Fiat Marea 1.6 16v Weekend
Das italienische Muli - Fiat Marea 1.6 16v Weekend Auto

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Produkttyp: Fiat Autos

Neuester Testbericht: ... eine Dachbox transportiert werden. Durch die umklappbare Rücksitzbank ist das Auto selbst für den Transport von Möbeln oder großen Mitbrin... mehr

Das italienische Muli
Fiat Marea 1.6 16v Weekend

okaj352

Name des Mitglieds: okaj352

Produkt:

Fiat Marea 1.6 16v Weekend

Datum: 31.10.01, geändert am 31.10.01 (1919 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Preis/Leistung

Nachteile: Wiederverkaufwert, teilweise nachlässige Verarbeitung

Ich fuhr 2,5 Jahre einen 1,6 l-Marea (103 PS), Baujahr 01/1999.

Von Außen:
Ich finde den Marea nur von vorn schön. Das Heck sieht sowohl von der Seite als auch von hinten irgendwie komisch aus. Es paßt nicht zu der fließend beginnenden Silhouette des Autos und wirkt angehängt und klobig. Ganz schlimm wirkt es bei hellen Fahrzeugfarben, weil dann zusätzlich noch die schwarzen Fenstergummis und Plastikteile ins Auge springen und den optischen Eindruck stören.

Von Innen:
Riesenkombi! Im Fahrgastraum war Platz ohne Ende. Als Fahrer oder Beifahrer wegen der Beinfreiheit auf den Hintermann Rücksicht nehmen zu müssen, war nur dann nötig, wenn beide größer als 1,90 m waren. Bei 1,85 m Körperhöhe hatte ich noch gut 10 cm Luft über meinem Scheitel. Die Bank im Fond bietet 3 (erwachsenen) Personen Platz. Wegen der Gestaltung der Sitzfläche dürften längere Reisen in der Mitte unbequem werden. Mit vier Personen (2 Erwachsene, 2 Kinder) waren längere Urlaubsfahrten kein Problem. Optisch ansprechend wirkte das in das Armaturenbrett integrierte Radio (das mit Kassetten und CD-Teil zu ergänzen ist). In der sog. Highclass-Version wurden der Anlage 6 Lautsprecher gegönnt, die allerdings nur zur Wiedergabe piepsigen Sounds in er Lage waren. Die Lautsprecher in den Türen schepperten bei höherer Lautstärke mörderisch.

Sicherheit:
Es gab zwei Airbags. Das lag schon zum Zeitpunkt des Kaufs unterhalb des Standards. Je vier Kopfstützen und Automatikgurte, ein statischer Beckengurt für den mittleren Sitz auf der Rückbank haben die Normen sicher erfüllt, aber alles in allem erschien das schon etwas sparsam. ABS gab es dagegen serienmäßig. Technik von gestern: Trommelbremsen hinten! Moderner dagegen die Beleuchtung: Klarglas mit polyelliptischen Halogenscheinwerfern. Nachteil: Viel zu kurze Leuchtweite, auch von der Werkstatt nicht zu beheben. Gut: Die senkrecht angeordneten Heckleuchten.

Zuverlässigkeit/Verarbeitung:
Allen Unkenrufen zum Tro
tz: Zu keinem Zeitpunkt hatte ich irgendwie Befürchtungen, von dem Auto im Stich gelassen zu werden. Es hat mich überall dorthin befördert, wohin ich wollte (u.a. in einem Nonstop-Ritt über 2.000 km). Der Wagen lief in 2,5 Jahren 70.000 km klaglos. Trotzdem: Nach etwa 40.000 km, viel zu früh und deswegen mit kulanter Beteiligung von Fiat, waren die Bremsscheiben fällig. An das allgegenwärtige Knarksen und Klappern des Autos hatte ich mich zu gewöhnen. Der Motorraum war nicht abgekapselt und daher immer sehr verschmutzt.

Unter der Haube:
Im täglichen Gebrauch hat sich schnell herausgestellt, daß das schwere Auto (leer schon rd. 1,3 t) eine bessere Motorisierung benötigt hätte. Von dem 1,6-l-Benziner ist abzuraten: Beschleunigungen jenseits von 120 km/h waren nicht zu erwarten, abgesehen von dem sich ab ca. 140 km/h einstellenden Geräuschpegel. Ganz erstaunlich: Bei disziplinierter Fahrweise waren die von mir immer als Werbegag angesehenen Prospektverbrauchswerte zu erreichen. Im Jahr 2000 habe ich bei knapp 30.000 gefahrenen Kilometern durchschnittlich 8,109 l Superbenzin auf 100 km benötigt.

Hinter der Heckklappe
Riesenladefläche! Story: Beim Abholen eines Kühlschranks ergab sich, dass ich an der Laderampe des Elektromarktes ein Ehepaar mittleren Alters traf, das mit einem (zugegeben: prächtigen) Kofferraum-Mercedes so einen 10.000 DM-Fernsehapparat transportieren wollte, was natürlich nicht gelang. Ich hätte den Fernseher noch gemeinsam mit dem Kühlschrank wegbekommen. Sehr praktisch: Die abklappbare Stoßstange, die die Ladekante auf ein Minimum senkte und den Transport längerer Teile bei geschlossener Heckklappe ermöglichte.

Ausstattung/Preise:
1999 standen für den 1,6-er zwei Grundausstattungsvarianten zur Auswahl, die mit weiteren Details aufgepeppt werden konnten. Es galt (wie immer), die persönlichen Bedürfnisse, Wünsche und finanzielle Möglichkeiten abzuwägen. Mit etwa 40.000 DM in der Geldbörse sollte es gelingen, ein
en gut ausgestatteten 1,6-er Marea als Neuwagen zu erstehen. Gut 20% Abschlag vom Listenpreis für einen keinen Meter gelaufenen Wagen zu erhalten, der als Tageszulassung im Salon stand, ist mir gelungen.

Die Versicherungseinstufung ist für ein Auto dieser Größe günstig, sieht man von der Teilkasko ab (aktuell: Haftpfl. 14, VK 19, TK 32). Die neueren Mareas erfüllen immerhin die Abgasnorm D3/Euro3, mein alter schaffte nur Euro2. Damit wurden relativ hohe Steuern fällig.

Das Auto ist unfallfrei und im optischen Bestzustand nur für etwa ein Viertel des Listenpreises zu verkaufen gewesen. Das ist einerseits ein Tipp für Kaufinteressierte, die aber andererseits die Nachteile (Sicherheit, Schadstoffeinstufung) im Kopf behalten sollten.

Fazit:
Gutmütiger, zuverlässiger und preiswerter Lastenesel mit leicht ergrauter Technik und kleineren Macken, den man wegen des praktisch nicht vorhandenen Wiederverkaufswertes bis zum Auseinanderfallen fahren sollte.

Fazit: