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Produkttyp: Ford Autos
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2.0 TDCI als agiles Zugpferd
Ford Mondeo 2.0 Turnier

Name des Mitglieds: NSX-Racer
Produkt:
Ford Mondeo 2.0 Turnier
Datum: 23.04.03, geändert am 03.07.09 (7160 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: viel Platz
Nachteile: schlechte Traktion
Update 9/2003: Die Erfahrungen nach ca. 1 Jahr und 15.000 km mit dem 130 PS-TDCi-Diesel-Kombi in der Version "Futura": Trotz ca. 1.700 kg fährt sich der Wagen mit den Serien-Pirelli P 6 (205/55-16) fast schon sportlich, lenkt spontan ein, wenig Seitenneigung, stuckert aber wegen der recht harten Fahrwerksauslegung bei Fahrbahnnähten, Gullydeckeln etc. Längere Wellen werden gut gedämpft. Das Auto" fühlt" sich ca. 200 kg leichter an. ESP (Aufpreis, abschaltbar) regelt recht früh, dadurch wird das ohne ESP bei Frontantrieb übliche Untersteuern unterbunden. Lastwechselreaktionen sind mit oder ohne ESP kein Thema.
Leider regelt die Traktionskontrolle (nur in Verbindung mit ESP lieferbar) dagegen beim Anfahren eher spät. Die Vorderräder sind nämlich schon im Sommer kaum in der Lage, das immense Drehmoment (310 Nm, mit Overboost kurzzeitig 340 Nm) auf die Strasse zu bringen, im Winter verschärft sich das Problem trotz guter Conti-Winterreifen. Hier macht sichdas Fehlen einer Differentialsperre unangenehm bemerkbar.
Der Motor ist ein rauher, aber herzlicher Geselle. Kalt nagelt und scheppert er ziemlich laut, warm reduziert sich das Geräuschniveau auf Klassenstandard. Beim Beschleunigen "knurrt" er vernehmlich, klingt aber nicht unangenehm. Beschleunigung und Durchzug sind für dieses Fahrzeuggewicht begeisternd, vor allem im Anhängerbetrieb beeindruckt die Maschine. Hier muss mein Mondeo regelmässig ca. 1.700 kg (erlaubt bis zu 1.800 kg gebremst) Anhängelast über lange Strecken verkraften (inclusive vollgepacktem Laderaum) - das tut er dank automatischer Niveauregulierung (Aufpreis) und dem beeindruckenden Drehmoment viel souveräner als mein vorheriges Zugpferd (Opel Omega 2.5 TD). Auch bei dem in Frankreich für Gespanne erlaubten Autobahntempo 130 pendelt und wackelt nichts - allerdings muss bei Steigungen schonmal vom 5. in den 4. Gang 'runtergeschaltet werden (da war der Omega aber schon im 3.) Der aktuelle Mondeo soll statt des 5-Gang- sogar ein 6-Gang-Getriebe bekommen - brauchen würde er es eigentlich nicht.
Auch die Niveauregulierung kann aber nicht verhindern, dass der Vorderwagen unter diesen Bedingungen offenbar zuwenig belastet ist - die ohnehin vorhandenen Traktionsprobleme verschärfen sich deshalb beim Anfahren an Steigungen und bei nasser Fahrbahn.
Verbrauch: ca. 8 l Diesel ohne, 12-14 l mit Hänger, Ölverbrauch ca. 1 l auf 5.000 km - sehr wenig für einen viel geforderten Diesel.
Zum Innenraum: Die Vordersitze sind super - gute Seitenführung und Platz auch für 1,94-Kerle (da fehlt allerdings etwas Oberschenkelauflage), selbst bei ganz zurückgeschobenen Sitzen ist vor der Rückbank noch anständig Knieraum. Freunde von ausgiebigen Lade-Orgien können entweder nur die Rücksitzlehnen einzeln vorklappen (ein Drittel zu zwei Drittel) oder man klappt erst die Sitzfläche mittels Halteschlaufe hoch und nach vorne und anschliessend die von den Kopfstützen befreite Rückbank - dann entsteht eine ebene Ladefläche, die noch dazu mit recht niedriger Ladekante glänzt. Ca. 1.750 Liter lassen sich so dachhoch verstauen, wenn der Beifahrersitz vorgeklappt wird, sind's noch mehr.
Design und Verarbeitungsqualität (innen) sind insgesamt schon fast ein Quantensprung zu früheren Mondeo-Modellen - vor allem der Alu-Look begeistert.
Bevor aber alle vor Freude überschäumen, noch ein paar Motzpunkte: Heftige Raucher werden sich über das im Mitteltunnel hinter der Handbremse untergebrachte beleuchtete Loch mit Klappe ärgern - dieses Ding ist im Katalog fälschlicherweise als "Aschenbecher" vermerkt, aber als solcher kaum zu gebrauchen.
Der Tempomat funktioniert im Diesel nur oberhalb ca. 60 km/h und auch da eher unbefriedigend. Bei Steigungen bis ca. 70 km/h im 4. Gang ruckelt's gerne, bei höheren Tempi braucht er ewig zum Nachregeln, z. B. wenn's im Wechsel bergauf- und bergab geht (selbst bei leichten Anstiegen). Auch ohne Tempomat gibt's bei niedrigem Tempo ab und zu Ruckler - möglicherweise auch verursacht durch die Klimaanlage.
Die Lack-Qualität war bei Auslieferung nicht mängelfrei - einige Nasen und Abplatzer im seitlichen Heckbereich trübten das Bild. Ausserdem waren die Scheinwerfer zu hoch eingestellt.
Der Schalter für die Heckklappen-Entriegelung ist an der Mittelkonsole so ungünstig angebracht, dass man gerne mal unabsichtlich draufdrückt. Dann kann während voller Fahrt die Heckklappe aufspringen und Ladegut ins Freie entlassen - genau das Richtige für alle Fans von Horrorfilmen mit Zuschauerbeteiligung.
Bei einer längeren Fahrt mit Hänger setzte plötzlich der Motor aus. Ursache nach längerer Suche im Motorraum: Der Ansaugschlauch des Ladeluftkühlers war aus heiterem Himmel abgesprungen - offenbar war die Schelle werksseitig nicht richtig angezogen; kein Einzelfall, wie mir ein Werkstatt-Mitarbeiter sagte. Immerhin konnte das Problem vor Ort schnell behoben werden.
Fazit: Wer ganze Familien oder sperrige Güter evtl. mit Wohnwagen zügig, relativ sparsam und trotzdem mit ordentlich Spass vom Fleck ziehen will oder muss - der ist beim neuen Mondeo richtig. Raucher wie ich kaufen sich natürlich sofort einen Nachrüst-Aschenbecher aus dem Zubehörhandel.
Fazit: Optimal für Familien, sperrige Güter und Hängerbetrieb
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