Hyundai i10
Der Elefantenrollschuh - Hyundai i10 Auto

Produkttyp: Hyundai Autos

Neuester Testbericht: ... waren 140 km/h, da ich Angst habe, dass mir bei höherer Geschwindigkeit in dem Auto was passieren könnte. Außerdem wird der Wagen dab... mehr

Der Elefantenrollschuh
Hyundai i10

franzi680

Name des Mitglieds: franzi680

Produkt:

Hyundai i10

Datum: 15.01.10

Bewertung:

Vorteile: Verbrauch, Größe, Platzangebot, lässt sich leicht fahren

Nachteile: Größe, keine Knautschzone, Fahrgeräusche, Verarbeitung innen, Scheibenwischerintervalle

Ich erinnere mich noch ganz genau, wie mein ehemaliger Kollege, der im späteren dann auch mein Verlobter wurde, mir im Februar von seinem tollen neuen Auto erzählte. Mittlerweile hat das Autochen schon über 20.000 km auf dem Buckel, ich war sowohl Beifahrer, als auch Fahrer dieses Vehikels und bin sozusagen Mitverursacher dieser Kilometerleistung.

***Hyundai i10 1.1***

Gekauft hat er ihn im Rahmen der Abwrackprämie am Anfang diesen Jahres. Dafür gab er seinen alten Corsa weg, der sicher keine 2.500 Euro mehr wert war. Draufgelegt hat er dann noch mal dieselbe Summe und erhielt dafür das Basismodell. Basismodell heißt auch bei Hyundai: kein Schnickschnack, also keine Klimaanlage, ja nicht einmal elektrische Fensterheber. Das Einzige, was dieses Auto dem meinigen (ein zwölf Jahre alter Opel Astra) voraus hat, ist die Zentralverriegelung (ohne Funk). Aber hey, das Auto hat ja schließlich fünf Türen. Der Wagen ist 3,57 m kurz und hat einen Kofferraum von 225 l Fassungsvermögen.

Sitzen und Umfeld:
Als ich das Fahrzeug, welches im Übrigen weiß lackiert ist, das erste Mal in Augenschein nahm, wunderte ich mich doch ernsthaft darüber, wie er, mit seinen 1,86 m da ohne Probleme mit fahren konnte, ja, sogar noch bequem darin saß. Denn von außen sieht das Auto mehr aus wie ein Elefantenrollschuh, als wie ein Fahrzeug in dem doch glatt fünf (!) Personen drin Platz haben sollen. Fünf Personen waren es zwar noch nicht, aber schon zu viert ist es doch arg eng im Auto, besonders, wenn man hinten sitzt (was ich nur einmal kurz zur Probe getan habe). Vorne lässt es sich sehr gut sitzen. Es mutet zwar etwas schmal an, und ja, man kann praktisch während der Fahrt mit dem Fahrer kuscheln, aber dieses Fahrzeug hat ausreichend Beinfreiheit auf den vorderen Rängen. Hoch genug ist er auch, so das wir beide nicht wirklich kurz geratenen Personen mit unseren Köpfen keine Probleme haben.
Das Innenleben mutet wie ich es auch schon vorher vermutet habe, billig an. Das Armaturenbrett wirkt schlecht verarbeitet, es wirkt so, als würde es bei einmal schief angucken aus den Angeln fliegen. Dem ist aber nicht so. Es gibt ein Handschuhfach, abschließbar, und diverse andere Ablagemöglichkeiten und Becherhalter, die zwar für keinen Becher passen, aber trotzdem für Stauraum gut zu gebrauchen sind. Das Handschuhfach ist ausreichend groß für notwendige Dinge wie Straßenkarte (Navis sind doof), CDs oder auch Taschentücher. Die Sitze sind schwarz gehalten mit silbriger Sitzfläche. Das sieht recht sportlich aus und sitzt sich auch recht bequem. Die Gurte neigen schon jetzt, nach nur knapp zehn Monaten zum Haken. Damit meine ich, dass die Gurte beim Herausziehen nicht glatt und ohne Stopp in das Schloss zu versenken sind, nein, man braucht Geduld und muss diese Stück für Stück nach vorne ziehen. Schaltknüppel und Lenkrad lassen sich gut anfassen und das Radio lässt sich gut und einfach bedienen. Es klingt ein wenig knarrig, aber Qualität habe ich persönlich beim mitgelieferten Radio nun wirklich nicht erwartet. Aber nun, fahren wir endlich mal los.


Fahren und alles was dazu gehört:
Der Motor springt auf Schlag an und schnurrt wie eine Katze. Anders erwarte ich das auch nicht bei einem so jungen Fahrzeug. Er läuft mit Superbenzin und hat 67 PS bei einem Hubraum von 1080 ccm. Ich finde, da holt man aus einem so kleinen Motor eine ganze Menge heraus. Wenn der Motor warm ist, klingt er mehr in Richtung Nähmaschine, als nach Automotor. Also im Vergleich mit meinem Wagen zumindest, aber da scheppert ohnehin alles. Der Wagen fährt sich wirklich sehr leicht. Die Schaltwege sind kurz, die Kupplung ist sehr gnädig und die Lenkung funktioniert sozusagen mit dem kleinen Finger. Das ist mir persönlich fast schon zu leicht. Die Bremse reagiert sofort und ziemlich hart, was einerseits sicher vernünftig ist, aber andererseits für meinereiner, die normalerweise immer richtig kräftig auf die Bremse petten muss damit was passiert, doch schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die Beschleunigung ist nicht überwältigend, aber man kommt zügig voran und hat nicht das Gefühl am Berg zu kleben oder nicht vom Fleck zu kommen. Ab 90 km/h fängt am Schaltknüppel etwas an zu quietschen. Als mein Verlobter damit neulich zur Inspektion war (alle 20.000 km) sagte man ihm glatt, dass da Styrophor verarbeitet ist, und das das so zu quietschen hat. Bitte? Das kanns ja wohl nicht sein. Aber das nimmt man halt für den kleinen Kaufpreis mit in Kauf. Das Quietschen hört aber ab 110 km/h auch wieder auf. Das maximale, was ich mich getraut habe zu fahren waren 140 km/h, da ich Angst habe, dass mir bei höherer Geschwindigkeit in dem Auto was passieren könnte. Außerdem wird der Wagen dabei sehr laut, so dass man kaum sein eigenes Wort versteht. Bei höheren Geschwindigkeiten wackelt der Wagen für meine Bedürfnisse zu sehr, das mag an der Höhe des Fahrzeuges liegen, aber auch einfach an der Unsicherheit, die mir dieses Auto durch seine doch sehr geringe Größe vermittelt. Bis zu 160 km/h fährt dieses Fahrzeug, also dann wenn mein Schatz fährt und ich mich mit Todesangst an den Griff auf der Beifahrerseite klammere.
Einparken lässt sich der Wagen trotz seiner geringen Größe für meine Bedürfnisse nicht sonderlich gut, denn gerade vorne kann ich sehr schlecht einschätzen, wie lang (bzw. kurz) die Fahrzeugschnauze ist, denn sie hört wenige Dezimeter hinter der Frontscheibe auf. Knautschzone? Fehlanzeige. Das Wort Frontscheibe bringt mich auf einen anderen Punkt. Die Scheibenwischer, bzw. die Scheibenwischerintervalle. Diese finde ich auch im höchsten zu langsam. Da ist der Regen schneller. Das ist gerade im Herbst ganz dolle unschön. Ungünstig finde ich, dass man die relevanten Bedienelemente von Licht und Scheibenwischer komplett auf die Hebel am Lenkrad gelegt hat. So musste ich doch bei der ersten Fahrt zunächst erstmal den Lichtschalter suchen.
Toll ist hier der Verbrauch. Der Kleinstwagen schluckt nämlich gar nicht mal viel. Mit gut vier Litern auf 100 km kommt er klar. Das mag nicht zuletzt am kleinen Motor und dem geringen Gewicht liegen, aber es liegt für meine Begriffe auch daran, dass man den Wagen auch mit ruhigen Gewissen und Motor sehr untertourig fahren kann, so kann ich damit Kurven, die ich mit meinem Astra nur im zweiten Gang schaffe hier locker im dritten Gang fahren, oder dass der Motor anfängt zu Motzen.

Beladen und andere Dinge:
Im Normalbetrieb stehen in Schatzis Auto vielleicht mal ein paar Eimer Farbe. In den Kofferaum passen zwei 10 l Eimer Farbe, dann schon nur noch Kleinkram. Den Rest muss man dann auf die Rückbank stapeln oder mühselig die Rückbank umklappen. Das geht übrigens auch geteilt. Den Großeinkauf machen wir im Regelfall mit meinem Autochen. Erstaunt war ich jedoch, als er beim Umzug dort den großen Kratzbaum der Katze ohne auseinanderbauen verstaute. Trotzdem stört mich etwas. Der Wagen hat hinten eine ziemlich hohe Ladekante, so dass besonders ich Probleme habe darin mal eine Wasserkiste unterzubringen.
Erstaunt war ich, als ich unter der Abdeckung im Kofferraum ein vollwertiges Ersatzrad fand. Das haben heutzutage echt nicht viele Wagen.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Nunja. Das Innenleben, also besonders die Plastikverkleidungen an den Türen, ist sehr empfindlich. Man sieht jeden noch so kleinen Kratzer, da kann auch Cockpitspray nicht mehr helfen.


Fazit:
Es geht selbstverständlich nichts über mein Auto, aber für kleine Wege und für Schatzis Zwecke um zu den Baustellen zu fahren reicht er allemal. Für mich finde ich ihn allein vom Fahrgefühl und der fehlenden Knautschzone, weniger geeignet (was bringen Airbags, wenn das Bauchgefühl kein gutes ist). Der Verbrauch ist super, die Steuer wird wohl auch gering ausfallen (ich glaube, das erste Mal Kfz Steuer ist für dieses Fahrzeug erst im Februar fällig, wenn ich den Betrag habe, trage ich ihn selbstverständlich nach). Er könnte besser verarbeitet sein, aber für den Preis kann man nicht meckern. Deshalb gebe ich ihm drei Sterne und empfehle ihn als Zweitwagen oder Stadtauto gerne weiter.

Vielen Dank für Lesungen, Bewertungen und Kommentare.

Fazit: nettes Stadtauto

Verarbeitung:    Verarbeitung
Zuverlässigkeit:    Zuverlässigkeit
Fahreigenschaften:    Fahreigenschaften
Ausstattung:    Ausstattung
Platzangebot:    Platzangebot