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Produkttyp: Mercedes-Benz Autos
Neuester Testbericht: ... für´s Verdeck gedrückt und die Klimaanlage angemacht, sobald das Verdeck zu war. Ach ja, es handelt sich übrigens um ein Hard-Top, so... mehr
MY TOY!
Mercedes-Benz SLK 200

Name des Mitglieds: Chinabeibei
Produkt:
Mercedes-Benz SLK 200
Datum: 20.07.09, geändert am 20.02.10 (1275 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: zieht ab wie Sau
Nachteile: man ist schnell zu schnell und das Aussteigen ist ein Kampf
Alles begann damit, dass ich von Essen nach Brüssel musste und das innerhalb eines ziemlich kleinen Zeitfensters. Die Bahn fiel daher aus und Fliegen war auch nicht drin. Also hab ich mir bei Europcar eine A-Klasse gemietet und wollte dann von Essen nach Belgien damit fahren.
Bei Europcar war ich dann schon eine Stunde früher und die A-Klasse war noch nicht fertig. Die Frage" Können Sie Automatik fahren?" habe ich glücklicherweise mit "Ja" beantwortet, denn dann kam: "Dann geb ich ihnen den SLK" - ja, ja, ja - wie geil - hammer!
Und dann saß ich drin - tiiiiiieeef am Boden - für mich sehr gewöhnungsbedürftig, fahre ich doch entweder Espace oder Modus. Die Sitze sind in jegliche Position einstellbar, was auch schnell gemacht ist.
Das Handling ist sehr einfach, man kann sich sehr schnell auf die Bedienung einstellen. Das Automatikgetriebe hätte man auch noch auf so eine Pseudo-Gangschaltung umstellen können, aber wozu braucht das wer? Nur Gas und Bremse ist doch bequemer. Ein integriertes Navi im Bordcomputer erleichtert einem die staufreiste Route zu bekommen. Auch dieses Navi ist ziemlich einfach gewesen und kann intuitiv von mir bedient werden.
Den Bordcomputer kann man mittels Tasten auf dem Lenkrad einstellen und sich verschiedenes anzeigen lassen. Find ich ganz praktisch, dass man dazu nicht die Hände wegnehmen muss. Angezeigt wird es direkt hinter dem Lenkrad, wo sonst Tacho etc. sitzen. Auch gut, weil man dann den Blick nicht weit von der Straße nehmen muss.
Während des Fahrens ist der SLK leiser als ich gedacht habe. Zum Glück keine prollige Angeber-Röhr-Auspuffanlage - das find ich immer wahnsinnig peinlich. Die Sitze sind angenehm und bequem geformt. Die Verarbeitung des Innenraums macht einen hochwertigen und edlen Eindruck. Die Lüftung und Klimaanlage ist sehr leise, finde ich.
Lediglich das Fahrwerk ist etwas hart und man muss sich erst dran gewöhnen, dass die Unebenheiten der Straße stark auf´s Lenkrad übertragen werden. Aber das ist immer so, wenn man es nicht gewohnt ist, einen Sportwagen zu fahren.
Auch die Übersicht ist gewöhnungsbedürftig. Durch den guten Blick, den man vom Espace aus auf den Verkehr hat, bin ich da echt verwöhnt und fand es grausam spannend, den Benz aus Einfahrten und Parklücken zu bugsieren, ohne zu wissen, ob da einer kommt oder nicht. Aber daran gewöhnt man sich auch nicht so schnell, ich hatte immer Bammel, dass mir einer reinfährt. Jedoch im Fall des Falles: ich hab den Stern, also bin ich der Sheriff, also hab ich Vorfahrt ;-)
DIE FAHRT:
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Raus aus Essen, raus aus Essen, lass mich Gas geben.... Und ab auf die Autobahn und dann - wuuuusch - oh, ach Holland ist schon vorbei??? Das ging ja schnell... Gut, mittlerweile weiß ich auch, dass wenn in Holland das "Unbegrenzt"-Verkehrsschild steht, dass es dann heißt, "unbegrenzt bis max. 120", aber glücklicherweise waren die holländischen Bullen alle Käse futtern oder Tulpen pflücken, jedenfalls kam ich super durch und hatte endlich mal den SLK etwas gejagt.
Und jagen kann man ihn klasse: Die Automatikschaltung schaltet super und auch der eine oder andre Kick-Down wurden sofort beantwortet - mit einem Zug, dass einem die Luft wegbleibt! Super-Knüller-Hammer-Mega! Der Rückwärtsgang war etwas schwer einzulegen, aber man gewöhnt sich an alles.
Wendig ist er der SLK, das habe ich festgestellt, als ich in Brüssel in die Tiefgarage meines Hotels einfuhr. Diese war sehr eng gebaut und die Abständen zu den Wänden nicht gerade riesig. Die piependen Töne meines "Spielzeugs" halfen mir erst, dann nervte es unheimlich, dass es bei jeder Kurve in der 3-etagigen Garage anfing zu brüllen, wie ein Kleinkind. So ein Hosenscheißer, als ob ich ihn an die Wand setzen wollte! Leider war ich nicht in der Lage, intuitiv herauszufinden, wie man das abstellt.
Offen durch den Brüsseler Stadtverkehr - nu ja, war eigentlich ganz nett, weil man die vielen hübschen Gebäude dank Stadtstaus klasse bewundern kann. Und als es doch zu heiß wurde, habe ich einfach das nette Knöpfchen für´s Verdeck gedrückt und die Klimaanlage angemacht, sobald das Verdeck zu war. Ach ja, es handelt sich übrigens um ein Hard-Top, so dass man ein ganzjahrestaugliches Auto hat.
Ja, und was auch cool war: Blondine in schwarzem SLK war DAS gefundene Fotofressen für die Myriaden von Chinesen, die sich am Atomium tummelten.
MEIN FAZIT:
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Um es mal ganz einfach zu sagen: was für ein geiles Auto! Zumindest, wenn man auf Power und Geschwindigkeit steht.
Klar, ausfahren kann man ihn - wenn überhaupt - nur in Deutschland. Aber ich finde das "Berauschende" ist mehr, wenn man kurz mal auf 150 hochbeschleunigt, als sei nichts gewesen. Zackzack- schon überholt. Ich mein, ich hab sonst magere 75 PS zu bieten, das macht schon einen Unterschied würd ich sagen. Jemand der sowieso A6 oder 7er BMW fährt, dem wird das wohl kaum ein müdes Lächeln rauben, aber ich fand´s einfach nur geil.
Vom Verbrauch her war ich angenehm überrascht. Ich hab im Schnitt so viel verbraucht wie mit dem Espace (ca. 11 Liter auf 100 km), war aber deutlich schneller (240 kmh) unterwegs. Der CO2-Ausstoß dieses Wagens ist natürlich indiskutabel hoch.
Der Bordcomputer ist klasse und bedienerfreundlich, die Navigation sehr gut. Das Verdeck lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h schließen und öffnen. Klasse zum Posen an der Ampel ;-)
Im Prinzip ist der SLK aber wirklich nicht mehr als ein hübsches Spielzeug und alles andere als praktisch - nee, der ist wahnsinnig unpraktisch: der Kofferraum ist nicht grade gewaltig - die Golfbag würde gerade noch reinpassen, der Trolly schon nicht mehr. Ich schätze, bei Sprudelkisten und Wocheneinkäufen darf man die Hälfte dann auf dem Beifahrersitz verstauen.
Und - wie es mit Spielzeugen so ist: Nach 5 Stunden Fahrt inkl. Stau hat man auch davon genug.
Es gibt nicht mal einen Dosenhalter - was mir bewusst wurde, als ich mit Mr. Brown bewaffnet von der Tanke kam und dann gezwungen war, den erst auszutrinken, um nicht eine Reinigung der Ledersitze zu riskieren.
Was den Innenraum angeht, so kann ich natürlich nach 3 Tagen keine Erfahrungen mit Verarbeitung und Qualität machen. Bei mir war alles tiptop und nichts klapperte oder fiel ab.
Was mir aber richtig auf den Zeiger ging, war, dass die Türen so bescheuert geschnitten sind. Die Kante ist so hoch und man sitzt so tief, dass man mit hohen Absätzen hängen bleibt, wenn man seine Beinchen nicht hoch genug in die Luft streckt. Sieht beides wahrscheinlich total behämmert aus. Also immer schön CanCan üben, wenn man SLK fahren will, oder nur mit flachen Schuhen fahren.
Daher muss ich dem guten Benz, auch wenn es wirklich ein geiles Auto ist, leider ein Sternchen abziehen, denn praktisch ist er mal ganz und gar überhaupt nicht. Außer zum Überholen - da ist er aber sowas von praktisch ;-)
Fazit: Nach 5 Stunden Fahrt, hat man auch davon genug.
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