Hyundai Sonata 2.0i 16V
Mein Mann geht fremd!!!! - Hyundai Sonata 2.0i 16V Auto

Produkttyp: Hyundai Autos

Neuester Testbericht: ... Lenken und Bremsen hat. Der Fehler besteht von Anfang an und ist kein Einzelfall, was Hyundai Deutschland aber leugnet. Mir sind zuminde... mehr

Mein Mann geht fremd!!!!
Hyundai Sonata 2.0i 16V

AnetteW

Name des Mitglieds: AnetteW

Produkt:

Hyundai Sonata 2.0i 16V

Datum: 21.07.01, geändert am 21.07.01 (1354 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: sieht aus wie ein GANZ teurer, gute Verarbeitung, sehr zuverlässig, schnuckelig

Nachteile: Handschuhfach und Wegfahrsperrlösung kann man glatt knicken

Es ist eindeutig: Mein Mann hat ne Geliebte! Wie sonst sollte man es sich erklären, dass er Wochenende für Wochenende mehrere Stunden mit ihr verbringt, sie streichelt, hegt, pflegt, sie regelmässig mit guten Ölen massiert (wer denkt eigentlich an meine Verspannungen in Schultern und Nacken?), ihren Kosenamen „kleine Hexe“ sogar des Nachts im Traume flüstert (bei mir heisst das immer nur „Nätteeeeeeeeeee“) und drauf aufpasst, dass sie ja keine Beule oder Schramme kriegt (aber als ich mir gestern im Supermarkt an einer Palette den Zeh einrannte, kam lediglich ein „Pass doch auf, was Du machst“!).

Wenn das keine Liebe ist. Sie ist grün, seine grosse Liebe – und zu mir sagt er immer, dass er grün an mir nicht mag. Dabei ist Hexe von Dach bis zu den Türschwellern grün – und jetzt sollte auch dem Letzten meiner Leser auffallen, dass ich keine Geliebte aus Fleisch und Blut meine (ich würd ihn ins Höllenfeuer schicken) sondern sein AUTO.


Sechs Jahre alt ist unser Sonata und glänzt dank seines guten Lackes und der noch besseren Pflege bis zum heutigen Tage. Wir hatten bis zum Kauf dieses Autos uns immer auf japanische Autos orientiert (Toyota, Nissan), weil sie in der regelmässigen Pannenstatistik des ADAC zu den „Wenigausfallern“ gehören.

Und auf einmal hatte unser Toyota doch „Tschüss“ gesagt und mein Mann stand da. Ein Bauunternehmer ohne Auto kann sich eigentlich gleich erschiessen.

Die Jagd auf die Autohäuser ging los, denn jedes Auto sollts nun auch nicht sein. Voraussetzungen waren eine leistungsstarke Maschine und eine bereits vorhandene Anhängekupplung, möglichst eine Klimaanlage und evtl. ein Automaticgetriebe.

War gar nicht so einfach – bis wir auf die grüne Hexe trafen. Es war ein zurückgegebenes Leasingfahrzeug, grad 4 Jahre alt, 39.000 km gefahren und hatte alles, was wir wollten – bis auf die Klimaanlage. Die wurde ersetzt
durch elektrische Fensterheber – für uns klimaanlageverwöhnte Bande ein relativ mieser Tausch.

Aber was tut man, wenn einem ein Topp-Auto anschaut, das ansonsten alles hat, was man so von einem Auto erwartet:

 Limosine 4türig mit grossem Kofferraum

 Regelkat (allerdings Normklasse E2, die seit diesem Jahr nicht mehr unter die sauberste EU-Norm fällt, die Steuern dafür sind demzufolge angehoben worden)


 194 km/h Spitzengeschwindigkeit (am Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal hat er es durchaus auch auf 210 gebracht)

 1997 cm³ Hubraum

 Breitreifen (Vredestein) mit Alufelgen

 Anhängekupplung (1500 kg gebremst, 675 kg ungebremst)

 Benzinverbrauch (Normalbenzin) 7,9 l/100 km auf der Autobahn, 9,2 l/100 km im Stadtverkehr

 Masse (l*b*h) in mm: 4700*1770*1405

 Liegesitze, Fahrersitz höhen- und polsterungshärteverstellbar, Rücksitze klappbar zur Vergrösserung des Kofferraumes

 Kopfstützen vorn (höhen- und richtungsverstellbar) und hinten

 Zentralverriegelung von aussen und innen

 Airback für Fahrer und Beifahrer serienmässig

 elektrische Rückspiegelverstellung

 elektrisch versenkbare Autoantenne




Von der Fahrerposition aus kann man ohne Verrenkungen oder andere Anstrengungen alle Einstellungen vornehmen (Zentralverriegelung von innen, elekrische Fensterheber für alle Fenster, Spiegeleinstellung, Kindersicherung) und hat auch aufgrund der Position des Armaturenbrettes und der äusserst praktischen Aufteilung der Leuchten und Signalgeber optimalen Überblick über das Auto.

Beinfreiheit ist für 5 erwachsene Personen auf allen Plätzen im Fahrgastraum optimal gegeben, wobei die 5. Person auf dem Mittelsitz (natürlich) mit dem Mittelsteg mehr oder minder grosse Probleme hat. Er is
t nicht allzu hoch, aber er wird gelegentlich, besonders im Sommer recht heiss.


Der Kofferraum ist geräumig und sehr gross, so dass man (ohne Klappen der Rücksitze) problemlos 3 Getränkekästen und noch eine Klappbox für die Familieneinkäufe unterbringen kann.


Es wird ne ganze Menge Leute geben, die die Nase rümpfen wegen des Automaticgetriebes. Wir waren bei unserem ersten Automatic-Auto auch anfänglich nicht unbedingt die allergrössten Fans. Aber inzwischen wissen wir die Vorzüge durchaus zu schätzen.
Als nämlich mein Mann Anfang des Jahres seinen linken Fuss in Gips hatte, konnte er problemlos und ohne Hilfe sein Auto lenken und sich bewegen. Man stelle sich den ungläubigen Blick der Polizei vor, als sie ihn anhielten zur „allgemeinen Verkehrskontrolle“ und mein Gatte stieg mit einem blitzeblanken weissen Gips aus.
(Dumm wirds nur, wenn der rechte Fuss gebrochen gewesen wäre).
Der allgemeinen Behauptung, dass PKW mit Automaticgetriebe träge sind, kann ich auch nicht bestätigen. Der Hyundai hat einen Turbo-Boost, den eingelegt und Heidewitzka geht die Post aber ab.

Automatic geht allerdings auf die Bremsen. An Stellen, an denen sonst mit der Kupplung gearbeitet und abgespurt wird beim Fahren, braucht es bei einem Automatic halt die Bremse. Der Bremsenverschleiss ist enorm, zumal mein Mann seiner Geliebten ja jährlich um die 50.000 – 60.000 km zumutet.


Die Verarbeitung des PKW im Inneren ist exzellent. Mängel sind da nicht sichtbar, da gibt es nichts zu klagen. Allerdings haben die Koreaner wahrscheinlich noch nichts von Freisprecheinrichtungen für Telefone gehört, denn es ist relativ schwer, eine solche problemlos in Fahrernähe zu installieren.

Hyundai sind keine „Raucher“-Fahrzeuge. Nun gehöre ich zwar ohnehin zu denen, die aus Vernunftsgründen auf Zigaretten hinter dem Lenkrad verzichten (wie leicht könnte glühende Asche irgendwo hinfallen und was passier
t, wenn ein Unfall geschieht, will ich mir gar nicht ausmalen). Aschebecher und Zigarettenanzünder beim Hyunday sind nur nach einiger Verrenkung in der Mittelkonsole GANZ UNTEN zu finden. Es braucht einiges Geschick, dort anzukommen und nebenbei noch auf den Strassenverkehr zu achten. Mein Mann hat den Aschebecher daher zum Lautsprecherhalter für die Freisprecheinrichtung umfunktioniert, das macht ein paar Löcherchen weniger in der Konsole.

Das Handschuhfach ist ein Thema, das für mich immer wichtig ist (wer ältere Berichte von mir kennt, weiss, dass ich dort neben allerlei „Nützlichem“ auch immer Leckerlis für Hund Max bewahre). Das Handschuhfach beim Sonata ist eher ein Witz. Es ist viel zu klein, es ist unförmig, es passt noch nicht mal das Auto-Handbuch und Serviceheft hinein. Dazu kommt dann, dass der Hyundai durch die Anbringung des Airbacks für den Beifahrer genau über dem Handschuhfach keine Möglichkeit mehr hat, AUF der Konsole etwas abzulegen. Es ist nicht erst einmal passiert, dass die Parkuhr durch das Auto rutschte.

Zusätzliche Ablagemöglichkeiten sind in der Fahrer- und Beifahrertür, in die auch die sehr komfortablen Stereolautsprecher eingebaut sind.



Ultranervig ist die Wegfahrentsperrung. In meinem Ford ist die in den Schlüssel eingearbeitet. Hyundai hat dafür ein extra Teil erfunden, klein, aus Hartplast, das es notwendig macht, dass man dieses Teilchen erst in die dafür vorgesehene Electronic in der einen Hand pressen muss und dann den Schlüssel in die andere Hand nehmen und den Schlüssel recht fix ins Zündschloss stecken und vor allem auch rumdrehen sollte! Alles in allem eine ungünstige Konstellation, zumal so ein Schlüssel durchaus mal runterfällt und bei uns nunmehr von 3 Wegfahrentsperrungskästchen bereits 2 den Geist aufgegeben haben.


Und das Fahrgefühl? Ist man auf freier Strecke und kann richtig Gas geben, hat man das Gefühl, das Auto fährt wie auf Schienen. Im Fahrgastraum
ist nur wenig vom Motor zu hören, aufgrund bereits des Eigengewichtes des Autos liegt es sehr ruhig – und auf den breiten Vredestein-Reifen allemal sowieso. Einmal auf der Autobahn auf Geschwindigkeit gebracht, schnurrt der Motor wie ein Uhrwerk und bringt seine Fahrgäste sicher an jedes Ziel.
Pannen sind auch nach 100.000 selbst gefahrenen Kilometern Fehlanzeige.

In der Stadt bringt er brav und ordentlich seine Leistung und fällt halt auf.

Es ist kein Mercedes und auch kein BMW, es ist keine Nobelmarke – aber aufgrund seines schnittigen Profiles, seiner Eleganz und seines immer massierten Lackes *gggg * sticht er schon ins Auge.

Und es ist wieder ein Auto, von dem ich heute schon sagen kann, dass er wohl entweder an eines unserer Kinder weitergegeben werden wird oder seinen nächsten Besitzer im Schrottpressenbesitzer finden wird. Autos sind für uns Gebrauchsgegenstände auf Lebenszeit und gut, wie dieses gearbeitet ist, werden wir wohl langjährige Partner werden.


Eines sei zum Schluss noch gesagt – heisser Tipp. So eine Geliebte ist wirklich was besonderes, da versteht mein Mann auch keinen Spass. Und er hatte nicht mal Verständnis dafür, dass ich, wie ich das eigentlich immer tat, in der Waschanlage Radio angehört habe. Dabei war das Auto hinterher so schön sauber – nur hatte ich vergessen, dass bei laufendem Radio automatisch die elektrische Autoantenne hochfährt. Auweia – und so ein Teil ist teuer (150,00 DM ohne Einbau)


Mein Mann geht fremd und seine Geliebte ist eigentlich ein genügsames Wesen. Sie besucht mit ihm Baustellen, fährt mit ihm über Stock und Stein, lässt sich gelegentlich von Max oder den Katzen anpieseln und verkraftet zur Not auch ne Horde wildgewordener Teenager.

So eine Geliebte gönne ich meinem Mann. Da muss ich auch keinesfalls an Scheidung denken.

Und wenn ich Euch jetzt nicht verraten kann, wie teuer die Geliebte im Neupreis wa
r, liegt es daran, dass wir sie recht preisgünstig als zurückgegebenen Leasingwagen erhalten haben.


Euch allen alles Liebe – und immer gute Fahrt


Anette


© Anette Weise, 21. Juli 2001


Fazit: