
Produkttyp: Ford Autos
Neuester Testbericht: ... sein Arbeitsprinzip nicht mehr verbergen mag. Und was kostet nun der Spaß? Für den Ford Ranger XLT mit Doppelkabinen müssen ab 44467,7... mehr
American Way of Drive
Ford Ranger

Name des Mitglieds: Banff
Produkt:
Ford Ranger
Datum: 25.03.01, geändert am 12.07.04 (3372 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: praktisch wie ein Schweizer Taschenmesser , beträchtlichen Transportreserven, Allradantrieb
Nachteile: großer Wendekreis, Unbeladen geringer Federungskomfort
Coca Cola, Mc Donald und Pickups – dürften Begriffe sein die einem zuerst bei dem Gedanken an die Vereinigten Staaten einfallen. Hat Coca Cola und Mc Donalds bei uns schon lange Fuß gefasst gelingt dies den Auto Herstellern mit ihren Pickup Modellen bisher nur unzureichend. Noch immer assoziiert der eher leistungsorientierte deutsche Kunde Pickups mit trägen und spartanisch ausgestatteten Nutzfahrzeugen. Riesen Stückzahlen wie in den USA, dem Mutterland der Mini-Trucks sind so kaum zu erwarten. Doch woher kommt dieser Erfolg in den Staaten? Sind die Amerikaner ein Volk von Farmern, Hobby Handwerkern und Freizeit Spediteuren? Oder haben Pickups Vorteile die sich dem deutschen Autokäufer einfach noch nicht erschlossen haben?
Etwaigen „Bildungslücken“ möchte Ford nun mit dem Modell Ranger begegnen.
Gehört der Ranger in den Staaten eher zu den kompakten Pickup Modellen ändert sich diese Einteilung, sobald man auf bundesdeutschen Straßen unterwegs ist. Fast 5m Länge, 1,75m Breite / Höhe und ein Leergewicht von 1,8t sind schon recht eindrucksvoll. Dennoch ist dieses Drum erstaunlich übersichtlich. Die hohe Sitzposition, große Außenspiegel und wenige von der Karosserie abstehende Teile erleichtern Millimeter genaues Rangieren beträchtlich.
Die Doppelkabine bietet Platz für bis zu 5 Personen wobei die hinteren Türen doch recht schmal geraten sind. Vorn gibt es dagegen wenig zu meckern. Die Sitzposition stimmt ebenso wie das Raumangebot. Das Armaturenbrett, mit Fahrer und Beifahrer Airbag, ist übersichtlich gestaltet und gut verarbeitet. Die Bedienungskräfte für Kupplung, Schaltung und Lenkung sind angenehm niedrig. Etwas anachronistisch mutet die Stockhandbremse unter der Armaturentafel an aber so wird Platz für eine großdimensionierte Ablage zwischen den Sitzen geschaffen. Hinter dem Fahrerhaus (wahlweiße als Einzel-, Extra oder Doppelkabine lieferbar) schließt die Ladefläche an. Mit der Doppelkabine ausgestatte
t hat diese Ladefläche immerhin eine Länge von 1,53m und eine Breite von max.1,53m. Dank einer Nutzlast von 1040kg und einer auf Wunsch lieferbaren Laderaumabdeckung lässt sich diese Fläche auch sorgenfrei nutzen. Doch damit sind die Transportqualitäten des Rangers noch nicht erschöpft. Wer ihn als Zugmaschine für Boot, Pferdeanhänger oder Wohnwagen nutzen will wird sich über eine Zulässige Anhängelast von 2200kg (gebremst, bei 12% Steigung) freuen. Diese beträchtlichen Transportreserven bringen jedoch auch einige Nachteile mit sich.
Um bei voller Belastung ein sicheres Fahrverhalten zu ermöglichen musste das Fahrwerk natürlich recht straff ausgelegt werden. Da bleibt im 1 Mann Betrieb nicht gerade viel Federungskomfort übrig und es ist Aufgabe der recht weich gepolsterten Sitze die gröbsten Stöße vom Fahrer fernzuhalten. Ein weiteres Problem zeigt sich auf nasser bzw. glatter Straße. Unbeladen, mit ausgeschaltetem Allradantrieb und bei allzu forschen Gaseinsatz verlieren die 235/75 R15 Reifen auf der blattgefederten Hinterachse relativ früh die Bodenhaftung. Obwohl sich die Übersteuerungstendenz von einem erfahrenen Fahrzeuglenker recht leicht beherrschen lässt sollte man auf glattem Geläuf den Allradantrieb ( zuschaltbarer Frontantrieb mit Freilaufnaben ) möglichst früh zuschalten. Auch ein „paar Kilo extra“ auf der Ladefläche können im Winterbetrieb nicht schaden.
Als Antriebsquelle dient dem Ranger ein 2,5l Turbo 4 Zylinder Diesel der bei gerade einmal 3500U/min seine Höchstleistung von 80KW / 109PS ( 266Nm Drehmoment bei 2000U/min ) erreicht. Ein Verbrauch von 11 – 12l ist in Anbetracht des sicherlich nicht rekordverdächtigen Cw-Wertes und einem Leergewicht von 1785kg auch in Ordnung. Der mit einem Oxydationskatalysator ausgestattete 3 Ventiler treibt den Pickup auf eine Höchstgeschwindigkeit von 145km/h. Absolut langstreckentauglich, auch wenn der Motor bei Volllast sein Arbeitsprinzip nicht mehr verbergen mag.
Und was kostet nun
der Spaß? Für den Ford Ranger XLT mit Doppelkabinen müssen ab 44467,75DM ( das Basismodell mit Einzelkabine beginnt bei 30628,30DM ) über den Tisch des Hauses gereicht werden.
Für diesen Preis gibt es einen gut ausgestatteten 5 Sitzer mit extragroßem „Kofferraum“, einer hoher Zuladung, dem kräftigen Turbo Diesel und Allradantrieb.
Sicher, der Ranger ist kein perfektes Auto. Aber er ist praktisch wie ein Schweizer Taschenmesser und bietet gleichzeitig eine gehörige Menge Fahrspaß.
Und wenn ich Morgen, ruhig und entspannt im Feierabendverkehr mitschwimmend, die A3 Richtung Sonnenuntergang unterwegs bin, werd ich mir bei einem Becher Kaffee und Chris Rea´s „Down on the Beach“ überlegen, warum die Amerikaner ihre Pickups so lieben. Ich komme schon noch drauf!
Fazit:
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26.03.01
Bei aller Liebe zu amerikanischen Autos (ich mag vor allem die Muscle-Cars der 60-ger Jahre) bin ich ganz froh, nicht allzuviele derartige Pickups auf unseren Straßen zu sehen. Die meisten von Ihnen gibt es nur mit großvolumigen Bezinmotoren und ebensolchen Verbräuchen. Das Haupteinsatzgeb iet ist- genau wie in den Staaten- das städtische Boulevard (ich möchte auf keinen Fall diejenigen diffamieren, die so ein Auto wirklich für die Zwecke nutzen, für die es gebaut ist). Daß die Amis voll darauf abfahren, liegt zum einen an der Mentalität: "bigger is better!" und zum anderen daran, daß es die größten Umweltschweine der Welt sind. Bitte nicht falsch verstehen! Ich mag solche Autos, die von mir aus auch richtig Power unter der Haube haben können. Ich mag nur nicht, wie sie in einem Land mit sehr gut ausgebauten Straßen und Dauerstau hauptsächlich genutzt werden. Viele Grüße, whb.