Ford Fiesta 1.4 16V
Ford Fiesta 5-Türer mit 96 PS, Bj 2009, Mk7 - Ford Fiesta 1.4 16V Auto

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Produkttyp: Ford Autos

Neuester Testbericht: ... die Rückmeldung vom Motor war der um Ellen besser. Der hier ist leistungsarm und schadstoffstark! Liebe Ford-Ingenieure, was habt ihr ... mehr

Ford Fiesta 5-Türer mit 96 PS, Bj 2009, Mk7
Ford Fiesta 1.4 16V

Motorist

Name des Mitglieds: Motorist

Produkt:

Ford Fiesta 1.4 16V

Datum: 26.01.10, geändert am 07.01.12 (634 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Optik, Ausstattung, Preis, Verarbeitung

Nachteile: lascher, zäher Motor, relativ hoher Verbrauch, ASR nicht abschaltbar

Meine Frau und ich haben uns vor etwa 4 Monaten den neuen Fiesta gekauft (Mk 7), mit 5 Türen, Ausstattungslinie Titanium, 1.4 Liter, 96 PS.
Hauptsächlich nutzt meine Frau das Auto, aber hin und wieder sitze ich auch drin. Ich fahre geschäftlich A6 3.0 TDI, dieser Test ist also eher ein Vergleich was der "Kleine" im Vergleich zum weit größeren, stärkeren und teureren A6 genausogut oder sogar besser kann oder wo man den Klassenunterschied wirklich merkt.

Also los gehts:

Optik:

Ist ja das erste was einem ins Auge fällt wenn man sich ein Auto näher ansieht. Zunächst fällt der optische Quantensprung zum Vorgängermodell auf. Das Design wirkt mutiger, enthält klare Linien und es ist auch ein eigener Charakter erkennbar. Klar, Optik ist persönliche Geschmacksache, aber hässlich ist der Fiesta sicher nicht, meiner Meinung nach in dieser Klasse designmäßig ziemlich gelungen. War auch mit ein Grund für die Kaufentscheidung für den Fiesta und gegen den überzeichneten Corsa und den doch sehr bieder wirkenden Polo. (4 von 5 Sternen)

Innenraum

Der erste Blick überzeugt und bisher habe ich nichts im Interieur entdecken können was wirklich der Kritik wert wäre. okay, die Drehrädchen für die Heizung sind Geschmacksache, eventuell sitzt der Zigarettenanzünder etwas weit hinten...egal. Der Innenraum macht einen hochwertigen Eindruck, nichts knarrzt, die Bedienbarkeit ist gut, die Optik stimmt. Könnte so auch in einem eine Klasse höher angesiedelten Auto zu finden sein. (Focus, Golf-Klasse) Beinfreiheit ist da, auch hinten passt es soweit. Glatte zwei, Tendenz nach oben. (4 von 5 Sternen)

Qualität, Verarbeitung:

Irgendwo muss man auch mal sagen können dass es für ein Urteil zu früh ist. Alles ist heil, es gab keine Schäden irgendwelcher Art, nichts deutete auf minderwertige Qualität hin. Allerdings ist die Kiste auch erst 6000 km gerollt, also kann man das erwarten. Spaltmaße stimmen, alles wirkt wertig. Ich hoffe es bleibt so und es wurde nicht an den üblichen Verdächtigen gesparrt (Stabis/Querlenker, Auspuff, etc.) (bisher 5 von 5 Sternen)

Motor/Verbrauch:

Kommen wir zum Herzstück jedes Autos, zu dem was wirklich zählt: zum Motor. Jeder gewichtet das anders, aber für mich steht und fällt ein Auto mit seinem Motor. Und ausgerechnet hier schwächelt der Fiesta leider extrem.

Folgender Dialog fand beim Händler statt:
Ich: Super, den gibts auch mit 120 PS!
Frau: 60 PS langen doch auch!
Ich: Was willst du denn damit? Go-Kart fahren? 120 PS passt doch.
Frau: Ich fahre damit nur zur Arbeit, mir ist das egal, mir langen 60!
...to be continued

Am Ende haben wir ihn mit 96 PS geholt, der Kompromiss in der Hoffnung die goldene Mitte gefunden zu haben. Das Gegenteil war der Fall. Statt goldener Mitte nicht Fisch nicht Fleisch, nicht weiß nicht schwarz.
Unten raus passiert erst mal gar nichts.
Okay, ich bin da vom 3-Liter-Diesel verwöhnt, aber das da wirklich GAR nichts passiert...Angestrengt summt der Fiesta herum und kriecht trotz Vollgas durchs Drehzahlband. Da geht ja mein Unkrauthäcksler besser!! Das sollen 96 PS sein? Eher 9,6 oder??

Okay, ist ein 16V. Der braucht Drehzahl. Und tatsächlich, wenn man mal über 4000 U/min ist kommt die Erkenntnis: Hey, da ist ja doch ein Motor! Jetzt marschiert Fiesta einigermaßen wacker voran. Schluss ist irgenwo bei 180, aber je höher man den Motor dreht desto mehr kommt. Trotzdem wirkt er nie sportlich, oft überfordert. Spaß macht das nicht, aber es sorgt fürs Vorwärtskommen.
Alle die jetzt sagen: "Klar dass der das so sieht, ist halt kein 3-Liter Audi-Motor!" Okay, stimmt. Aber ich hatte vor kurzem den direkten Vergleich. Bin einen 75 PS Toyoto Starlet Bj 1998 gefahren. Was den Fahrspaß angeht, den Durchzug, die Rückmeldung vom Motor war der um Ellen besser. Der hier ist leistungsarm und schadstoffstark! Liebe Ford-Ingenieure, was habt ihr euch dabei bloß gedacht? So eine Gurke hat der Fiesta eigentlich gar nicht verdient!

Fazit: 1-2 Sterne von 5

Verbrauch:

Naja. Passt ins Bild des sehr mittelmäßigen Motors. 8 Liter im Stadtverkehr, 6,5 wenn meine Frau ihn auf der Landstraße fährt. Sobald man aber in Bereiche kommt wo auch mal ein bißchen Leistung zur Verfügung steht fängt er an wirklich durstig zu werden, und ich meine WIRKLICH durstig. Ab 160 fängt bei Fiesta der "Hurra, ich schmelze die Polkappen ab -Modus" an Die Werte sind insgesamt nicht übel, aber wirklich gut sind sie auch nicht. Und die Werksangaben wurden wahrscheinlich bergab mit Rückenwind auf einer Eisfläche errechnet.
(2-3 von 5 Sternen)

Fahrwerk:

Ordentlich. Hat mich nie wirklich enttäuscht, und natürlich habe ich es getestet. Parkplatz, nass, Vollgas, dann Lenkung Volleinschlag und Handbremse...er rutscht und schlingert und das Fahrwerk kämpft tapfer gegen die Zentrifugalkräfte an. (Versucht es mal, macht Spaß ohne Ende! Bin 42, mache es so gerne wie mit 18!) Für den Normalfahrer reicht es definitiv aus, bei sportlicher Fahrt merkt man eine leichte Tendenz zum untersteuern und leichte Nervosität in der Spur. Ist aber für diese Klasse sehr ordentlich. Passt. Auf den Nürburgring fahre ich trotzdem mit anderen Autos.
(3-4 Sterne von 5)

Preis/Leistung

Ist okay. Immerhin fast 1000 Euro günstiger in der Anschaffung als ein vergleichbarer Polo, Versicherung und Steuerklasse ist auch okay. Ärgerlich ist nur die Preispolitik von Ford (z.B. 50 Euro für 20 Radmuttern für Stahlfelgen oder 800 Euro fürs Radio und eins vom Zubehör passt nicht rein)
Trotzdem ist das im Rahmen.



So, was fehlt noch...ach ja! Die heute im Automobilbau allgegenwärtige Elektronik. Die ist auch beim Fiesta vorhanden. Zuerst das gute: Sie funktioniert. Funkfernbedienung, Klimaanlage, Sitzheizung, Frontscheibenheizung...braucht man(n) alles nicht, funktioniert aber und ist mitunter auch ganz komfortabel. Was mich allerdings aufregt ist diese widerliche, penetrante ASR (Antriebsschlupfregelung). Anfahren auf Schnee? Vergiss es, dem armen Fiesta werden da noch elektronisch die sowieso kaum vorhandenen Eier abgeklemmt! Wo ist der Knopf zum abschalten???? Ford kann das, bin mal einen Focus als Mietwagen gefahren, da KONNTE man ASR abschalten! Und mir kann keiner erzählen, dass ein An/Aus-Knopf das Preissegment sprengt, auch nicht bei einem Kleinwagen! Ich muss zugeben: Habe beim Kauf nicht drauf geachtet, habe es für selbstverständlich erachtet ASR abschalten zu können. Meine Frau stört es nicht, für mich ist sowas fast eine K.O.-Kriterium.

Das wars soweit von meiner Seite. Wir hätten Freunde werden können, der Fiesta und ich. Wir wurden es aber nicht. Das liegt nicht daran, das er ein schlechtes Auto ist. Es liegt daran, dass er auf eine andere Zielgruppe zugeschnitten ist als ich es bin. Er kann alles, aber nichts richtig gut. Er ist ein Auto um die Kinder zur Schule zu fahren oder einkaufen zu fahren oder auch auf die Arbeit zu fahren. Er ist kein Auto dem man sagt: "Du und ich, wir fahren Sonntag morgens auf die kurvige Strecke hinten am Berg und rocken die Sau."
Um unqualifiziert zu sein:
Er ist ein Verwaltungsfachangestellter auf vier Rädern der seinen Job ordentlich macht aber niemals mehr können will. Versteht mich nicht falsch, ich brauche keinen A6 mit 1,7 Tonnen um mich rum um Spaß am Fahren zu haben. Aber den Fiesta brauche ich dafür auch nicht.
Trotzdem, wer einen will soll sich nicht abschrecken lassen. Qualität, Preis/Leistung, Image, Sicherheit, Serviceintervalle... ist alles sehr ordentlich. Miene Nachbarin ist eine motorseitig völlig uninteressierte Soziologiestudentin und wir haben ihr den Fiesta ein Wochenende ausgeliehen weil ihr Auto kaputt war und sie heimfahren wollte. Sie kam zurück und sagte: "Ein richtig schönes Auto ist das, ich hatte richtig Spaß beim Fahren!" Meine Frau fährt auch gerne damit. Und ich plane ihn heimlich zu verkaufen und den A3 Sportsback mit der 2 Liter FSI-Maschine zu kaufen.


UPDATE gute 2 Jahre nach Testbericht:

Der A3 ist es wegen verschärftem Veto der übergeordneten Führung (Ehefrau) nicht angeschafft worden, der Fiesta rollt weiter. Inzwischen stehen gute 50.000 km auf der Uhr.

Positiv:

Qualität. Keine Panne, keine Mängel, kein Rückruf, nichts klappert, nichts rostet. Hier scheint alles zu stimmen.

Negativ:

Wieder mal die Preispolitik von Ford die einem die Zornesröte ins Gesicht treibt. Wollten einen Knopf zum Abschalten des Beifahrer-Airbags einbauen lassen (wegen Baby). Kostenpunkt in der Ford-Werkstatt für einen Plastikknopf: gute 200 Euro. Beim Golf ist sowas serienmäßig. Ärgerlich.

Ansonsten nichts hinzuzufügen.

Fazit: ordentlich ohne zu begeistern, keine Kaufempfehlung wegen Motor

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: