Mercedes-Benz C 180 T (W 203)
Schwäbische Basis - Mercedes-Benz C 180 T (W 203) Auto

Produkttyp: Mercedes-Benz Autos

Neuester Testbericht: ... Daten, die einfach unumgänglich bei einem Auto sind, erwähnen. Das neu Modell verfügt z.B. einen 2 Liter, statt 1,8 Liter, Motor... mehr

Schwäbische Basis
Mercedes-Benz C 180 T (W 203)

towe

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Produkt:

Mercedes-Benz C 180 T (W 203)

Datum: 28.08.02, geändert am 28.08.02 (1682 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Solide Verarbeitung, Fahrwerk und Fahrverhalten

Nachteile: Verbrauch, Preis, Durchzugsschwacher Motor



Und wieder dient ein Mietwagen als Testfahrzeug. Das C180 T Modell hinterliess – soviel vorab - bei mir einen gemischten, aber überwiegend positiven Eindruck.

Karosserie:

So etwas hätte man Mercedes vor einigen Jahren gar nicht zugetraut. Die Optik gefällt, ist konservativ, dezent sportlich und Zeitlos. Mein persönlicher Favorit in dieser Klasse ist der A4 Avant, die C Klasse als Kombi sägt aber kräftig an dessen Stuhl.

Über die Verarbeitung braucht man bei einem Mercedes wohl nicht viel zu sagen – und glücklicherweise muss ich das auch nicht.


Antrieb:

Reichen 95 KW um einen Kombi wie die C-Klasse vom Fleck zu bewegen – die klare Antwort: jein.
Der Motor ist kultiviert und akustisch äusserst zurückhaltend. auf normaler Fahrstrecke (Landstrasse, halbwegs eben Autobahn) kommt man mit dem C180 gut voran. Mehr Leistung ist zwar immer schön – aber man vermisst diese nicht wirklich – der neue Kompressor dürfte deshalb wirklich ausreichen. Wehe aber, die Autobahn wird etwas hügeliger (z.B. Kasseler Berge). Dann erfordert der Motor schon mehr geduld und wird unzumutbar zäh.
Während auf halbwegs ebener Strecke 200 Km/h zügig erreicht sind, ist bei längeren Autobahnsteigungen nicht viel zu holen und fleissiges Schalten angesagt, was aber durch das sehr präzise 6-Gang Getriebe nicht sehr schwer fällt. Beim C180 machen die 6 Gänge aber nicht wirklich Sinn. Der 6. Gang wirkt drehzahlsenkend – und bietet nahezu gleichen Durchzug wie der 5. Ein wenig feinere Abstimmung und ein 5 Gang Getriebe hätte es auch getan.
Der Verbrauch ist zu hoch. Bei überwiegender Fahrt auf entweder tempobegrenzter oder überfüllter Autobahn und entsprechend zurückhaltender Fahrweise lag dieser bei 9,5 Liter – da hätte ich mindestens einen halben Liter weniger erwartet.


Innenraum und Ergonomie:

Beim Innenraum ist für mich in dieser Klasse ebenfalls der A4 das Mass der D
inge – und bleibt es auch mit Abstand. Die verwendeten Materialien sind weniger hochwertig, die Holzverkleidung der Classic Ausstattung wirkt auf den ersten Blick wie Kunststoff.

Platz ist vorne genug, die Sitze sind hervorragend und die Sitzposition durch vielfältige Einstellmöglichkeiten von Sitzen und Lenkrad bestens. Auf den hinteren Sitzen sieht es da schon anders aus. Zwar sind auch A4 und 3er keine Riesen – aber die C-klasse kann man da nur als 2-Sitzer-Kombi bezeichnen.

Der Lautstärkepegel hat mich überrascht – egal ob bei 50 oder 200 Km/h – im Innenraum bleibt es leise – da kann manches Fahrzeug der oberen Mittelklasse nicht mithalten.

Die Klimaautomatik (nicht Serie!!) arbeitet angenehm zugfrei. Bei einem Basispreis von über € 28.000,- erwarte ich diese aber serienmäßig.

Auch das € 650,- Audiosystem mit CD und 6 Lautsprechern kann überzeugen – der Radio-Empfang des (ich vermute von Harman/Becker stammenden) CD-Tuners ist perfekt.
Tempomat und Reiserechner sind bestechend einfach zu bedienen.

Die Servolenkung ist sehr direkt aber führ den Stadtverkehr etwas fest abgestimmt – auf der Autobahn kann diese Abstimmung aber wiederum überzeugen.

Ergonomisch gesehen gibt es aber einige Fehlgriffe:
1. Der Blinkerhebel ist überladen, da er ebenfalls die Scheibenwischerbedienung beinhaltet – warum nicht wie alle anderen dafür einen extra Hebel?
2. Der Blinkerhebel (durch den Tempomat ?) ist zu tief angeordnet und durch das Lenkrad verdeckt.
3. Wie kann man nur auf die Idee kommen zum Einlegen des Rückwärtsganges den gesamten Schaltknauf hochziehen zu müssen. Das ist extrem umständlich.
4. Die Fussfeststellbremse mag zusammen mit einer Automatik funktionieren. Für einen Wagen mit Schaltgetriebe ist das Pedal aber auf der linken Seite falsch aufgehoben, da man diese so nur bei abgeschaltetem Motor oder ohne eingelegten Gang betätigen ka
nn.


Fahrwerk und Fahrverhalten:

Der Benz liegt satt auf der Strasse. Das Fahrwerk ist überraschend straff abgestimmt aber trotzdem ausgesprochen komfortabel. Trotz nur 195 Bereifung ist das Fahrverhalten nicht schwammig. Auch sehr schnell gefahrene Kurven bringen die C-Klasse nicht aus der Ruhe. Die Lenkung ist sehr direkt, der Geradeauslauf perfekt.

Die Bremsen sind sehr gut zu dosieren und standfest.


Mein Fazit:
Das aktuelle T-Modell der C-Klasse ist ein Mercedes, den ich mir als Diesel auch gut als eigenes Fahrzeug vorstellen könnte. Der Preis ist jedoch jenseits von gut und böse. Besonders die fehlende Klimaautomatik nicht zu verzeihen. Unter € 30.000,- läuft so gut wie nichts. Für € 33.000,- hat man sich noch keinen Luxus gegönnt – erst ab € 35.000- wird es in der C-Klasse wirklich schön – wohl gemerkt bei Basismotorisierung. Da vermag auch der geringe Wertverlust nicht zu trösten.

Fazit: