

Produkttyp: Hyundai Autos
Neuester Testbericht: ... sicherlich. Deshalb werde ich mir keinen Koreaner mehr kaufen, da auch von der Hyundai Seite keinerlei Unterstützung kam.... mehr
Ein Auto das niemand braucht, oder doch?
Hyundai Santa Fe

Name des Mitglieds: UweW
Produkt:
Hyundai Santa Fe
Datum: 07.08.09, geändert am 16.10.10 (2636 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Super Motor, komplette Ausstatung
Nachteile: hoher Benzinverbrauch, bockiges Fahrverhalten bei flotter Fahrweise
heute will ich Euch mal ein bisschen von meinem Auto erzählen.
Ein großer, schwerer und böse dreinschauender Koreaner namens
Hyundai Santa Fe SM 2,7 4x4
Im Klartext...
Ein sogenanntes SUV (Sports Utility Vehicle)
Hersteller...........: Hyundai Motor (irgendwo in Korea)
Bezeichnung.......: Santa Fe
Typ.....................: SM (SM wird die 1. Gen. bezeichnet - Bj. 2001 - 2006)
Hubraum............: 2656 ccm (2,7 Liter)
Leistung.............: 127 KW (173 PS)
Antrieb...............: permanenter Allradantrieb (4x4)
Emmisionsklasse: Euro 3 / D4
Erstzulassung: 10.2002
Nachträglich wurde Vorbesitzer (ich bin der 2.) eine Flüssiggasanlage eingebaut. Hersteller und Bezeichnung der Anlage: ICOM
Unterflur-Muldentank - 83 Liter (der Tank ersetzt das Ersatzrad)
Entstanden ist dieser Typ von Fahrzeugen, das SUV, vor Jahren in den Clon-Laboren der Automobilbauer. Man nahm einen Geländewagen und einen PKW und gab beides in einen riesigen Mixer und ... (Tusch...) das SUW war geboren. Die ersten Farzeuge hatten noch ein ziemlich störisches Fahrverhalten. Die Gene vom Geländewagen ließen grüßen. Dieses wurde aber nach und nach ausgemerzt. Ein Auto, das eigentlich niemand braucht und doch jeder haben will. Groß, schwer, Spritfresser. Das war auch meine Meinung dazu, bis September 2008!
Wie kam ich bloß zu diesem Monster?
Alles begann damit, das meine Frau und unsere Tochter vor einigen Jahren ihre Liebe zu den Pferden endeckten. Sie gingen regelmässig auf einem Reiterhof in der Nähe zum Reiten. Irgendwann ging dann unsere Tochter auf ihr erstes Reitturnier. Mit einem geliehenen Pferd, einem geliehenen Pferdehänger und einem geliehenen Zugfahrzeug. Das war Anfang 2007. In diesem Jahr folgten noch weitere Teilnahmen an Turnieren. Die Kleine wurde immer besser, von einem vorletzten Platz zum Jahresanfang, bis zu einem Klassensieg zum Jahresende. Dann kam die schlechte Nachricht, ihr geliebtes geliehenes Pferd wurde verkauft. Papi (ich) hatte ein Einsehen und so wurde unsere Tochter stolze Pferdebesitzerin. Das Jahr 2008 verging, die Erfolge blieben.
Dann musste ein anderes Auto her. Mein altes - Ford Mondeo, Bj. ´97 - bekam langsam aber sicher immer mehr Altersschwächen. Und so begann die Suche nach einem neuen Auto. Immer im Hinterkopf, das da ein Pferd war, das ab und zu auch mal transportiert werden musste. Immerhin mit Hänger runde 1600 kg. Das Internet wurde durchforstet, Autoscout und Mobile.de war wochenlang die fast tägliche Lektüre. Auch wurden die Autohändler der Umgebung regelmässig abgeklappert. Und eigentlich hatte ich mich schon auf ein neueres Modell des Ford Mondeo mit Diesel oder 6-Zylinder eingeschossen, (die Gewohnheit lässt grüssen) da sah ich ihn stehen. Runde 800 Meter von unserer Haustüre entfernt stand der Santa Fe bei einem Gebrauchtwagenhändler. Bullig und böse sah er mich an. Nachdem ich die technischen Daten an der Verkaufstafel studiert hatte, wollte ich mich eigentlich schon abwenden, 2,7L Hubraum, 173 PS, ich dachte eigentlich nur an den Spritverbrauch und die Spritpreise. Mein Geldbeutel bekam schon vom Lesen die Schwindsucht. Gott sei Dank las ich aber weiter, denn ganz unten stand als Sonderausstatung "ausgerüstet mit einer Flüssiggasanlage". Und mein Interesse war wieder geweckt. Bei Gaspreisen von damals 65 Cent pro Liter, war es eigentlich schon fast egal, wie hoch der Spritverbrauch war. Also rief ich meine Frau an und berichtete über meinen Fund. Allradantrieb und 2300 Kg Anhängelast und sie strahlte durchs Telefon.
Dann ging es eigentlich relativ schnell, eine Probefahrt, eine kurze Verhandlung mit dem Verkäufer und der Vertrag wurde unterschrieben. Der Santa Fe kam noch in die Werkstatt, kostenlos einige Mängel beseitigen und frischen TÜV und AU machen... 3...2...1... meins!
Lange Rede kurzer Sinn, mittlerweile fahre ich den Santa Fe fast ein Jahr. Was kann ich darüber sagen?
An erwähnenswerter Ausstattung hat er Lederbestuhlung, Klimaautomatik, Autopilot, (Tempomat), Sitzheizung, Nebelscheinwerfer, Rückfahrwarner, Automatikgetriebe mit Tip-Tronic, ABS, ESP, (bei Hyundai heisst es TMC) permanenter Allradantrieb, 2 Front- und 2 Seitenairbags, 4 el. Fensteröffner, Zetralverrieglung mit Fernsteuerung, Alufelgen, getönte Scheiben rundherum, ab der B-Säule schwarz eingefärbt, so das man von Außen kaum ins Innere sehen kann. Und last but not least, elektr. bedienbare und beheizbare Aussenspiegel.
Besteigt man den Santa Fe, genießen die Fahrgäste als erstes die gute Sicht nach vorne dank der erhöhten Sitzposition. Der Arbeitsplatz des Fahrers macht einen aufgräumten und nicht überfrachteten Eindruck. Die verwendeten Materialien für das Amaturenbrett und die Verkleidungen wirken für das europäische Auge etwas Gewöhnungsbedürftig und billig. Aber nachdem ich das Radio ausgetauscht habe und auch schon diverse Kabel verlegt wurden, muß ich sagen, der Kunststoff ist zumindest stabil und auch gratzfest. Da habe ich bei deutschen Fahrzeugen schon schlechteres erlebt. Die Passagiere auf den Rücksitzen haben es nicht ganz so bequem. Die Sitze dort liegen sehr tief und man sitzt, zumindest mit langen Beinen, sehr unbequem. Die Oberschenkel haben dann kaum die Möglichkeit die Sitzflächen zu berühren und man fühlt sich irgendwie eingeklemmt. Jedoch dafür ist die Beinfreiheit zu den Vordersitzen wieder sehr gut. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die in englischer Sprache angebrachten Bezeichnungen und Beschriftungen im Innen- und Motorraum. Zum Motorraum, hier ruht das Herzstück des Santa Fe´s. Abgekapselt und gut geschützt dringt hier so gut wie nichts ein. Ausser etwas abstauben musste ich hier bisher nichts reinigen. Alles was man ab und zu mal kontrollieren sollte ist gut erreichbar.
So, nun aber wieder schnell eingestiegen. Anschnallen nicht vergessen. Schlüssel ins Zündschloss, einmal kurz herumgedreht, der Motor spring sofort willig an und brummt kaum hörbar in guter 6-Zylinder-Manier vor sich hin. Hier muß ich etwas zweiteilen, im Gasbetrieb dauert es etwas länger und das Motörchen springt auch wiederwilliger an. Aber das Ergebnis ist dann das Gleiche, ein seidiges Brummen ist die Folge des Startes. Weiter geht´s, den rechten Fuß auf das breite Bremspedal, den Wählhebel des Automatikgetriebes in Stellung "D", Handbremse lösen nicht vergessen, dann den Fuß wieder vom Bremspedal nehmen und schon rollt der Santa Fe los.
Wie fährt er sich?
Im Prinzip auch nicht anders wie ein Mittelklasse-PKW. Wäre da nicht die schon erwähnte, erhöhte Sitzposition. Das ist prima. Das Fahrverhalten ist bei normaler Fahrt wie bei einem vergleichbaren PKW. Das eine oder andere Schlagloch gibt er vielleicht etwas härter an die Insassen weiter. Die Abstammung vom Geländewagen merkt man erst, wenn man die schnellen Schuhe anzieht und etwas flotter unterwegs ist. Bei schnell gefahrenen Kurven drängt das komplette Fahrzeug nach aussen. Noch schneller und er untersteuert. Hier machen sich dann auch die Sitze unbeliebt. Diese sind bequem, bieten aber kaum Seitenhalt. Aber der Santa Fe wurde ja auch nicht als Rennwagen konzipiert. Ich habe mir mittlerweile auch einen gemässigten Fahrstil angewöhnt. Was ich mir nicht unterdrücken kann, sind manchmal rasante Ampelstarts. Lustig, wenn das Jüngelchen im dicken BMW oder aufgemotzten Golf nur meinen Auspuff zu sehen bekommt. Denn Dank Allrad und munteren 173 Pferdestärken zieht der Santa ohne durchdrehende Räder ab wie eine Rakete. Zumindest bis Tempo 100 Km/h, dann wirkt langsam seine klobige Form im Gegenwind und das Jüngelchen holt wieder auf und schießt grinsend an mir vorbei. Als größtes Manko ist das Automatikgetriebe zu nennen. Mit seinen leider nur 4 Schaltstufen reagiert es eigentlich immer zu spät auf meinen Gasfuß. Besonders im kalten Zustand schaltet es zu spät. Und bei einem "Kick Down" nimmt es sich für meinen Geschmack eine zu lange Bedenkzeit bis es zurück schaltet. Aber dank der Tip Tronic in der 2. Schaltkulisse kann man durch leichtes Antippen des Schalthebels auch manuell nachhelfen.
Irgendwann muß auch mal der Santa an die Tanke. Er genehmigt sich, je nach Fahrweise zwischen 12 und 14 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Bei Hängerbetrieb kommen nochmals 1 bis 2 Liter dazu. Im Gasbetrieb muß man nochmal 1 bis 2 Liter mehr rechnen. So das er sich maximal 18 Liter im Gasbetrieb und maximal 16 Liter Benzin auf 100 Kilometer genehmigt. Nicht gerade zurückhaltend das "schwarze Ungeheuer".
Nochmals zur Gasanlage. Wer sich etwas damit beschäftigt hat, wird vielleicht wissen, das man bei einigen Anlagen entweder irgendwelche Zusatzmittelchen benötigt, die nach bestimmten Intervallen ins System eingespritzt werden, bzw. der Start des Motors nur mit Benzin erfolgen darf. Nicht so bei der ICOM-Anlage. Diese kann ohne wenn und aber nur mit Flüssiggas betrieben werden. Sagt zumindestens der freundliche Werkstattmeister, der die Anlage eingebaut hat. Allerdings habe ich im Winter bei Minusgraden die Erfahrung gemacht, das der Start mit Gas nur sehr wiederwillig erfolgt und der Motor die ersten 2 Minuten sehr schlecht auf den Gasfuß reagiert. Deshalb schalte ich bei diesen Temperaturen zum Start grundsätzlich auf Benzinbetrieb um und nach 1 bis 2 Minuten wieder zurück auf Gas. Außerdem kommt alle 2 Gasbetankungen der Benzinbetrieb zu einem 20 - 30 Km Kurzeinsatz.
Zuverlässigkeit!
Bisher (ca. 9000 Km) musste ich mit dem Santa Fe noch keinen außerplanmässigen Werkstatt-Stopp einlegen. Toi Toi Toi!
Wie heißt es so schön... er läuft und läuft und... säuft!
Fazit:
Es ist ein Auto, das man wirklich nicht braucht. Außer man hat etwas zu ziehen, wie einen Pferdeanhänger und muß dann bei Reitturnieren auf irgendwelchen nassen oder vielleicht auch matschigen Wiesen parken. Dann freut man sich des Allradantriebes und lacht sich heimlich ins Fäustchen, wenn der Parkplatznachbar im dicken BMW oder Daimler im Dreck stecken bleibt. (ich bin aber normalerweise nicht gehässig) Aber gerade diesen gingen noch kurz vorher Naserümpfend und mittleidig lächend am Santa Fe vorbei.
Noch was zum Schluß:
Leider ist der Bericht doch etwas lang geraten und ich danke euch das ihr bis zum Schluß durchgehalten habt.
Nachtrag - 12.02.2010:
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So, Zeit für einen kleinen Nachtrag.
Nun ist der Große, Dicke Schwarze Hyundai ca. 1 1/2 Jahre in meinem Besitz. Runde 15000 Kilometer habe ich damit zurückgelegt.
Außerplanmässig musste ich vor einigen Tagen die Heckklappenaufsteller auswechseln, nachdem sie kraftlos den Geist aufgaben.
Fazit: Ich gebe ihn nicht wieder her.
| Verarbeitung: | ||
| Zuverlässigkeit: | ||
| Fahreigenschaften: | ||
| Ausstattung: | ||
| Platzangebot: |


24.11.09
Hat mein Vater auch...finde ich gut! Schöner Bericht LG