Ford Granada
Mit Power durch die Pampa - Ford Granada Auto

Produkttyp: Ford Autos

Neuester Testbericht: ... man diesen bis zum Nachfolgemodell, den Granada 1978. Die Top - Ausstattung war hier der "Ghia". = = = Ford Granada MK II (19... mehr

Mit Power durch die Pampa
Ford Granada

Numibien

Name des Mitglieds: Numibien

Produkt:

Ford Granada

Datum: 29.01.01, geändert am 29.01.01 (421 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: viel Platz

Nachteile: keine

Noch immer bleibe ich nostalgisch verklärt blickend stehen, wenn ein alter Ford Granada an mir vorbeifährt. Dieses schnuckelige Gefährt besaß ich schließlich in den 80er Jahren selbst einmal. Was waren das noch für Zeiten ...

Spontan packte man die Sachen in den großen Kofferraum, wenn das Wetter schön war, und bretterte über die Autobahn ans Meer: über Schlafmöglichkeiten brauchte man sich nicht den Kopf zu zerbrechen, man hatte schließlich dafür ja das Hotel Granada. Platz war genügend, um dort quer zu liegen, denn richtige Liegesitze besitzt der Granada nicht.

Es war allerdings nicht der einzige Wagen der Firma Ford, den ich besaß. Das praktische war daher, daß ich viele Teile des Ford Consuls aufgehoben hatte - wie die immerhin 200 DM pro Stück wertvollen Schlußlichter, die Winter-Reifen, und viele weitere Ersatzteile wie Keilriemen sowie Scheibenwischer, alles paßte genausogut für den Granada.

Wenn man sich heute noch einen komfortablen Ford Granada zulegen will, muß man zumindest darauf achten, daß dieses großartige Automobil aus einem sehr guten Zuhause kommt, sprich: werkstattgepflegt und sein Leben in einer Garage zubrachte. Denn als armes Laternen-Auto, das auf der Straße nachts einsam draußen stehenbleiben muß, gibt der Granada sehr schnell seinen Geist auf: er rostet!

Der Rost war es schließlich, der jedesmal die Autos und mich voneinander für immer trennte, egal ob es nun der Granada, der Consul oder der damalige Ford 20 M von mir war. Mir ist es ein Rätsel, weshalb man nicht die ganzen Fahrzeuge so bauen kann, daß sie dadurch länger halten, indem man andere Werkstoffe verwendet, die das Auto dem Schrottplatz und der gnadenlosen, alles zermalmenden Schrottpresse nicht so schnell zuführen würden!

Im allgemeinen spricht der hohe Benzinverbrauch dagegen, sich ein so großes Gefährt zuzulegen. Doch dagegen muß ich widersprechen: Der Kaufpreis belief sich damals auf 800 DM, das Auto hatte noch 2 Jahre TÜV drauf.
Alles befand sich in einem einwandfreien Zustand, auf dem Tacho standen zwar schlappe 100.000 km, aber sowas bedeutet normalerweise noch lange nicht das Ende! Reparaturkosten hatte ich nie.

Es ist ein Rechenexempel: Ein billig gekauftes Auto mit hohen Verbrauchskosten, immerhin 12 bis 14 Liter auf 100 km auf der Autobahn, ist im Endeffekt nämlich billiger als ein teuer zugelegter Kleinwagen mit weniger Spritverbrauch. (Und man muß nicht in teuren Hotels übernachten). Auch meine anderen beiden Geschosse der Firma Ford waren nebenbei gesagt in der Anschaffung als Gebrauchtwagen äußerst preiswert.


Und was war es doch immer wieder eine Freude zu sehen, welche Autos so am Rande einer Autobahn liegenbleiben: aber niemals ein Ford Granada! Diese außergewöhnliche 6-Zylinder-Schleuder hängte jeden ab. Naja, fast ...

Wie es sich für so ein faszinierendes Auto gehört, war er von mir im Innenraum sehr angenehm ausstaffiert worden: auf der Frontablage waren hübsch aufgereiht wunderschöne, bunte große Stoffblumen, der Fußboden war - maßgerecht zugeschnitten zu den vorhandenen schwarzen Gummi-Fußmatten - mit einem echten rotgemusterten Perser-Teppich vom Sperrmüll verschönert, und weitere glanzvolle Accessoires ließen diesen exquisiten Wagen zu einem ungewöhnlich auffälligen Schmuckstück heranreifen.

Leider war das vorhandene Autoradio ja für meinen Geschmack viel zu leise, so daß ich es gegen ein anderes austauschen mußte, mit eingebautem Kassettenrecorder und genügender Watt-Zahl. Zwei geräumigere Lautsprecher wurden auf der Hutablage drapiert (nein: kein Wackel-Dackel) - und dann gab man turbomäßig mit heißen Songs, heruntergedrehten Scheiben, aufgekurbeltem Verdeck mit den vielen PS kräftig Gas und ließ die staunende Meute anderer, irgendwo da unten kläglich startender Nicht-Ford-Autofahrer milde lächelnd hinter sich an der Ampel stehen.

Ein Ford Granada ist eben nicht einfach nur ein Nutzfahrzeug, er ist ein Lebensgefühl (gewe
sen?).

Auf www.ford.de gibt es die große Datenbank über „Gebrauchtwagen“ unter anderem. Ich werfe ab und zu einen begehrenswerten Blick drauf, ob sich nicht mal ein Ford Granada dort verirrt, ein attraktiver, nostalgischer, in hellblau-metallic ...



Fazit: