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Produkttyp: Mercedes-Benz Autos
Neuester Testbericht: ... deutliche Vorteile, da man dort die Sitze platzsparend und flach im Kofferraumboden versenken kann. Darüber hinaus ist die Montage der hin... mehr
Die bessere A-Klasse?
Mercedes-Benz Vaneo

Name des Mitglieds: Benni-Expert
Produkt:
Mercedes-Benz Vaneo
Datum: 11.03.02, geändert am 12.03.04 (6672 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sehr gutes Raumangebot; durchdachte Ausstattung; niedriger Wertverlust (vorraussichtlich); sicheres Fahrverhalten
Nachteile: zu harte Federung; Qualitätsmängel; hoher Verbrauch; schwacher, lauter Motor; hoher Preis (mercedestypisch)
Mit dem neuen Vaneo präsentiert Mercedes-Benz eine interessante Mischung aus Van, Kleintransporter und kompaktem Hochdachauto auf der Bodengruppe der aktuellen A-Klasse. Das 4.19m lange Raumwunder, dass übrigens als erstes Fahrzeug mit dem Stern auf der Haube in den neuen Bundesländern hergestellt wird, bietet, wie der erfolgreiche Zafira von Opel, bei Bedarf bis zu 7 Personen Platz.
Zu den technischen Eckdaten, ich fuhr einen Vaneo 1.6 Family:
102PS / 75 KW
1598cm3 Hubraum
150Nm bei 5000Umdrehungen/Minute
Höchstgeschwindigkeit: ca. 170km/h
0-100km/h: ca. 15 Sekunden
Normverbrauch auf 100Km: 8.2 Liter SB
Testverbrauch: 9,5 Liter/100km
Länge/Breite/Höhe: 4.19/1.74/1.83 m
Kofferraumvolumen: 715-3000 cm3
Karosserie:
Die Eckdaten des Vaneo erinnern stark an einen Lieferwagen (z.B. Vito). Das Innenraumangebot ist unglaublich und besonders bei Bestuhlung für 5 Personen reicht auch das Kofferraumvolumen voll und ganz. Die Vordersitze stammen aus der A-Klasse und sind relativ bequem, wenn auch etwas zu hart. Auf den drei Einzelsitzen im Fond finden drei Kinder leicht Platz, für Erwachsene ist der mittlere Sitz etwas zu schmal geraten. Noch etwas unkomfortabler wird es in der dritten Reihe. Das Gestühl ist sehr hart und die Oberschenkelauflage nur für Personen bis ca. 1.70m ausreichend. Man kann sagen, dass 4-5 Erwachsene oder 2 Erwachsene mit 3 Kindern kommod und mit viel Kofferraum reisen können, wird die letzte Sitzreihe benutzt, so geht der Kofferraum gegen Null. Es ist ratsam die Einzelsitze in der dritten Reihe für Reisen vollständig auszubauen, da der Laderaum sonst nicht nutzbar ist. Gegenüber dem Opel Zafira entsteht allerdings kein Nachteil, da auch dort nur maximal 4 Erwachsene wirklich bequem reisen können. Lediglich die im Boden versenkbaren Sitze sind von Vorteil , weil sie weniger Laderaum wegnehmen, andererseits kann man sie nicht ausbauen. Ich bin der Meinung, dass sowohl das Innenraumkonzep
t des Vaneo, als auch das des Zafira überzeugen können. Ein Vorteil des Vaneo sind zweifellos die beiden serienmäßigen hinteren Schiebetüren. Wesentlich schwerwiegender als so manche Vorteile sind allerdings die Qualitätsdefizite im Vaneo. Der Vorführwagen sah nicht gerade sehr stabil aus, das Armaturenbrett erinnerte an einen Lastwagen und die Spaltmaße konnte man mit den Fingern nachprüfen (zwischen Armaturenbrett und Türverkleidung ca.3cm!!!). Angeblich handelte es sich um einen Vorserienwagen und somit bleibt zumindest die Hoffnung, dass Mercedes noch ein akzeptables Qualitätsniveau im Innenraum des Vaneo erreicht. Die Verarbeitung der Außenkarosserie wirkte hingegen tadellos. Gerade in der Family-Version wirkt der Innenraum erfrischend jugendlich, wenn auch nicht gerade Mercedes-typisch solide.
Fahrwerk/Komfort:
Aufgrund der harten Sitze erwartet man einen annehmbaren Federungskomfort, doch auch der verlängerte Radstand der A-Klasse-Chassis bringt keine nennenswerte Verbesserung des etwas hart abgestimmten Fahrwerks. Auf Gullideckeln ist starkes Poltern zu vernehmen und auf der Autobahn stuckert die Vorderachse. Doch die harte Abstimmung hat auch Vorteile, so ist das Fahrverhalten narrensicher und der Geradeauslauf bei Windstille gut. Bei Seitenwind wünscht man sich allerdings drei Hände am Steuer! Das aufkommende Fahrvergnügen wird leider zu einem großen Teil von der zu indirekten Lenkung aufgezehrt. Auch der Wendekreis ist ein wenig groß geraten und enge Parklücken werden somit zu echten Hindernissen. Ein weiterer nachteil sind die extremen Windgeräusche ab etwa 120Km/h. Eine Unterhaltung bei Autobahntempo ist nahezu unmöglich, wenn man sich nicht gerade anbrüllen will.
Antrieb:
Andererseits muss man mit dem Vaneo ja auch gar nicht schnell fahren, den wer will schon diese gequälten Geräusche aus dem Motorraum hören? Das sollen 102 PS sein, fragt man sich. Doch mit einem Leergewicht von 1 ½ Tonnen und einer Karosseriehöhe v
on 1.83 Metern ist es durchaus verständlich, dass der Vaneo nicht gerade eine Sportskanone ist. Der Motor klingt in jeder Drehzahllage zäh und angestrengt und schon an kleinsten Steigungen klebt das Gaspedal am Fußboden oder man muss zurückschalten. Die Fahrleistungen sind nicht gerade berauschend, für ein Familienauto dieser Größe aber durchaus angemessen. Wer will mit einem solchen Raumriesen schon rasen? Insgesamt motiviert weder der Motor noch das Fahrwerk zu einer forcierten Fahrweise.
Die Laufkultur des mit 1600 ccm recht kleinen Motors erinnert ein wenig an einen Traktor und das Getribe ist zwar leicht zu schalten, aber nicht gerade präzise.
Sicherheit:
Wesentlich besser als beim Antrieb sieht es bei der Sicherheitsausstattung aus. ESP und vier Airbags sind Serie und in der Family-Version gehören auch integrierte Kindersitze zum Standart. Die Bremsen wirken standfest und sind gut dosierbar. Hinten gibt es leider weder Kopf, noch Seitenairbags.
Das Fahrverhalten ist, wie erwähnt, völlig unproblematisch.
Preis/Ausstattung/Umwelt:
Die Serienausstattung ist praxisgerecht, wenn auch nicht üppig, eine Klimaanlage kostet extra, dafür sind aber elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung Serie.
Doch für 21.940 Euro kann man das wohl auch erwarten. Der gefahren Wagen kam inklusive Qualitätsmängel auf fast 25.000 Euro. Nicht wenig für ein Familienauto, aber angemessen für ein durchdachtes Raumwunder, dass mehr Platz als ein VW Sharan bietet. Doch auch die restlichen Kosten sind nicht zu vernachlässigen: Gewicht und Stirnfläche treiben den Verbrauch auf Werte zwischen neun und zehn Litern. Nicht wenig. Darüber tröstet auch die zweijährige Garantie inklusive Abholservice nicht ganz hinweg. Steuer und Versicherung sind aber o.k. und einen Mercedes kann man ja auch immer gut wiederverkaufen!
Fazit:
Abschließend kann man den Mercedes Vaneo guten Gewissens empfehlen, auch wenn noch einige Schwachstellen
auf Nachbesserung warten. Für Großfamilien, Handwerker und Hobbysportler mit erhöhtem Raumbedarf ist der Vaneo jedenfalls nicht falsch, mir wäre er allerdings zu unkomfortabel, zu träge und zu teuer und auch viel zu groooooooß.....
Euer Benni-Expert
Fazit:


12.03.02
Guter Bericht; die A-Klasse gefällt mir aber weder kurz noch lang... Gruß, Mr.Sambo