
Produkttyp: Citroën Autos
Neuester Testbericht: ... der Ortschaft: 5,0l/100km Kombiniert: 6,0l/100km Sitzplätze: 5 Höchstgeschwindigkeit: 167 km Mein C3 ^^^^^^ Setzt man si... mehr
Es steckt nicht viel von der Ente drin
Citroën C3

Name des Mitglieds: reservo
Produkt:
Citroën C3
Datum: 20.03.03, geändert am 20.03.03 (1510 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: geräuscharm, schönes Design
Nachteile: Verarbeitung, Motorisierung
Anlässlich einer Geschäftsreise hatte ich die Möglichkeit den Citroen C3 1.4L als Mietwagen für 2 Tage auszuprobieren. Eigentlich bin ich ja ein alter Peugeot Stammkunde (505, 306, 307…), aber aus der Vergangenheit heraus auch der alten Ente verbunden – meine Eltern hatten in den 70ern (bis in die 80er) 3 Enten nacheinander Stück (weiß gelb und grün!!!). Auch Freunde fuhren noch lange die Ente (hab sie selbst auch noch gefahren). Und letztenendes kommt der C3 sprich Citroen ebenfalls aus dem französischen PSA Konzern (wie auch Peugeot).
Bei dem Autovermieter in Frankfurt am Flughafen gab es also statt des bestellten Polo diesmal den C3 1.4L praktisch in neu (500 km bisherige Fahrleistung).
Die Gegend um Frankfurt bietet definitiv genug schöne Strassen (Taunus) um den Wagen wenn auch nur relativ kurz zu testen,
Motor und Antrieb
Der Citroen C3 den ich bekam war mit dem 75 PS (55kW) Aggregat ausgestattet (mit 1360 ccm). Es gibt den C3 auch noch in weiteren Motorvarianten ( 60 PS, 109 PS Einspritzer, sowie ein 68 PS Diesel). Auf der Autobahn war der C3 auf ungefähr 160 km/h zu bringen (obwohl die Herstellerangabe bei 168 km/h liegt). Ich finde dies ist in der heutigen Zeit eine relativ schlechte Ausbeute aus einem 75 PS Motor. Noch viel mehr merkt man die relativ schlechten Fahrleistungen bei der Beschleunigung. Angegeben wird der C3 mit 14.2s, allerdings kam es mir doch entschieden länger vor (kann auch daran liegen, dass der C3 noch nicht eingefahren war). Positiv fiel mir der Verbrauch des C3 auf. Bei meiner Fahrweise (hauptsächlich Landstrasse und Autobahn) benötigte ich klar unter 6L/100km (ca. 5.6L). Damit blieb ich klar unter den werksseitig ausgewiesenen 6.2L/100km.
Fahrleistungen/Spass
Bei dem Fahrspass ist der C3 keinesfalls mit seinem ‘Vorgänger’ ,der alten Ente, zu vergleichen. Einzig vielleicht die butterweiche Federung, die einem das typische Citroen Gefühl vermittelt lässt nur annähernd
den Verdacht zu, der C3 stamme von der Ente ab.
Ganz besonders positiv dagegen fällt der Geräuschpegel im C3 auch bei hohen Geschwindigkeiten auf. Der Motor ist sehr gut gedämpft, auch Fahrgeräusche sind nur minimal zu vernehmen (keinerlei Abrollgeräusche sind zu registrieren). Damit ergibt sich eine herrlich ruhige Geräuschkulisse, wie ich sie bei keinem der Konkurrenten bis jetzt erlebt habe (Polo, Corsa etc). Endlich kann man auch im Kleinwagen mit Vergnügen Musik hören.
Die Lenkung des C3 ist sehr präzise auch dank der anstelle einer normalen Servolenkung eingebauten elektrischen Unterstützung (soll angeblich zugleich Sprit sparen gegenüber der Servolenkung). Dadurch ergibt sich ebenfalls ein sehr gutes Kurvenverhalten. Landstrassenfahrten sind somit durchaus ein Vergnügen, obwohl in diesem Modell wie bereits erwähnt sein wenig die Agilität fehlt. Dem kann man aber durch den grösseren Motor (109 PS) wahrscheinlich entgehen. Insgesamt würde ich den Fahrspass als gut werten mit Abzüen bei der Motorleistung (die bei der Konkurrenz auch im 75 PS Segment durchaus nicht so stark negativ auffällt).
Innenausstattung
Der Fahrersitz (höhenverstellbar) und das Lenkrad (in Neigung und Tiefe verstellbar) sind sehr gut einstellbar auf die jeweilige Sitzposition.
Die mitgelieferte Grundausstattung bei dem Citroen C3 1.4L ist meiner Meinung nach überdurchschnittlich in dieser Klasse (die deutsche/amerikanische Konkurrenz lässt dort gerne noch Aufpreise zalen). So verfügt der C3 bereits über eine elektrische Fahrhilfe, Zentralverriegelung, verstellbaren Sitz/Lenkrad und eine interessante Innovation für den Kofferraum – das Moduboard. Die Sitzposition ist sehr angenehm auf den vorderen Sitzen, dank der Ei-Form des C3 kommen auch grössere Fahrer mit dem gebotenen Platz gut aus. Leider sind die Sitze ein relatives Desaster – viel zu weich und trotz optischem Seitenwulzt bieten sie keinerlei Seitenhalt
Ganz klar negativ aufgefall
en ist mir, die sehr billig wirkende Innenraumgestaltung. So überwiegt der Eindruck von billigem Plastik, verstärkt wurde das Gefühl bei dem von mir gefahrenen Wagen durch Verarbeitungsmängel. Teilweise waren an den Plastikteilen noch Nippel von der Herstellung…
Ebenfalls nicht überzeugt hat mich das Armaturenbrett, nur ausgestattet mit einem Digital-Tacho (ist natürlich Geschmackssache – ich mag die herkömmlichen Elemente eindeutig lieber). Der Drehzahlmesser im Retro-Look ist dazu noch nur sehr schwer ablesbar.
Gut gefallen hat mir das mitgelieferte Moduboard im Kofferraum. Der Zweck liegt darin, den Kofferraum besser aufzuteilen, und damit eine bessere Nutzbarkeit zuschaffen. Das ist Citroen hiermit allemal gelungen. Allerdings fängt das Moduboard bei höheren Geschwindigkeiten an zuklappern (das muss bei einem französischem Auto wahrscheinlich so sein – hatte mein alter Peugeot 306 ebenfalls in allen Lebenslagen).
Sicherheit und Bremsen
Die Sicherheitsausstattung entspricht der gehobenen Klasse und ist damit über dem Klassendurchschnitt. Der C3 verfügt über 4 Airbags, gute vollwertige Gurte hinten (3!), vorbereitete Kindersitzplätze sowie natürlich einen Bremskraftassistenten.
Die Bremsen selbst sind leider eher schlecht im Vergleich, finde ich. Zum einen tritt eine zu lange Verzögerung bei der Bremsaktion ein, zum zweiten ist der Wagen bei stärkeren Bremsungen nicht immer leicht zu kontrollieren (gewisse Spur untreue). Generell am Zupacken der Bremsen gab es bei mir nichts zu bemängeln.
Design
Der in der Presse als Enten-Nachfolger titulierte (auch dem entsprechend vermarktete) C3 hält im Design relativ wenig von dem Anspruch (im Gegensatz zu dem New Beetle von VW, der die alte Form stark aufgenommen hat und ins moderne Übersetzt hat). Einzig der Kühlergrill und die bogen-/Ei-förmige Form lassen ein wenig kultiges Enten-Feeling aufkommen.
Trotzdem braucht der C3 sich nicht in seiner
Klasse zu verstecken – ein hässliche Entlein ist er beileibe nicht geworden. Auf der anderen Seite vermisse ich die künstlerische Eleganz und Gewagtheit die Citroen über die Jahrzente immer wieder gezeigt hat (sei es im DS oder den XM Modellen). Abschliessend bewerten würde ich den C3 rein subjektiv als einen der schöneren Wagen in der Kleinwagen Klasse.
Insgesamt hat der C3 mit allerdings nicht vom Hocker gerissen. Ich habe einfach zu viele negative Dedtails gefunden um mich wirklich zu einer starken Empfehlung durchringen zu können.
Ich würde den C3 zum einen nicht mit der Motorisierung empfehlen wie sie der 1.4L aufweist. Da hinkt Citroen einigen anderen Herstellern hinterher. Desweiteren sollte eine saubere Verarbeitung heute kein Problem mehr darstellen. Speziell wenn ein Wagen bereits seit knapp einem Jahr auf dem Markt ist. Dagegen kommen die positiven Seiten nur begrentzt zum tragen. Obwohl ich gestehen muss, dass ich mächtig beeindruckt bin von dem geringen Geräuschpegel und auch bei der Ausstattung nichts zu meckern finde.
Also sehr gemischte Gefühle und nur eine bedingte Empfehlung (hätte mir wahrscheinlich auch ein wenig mehr vom nostalgischen Entengefühl gewünscht).
Machts gut
Reservo
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Auto


20.03.03
Ein wirklich sehr guter Bericht Gruß Ken (Irland)