Honda S 2000
Reinrassiger Sportler aus Japan! **prämiert** - Honda S 2000 Auto

Produkttyp: Honda Autos

Neuester Testbericht: ... weil ständig ausgebucht und manchmal passiert es einem auch, dass man das Fahrzeug trotz Zusage nicht kriegt, weil zwei Tage vorher ein Kol... mehr

Reinrassiger Sportler aus Japan! **prämiert**
Honda S 2000

ghettosuperstar

Name des Mitglieds: ghettosuperstar

Produkt:

Honda S 2000

Datum: 05.08.00, geändert am 26.08.00 (914 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: tolles Design; seltener als SLK/Z3; kompromisslos sportlich und schnell

Nachteile: nur 4 Zylinder, Motor sehr hochgezüchtet und daher evtl. (!) nicht sehr langlebig

Der S 2000 ist Hondas Interpretation eines sportlichen Roadsters. Für 63.480 DM bekommt man einen sehr umfangreich ausgestatteten reinrassigen Sportwagen, unter "Zusatzausstattung" sind lediglich drei Positionen aufgeführt: FCKW-freie Klimaanlage (2500,--), Metallic-Lackierung (1000,--) und Hardtop (auf Anfrage).

Das Design des S 2000 ist angenehm "unjapanisch" und weckt Emotionen: Aggressiv wirkende Front mit tief gezogener Frontspoiler-Lippe und grossen Lufteinlässen, eine Keilform, die schon im Stand Dynamik suggeriert und ein charismatisches Heck mit je einem Endrohr rechts und links. Überhaupt ist die Heckansicht das, was man vom S 2000 wohl am öftesten sehen wird: Mit 240 Pferdestärken, die nur 1320 kg Leergewicht bewegen müssen, sind Beschleunigungsorgien ein Kinderspiel: In 6,2 Sekunden von 0 auf 100, der Vortrieb endet erst bei realen 240 km/h respektive 253 laut Digital-Tacho...!

Das Triebwerk ist eine kleine Sensation: Die 240 PS werden aus nur 1997 ccm Hubraum gewonnen, was mit 120 PS pro Liter Hubraum Weltrekord ist, wenn man Turbo- und Kompressormotoren ausser Acht lässt (denn der Motor des S 2000 ist ein Saugmotor ohne jegliche Aufladung). Allerdings braucht der Motor trotz variabler Ventilsteuerung ("VTEC") hohe Drehzahlen, um diese Kraft zu entfalten, im unteren Drehzahlbereich wirkt der S 2000 beinahe schwächlich. Erst ab knapp 5000 U/min geht die Post ab, dafür dann aber ganz gehörig. Schaltfaule Fahrer sollten sich aber auf häufiges Rühren im leichtgängigen Sechsgang-Getriebe gefasst machen, denn das maximale Drehmoment beträgt nur 208 Nm, und diese werden erst bei unglaublichen 7500 U/Min mobilisiert. Äusserst bemerkenswert ist, dass der rote Bereich des digitalen Drehzahlmessers erst bei 9000 U/min beginnt, was man sonst nur bei Ferrari-Boliden findet... Diese immensen Werte lassen mich persönlich stark an der Lebensdauer des Motors zweifeln: Ganz gewiss hält ein so kompromisslos hochgezüchteter 4
-Zylinder-Motor nicht so lange wie z.B. ein robuster 6-Zylinder aus einem BMW Z 3 (2.8 / 3.0) oder einem Mercedes SLK (SLK 320).

Das bis zum Limit hochgezüchtete Triebwerk gibt sich nur mit dem teueren "Super Plus Bleifrei" (98 Oktan) zufrieden, von dem es sich bei etwas schnellerer Gangart ungeniert 14 Liter auf 100 km genehmigt. Ein nicht mehr zeitgemässer Verbrauchswert, der wohl durch das hohe Drehzahl-Niveau entsteht, mit dem man den S 2000 bewegen muss, um seine Leistung zu erfahren. Doch immerhin wird dank eines hochwertigen Metallkatalysators die Abgasnorm "Euro 3" ("D3") erfüllt, so dass dem stolzen Besitzer zumindest eine Steuervergünstigung gewährt wird.

Dank einer Gewichtsverteilung von exakt 50/50 je auf Vorder- und Hinterachse und eines ziemlich tief liegenden Keilform-Fahrwerks klebt der Honda wie das sprichwörtliche Brett auf der Strasse, so dass schnelle Kurvenfahrten zu einem Vergnügen ohne gleichen werden. Auch ist die Karrosserie sehr verwindungssteif, was durch ein stark verstrebtes, x-förmiges Chassis erreicht wird. Die Bereifung (205er vorne, 225er hinten, auf sehr schönen 16 Zoll 5-Stern-Felgen) wurde von Bridgestone exklusiv für den S 2000 kreiert. Die gross dimensionierten Scheibenbremsen haben den leichten Roadster jederzeit unter Kontrolle, so dass man sich auch bei hohen Geschwindigkeiten stets sicher fühlt.

Nicht nur die Aussenhaut, auch der Innenraum des aufregenden Japaners ist sehr ansprechend gestaltet: Serienmässig (!!) dominiert wahlweise schwarzes oder rotes Leder das Cockpit. Echtes Rennwagen-Feeling wird durch detailverliebte Merkmale erzeugt: Armaturen wie in einem Formel-1-Wagen (digitales Drehzalband anstelle eines herkömmlichen Drehzahlmessers, darunter eine ebenfalls digitale Geschwindigkeitsanzeige. Sehr gute, mit Leder bezogene Sportsitze, die erstklassigen Seitenhalt gewährleisten. Airbag-Sportlenkrad mit Aluminium-Einsatz, der gut zum Alu-Schaltknauf passt. Und,
last but not least: Der Motor springt nicht durch schnödes Herumdrehen des Zündschlüssels an, sondern mittels eines links neben dem Lenkrad angebrachten roten Knopfes mit der Aufschrift "Engine Start"...).

Das Verdeck des Cabrios öffnet sich nach manueller Entriegelung zweier Haltegriffe über der Windschutzscheibe auf Knofdruck (serienmässig, wie Sie bereits ahnen werden) in nur sechs Sekunden, was ein Öffnen an der roten Ampel problemlos möglich macht (dieser Wert wird meines Wissens nur vom Porsche Boxster übertroffen). Allerdings sollte man das geöffnete Verdeck mit der mitgelieferten Persenning an der Karosserie fixieren, was eigentlich eine nicht mehr zeitgemässe Lösung ist.

F A Z I T:
Bedenkt man, dass im Grundpreis in Höhe von 63.480 Märkern alles inbegriffen ist, was bei der deutschen Konkurrenz mit saftigen Aufpreisen erkauft werden muss, ist der S 2000 ein echtes Schnäppchen (selbst Xenon-Scheinwerfer, Pollenfilter, elektrisches Verdeck u.v.m. sind standardmässig an Bord). Auch die hohe Leistung ist bei diesem Kaufpreis einmalig, leider mit nur vier Zylindern, während die deutsche Konkurrenz BMW und Mercedes in dieser Leistungsklasse schon mit zwei Töpfen mehr aufwartet. Alles in allem ist Hondas S 2000 jedoch eine sehr gute Wahl mit sehr hohem Spassfaktor. Nicht umsonst ist dieser Sport-Roadster in Genf zum "Cabrio of the year 1999" gewählt worden.

Fazit: