Maserati
Maserati Biturbo Coupé Serie I - Maserati Auto

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Produkttyp: Maserati Autos

Neuester Testbericht: ... Wohl dem, der auf die Dienste einer guten Fachwerkstatt zurückgreifen kann. Eine, die die Teile nicht von Maserati bezieht, sond... mehr

Maserati Biturbo Coupé Serie I
Maserati

diku

Name des Mitglieds: diku

Produkt:

Maserati

Datum: 20.12.02, geändert am 24.01.03 (1237 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Rasse, Klasse, "Freude am Fahren"

Nachteile: Kosten, evtl. Zuverlässigkeit

Maserati - allein der Name bedeutet Rasse und Geschwindigkeit. Ist das noch aktuell, in der Zeit, in der wir leben, wo alle Welt von Direkteinspritzung, Benzinsparen und passiver Sicherheit spricht?

Meine persönliche Erfahrung: Ich habe mir 1996 einen Maserati Biturbo der 1. Serie, Baujahr 1983, gekauft. Endlich. Lange habe ich mich mit mediokren Automobilen herumgeplagt, die zwar gut liefen, aber alles andere vermissen ließen.

Ich besitze ein italienisches Modell, mit nur 2 Liter Hubraum, aber 216 PS, statt "nur" 186 wie die deutschen Modelle (mit 2,5 Litern). In Italien erhob bzw. erhebt man eine Luxussteuer auf Autos über 2000 ccm Hubraum, aus diesem Grunde bauten selbst Hersteller wie Maserati und Ferrari Motoren mit nur 2 Liter Hubraum. Zu wenig? In diesem Falle sicherlich nicht. Der V6, beatmet von 2 Turboladern ("biturbo") realisiert eine Leistung, die für eigentlich jede Situation abseits der Rennstrecke genügt. Heutzutage sind 216 PS nicht mehr die Welt, in einem Auto Baujahr 1983 sind es jedoch noch "ehrliche" PS, frei von viel Gewicht (der Wagen wiegt ein paar 100 kg weniger als ein aktueller Golf). 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h, das sind selbst heute noch einigermaßen respektable Werte.
Aber nicht die Fakten zählen, es ist das Gefühl, ein Vollblutautomobil zu bewegen, das die Investition rechtfertigt. Der Klang des Motors, dieses gepreßte Röhren im oberen Drehzahlbereich, das ist es, was Tunnelfurchfahrten immer wieder zu einem lustvollen Erlebnis werden läßt.

Mein Exemplar ist bordeauxrot, innen cognacfarben, mit einem Armaturenbrett, das mit Wildleder ausgelegt ist. Nicht tiefer, schneller, breiter, sondern im Originalzustand steht er da und fällt nur denen auf, die etwas genauer hinschauen. Kein Auto für Blender!
Bereits damals mit Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, el. Fensterhebern, Alcantaraausstattung usw. gesegnet, steht hier ein Automobil
,
das auch heute noch, Stil, Flair und Technik betreffend, besticht.

Die Kehrseite: Die Biturbo-Motoren halten selten länger als 60.000 km ohne grundlegende Überholung, Rost ist ein Thema, ist man Laternenparker, aber dann sollte man evtl. sowieso Abstand vom Erwerb eines solchen Autos nehmen.
Die Benzinkosten sind hoch, selten verbraucht er, selbst moderat bewegt, unter 12 Liter auf 100 km. Vergleicht man ihn jedoch mit heutigen Autos dieser Leistungskategorie, dann sind 12 Liter gar nicht so schlecht. Es hat sich vielleicht doch gar nicht so viel getan auf diesem Gebiet.

Der Wagen verlangt peinlichen Service, und dies regelmäßig. Wohl dem, der auf die Dienste einer guten Fachwerkstatt zurückgreifen kann. Eine, die die Teile nicht von Maserati bezieht, sondern direkt aus Italien. Sonst bedeutet ein Service schnell einmal 1000 Euro oder mehr.

Bei 54.000 km komplett überholt, hohlraumversiegelt, und vom Erstbesitzer erworben, habe ich auch jetzt noch, nach Jahren, viel Freude an meinem Gefährt. Einige Zeit als Alltagsauto gefahren, selbst bei Frost und Eis, ließ er Zuverlässigkeit bislang noch nicht vermissen.

Alles in allem kann ich denen, die sich einen solchen Traum erfüllen wollen, zum Kauf raten. Aber Vorsicht: Kein Exemlar für 5.000 Euro oder so kaufen! Die Folgekosten holen einen schnell ein. Etwas mehr investiert, zahlt sich der Kauf eines vernünftig gehaltenen und dementsprechend etwas kostspieligeren Exemplars aus.


Fazit: