
Produkttyp: Hyundai Autos
Neuester Testbericht: ... der buchmäßigen Garantie (zugelassen am 14.3.2002,übergeben am 15.3.02) konnte Hyundai keiner Kulanzübernahme zustimmen,liegt nicht drin. ... mehr
Ein Kleinwagen, der kein Kleinwagen ist
Hyundai Matrix

Name des Mitglieds: RudiVVC
Produkt:
Hyundai Matrix
Datum: 17.12.02, geändert am 29.07.04 (3224 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Sitzposition, Praktikabilität
Nachteile: Betankungsdauer (beim CRdi)
Im August 2002 war es soweit: mein Wagen hatte 5 Jahre auf dem Buckel und 100.000km auf dem Tacho. Es musste ein Neuer her.
Da meine Frau die Familienkutsche (einen Van) fährt, stand für mich fest: Du kannst Dich ruhig für ein kleineres Auto entscheiden (ich fuhr zu der Zeit einen Honda Accord).
Betrachtet man nun den aktuellen Kleinwagenmarkt, so sträuben sich mir beim Anblick von Lupo, Polo, Corsa, Ka, Fiesta und Co die Haare! Diese Minikarren, in denen man sich die Beine verrenken muss, haben mich sofort abgeschreckt, da ich meine 1,91m doch etwas bequem in der Gegend herumkutschieren wollte.
Ich wagte somit einen Blick auf koreanische Autos und fand: den Hyundai Matrix.
Das Auto ist größer als oben beschriebene Quetschkarren, aber kleiner als ein Opel Zafira.
Mit ca. 4m Länge macht das Fahren im Stadtverkehr riesigen Spass und durch die hohe Sitzposition hat man jederzeit den Straßenverkehr fest im Griff. Insbesondere die Sitzposition begeistert mich auch heute noch immer wieder. Man sitzt regelrecht aufrecht in diesem Wagen, so dass die wirbelsäulenfeindliche Sitzweise, die man in allen Limousinen zwangsläufig einnimmt (Lehne zurück, Arme lang, mehr Liegen als Sitzen), vollkommen unnötig ist.
Wenn ich mich heutzutage in einen VW Passat oder 5er BMW setze, frage ich immer ganz dreist, wieso ich mich zusammenkugeln muss, um sitzen zu können. :)
Kurzum: den Sitzkomfort im Matrix muss man erlebt haben. Beschreiben kann man ihn nicht.(Man muss sich auch zuerst ein wenig dran gewöhnen, aber danach will man nix Anderes mehr.)
Nach dem Sitzen folgt das Fahren: Alle Bedienungselemente sind optimal angeordnet bis auf den Schalter für die Nebelschlußleuchte. Hat man sie versehentlich angeschaltet, so sieht man sie nicht, da das Lenkrad sie verdeckt (ein kleiner Minuspunkt).
Vielfältige Ablagefächer, Getränkehalter und sogar abklappbare Tabletts an den Rückenlehnen der Frontsitze machen das Auto s
ehr praktisch.
Die Rücksitzbank kann man komplett verschieben (wie im Renault Twingo), so dass bei Bedarf der Kofferraum wachsen kann. Klappt man die Rückbank zusammen und nach vorne (ebenfalls vom Twingo abgeschaut), hat man einen Lieferwagen. TOP!
Noch einmal zum Thema Sitzen. Vier lange Kerls können wirklich problemlos mit den Wagen fahren. In meinem Accord war da regelmäßig Schieben an den Vordersitzen angesagt, damit die Hinterbänkler Ihre Knie nicht an die Ohren nehmen mussten. Mit dem Matrix alles kein Problem. Zu fünft mag es in der Breite eng werden (für solche Anforderungen haben wir jedoch den Van).
Durch das Steilheck (hier gebe ich zu, dass man sich daran echt gewöhnen muss, hier hat Pininfarina, die das Auto designed haben, echt gezaubert), weiss man beim Rückwärtsfahren auch immer, wo der Wagen aufhört.
Vorteil als Matrix-Fahrer: ich muss meinen Wagen ja nicht von hinten betrachten, wenn ich damit fahre. :)) Die Frontpartie und die Seitenlienie gefallen mir jedenfalls sehr gut.
Nun zur Motorisierung:
Es gibt ihn mit 1.6l (103 PS), 1.8l (122 PS) und 1.5l Common Rail Diesel (82 PS) Motor.
Ich entschied mich für den 3-Zylinder CR-Diesel. Er ist von der Laufkultur nicht mit den aktuellen Ford-TDCI-Dieseln vergleichbar, für seine Eckdaten (3 Zylinder, 82 PS) aber recht agil und bis 150km/h auf der Autobahn immer vorne mit dabei. Meine Praxis verbrauchswerte: 6,8l/100km waren bislang der beste Wert. Aktuell (Januar 2003)
hatte ich einen Verbrauch von 7,5l, die ich den aktuellen Aussentemperaturen zuschreibe.
Und das ist etwas, das ich sehr mag: man muss sich nicht hinter LKWs verstecken! Und wenn es doch mal eng wird auf der dritten Spur, bleibe ich wo ich bin. Mehr als 160km/h kann man auf unseren Autobahnen (A1, A46, A57) eh nicht mehr fahren. Bei uns herrscht immer volles Chaos auf der Bahn und Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es hier überall.
Also: die popeligen 82PS reichen voll und
ganz aus, dummdoofe PS-Protze, die ihr Hirn beim Autokauf abgegeben haben, müssen halt hinter mir herfahren. :))))
Ich schaffe 800-900km mit einer Tankfüllung. Dazu die niedrigen Dieselpreise und der geringe Hubraum (KFZ-Steuer hält sich in Grenzen). Ich bin mit der Wirtschaftlichkeit des Wagens vollauf zufrieden.
Leider haben wir nun das einzige echte Defizit des Wagens: eine Vollbetankung dauert locker 8-10 Minuten. Der Dieselkraftstoff schäumt im Tank des Matrix dermassen auf, dass die automatische Abschaltung des Tankstutzens alle naselang greift. Da ich in Summe aber nun ca. halb so oft tanken muss, habe ich mich damit abgefunden und nutze die Zeit für ein Pläuschchen mit dem Tankwart.
Was haben wir noch:
Die serienmäßigen 4 Lautsprecherboxen sind hörenswert. Ich habe ein aktuelles Blaupunkt Woodstock in den Wagen eingebaut und bin superzufrieden mit dem 4x45 Watt-Sound. Die Boxen geben echt alles, haben einen guten Wirkungsgrad und saubere Frequenzgänge. Da habe ich in Serien-BMWs und Mercedes schon deutlich Schlimmeres gehört! Unterfüttert man das Ganze mit einer kleinen Subwooferröhre im Kofferraum, hat man für kleines Geld einen Supersound.
Zum Schluss noch der Preis. Der Comon Rail Diesel kostet 15.999 Euro.
Inklusive des Comfort-Paketes (Klimaanlage, Bordcomputer, etc.) habe ich 18.000 Euro für den Wagen bezahlt (mit Anmeldung, Überführung, Metalliclackaufpreis und dem ganzen Kram).
Dazu habe ich volle 3 Jahre Garantie auf den Wagen (davon träumen die deutschen Autohersteller ja noch immer - die wissen schon, weshalb sie auf ihre Bastelkisten nur die zwangsverordneten 2 Jahre geben).
Fazit: ein superpraktisches Alltagsauto für Leute, die ein Auto der Vernunft fahren wollen und kein Statussymbol benötigen (meine Potenz habe ich durch das in-die-Welt-Setzen von 2 Kindern bewiesen... komme also gut ohne BMW M3 aus. :))
Fazit:

