Ferrari 360 Modena
FIAT für viel Geld - Ferrari 360 Modena Auto

Produkttyp: Ferrari Autos

Neuester Testbericht: ... V8; es ist die erste Produktion aus Aluminium völlig konstruiert zu werden Ferrari. Sein Sechsgeschwindigkeit Getriebe ist als Handb... mehr

FIAT für viel Geld
Ferrari 360 Modena

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Produkt:

Ferrari 360 Modena

Datum: 07.06.04, geändert am 14.09.04 (459 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Motor, Bremsen, Schaltung

Nachteile: Verarbeitung, Preis

Ich hatte die Gelegenheit, einen Ferrari 360 Modena zu fahren.
Um es gleich zu sagen, ich bin seeeeehr unschlüssig. Aber fangen wir odentlich an:
Daten:
Hersteller: FIAT ;-))
Modell: Ferrari 360 Modena
Leergewicht: 1.290 kg
Tankinhalt: 95 Liter
Reifen vorn: 215/45 ZR 18
Reifen hinten: 275/40 ZR 18
Motor: V8
Hubraum : ca. 3,6 l
Leistung: 400 PS bei 8.500 U/min
Drehmoment: 375 Nm bei 5.000 U/min
Fahrleistung: 0-100 km/h ca. 4,5 sec.
Vmax: über 295 km/h
Verbrauch: zwischen 13 und 18 Liter Super plus, gelegentlich auch mal mehr ;-)

So, dann kommen wir zum Erscheinungsbild:
Aussen:
Ein Ferrari ist ein Ferrari, ist ein Ferrari.....
Der 360 Modena ist ein rassiger, schnittiger Sportwagen. Schöne geschwungene Linien, Heckklappe (Motorhaube) mit Glaseinsatz, damit man den Motor auch gut sieht. Und der Anblick ist wirklich atemberaubend. Die klassischen rot-lackierten Zylinderdeckel mit Schriftzug sind ein Blickfang, der das Herz höher schlagen lässt.
Kurze Frontpartie, recht großzügige Fahrgastzelle und langgezogenes Heck.
Über das Design kann man (nicht) streiten....wer es etwas "krawalliger" mag, muss sich eben doch einen Enzo ansehen, wer es schlicht und schön mag, wird den 360 Modena mögen.

Innen:
Ich zumindest war etwas enttäuscht. Die Cockpitgestaltung erinnerte mich eher an eine Corvette aus den späten 80er Jahren. Auch finde ich, dass die Verarbeitung nicht dem Preis entspricht. Viele Plastikteile (wie z.B. Türgriffe, Abdeckungen für Tankklappen-Schalter etc.), die dann auch noch teils billig in Silber lackiert sind, um eine edle Alu-Optik zu erzeugen.
Man sitzt aber gut und kann recht komfortabel einsteigen. Die Sitze sind sportlich und/aber bequem. Alles ist gut erreichbar, die polierte Schaltkulissen fehlt nicht.

Motor und Fahreindruck:
Ich habe es immer geahnt....und jetzt selbst erlebt....
Starte den Motor und du interessierst dich einen Dreck für Plastik und Verarbeitung.
Ein heiseres Röhren und Fauchen erwacht direkt hinter dir. Nicht unangenehm laut, aber auch nicht dezent. Ein Klang, der wohl nur von einem Lamborghini übertönt werden könnte. Einfach atemberaubend!
Wenn man sich erstmal mit der relativ harten Kupplung vertraut gemacht hat, wartet die bei kaltem Fahrzeug schwergängige Schaltung als nächste Herausforderung.
Nachdem sich der Puls beruhigt hat, die Bedienung vertraut erscheint, kann es langsam losgehen. Langsam weil:
1. Das ist ein Ferrari, ein Hochleistungsfahrzeug. Da muss erstmal Bremsen, Motor, Getriebe, Betriebsstoffe und insbesondere der Fahrer auf Temperatur kommen.
2. Man merkt relativ schnell, dass 400 PS reichen, um diesen Teufel auf vier Rädern innerhalb eines Lidzuckens auf die erlaubten 50 km/h innerorts zu bringen.

Fahreindrücke:
Das Klacken der Schaltung kann süchtig machen. Der simple Schaltknüppel lässt sich nach kurzer Zeit einfach und präzise duch die Gänge klacken.

Man sitzt auf fast auf der Strasse. Ich zumindest hatte ein noch nie gehabtes Gefühl, mit der Fahrbahn verschmolzen zu sein.
Die Lenkung lässt sich leicht und sehr genau bedienen.
Was mich gestört hat war, dass man beim Kuppeln sehr oft mit dem Fuss auf ein Blech neben der Kupplung tritt. Wenn man das Glück hat, längere Zeit zu fahren, wird man sich aber sicher auch daran gewöhnen.

Die Beschleunigung ist atemberaubend. Man kann locker mit 110 km/h im 6. Gang über die Autobahn "bummeln". Man kann dann im 6. Gang hochbeschleunigen. Das ist schon bemerkenswert. Wenn aber die Tollkühnheit siegt, schaltet man in den 4. oder auch 3. Gang herunter und lässt den Kraftstoff in die Brennkammern fliessen. Das ist nicht nur unvergesslich, sondern auch eine Herausforderung für die Nackenmuskulatur.
Voraussetzungen für eine schnelle Fahrt ist natürlich eine leere Autobahn und idealerweise eine trockene Fahrbahn. Bei nasser Fahrbahn, kann es schon mal passieren, dass das angetriebene Heck bei Bleifuss-Beschleunigung seeeeehr unruhig wird. Das sollte man lieber nicht provozieren. Immerhin müssen hier 400 PS auf die Strasse gebracht werden.

In der Stadt lässt sich Schöpfung aus Maranello fast alltagstauglich bewegen.
Die Federung meldet zwar jeden Stein auf der Strasse an die Insassen zurück, ist aber gleichzeitig komfortabel genug, daraus keine Belastung entstehen zu lassen.
Natürlich zieht man in aller Regel auch die Blicke auf sich bzw. auf das Auto. Mir war das eher unangenehm....Aber wer so etwas mag, wird den 360 Moden nicht mehr hergeben wollen.

Fazit:
Ein "Normalo" wie ich würde wahrscheinlich verrückt werden, wenn ich bei einem Preis von rund 150.000 EUR diese Verarbeitung vorfinde. Aber das ist sicherlich nicht der Grund, warum man einen Ferrari kauft.
Es war ein unvergessliches Erlebnis diesen Traum aus Rot, Leder, Motor und Renneigenschaften zu fahren.
Und wenn ich mal nicht mehr weiss, wohin mit meinem Geld, könnte vielleicht auch ein Ferrari 360 Modena sein neues Heim in meiner Garage finden.

Fazit: