
Produkttyp: Daihatsu Autos
Neuester Testbericht: ... von 140km/h reicht aus, schneller mag man mit so einem kleinen Auto eh nicht fahren, auch ist er wegen seiner Höhe und des... mehr
Sparsam, praktisch und hübsch gestaltet
Daihatsu Move 1.0

Name des Mitglieds: techjournalist33
Produkt:
Daihatsu Move 1.0
Datum: 29.07.01, geändert am 22.08.04 (722 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: kompakt und geräumig, geringer Verbrauch, sehr wendig
Nachteile: straffe Federung
Der Micro-Van Daihatsu Move 1.0 (ich habe die ausstattungsreichere SGX-Variante) ist zuallererst ein praktisches Auto: Freunde sind immer wieder verblüfft wie klein er ist, weil er innen viel geräumiger wirkt als er mit seinen 3,41 m Länge wirklich sein kann.
Manch einen Bekannten musste ich schon durch das Zentimetermaß davon überzeugen, dass der Move kürzer als ein Corsa ist. Schön ist, dass man so praktisch überall einen Parkplatz bekommt. Ich staune selber immer wieder, in welche Lücken man hineinpasst.
Dank der großen Hecktür (keine Heckklappe, bei denen man immer Angst hat, dass man sich daran stößt!) lässt er sich weit öffnen und selbst größere Einkäufe sind im Nu verstaut. Mir gefällt vor allem, wie leicht und schnell man die Rücksitze umlegen und wegklappen kann.
Aber das muss man nicht, selbst wenn man viel Gepäck transportiert. Da macht man eben schnell man einen Kompromiss zuungunsten von Beinfreiheit und zugunsten der Ladekapazität. Die Rücksitze lassen sich verschieben, und das sogar ziemlich weit.
Aber auch umgedreht funktioniert das Spiel: Durch die praktischen, auch neigbaren Rücksitze können selbst die zwei Passagiere auf den "billigen Plätzen" ihre Sitze in bequeme Schlafsessel verwandeln und Beinfreiheit vom Feinsten genießen. Durch die leicht erhöhte Sitzposition (die Rücksitze sind höher angeordnet als die Vordersitze) genießen die Mitreisenden außerdem einen herrlichen Panoramablick, wie man ihn nur vom Bus kennt.
Gerade durch die hohe Sitzposition (der Move ist ein Fünftürer) ist das Einsteigen besonders für die Passagiere auf den Rücksitzen sehr komfortabel. Ideal, wenn man Oma Trude und Opa Paul durch die Gegend chauffieren will.
Nun aber zum Fahrer (und der ist wohl am wichtigsten): Mir gefällt das schlichte und übersichtliche Cockpit, bei dem man sofort weiß, wofür welcher Hebel und Schalter da ist. Herrlich die Servolenkung (der Move soll auch ohne Servolenkung sehr leicht
lenkbar sein) und der wunderbar kleine Wendekreis von 8,60 m (bzw. bei Servolenkung 9 m).
Der absolute Knüller ist jedoch die Rundumsicht. Nicht nur die hochgezogene Frontscheibe, vor allem die (elektrisch zu verstellenden) Superspiegel sorgen dafür, dass das Fahren zum Spaß wird. Das ist für mich Sicherheit, die begeistert. Welcher Kleinstwagen hat schon Lasterspiegel? Eine Freundin (sie fährt Opel Vectra) beneidet mich um diese Spiegel.
Das Fahrwerk ist - seien wir ruhig offen - sehr straff. Gewöhnungsbedürftig zuerst, inzwischen durchaus angenehm. Man fährt "viel unmittelbarer" über kleine Huckel, man spürt die Straße. Das muss vielleicht auch so sein, schließlich ist der Move nicht nur schmaler als andere Autos (1,47 m), er hat auch einen geringen Radstand. Und im Gegensatz zur A-Klasse gab es beim hohen Move (die erste Ausführung wird seit 1997 in Deutschland vertrieben!) nie irgendwelche "Elch-Probleme".
Der Motor (ein Dreizylinder mit 55 PS) ist hörbar, aber nicht unangenehm laut. Er ist drehfreudig und lässt sich klaglos untertouren. Die Schaltung bei meinem Wagen hat sich inzwischen eingespielt, nach der recht "hakeligen" Einfahrphase (Huch, wo ist denn nun der erste Gang) kann man sie jetzt durchaus als leichtgängig bezeichnen.
Mit der Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h kann ich gut leben, sehr gut sogar. Dafür ist der Wagen im Stadtverkehr spritzig und kommt zügig auf Touren. Aber auch auf Langstreckentouren hat sich mein Move schon bewährt und auch für die Mitfahrer als sehr bequem erwiesen. Hier lautet das Stichwort wieder: Aufrechtes Sitzen durch erhöhte Sitzposition.
Das ganz große Grinsen beginnt jedoch an der Tankstelle: Der Move verbraucht wenig Benzin (um 4,5 - 5 l auf Landstraßen/Autobahn und etwas mehr als 6 l in der Stadt). Das ist Super? Nein, normal! Der Move fährt mit Normalbenzin. Der Move wird in der kombinierten Umwelt-Preisliste des Verkehrsclubs Deutschland (VCD
) nach dem Daihatsu Cuore und dem MCC Smart an dritter Stelle geführt. In dieser Liste wird die Kombination aus Ökologie (z.B. Verbrauch) und Wirtschaftlichkeit (Anschaffungs- und Betriebskosten) bewertet.
Der Move macht, ganz im Gegensatz zu Mitbewerbern wie dem kastenförmigen Suzuki Wagon R (bzw. Opel Agila), auch optisch etwas her. Dafür sorgt das Design, für das eigens ein italienisches Designerbüro bemüht wurd. Die Rundungen gefallen, besonders die Heckpartie mit den hochgezogenen Schlussleuchten sieht sehr hübsch aus.
Kleine Nachteile habe ich auch gefunden: Die Zentralverriegelung ist nur von der Fahrerseite aus bedienbar. Der Heckklappe öffnet sich zur Straße hin (Linksverkehr lässt grüßen). Vorteil: Gegen Aufpreis bleibt kaum ein Ausstattungswunsch offen, egal ob Klimaanlage, Automatikgetriebe, Seitenairbags oder ABS.
Fazit: Der Move ist ein praktischer, wendiger und sparsamer Wagen. Er eignet sich als Stadtflitzer genau so wie als Familienfahrzeug. Durch das variable Platzkonzept kann der Move einerseits als bequemer Kleinbus (hohe Sitzposition) oder als geräumiger Mini-Transporter genutzt werden. Ein Minus ist die deutlich straffe Federung, das Plus dagegen sind der geringe Benzinverbrauch und die gute Rundumsicht.
Fazit:

