Lada Niva
Und er ist doch unverwüstlich! - Lada Niva Auto

Produkttyp: Lada Autos

Neuester Testbericht: ... und kaufte den Wagen Papi ab. Der Wagen musste schließlich vom Hof. Gegenüber dem 76er Modell wurde der Wagen in einigen sehr wesentl... mehr

Und er ist doch unverwüstlich!
Lada Niva

Bastlwastl

Autor-Name: Bastlwastl

Produkt:

Lada Niva

Datum: 14.02.12

Bewertung:

Vorteile: Alltagstauglich, geländegängig, praktisch, robust

Nachteile: Nichts für empfindliche Ohren

Als ich 1991 meinen Führerschein gemacht hatte war der NIVA mein erstes Modell, das ich mir mit meinem Bruder geteilt habe. Seinerzeit ein 76er Baujahr, also der Ur-NIVA. Dieser ging 1993 schließlich an seinem Rost zugrunde und wurde von einem Erlanger Autohändler entkernt. Zuvor hatte ich es noch einmal beim damals großzügigeren TÜV in Thüringen versucht (man hatte dort eher Verständnis für Ost-Modelle), aber der Versuch scheiterte. Also auf zur letzten Fahrt: Nachdem mir der Erlanger Händler schon vorher 400 harte D-Mark geboten hatte, fuhr ich praktisch ohne Bremsen die Autobahn von Rudolstadt/Thüringen nach Erlangen. Dank der guten Motorbremse lebe ich heute noch. Die 400 Mark habe ich mir hart verdient. Da man sich in LADA schnell verliebt fuhr ich dann nach zwei Wartburg einen Samara (bis 96). Den verkaufte ich "umständehalber" an einen Russen. 2006 kam es schließlich zum "Revival". Mein Vater hatte sich als Ersatz für seinen pensionsbedingt verlorenen Dienstwagen (Audi A6) einen nagelneuen NIVA gekauft. Zu meiner Freude und zum Leid meiner Mutter. Denn Paps war auf Langstrecken fortan mit ihrem Wagen unterwegs und überließ ihr großzügig den NIVA. Das fand die wiederum gar nicht gut und so erbarmte ich mich und kaufte den Wagen Papi ab. Der Wagen musste schließlich vom Hof.

Gegenüber dem 76er Modell wurde der Wagen in einigen sehr wesentlichen Punkten verbessert: 1) Dank Einspritzung springt der Wagen auch bei zweistelligen Minusgraden zuverlässig an und verbraucht "nur noch" 11 Liter statt früher 15 bis 18 (je nach Fahrweise). 2) Dank Servolenkung kann man jetzt auch "coolere" Breitreifen fahren, welche ich jedem nur empfehlen kann. Das Fahrgefühl steigt erheblich, die Optik ist 1000 Mal besser. Die beim Standardmodell auch heute noch ausgelieferten schmächtigen Werksräder stammen noch aus der Zeit als der NIVA eben keine Servolenkung hatte und folglich dünne Reifen technisch zwingend waren. 3) Das Heckklappenschloss wurde abgeschafft und durch einen Seilzug ersetzt. Es rostete nämlich meistens erbärmlich vor sich hin, so auch in meinem 76er, also - so dachten sich die Konstrukteure "weg damit"! 4) Die hinteren Fenster konnten früher ausgestellt werden. Es regnete dort aber meist rein, also: "Weg damit!". Gleiches gilt für die Ausstellfenster vorne, die wie beim alten Käfer waren. Allein diese letzte Änderung ist von Nachteil. Denn gerade bei Regen ließ sich mittels der natürlichen Belüftung von außen die Frontscheibe innen trocken halten. Das geht jetzt nicht mehr und das Gebläse ist leider recht schwach bestückt. Also hilft nur der alte Trick: Eine Dose voll Holzkohlen unter den Fahrersitz, dann bleibt die Innenluft trocken und es beschlägt nicht so schnell.

Dass der NIVA tatsächlich unverwüstlich ist hat meiner unter Beweis gestellt. Beim Campen im Fichtelgebirge hat sich - im hohen Gras abgestellt - einmal die Handbremse gelöst. Vermutlich war ein Kind dran gewesen, denn von alleine kann das eigentlich nicht passieren und ich hatte die Bremse gezogen. Auf einmal war der Wagen weg, es war dunkel, niemand hatte sein Verschwinden bemerkt. Es ging einen schönen Abhang hinunter, wir folgten mit Taschenlampe bewaffnet den Spuren im Gras und ahnten das Schlimmste! Nach ca. 300 Meter - es ging wirklich zum Teil steil nach unten - schließlich zwei rote Reflektoren. Der Wagen stand da. Gestoppt hatte ihn eine anderthalb Meter dicke deutsche Eiche. Er war mit sicher um die 30 - 40 an diese geknallt, jeder andere Wagen hätte einen Totalschaden gehabt. Doch der LADA? Seine Stoßstange war vorne rechts verbogen, kleiner Karrosserieschaden sonst nichts! Am nächsten Morgen ausgebeult. DIe Stoßstange zurückzubiegen ging nicht fünf Millimieter dickes Stahl in U-Form gebogen. Das kann man nicht zurückbiegen! ALso haben wir eine Stoßstange aus Holz gezimmert - der Urlaub musste schließlich weitergehen - schwarz lackiert, Nummernschilder drauf und weiter ging's.

Bis heute kann ich mich vom NIVA nicht trennen, obwohl ich dank dreier weiterer Autos nur noch sporadisch Verwendung für ihn habe. Aber der Gedanke an einen "schlimmen Winter" hält mich davon ab. Denn meine Oma wohnt auf einem Berg in Österreich wo oft nicht geräumt wird. Sperrdifferenzial rein, Untersetzung und man kann sich zu ihr raufwühlen. Es ist unglaublich. Der Wagen wühlt sich wirklich durch 30 Zentimeter Tiefschnee den Berg rauf. Wenn man stehen bleibt wühlt er weiter, bis er wieder Grip hat und der Wagen fährt wieder an. Es gibt kein anderes Auto, das das kann!

Langstreckentauglichkeit: Alles Gerüchte. Der Wagen schnurrt einen über die Alpen bis nach St. Tropez, mit Anhänger. Auf den Straßen der Provence ist er wie zuhause, mit 120 gepflegt über die "Route nationale", kein Schlagloch kann tief genug sein, der Wagen schluckt das weg. Auf der Autobahn geht meiner - gut eingefahren worden - auf gerader Strecke 170, es gibt Beweisfotos vom Tacho (sogar mit 180, aber das war bergab).

Ich behalte daher meinen NIVA, so lange, bis die Russen kommen. Denn mit dem NIVA kann man sich dann quer über die Felder "vom Acker" machen, ab nach Westen. Und die anderen können sich mit ihren Cayennes schön brav auf der A8 einreihen.

Fazit: Unverwüstlich

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: