Mercedes-Benz Atego
Mein Firmenwagen mit 150 PS - Mercedes-Benz Atego Auto

Erhältlich in: 1 Shop

Produkttyp: Mercedes-Benz Autos

Neuester Testbericht: ... Tisch nutzen) und die gut ablesbaren Intrumente (Drehzahlmesser inklusive). Der Atego bietet Beheizbare und elektrisch Verstellbare Auße... mehr

Mein Firmenwagen mit 150 PS
Mercedes-Benz Atego

YetiChris

Name des Mitglieds: YetiChris

Produkt:

Mercedes-Benz Atego

Datum: 23.01.05, geändert am 27.01.05 (3948 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Große Ladefläche , guter Motor, exzellente Lenkung

Nachteile: Schwache Heizung, hakelige Schaltung, Schwächen beim Kofferaufbau von Spier

Tja, da bin ich mal wieder. Seit einigen Monaten mache ich mich hier doch recht rar, der Grund dafür liegt in der Tatsache, das ich nun schon ein halbes Jahr einen neuen, ziemlich fordernden Job als Möbelmonteur habe, der nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch zeitraubend ist, und nach 10-12 Stunden habe ich oft keine richtige Lust mehr, mich an den Computer zu setzen und Berichte zu lesen.

Und da ich auch anständig bewerten und nicht einfach nur durchklicken will, bleiben Meinugsplattformen deshalb leider etwas außen vor.

Nun möchte ich aber mal wieder ein paar Erfahrungen mit euch teilen:

Wie schon gesagt, ich arbeite seit Juli bei einem großen Möbelhaus im Rhein-Main-Gebiet, und beliefere unsere Kunden Tag für Tag mit Wohnwänden, Schlafzimmern oder Polstermöbeln. Logisch, das man dafür ein entsprechendes Gefährt benötigt. Dieses muss vor allem anderen 3 wichtige Voraussetzungen erfüllen: es muss genügend Zuladung ermöglichen, trotz allem noch möglichst Kompakt sein, damit es auch in Wohngebieten noch problemlos einsetzbar ist und last but not least muss man es auch ohne Führerschein der Klasse C (früher 2) bewegen dürfen.

Deshalb besteht die Flotte meines Arbeitgebers ausschließlich aus Mercedes Benz ATEGO 815, bzw. dem Vorgängermodell MB 814. Und der ATEGO ist das Gefährt, über das ich jetzt berichten möchte.

(Vorher noch eine Anmerkung: Der ATEGO gibt es in unzähligen Varianten: Lag, Kurz, Mit Kofferaufbau, mit Plane, mit Pritsche, mit Hebebühne usw. Es ist quasi unmöglich, jede Variante in diesem Bericht zu erwähnen, daher beschränke ich mich ausschließlich auf die Variante, die wir nutzen)

Wie schon erwähnt, unser LKW hat das Kürzel 815 inne, das mit etwas Understatement für Gewichtsklasse und Leistung steht – 8 Für die Gewichtsklasse (7,5t zGg, natürlich aufgerundet), 15 für 150 PS. Die Außenmaße des LKWs sind 8,1 m Länge, 2,55 m Breite und 3,55m Höhe bei einem Radstand von 4,22 m. Die Vorderachse liegt fest ganz hinter der Fahrerkabine, was den LKW (auch dank der exzellenten Servolenkung) sehr Wendig auch in engen Wohngebieten macht. Allerdings wird dieser Vorteil durch den langen überstand nach hinten (ca. 2,5 m!!!) wieder relativiert, da die Ladezone dadurch doch recht kräftig ausschert. Deshalb ist Umsicht gefragt, wenn eng wird.

Der Aufbau, der bei uns von der Firma Spier stammt, bietet eine Ladefläche von 6 m Länge, 2, 45m Breite und 2,36m Höhe (was insgesamt ein Volumen von 34,69 m³ ergibt). Die Tatsache, das es sich im einen Kunststoffaufbau handelt, was deutlich an Gewicht spart, bringt eine mögliche Zuladung von ca. 2,5 t, was aber auch durch den Verzicht auf eine hydraulische Hebebühne erreicht wird. Im Möbeltransport erweist sich diese Hebebühne oftmals als Nachteil: Zum einen kann man nicht so ohne weiteres direkt an ein Ladetor heranfahren, um anderen hat man die Möbel, die man ja ohnehin zumeist Tragen muss, bei einer Ladehöhe von 1,2m näher an der Tragehöhe. Und die fehlende Zuladung hab ich ja auch schon erwähnt.
Die Besonderheit bei dem Aufbau besteht in dem Rolltor, mit dem die Ladefläche verschlossen wird. Diese bieten deutliche Platzvorteile gegenüber Türen oder Klappen, und leichter zu öffnen ist sie in der Regel auch. Innerhalb des Aufbaus sind ausreichend Zurrösen vorhanden, die allerdings von ihrer form her nicht besonders praktisch sind. Des weiteren besteht die Möglichkeit, mit Hilfe von einhängbaren Winkeln und Ladebrettern, die Ladefläche bei einer Halbierung der Ladehöhe zu verdoppeln. Beim Transport von Polstergarnituren ein nicht zu vernachlässigender Vorteil!

Kommen wir zum Motor: Wie schon gesagt, er leistet 150 PS (110KW) aus 4,25l Hubraum, was den LKW recht Agil macht, sogar Vollbeladen wirkt er selten träge und auch im Mittelgebirge lässt er sich problemlos bewegen. Die meisten Flottenwagen unserer Firma sind auf 95 Km/h gedrosselt, allerdings habe ich schon ein offenes Modell auf einer Ferntour gefahren, und nach meiner Erfahrung sind auch 110 Km/h kein Problem (natürlich nur kurzzeitig ;)!!! ). Unser LKW ist mit einem 6-Ganggetriebe ausgetrattet, das vor allem bei Kälte ziemlich hakelig ist. Bei warmen Motor ist es jedoch problemlos zu schalten. Der 1. Gang ist stark untersetzt und dient als Anfahrhilfe am Berg. Der Wagen ist mit permanenten ASR ausgestattet. Das Fahrgestell ist ziemlich straff, was den LKW ziemlich unkomfortabel macht, vor allem für den Beifahrer, der im Gegensatz zum Fahrer nicht mit einem Luftgefederten Sitz gesegnet ist. Durch den hohen Aufbau ist der Wagen nicht nur extrem Seitenwindempfindlich, sondern schwingt auch recht lange nach.
Kommen wir zur Fahrerkabine. Natürlich ist die Ausstattung in erster Linie auf Nutzbarkeit denn Komfort ausgelegt: Pflegeleichte Plastikoberflächen, günstige Sitzbezüge ist logisch. Positiv sind die vielfältigen Ablagefächer und die 2 Becherhalter am Armaturenbrett (auch der Mittelsitz lässt sich umgeklappt als Tisch nutzen) und die gut ablesbaren Intrumente (Drehzahlmesser inklusive). Der Atego bietet Beheizbare und elektrisch Verstellbare Außenspiegel eine automatisches Einklappen wäre manchmal wirklich wünschenswert. Positiv ist, das auch die Seitenscheiben per Heißluft beschlagsfrei gehalten werden. Leider braucht die Heizung extrem lange, bis sie auf Temperatur kommt, dann allerdings ist die Fahrerkabine ruck-zuck mollig warm. Im Sommer sorgt eine Dachluke (Schwedenluke, bekannt aus Nahverkehrsbussen) für angenehmes Klima.

Als kleines Gimmick bietet der Atgeo das Fahrer-Information-System. Hier wird der Fahrer nicht nur über den Betriebsdruck der Bremse, der Uhrzeit, dem Datum und den gefahrenen Kilometern informiert, sondern auch über einen Mangel an Betriebsflüssigkeiten. So wird fehlendes Öl auf den halben Liter genau angezeigt, und zwar recht zuverlässig. Mercedes Benz scheint viel vertrauen in dieses System zu haben, den einen klassischen Ölmessstab hat der Atego nämlich nicht mehr.

Im Alltagsbetrieb lernt man schnell die Leistung und vor allem die exzellente Lenkung zu schätzen, jedoch offenbart der Atego doch auch einige schwächen. Abgesehen von der etwas langsam auf Temperatur kommenden Heizung und der Hakeligen Schaltung sind das jedoch Probleme mit dem Aufbau und können nicht direkt dem Fahrzeug angelastet werden. Besonders ärgerlich ist, das Spier als Windschutz zwischen Aufbau und Fahrerhaus ein ca. 60x40 cm großes Blech montiert, das ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h erbarmungslos zu klappern beginnt. Wir konnten dem nur Herr werden, indem wir eine Schuamstoffmatte zwischen Blech und Fahrerhaus verkeilten. Auch die schon angesprochenen Zurrösen sind bei den von uns für das Zurren der Ladung verwendeten Rolladengute ziemlich unpraktisch. Ein weiteres Ärgernis ist das Rolltor, des offensichtlich nicht besonders gut an dem Kunststoffaufbau befestigt werden kann, weil schon 2 mal Schrauben einfach ausgebrochen waren, fanden wir uns ausgesperrt und konnten nur mit viel geduld an unsere Ladung kommen. Inzwischen scheint diese Problem jedoch von der MB-Vertragswerkstatt behoben worden zu sein, seit 3 Monaten haben wir keine Probleme mehr damit.

Als Fazit kann man sagen, dass das Fahrgestell von Mercedes Benz fest perfekt für unseren Anwendungsbereich geeignet ist und der Aufbau von Spier einige Schwächen aufweist. Daher gibt es von mir knappe 4 Sterne Da ich diesen LKW nur nutze, nicht besitze, kann ich leider wenig zu den Nebenkosten sagen, der Verbrauch liegt bei ca. 20-25 l/100km je nach fahrweise, der Anschaffungspreis bei ca. 40000 € als Neuwagen.

Fazit: