Jaguar E-Type S1 1/2
E-Type, die Legende - Jaguar E-Type S1 1/2 Auto

Produkttyp: Jaguar Autos

Neuester Testbericht: ... Daimler, Coventry Climax, Henry Meadows und Guy Motors. Die 60er zeichneten sich bei Jaguar vor allem durch eine sehr große Produktpalette... mehr

E-Type, die Legende
Jaguar E-Type S1 1/2

GmeinerRalph

Name des Mitglieds: GmeinerRalph

Produkt:

Jaguar E-Type S1 1/2

Datum: 14.11.01, geändert am 14.11.01 (666 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Legendärer Sportwagen, PS, Prestige

Nachteile: unterdimensionierte Bremsen, schlechter Karosserieschutz

Jaguar – was für ein Name. Das erste was einem hierzu einfällt ist: Schnell, tödlich, gefährlich, England und irgendwie auch James Bond. Doch neben all den lapidaren Meinungen die hier in diesem eigens geschaffenen Raubtierbereich, möchte ich im Gegensatz zu den hier seltsamen rumschwirrenden Meinungen, dem Thema doch ein bisschen tiefer auf den Grund gehen, vor allem weil ich eine meiner Kindheitserinnerungen mit dieser Automarke, insbesondere dem Jaguar E – Type verbinde.

Die Geschichte von Jaguar:

Das erste Auto mit dem Jaguar Emblem erschien erst nach dem zweiten Weltkrieg, nämlich 1945, doch die Anfänge der Firma reichen bis in die 20er Jahre zurück und zwar nach Blackpool England zu einem kleinen Geschäft für Motorräder und Beiwagen.
William Lyons und William Walmsley führten dieses Geschäft bis bei ihnen mehr aus einer bastlerischen Laune heraus Autokarosserien entstanden und die Firma nebenbei nach Coventry umzog.
So erschien 1931 der erste „Jaguar“, denn die Fahrzeuge hießen damals „SS“. So entstand bis 1935 eine ganze flotte von SS die Lyons alle selbst gezeichnet hatte. 1935 verließ Walmsley die Firma und ein Jahr später startete ma mit dem Verkauf der SS.
Nach dem Krieg verbannte man das SS Kürzel da dass Firmenemblem einfach zu sehr an Hitlers Schergen erinnerte, und fortan sollten die Wagen aus Coventry einfach Jaguar heißen.
In den 50ern begann Jaguar stark zu expandieren und kaufte ein Gebäude der Regierung in Browns Lane, Allesley welches bis heute der Firmensitz geblieben ist.
Nach dem Krieg stieg der Bekanntheitsgrad von Jaguar rapide an , dies war unter anderem dem modernen Styling und dem neuen XK – Motor mit zwei Nockenwellen und dem Sportwagen XK120 zu verdanken.
In den 50ern kamen die Renntypen C und D welche in sieben Jahren fünf mal die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnten.
In den 60ern verstärkte sich das Wachstum enorm. Mehrere Firmen wurden gekauft
und übernommen wie Daimler, Coventry Climax, Henry Meadows und Guy Motors.
Die 60er zeichneten sich bei Jaguar vor allem durch eine sehr große Produktpalette aus, so wurden so legendäre Autos wie der Mk II der Mk X der und der E- Type erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert, und diese Innovationen wurden dankbar angenommen denn so stiegen die Produktionszahlen von 1950 von 10 000 bis 1955 auf 25 000 jährlich produzierten Fahrzeugen .
1966 verkaufte Lyons die Firma an BMC wodurch die Firma 1968 ein Teil von British Leylands wurde. Im selben Jahr erschien die XJ Serie, welche ab 1971 erstmals eine V12 zu bieten hatte. Die jährliche Produktion war inzwischen auf über 32 000 gestiegen. Doch die Krise von British Leylands zog im selben Jahr Jaguar beinahe in den Abgrund. Erst als 1975 Sir Michael Edwards die Leitung von British Leylands übernahm konnte eine Wende herbeigeführt werden. 1984 gewann Jaguar wieder seine Selbstständigkeit zurück, doch die finanziellen Schwierigkeiten der Firma rissen nicht ab, erst als Jaguar 1989 von Ford übernommen wurde, hatte man so eine sichere Basis gefunden, die Firma zu neuen Erfolgen zu führen, wie man sieht mit dem neuen S- Type, der XJ – Serie, dem X-Type und dem XKR Sportwagen, gar nicht mal schlecht.

Meine persönlichen Ambitionen:

Vor diesem historischen Hintergrund möchte ich mich nun dem eigentlichen Grund warum ich diesen Bericht hier verfasst habe zuwenden: dem Jaguar E-Type.
Alles begann in meiner frühesten Kindheit, so im Alter von fünf Jahren als ich mit meiner Familie in einem alten Opel Kadett B einen steilen Berg ( keine Ahnung wo das war!) rauftuckerten, denn die 60 PS waren nun einmal nicht das allerschärfste. Plötzlich war eine Art fauchen zu hören und ein dunkelgrüner verwischter Fleck grollte an uns vorbei als ob wir hier auf einer pfeilgeraden Autobahn unterwegs wären. Voller Erstaunen fragte ich meinen Vater (immerhin ist er Automechaniker und sollte so etwas wissen) was
das war, und der meinte ein Jaguar E-Type.
Von da an wurde dieses Auto in kindlicher Einfaltheit zu einer Art unerreichbarem Mythos erhoben, denn jedes Mal wenn wir von da an wieder einen Berg (mit dem Opel Kadett B) und später mit einem /8er 220er Diesel Mercedes hochkletterten sagte ich jedes Mal ein Jaguar würde uns ohne Probleme voll schnell überholen.

Das größte Ereignis war als sich unser Nachbar (er war ein reicher Industrieller) ein paar Jährchen später einen dunkelgrünen E – Typ mit Faltdach anschaffte. Ich und mein Bruder haben den armen Mann von da an richtig gehend belästigt, das ganze Auto angetatscht, untersucht und manchmal durften wir das Auto waschen (natürlich gegen Bezahlung!).
Das größte war es für mich als damals 12 jähriger wenn mich unser Nachbar für eine kleine Spritztour mitnahm, das war anschließend beim Aussteigen so als wenn man aus einer Achterbahn ausstieg, solch ein brachiale Beschleunigung (verglichen mit einem B – Kadett) hatte dieser Jaguar.
Noch später, als meine technischen Kenntnisse sich langsam immer mehr zu forcieren begannen stellte sich heraus das dieser Wagen ein 3,8 Liter Sechszylinder von 1963 mit immerhin 265 PS war.
Doch nun will ich euch die technisch Seite des legendärsten aller Jags nicht vorenthalten, denn immerhin war sogar Jerry Cotton der Faszination dieser unendlich langen Haube dieser sportlichen Katze erlegen.

Der E – Type

Ursprünglich war dieses Fahrzeug rein für die Rennstrecke konzipiert worden, doch als sich Jaguar 1961 aus dem Motorsport zurückzog ließ man den Wagen komplett überarbeiten. Die Struktur war eine konsequente Konstruktion aus Stahl die auf einem Multirohrahmen montiert wurde, dieser Multirohrahmen trug den Motor und die Vorderradaufhängung.
Das Modell wurde anfangs als offener Roadster und als flaches Coupe mit Einzelradaufhängung und dem 3, 8 Liter Sechszylinder Motor der Marke XK hergestellt.
Obwohl der Motor aus dem Vor
gänger Modell D Type stammte und kaum modifiziert wurde waren eine brachiale Beschleunigung und eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h möglich.
Der Reiz sich damals einen E – Type zu kaufen lag an seiner Sportlichkeit und dem ungeheuer günstigen Preis – Leistungsverhältnis.
Aber er hatte auch Schwächen: der Innenraum war beengt, die Lüftung sehr schlecht und die Karosserie war praktisch ungeschützt. Außerdem waren die Bremsen und die Straßenlage im Vergleich zu den Fahrleistungen unterdimensioniert.
In den folgenden Jahren wurde das Auto ständig verbessert. 1964 erhielt es einen 4,2 Liter Motor und ein neues synchronisiertes Getriebe, 1966 folgte ein „vier“sitziges Coupe mit längerem Radstand. 1968 folgte die Serie II mit vielen Innovationen. 1971 kam schließlich die Serie III mit einem ganz neuen 5,3 Liter V12 Motor der den angegrauten XK Motor ersetzte .Die Serie III besaß zudem verbreiterte Kotflügel und Breitreifen hatte aber ansonsten den gleichen Aufbau. 1974 endete die Produktion des E – Types nach über 70 000 ausgelieferten Fahrzeugen.

Heute gehört der E –Type schon zu den gesuchten Oldtimern die sich bei einem Preis um die 40000 Euro bewegen +/- je nach Zustand und Modell.
Ich hoffe euch gefällt was ihr hier gelesen habt und versteht meine Ambition zu diesem Thema, nicht wie all die anderen Berichte hier mit 5 Zeilen in denen steht: Habe mir gekauft, super Auto, viel PS !!!Fertig.Das ist doch eine Themenverfehlung,oder?

Fazit: