Lancia Lybra 2.0 20V Station Wagon
Italienischer Sommer - Lancia Lybra 2.0 20V Station Wagon Auto

Produkttyp: Lancia Autos

Neuester Testbericht: ... ), Antischlupfregelung. Die Optik des Wagens ist gut gelungen, er erinnert etwas an Lancia in den 60er Jahren. Besonders schön finde ic... mehr

Italienischer Sommer
Lancia Lybra 2.0 20V Station Wagon

kornix

Name des Mitglieds: kornix

Produkt:

Lancia Lybra 2.0 20V Station Wagon

Datum: 21.09.00, geändert am 06.03.01 (765 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Günstiger als gleichwertige Deutsche Wagen, -, -

Nachteile: -, -, -

Als 1999 der Lancia Lybra herauskam, interessierte ich mich für dieses Fahrzeug im Internet und machte neben den Angaben für mehr Informationen auch ein Häkchen bei Interesse an einer Probefahrt.

Einige Zeit danach klingelte dann mein Handy, und ich war sehr überrascht. Bietet mir doch tatsächlich die Firma Lancia Deutschland eine Probefahrt über 24 Stunden an. Ich habe zwar gesagt, ich hätte seit etwa vier Wochen einen neuen Franzosen in der Garage stehen, aber die Dame ließ sich nicht beirren und überredete mich ganz geschickt zu einer Probefahrt mit einem Lancia Lybra 2.0. Ich habe mich vielleicht auch ein bißchen überreden lassen, so ein Auto, dachte ich, kriegst Du nomalerweise nicht so schnell umsonst zur Verfügung gestellt.

Ein paar Tage später bekam ich schriftlich die Bestätigung Meines Termins. Also am Termin nichts wie hin zum Lancia-Händler, und das Auto in Empfang genommen. Entgegen meinen Erwartungen wurde mir ein Station Wagon, auf altdeutsch Turnier, in die Hand gegeben. Das war mir aber lieber, als eine Limousine, da hier die Flexibilität im Alltag doch größer ist.

Aber was für ein Fahrzeug. Metallic-Lackierung in dunkelblau, höhenverstellbarerer Fahrersitz mit elektrisch einstellbarer Lendenwirbelstütze, mit Alcantara-Leder bezogenene Sitze, Lenkrad und Lederschaltknauf, elektrische Fensterheber an allen Fenstern mit Kindersicherung für die hinteren Fenster, Klimaanlage mit getrennt regelbaren Temperaturen für Fahrer und Beifahrer, Bose Soundsystem mit sieben Lautsprechern, CD-Wechsler, elektrisch einstellbaren und anklappbaren Außenspiegel, Satelliten-Navigationssystem mit intgriertem GSM-Telefon, tiefergelegt mit BBS-Alu-Felgen ( allein die Bereifung hatte einen Preis von 4800,- DM ), Antischlupfregelung.

Die Optik des Wagens ist gut gelungen, er erinnert etwas an Lancia in den 60er Jahren. Besonders schön finde ich die Silberstreifen des Station Wagon, die an der Frontscheibe beginnen, dann am Heck in die R
ücklichtgruppe überlaufen um an den hinteren Stoßfängern zu enden. Die Beladekante hinten ist nicht zu hoch angelegt, hohes Heben ist nicht nötig. Der Kofferraum ist absolut ausreichend, wenn manche auch vielleicht meinen, er sei zu klein für diese Klasse. Die Türen sind ausreichend groß, beleuchten nachts den Boden zum Ein- und Aussteigen und schließen gut und leise.

Das Armaturenbrett ist funktional gehalten, Kilometerzähler, Tachometer, Drehzahlmesser, Tankanzeige und Temperaturanzeige liegen sehr übersichtlich im Sichtfeld. Das Lenkrad ist höhen- und tiefenverstellbar. Die Hupe ist da, wo sie hingehört, nämlich auf dem Lenkrad. Alle Bedienhebel sind gut erreichbar und leicht zu bedienen.

Das Herzstück des Cockpits ist das satellitengesteuerte Navigationssystem in Verbindung mit einem Cassettenradio mit CD-Wechsler und einem GSM-Telefon. Nach der anfangs etwas gewöhnungsbedürftigen Programmierung eines Zielortes leitet die freundliche Stimme den Fahrer zielgenau ans Ziel. Ich persönlich habe mir einen Spaß daraus gemacht, etwas anders als die Vorschläge zu fahren. "Bitte wenden Sie in 400 Metern" bekam ich öfter zu hören, aber die nette Dame blieb nett und gab nie auf eine neue Route zu berechnen. Ich kam immer dahin, wo ich hinwollte, auch wenn das Navigationsystem so nicht einverstanden war. Meistens erwartete ich den Ausspruch : "Machen Sie doch, was Sie wollen, ich schalte jetzt ab !". Wie so oft im Leben wartete ich vergebens.

Der Wagen liegt satt auf der Straße, Bodenunebenheiten werden sehr gut absorbiert, im Inneren bekommt man von solchen Kleinigkeiten nicht viel mit. Durch die Tieferlegung war der Wagen etwas straffer, aber die Serienfederung hätte mit ihren weicheren Stoßdämpfern die Schläge wahrscheinlich noch etwas mehr abgefangen.

Der Fünfzylindermotor mit 113 kW (154 PS) ist durchzugstark, hat einen guten italienischen Sound und ein temperamnetvolles Verhalten. Die Beschleunigung habe ich
nicht gemessen, ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht, aber sie ist absolut ausreichend. Der Durst hält sich für ein Auto seiner Klasse in Grenzen. der Bordcomputer zeigte bei der Übernahme 12,4 l/100km an, als ich ihn zurückgab stand er bei 10,5 l/100km.

Der Wagen, wie ich ihn hatte, käme neu auf ca. 55.000,- DM. Mit Abzug einiger unnötiger Extras bekommt man ein solides, schönes Auto für Langstrecken. In dieser Preisklasse ist der Lybra mein Favorit. Gleich ausgestattete Fahrzeuge namhafter deutscher Hersteller sind um 7.000,- DM bis 10.000,- DM teurer

Der Lybra ist in meinen Augen kein Auto zum Rasen. Ein gemütliches, dem Verkehr angepaßtem Dahingleiten ist eher seine Stärke, obwohl er laut Prospekt 210 km/h bringen soll. Aber ich bin nicht an Endgeschwindigkeiten interessiert, sondern an einem entspannten, möglichst streßfreiem Vorankommen interessiert. Dafür wäre der Lancia Lybra eine sehr gute Wahl. Aber für mich bitte nur den Station Wagon !

Fazit: