Jaguar XJ 4.0
Erfahrungen mit einer betagten "Katze" - Jaguar XJ 4.0 Auto

Produkttyp: Jaguar Autos

Neuester Testbericht: ... mit 287 km/h, wobei die Abriegelung bei 250 km/h einsetzt . Trotzdem sollte der Jaguar bei einfachen Dahingleiten genossen werden. Der Moto... mehr

Erfahrungen mit einer betagten "Katze"
Jaguar XJ 4.0

WW4You

Name des Mitglieds: WW4You

Produkt:

Jaguar XJ 4.0

Datum: 27.05.01, geändert am 27.05.01 (1396 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Reisetauglich, Dienstwagentauglich

Nachteile: Wartungsfreudig

Gekauft habe ich meine "Katze" einen Jaguar XJ4.0 Daimler vor knapp 2 Jahren, weil mein bis dahin zuverlässiger Passat langsam aber sicher den Geist aufgab.
Warum eigentlich keinen Jaguar kaufen, dachte ich mir...
Da die klassischen Modelle doch deutlich stilvoller sind als die moderneren, kam nur ein klassisches Modell in Frage -in Form eines Daimlers mit Baujahr 1989.

Und es gab viele Überraschungen:

- der Spritverbrauch ist überraschend niedrig und liegt bei "nur" 12,4 Litern. Mir ist es (gerade auf der Autobahn) eigentlich noch nie gelungen, über 13 Liter zu kommen. Wenn man gleichmäßig auf der Autobahn fährt, liegt der Spritverbrauch bei unter 10,5 Litern! Auch in der Stadt verbraucht meine Katze nicht wesentlich mehr als 12 Liter.

- die Reparaturhäufigkeit ist nicht wesentlich höher als bei einem gängigen Massenprodukt, aber die Kosten für die Erhaltung eines solchen schönen Stückes sind - insbesondere wenn man zu Jaguar geht - doch deutlich höher! Dafür haben die Mitarbeiter bei Jaguar immer ein extrem freundliches Lächeln parat. Als ich Winterreifen kaufen wollte, gab es sogar ein EXTREM freundliches Lächeln: "Klar - kein Problem" sagte der freundliche Mitarbeiter am Jaguartresen - Die Problemlösung kostete mich dann 2650,-- DM. Alternativen gab es nicht, denn 3 vorher konsultierte Reifenhändler zuckten nur mit den Schultern - "Tut uns leid, darüber haben wir leider keine Unterlagen...". Einen zweiten Jaguar (als Ersatzteillager) benötigt man aber definitiv nicht.

Zum Fahren: Mit keinem anderen Auto zu vergleichen! Und das merkt man ...

- beim Einsteigen (alles total anders, als man es von anderen "normalen" Autos kennt)

-beim Fahren (genau so muß ein Auto sein)

- beim Aussteigen (selbst nach 1000 Kilometern war die Strecke eigentlich zu kurz)

Es sind die vielen Details, nach denen es schwer fällt, sich vorzustellen, die Marke zu
wechseln.

Ein Beispiel: Wenn man mit Kindern verreist, hört man von den kleinen Geistern stundenlang - gar nichts. Man kann sich nämlich einen kleinen Tisch aus den Vordersitzen klappen und sein Spielzeug darauf drapieren. Wenn es dunkel wird, dann kann man sich eine kleine Lampe herausklappen und seinen Gameboy beleuchten. (Warum haben das nicht auch andere Hersteller?)

Hinten sitzt man übrigens mindestens genauso gut wie vorne. Wenn man auf Dienstreise ist, dann kann man einen Kollegen bitten, am Steuer Platz zu nehmen (noch nie war das so einfach wie heute), und kann hinten in aller Ruhe die nächste Präsentation vorbereiten.

Wovon ich jedoch eindringlich warnen muß: "Kaufen Sie nicht die Katze im Sack!" Der Kauf bei einem der bekanntesten und größten Gebrauchtwagenhändler in Berlin, war die teuerste Entscheidung in meinem Leben. Obwohl eine neue TÜV- Plakette auf dem Nummernschild klebte, war meine Katze nicht verkehrssicher. Um diesen Zustand zu erreichen, habe ich den Kaufpreis noch einmal investieren müssen - nachträglich habe ich die anfänglich- freundliche Zurückhaltung des Jaguarhändlers "schätzen" gelernt. Wenn Sie mit dem Kauf einer alten Katze liebäugeln - fahren Sie mit dem guten Stück zu Jaguar und investieren Sie 1 Stunde Begutachtung - es lohnt sich!

Und noch ein Hinweis, wenn man vorher ein Massenprodukt hatte: Regelmäßig alle Flüssigkeiten kontrollieren!

Ob mein nächstes Auto wieder ein Jaguar ist? Mit Sicherheit!

Fazit: