ... meistern lassen. Einzige Einschränkung ist das Fahren von sportlichen Kurven. Das Auto neigt dazu, in schnell gefahrenen Kurven über di... mehr
Tolles Allround-Fahrzeug
Mitsubishi Pajero 3.2 Di-D

Name des Mitglieds: dieselwiesel
Produkt:
Mitsubishi Pajero 3.2 Di-D
Datum: 23.06.06
Bewertung:
Vorteile: Zuverlässigkeit, Kraft, subjektives Sicherheitsgefühl, hohe Sitzposition
Nachteile: etwas lauter Motor
Seit 4 Wochen fahre ich einen Pajero 3,2 DID EZ 9/2000 als 5-Türer mit Schaltgetriebe. Inzwischen bin ich 4.000 km damit gefahren und möchte meine Erfahrungen gerne teilen. Bei meiner Kaufentscheidung haben die positiven Erfahrungen hier im Forum eine Rolle gespielt.
Das Auto ist zunächst für jemanden, der bisher nur Pkw hatte, sehr groß und behäbig. Der Eindruck verändert sich, sobald man die ersten Kilometer gefahren ist. Denn das Handling ist in Alltagssituationen pkw-ähnlich. Nur der große Dieselmotor vermittelt ständig ein deutliches LKW-Gefühl. Er hört sich sehr „dieselig“ an, ist nicht sehr spritzig, aber äußerst durchzugsstark. Was Lautstärke angeht, sollte man keine allzu hohen Anforderungen im Vergleich zu PKW-Fahrgeräuschen stellen. Es ist ein echter Geländewagen, der aus dieser Eigenschaft kein Geheimnis macht.
Außenansicht: Wuchtiges Erscheinungsbild durch die Fahrzeugabmessungen und die mächtigen, ausgestellten Radhäuser. Das Auto ist nicht zu übersehen. Mit der Höhe von 1,85 m sind Parkhäuser und Tiefgaragen in der Regel aber kein Problem.
Innen: Komfortable Ausstattung mit sehr bequemen Sitzen und vielen Ablagen. Funktionale Instrumentierung ohne elektronische Spielereien. Die weißen Zeiger der Instrumente dürften weniger spiegeln, weil Lichtreflexe aus dieser Richtung bei mir zunächst immer als Störungssignal aufgefasst werden, was sich dann nicht bestätigt. Die zweite Sitzreihe lässt sich mit zwei Handgriffen zusammenlegen und nach Vorne klappen, wodurch dann ein großer Laderaum entsteht. Der geringen Laderaumlänge von ca. 160 cm steht eine gigantische Höhe von 110 cm gegenüber. Die beim 5-Türer vorhandene 3. Sitzreihe taugt nur für Kinder, weil die Höhe der Sitzfläche über dem Boden und die Kniefreiheit für Erwachsene unzumutbar sind. Ich habe sie direkt ausgebaut, weil die dadurch entstehende freie Mulde unter dem Ladeboden sehr praktisch für Bordwerkzeug, Karten usw. ist. Das dicke Leder-Holzlenkrad liegt gut in der Hand, und alle Bedienelemente sind am richtigen Platz. Ich habe mich gleich zu Hause gefühlt.
Fahren: Den LKW-Motor habe ich schon erwähnt. Zusammen mit dem gut abgestuften Getriebe bildet er eine kraftvolle Antriebseinheit, mit der sich alle Fahrsituationen super meistern lassen. Einzige Einschränkung ist das Fahren von sportlichen Kurven. Das Auto neigt dazu, in schnell gefahrenen Kurven über die Vorderräder weg zu schieben. Sobald das Verteilergetriebe von Hinterradantrieb auf Allradantrieb umgestellt ist, bessert sich das. Aber sportliche Fahrer könnten langfristig mit dem Fahrverhalten unzufrieden sein. Den Betrieb mit eingeschalteten Sperren und Untersetzung habe ich noch nicht ausprobieren können. Die Getriebeabstufung stellt einen guten Kompromiss zwischen Straßentauglichkeit und Geländegängigkeit dar. Die Gänge 1 und 2 sind sehr kurz übersetzt, womit man ohne großen Kupplungsverschleiß anfahren und sich langsam bewegen kann. Im Stau ist ein Auskuppeln oft nicht nötig, weil man langsam weiter kriechen kann bis der Vordermann wieder anfährt. Der Abstand zwischen dem 2. und dem 3. Gang ist so groß, dass beim schnellen Beschleunigen der 2. Gang bis ca. 3.000 UPM ausgedreht werden muss, um im 3. Gang bei ca. 2.000 UPM gleich wieder vollen Schub zu haben. Ist etwas gewöhnungsbedürftig. Beim Bergabfahren stellt sich aber schnell heraus, wie genial das konstruiert ist. Bei den üblichen Gefällstrecken von 8 – 10 % braucht man im 3. Gang nicht zu bremsen, um die Geschwindigkeit zu halten bzw. leicht zu verringern. Durch geschickten Einsatz der Motorbremswirkung ist eine Schonung der kräftig zupackenden Bremsen möglich.
Handling: Die Übersicht ist gewöhnungsbedürftig. Nach Vorne wegen der stark abfallenden Motorhaube kein Anhaltspunkt, wo das Auto anfängt, nach Hinten wegen der Höhe der Heckscheibe und wegen des Reserverades schwieriges Rückwärtseinparken. Seitlich sehr gute Übersicht, weil die scharf abgegrenzten Kanten der Radhäuser einen guten Anhaltspunkt bieten. Super große Rückspiegel für perfekte Kontrolle des nachfolgenden Verkehrs. Der Wendekreis ist mit 11 m angegeben, was in der Praxis angesichts der Fahrzeuggröße ein guter Wert ist. Enge Kurven sind kein Problem. Die Lenkung ist präzise, sehr leichtgängig und vermittelt einen guten Fahrbahnkontakt. Insbesondere Fahrten im Gebirge in engen Serpentinen machen einen riesigen Spaß. Tolle Bremsen, die sehr gut zu dosieren sind. Der Motor hat ab 2.000 UPM viel Kraft (370 nm).
Verbrauch: Stadt 11 L, Autobahn bis 150 km/h ca. 8,6 L, Landstraße im Langstreckenbetrieb ca. 7,6 L Diesel. Durch den 90 Liter Tank ergibt sich eine Reichweite über 1.000 km. Super Werte für ein Auto mit einem Leergewicht von 2.250 kg. Das Tanken von Biodiesel ist nicht möglich.
Qualität, Verarbeitung: Das Auto macht einen wertigen Eindruck. Alles ist aus massivem, hochwertigem Material gefertigt. Selbst der Kunststoff des Armaturenbretts wirkt nicht billig. Die Kranzteile des Lenkrades sind echtes Holz und wirken sehr edel. Nur die Wurzelholzverkleidungen auf der Mittelkonsole und an den seitlichen Lüftungsauslässen sind aus Holznachbildung (Plastik). Gut gemacht, aber schade, dass es nicht echt ist. Es gibt keine Verarbeitungsmängel, die ins Auge springen. Die Türen sind schwer und schließen ohne Kraftanstrengung, ohne Schwung mit dumpfem Ton. Es gibt keine Klappergeräusche.
Autokauf: Beim Gebrauchtwagenkauf darauf achten, dass es sich um ein schadstoffarmes neueres Modell handelt. Mein Auto ist eins der ersten V60-Baureihe und hat nur die Schadstoffklasse Euro 1. Das ist bei der Kfz-Steuer extrem teuer. Weil die Gewichtsbesteuerung gerade wegfällt, wird die Steuer nach Hubraum und Schadstoffklasse berechnet, was zu einer Steuer von 875 € führt. Wer das vermeiden möchte, muss entweder ein Modell mit Facelift (ab 2003) kaufen, das dann statt der 165 PS nur 160 PS hat, aber Euro 3 erfüllt. Oder er rüstet einen Oxidations-Kat nach, der ca. 650 € kostet und das Auto auf Euro 2 bringt. Damit beträgt die Steuer dann noch knapp über 500 € im Jahr.
Ich würde das Auto jedem empfehlen, der den Pkw-Einheitsbrei leid ist und ein universell einsetzbares, charakterstarkes und robustes Auto sucht, das auf den heute üblichen elektronischen Firlefanz verzichtet. Außer ABS, Tempomat, Zentralverriegelung, einem einfachen CD-Radio und Klimaautomatik ist nix drin. Und was nicht drin ist, geht nicht kaputt. Das war für mich nach meinen leidvollen Erfahrungen mit meinen vorherigen Autos (Seat Alhambra und BMW 525 d) ein wichtiges Kriterium. Ich kaufe ein Auto für die Straße und nicht für die Werkstatt.
Fazit: sehr empfehlenswertes Reise- und Freizeitauto für alle Einsatzgebiete
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