
Erhältlich in: 1 Shop
Produkttyp: Jaguar Autos
Neuester Testbericht: ... wenn ich DSC ausschalte dreht hier kein Rad durch, während die Konkurrenz Probleme hat die Traktion zu wahren. Bremsweg: Mann, der Jagua... mehr
Hecht im Karpfenteich
Jaguar X-Type 2.5 V6

Name des Mitglieds: Tresal
Produkt:
Jaguar X-Type 2.5 V6
Datum: 15.10.09
Bewertung:
Vorteile: Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer
Nachteile: Holpriges FAhrwerk
Jaguar X-Type 2.5 V6
Warum f#hrt man einen X-Type?
Tja, ich muss ehrlich sagen, dass es in meinem Fall Zufall war.
Es gab ein paar Dinge die der künftige Wagen haben sollte:
- ausreichend PS
- 6 Zylinder
- diverse elektronische Helfer wie ABS und ESP/DSC
- Klimaanlage
- Händler/Werkstatt im Radius von 20 km
- Telefon etc.
Besonders wichtig war der Allradantrieb. Wir wohnen auf einem kleinen aber steilen Berg, wo man im Winter aus dem Fenster heraus beobachten kann wie die Autos die Straße rückwärts hinunter rutschen. Ferner bin ich beruflich viel unterwegs und brauchte deswegen ein Auto welches eigentlich allem trotzt, aber immer noch schön und bezahlbar ist.
Also habe ich im Internet gesucht, all die von mir als wichtig erachteten Kriterien eingegeben und den X-Type als ersten Treffer erhalten. Ein Neuwagen mit den erwähnten Eigenschaften war nicht denkbar, weil wir gerade neu gebaut hatten, die Außenanlagen unter Punkt 2 der "was wir dieses Jahr vorhaben" Liste standen und dummerweise mein Scorpio ziemlich hinüber war.
Als ich nach besagter Internet Recherche als ersten Treffer den X-Type erhielt, der gerade 30000 KM gelaufen hatte, war ich mehr als erstaunt. Der Händler war weniger als 10 KM entfernt - und wenn mir eins schon immer gefiel, dann war das der S-Type von Jaguar, dem der X-Type doch etwas ähnlich sah.
Der Kauf war schnell getätigt - wir fanden den Wagen klasse. Ich fahre ihn jetzt seit fast vier Jahren.
Reparaturen seit ich ihn habe: 2 neue Stoßdämpfer - das wars. Der Wagen hat jetzt 100000 KM auf der Uhr.
Bevor ich zu den Details komme möchte ich ein paar Worte zu den deutschen Testberichten los werden:
Es ist einfach lächerlich.
Ein Jaguar X-Type schneidet meistens gegen seine Konkurrenz nicht sehr gut ab. Das hat natürlich Gründe für die der Wagen nichts kann.
1. Spaltmaße: Wen interessiert es ob zwischen zwei Blechen ein Spielraum von 2 oder 4/10teln Milimeter ist? Mich nicht, denn die zwei Zehntel, die die deutschen Autos - wenn es denn überhaupt stimmt, denn der Beweis steht noch aus - genauer gearbeitet sind, kosten richtig Geld, erfreuen aber nur das geschulte Auge des technisch gebildeten Betrachters oder dumme Autotester, die nicht realisieren dass solche Details völlig unerheblich sind. Es ist interessant, dass die meisten Leute, die etwas von Spaltmaßen reden, auf die Frage was genau diese mit der Funktionstüchtigkeit des Wagens zu tun haben, keine Antwort geben können.
2. Beschleunigung 0-100: Erstens ist es völlig egal ob ein Wagen 8,3 Sekunden benötigt, ob er 7,9 Sekunden benötigt oder ob er es lediglich in 9 Sekunden schafft. Zweitens ist es auch dem dümmsten Autofahrer klar, dass ein Hecktriebler natürlich schneller beschleunigt als ein Wagen mit Allradantrieb. Drittens frage ich mich wen solche Werte wirklich interessieren und was genau sie aussagen.
3. Innenraum: Hier frage ich mich tatsächlich in welcher Beziehung die Kunkurrenz dem X-Type voraus sein soll? Es bleibt eine subjektive Einschätzung. Scheinbar kommen typisch deutsche Autofahrer nur mit schwarzem Plastik klar. An den Türen muss schwarzer Stoff sein - dann ist alles in Ordnung. Hier mag sich jeder sein eigenes Bild machen. Ich wüsste nicht was an der deutschen Konkurrenz hier hochwertiger wäre. Merke: schwarz ist nicht gleich hochwertig.
4. Höchstgeschwindigkeit: Einschlägige Autozeitschriften monieren, dass ein BMW mit vergleichbarer Motorleistung statt 225 KM/Stunde 228 schafft.
Das sind natürlich schlagende Kriterien, wenn ich weiß, dass ich bis nach Österreich ein paar Minuten länger brauche - vorausgesetzt ich kann Vollgas fahren. Ich bin mit meinem Wagen einmal über 225 KM/Stunde gefahren. Normalerweise lässt der Verkehr das nicht zu.
5. Slalom (auf trockener Strecke): Auch hier verliert der X-Type gegen die brettharte Konkurrenz. Da ich und quasi alle anderen Autofahrer selten zwischen aufgestellten Hütchen rumgurke, ist das wohl zu verschmerzen.
Fazit der einschlägigen Tests: Jaguatr X-Type hat nicht die Nase vorn.
Ärgerlich, denn ich weiß jetzt, dass die Konkurrenz schneller von 0 auf 100 ist, schwarzes Plastik im Innenraum hat und besser Hütchen auf trockener Straße umfahren kann.
Habe ich so ein schlechtes Auto?
Leider werden in den Tests keine entscheidenden Dinge getestet. Diese erfährt man erst im Laufe der Nutzung eines Fahrzeugs.
So fährt man dann auf nasser und mit Laub bedeckter Straße, als man schon die obligatorisch eingeschalteten Scheinwerfer im Rückspiegel sieht: "Na, wenn das mal kein BMW/Audi oder sowas ist. Hoppla, wieso wackelt der hinter mir plötzlich so? Naja, jetzt hält er Abstand. Hatte der ein Problem in der Kurve? Aber der war doch so gut im Slalom Test. Komisch, wieso testen die nicht auch mal die Autos auf nassen und Laub bedeckten Straßen, wo wir das doch hier dauernd haben, hmm."
Und jetzt der Spurt auf nasser Straße: "Wow, selbst wenn ich DSC ausschalte dreht hier kein Rad durch, während die Konkurrenz Probleme hat die Traktion zu wahren.
Bremsweg: Mann, der Jaguar steht ja früher als die Konkurrenz. Sollte das u.a. an dem weicheren Fahrwerk liegen? Eben. Der Jaguar ist deutlich weicher als die Konkurrenz, was beim aprupten Bremsvorgang die Frontpartie Richtung Straße drückt. Gerade bei welligem Untergrund steht er schneller - und haben wir nicht sehr wellige Straßen in Deutschland?
Komischerweise werden solche Dinge nicht getestet. Einer Autozeitschrift scheint es eher darauf anzukommen, dass ein Wagen schnell von 100 auf 100 beschleunigt und einen guten Slalom auf trockener Strecke fährt. "Hallo, ist da noch jemand zu Hause?"
Es werden weiche Fahrwerke bemängelt, weil man mit ihnen nicht so durch die Kurven brettern kann. Was soll das? Klar kann ich mit hartem Fahrwerk schneller durch Kurven fahren, aber wozu soll ich das tun? Stellen wir uns vor wir müssen auf einer unebenen Fahrbahn - und genau die haben wir - bremsen. Wie reagiert der Wagen mit dem Zementfahrwerk? Richtig, der springt über die Buckel und kommt deutlich später zum Stehen - hoffentlich ging da niemand über die Sraße!
Nasse Straßen, Laub, Bodenwellen - da fühlt sich der kleine Jaguar wohl. Damit ist er ein sicheres Auto: in erster Linie für die anderen Verkehrsteilnehmer und in zweiter linie für seinen Fahrer.
Weiter gehts: Es wird Winter und Schnee fällt. "Hoppla, wer hängt denn da am Berg fest? Na wenn das mal nicht ein*** oder ein **** ist."
Im X-Type AWD kann man dort anfahren wo andere mit Schwung nicht weiter kommen, denn der hat Allrad, 4fach Traktionskontrolle und verlagert - wie es gerade vernünftig ist - mehr Antriebsenergie auf Vorder- oder Hinterachse.
Beispiel: Letzten Winter fuhren wir einen Berg hinab und kamen in einen Stau. Die Autos kamen wegen Glatteis nicht mehr hinunter. Wir auch nicht, aber wir kamen wieder hoch. Rückwärtsgang rein, einlenken, drehen und zurück - kein Problem.
Wer sich von der Schneetauglichkeit des X-Type überzeugen will sei auf ein Video bei You.... verwiesen, wo ein verwegener Mann mit dem X-Type eine Skipiste herunter fährt.
Im letzten Winter fuhr ich um eine schmale und steile Kurve. Es lag viel Schnee, und ich konnte im Rückspiegel beobachten wie ein Wagen mit Stern dasselbe versuchte und rückwärts hinunter rutschte.
Komisch, wieso interessiert es in Tests nicht wie sicher ein Auto für andere Verkehsteilnehmer ist?
Und genau das ist der X-Type. Er ist nicht der Schnellste, nicht der mit der besten Kurvenlage -wohl gemerkt auf trockener Straße - aber er ist der Wagen, der anderen Verkehrsteilnehmern einige Sicherheitsreserven einräumt. Das ist entscheidend, und hier hat Jaguar - vielleicht intuitiv - etwas richtig gemacht, was die Konkurrenz überhaupt nicht begriffen hat - und die Kunden leider auch nicht.
Dazu sieht er noch wohltuend anders aus als die Schuhkartons der Konkurrenz, die sich durch bösen Blick, harte Linien und dicke Kühlergrills auszeichnet.
Je länger und intensiver man darüber nachdenkt, umso eher kommt man zu dem Schluss, dass die gängigen Autotests absurd sind, weil ihr Augenmerk auf unwesentlichen Dingen liegt.
Wie wäre es mit einem Vier-Jahreszeiten-Parkur, wo zusätzlich unerwartete Situationen eintreten, auf die der Fahrer reagieren muss, wie z.B. Kinder, die über die nasse Straße laufen (natürlich simuliert), plötzliche Glätte, Bodenwellen, Laub etc.
Das sind doch die wichtigen Punkte die KEIN einziger Test berücksichtigt!
Es wäre interessant zu sehen wie der X-Type bei einem solchen Test gegen gleich teure Mitbewerber abschneiden würde.
Aber "Sicherheit für Andere" ist offensichtlich nicht der Stoff von dem Autofahrer und blöde Autotester träumen. Hier regiert das hedonistisch angehauchte Ego, das im Auto sitzt, auf Spaltmaße achtet, von 0 auf 100 schnell sein will und ignoriert dass ein Auto so konzipiert sein muss, dass es eine möglichst niedrige Gefahrenquelle für Andere ist.
Wenn ich diese Punkte beachte kann ich dem X-Type 5 Sterne geben. Er schafft nämlich die schwierige Gratwanderung zwischen Schönheit, Leistung, Kosten und Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer. Letztere ist nämlich wesentlich wichtiger als alberne Tempo- und Beschleunigungswerte, die Farbe der Instrumente oder dicke Kühlergrills.
Jetzt kommt natürlich das beste Argument von allen: Der X-Type ist kein richtiger Jaguar.
Ich hoffe inständig, dass nicht jedem einmal die Teile des eigenen Autos um die Ohren fliegen, die nicht original sind.
Es wird immer verrückter. Es ist eine gute Idee einen Skoda Octavia zu fahren - immerhin hat der 0815 Design aber nen VW Motor drin. Es ist aber verkehrt einen X-Type zu fahren, der den Motor des Modeo hat und wichtige Attribute von Jaguar ??? Das tut doch schon weh!
Jaguar und Ford haben hier ein richtig gutes Auto gebaut, welches die gleich teure Konkurrenz schonungslos deklassiert, wenn man auf die wirklich wichtigen Dinge schaut.
Jaguar hätte ein Ford Zeichen drauf kleben sollen. Das hätte nichts an dem hervorragenden Wagen geändert, aber an seiner Akzeptanz.
Spritverbrauch: 9,6 Liter sind angegeben und da kann man angesichts des V6 Motors und des Allradantriebs nichts gegen sagen. Komischerweise konnten Autotester diesen Verbrauch nicht reproduzieren; ich kann es, obwohl ich auf einem Berg wohne. Auf Strecken mit weniger Steigung kann man den Wagen unter 9 Litern fahren.
Auch hier muss (leider) eine eigentlich klare Sache erwähnt werden. Warum braucht der X-Type mehr als angegeben ist, aber mit der deutschen Konkurrenz kommt man mit dem angegebenen Verbrauch hin? Lügen die Engländer? Nein, sie lügen nicht, aber der X-Type wird nunmal weniger von Leuten gekauft die auf dem flachen Land leben. Er wird von Leuten gekauft, die Allradantrieb brauchen - und die wohnen nunmal hügelig. Man spart bergab aber nicht das ein, was man bergauf mehr verbraucht - so einfach ist das.
Bevor man sich also in Foren darüber auslässt, dass der Wagen nicht mit 9,6 Litern zu fahren ist, sollte man erst einmal begreifen wo man wohnt.
Vielen Autotestern ist der fünfte Gang zu lang übersetzt. Geheimtipp: Es gibt einen vierten Gang in den man schalten kann. Die Nachteile eines lang übersetzten Getriebes kann man ausgleichen indem man runter schaltet. Die Nachteile kurzer Getriebe kann man nicht ausgleichen, weil die Höchstgeschwindigkeit des Wagens nunmal von der Übersetzung mitbestimmt wird.
Viel mehr Dummheiten fallen mir nicht mehr ein zu denen ich Stellung nehmen könnte.
Nicht falsch verstehen: Der Wagen hat natürlich die immer wieder kommunizierten Nachteile gegenüber der Konkurrenz.
Nur hat er eben viel mehr Vorteile als er Nachteile hat - die werden aber nicht getestet.
Dass sich Dummköpfe in den Wagen setzen, die sich wundern dass sie nicht die Atmosphäre des XJ vorfinden, ist ein Problem welches nicht dem X-Type zuzurechnen ist, sondern demjenigen der einsteigt aber nicht rechnen kann.
Mich stört eigentlich nur eine Sache und das ist das etwas poltrige Fahrwerk. Das ist eine Schwachstelle des Wagens und leider typisch für Ford.
Fazit: Super Auto

