
Produkttyp: Chrysler Autos
Neuester Testbericht: ... zusammengefügt werden, desto teurer wird der Wagen ohne dass er an Funktionalität gewinnen würde. Da ist Chrysler ungenauer. Man hat g... mehr
Wer Augen zu sehen hat...
Chrysler Sebring Cabrio 2.0

Name des Mitglieds: Tresal
Produkt:
Chrysler Sebring Cabrio 2.0
Datum: 23.10.09, geändert am 23.10.09 (406 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: der sehe
Nachteile: man ist unter Beobachtung
Chrysler Sebring Cabrio 2.0
So, da haben wir jetzt also den Sebring mit VW Motor.
Wir fahren ihn jetzt ein halbes Jahr und es hatte anfänglich lange gedauert meine Frau von dem Wagen zu überzeugen - bis sie ihn dann Probe fuhr.
Ich war schon immer ein Fan des Sebring, aber er schied leider aus weil ich einen Wagen mit Allradantrieb wollte. (siehe meine Bewertung des Jaguar X-Type).
Auf den Bildern sieht er aus wie ein riesiger Schuhkarton und es fällt schwer sich vorzustellen dass dieser Wagen in natura verdammt elegant wirkt.
Die Überraschung kam als wir ihn dann live sahen - fast fünf Meter lang ist er und sieht einfach klasse aus.
Der Kofferraum ist für ein Cabrio sehr groß und im Innenraum ist massig Platz - auch hinten. Es gibt ihn in zwei Ausstattungsvarianten: Touring und Limited - fertig. Einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Varianten gibt es eigentlich nur innen. Der Touring ist einfacher gehalten, während der Limited mit ein paar sinnvollen Details aufwartet.
wir empfanden den Limited subjektiv als schöner, aber das liegt im Auge des Betrachters.
Der tolle Klang der Stereoanlage und das Navi waren für uns entscheidende Argumente den Limited zu nehmen.
Der Kritiken der Autotester bezüglich des Innenraums reichen von "billig" bis "hochwertig" - je nach den deutschen Marken die die Zeitschrift sponsern für die die Tester schreiben.
Wir haben uns rein gesetzt und uns wohl gefühlt. Der massige Platz nach vorne, die hellen Farben (chrom, grau und schwarz) machen den Innenraum hell und freundlich - der typisch deutsche Autofahrer mag das nicht, denn schwarz muss es sein. Warum weiß ich nicht. Ich habe in den meisten deutschen Wagen den Eindruck ich würde in einer Höhle sitzen.
Das Multifunktionsdisplay ist klasse.
Am Sebring wurden schon immer die im Vergleich zu deutschen Autos größeren Spaltmaße bemängelt. Das macht aus folgenden Gründen nichts:
1. Die meisten Leute wissen nicht was Spaltmaße sind.
2. Einige von denen die es wissen, wissen nicht dass diese eigentlich nicht wichtig sind, weil sie keinen Einfluss auf die Funktionalität des Wagens haben.
3. Unnötig genaue Toleranzen machen einen Wagen auch unnötig teuer.
Deswegen muss man wegen einigen Zehntel Milimetern, die deutsche Karroserien genauer gearbeitet sind, auf Dinge verzichten, die man beim Sebring bekommt, wie zum Beispiel eine super Stereoanlge, Ledersitze etc. Toleranzen kosten Geld! Je genauer zwei Bleche zusammengefügt werden, desto teurer wird der Wagen ohne dass er an Funktionalität gewinnen würde.
Da ist Chrysler ungenauer. Man hat gröbere Toleranzen, man hat einen größeren Spalt zwischen zwei Blechen - da gibt es nix zu diskutieren. Diskutieren kann man aber über die Frage ob man viel Geld für ein paar Zehntel Milimeter ausgibt, die man nur deswegen sieht, weil man in einem Testbericht davon gelesen hat, die ansonsten aber keine Funktion haben.
Ob der Kofferraum meines Wagend auf einen Milimeter genau schließt oder auf zwei Milimeter ist mir herzlich egal.
Im Sebring 2.0 CRD brummt ein knatternder Dieselmoter, der bei der deutschen Konkurrenz aber mindestenz ebenso laut knattert.
In Testberichten deutscher Autozeitungen wird man nicht müde zu betonen, dass der Geräuschpegel im Sebring höher ist als im A3, im Golf oder im Octavia. Das ist natürlich Blödsinn. Das Gegenteil ist richtig, denn aufgrund seiner größeren Masse ist der Sebring nicht lauter sondern leiser. Schalldämmung wird nunmal über Masse erreicht - und Masse hat der Sebring. Ein Freund von mir hat einen Skoda Octavia mit dem selben Motor. Hier hört man wirklich was es bedeutet Diesel zu fahren. Warum sollte wohl ein Golf, A3 oder Octavia leiser sein, wo diese Wagen doch viel leichter sind?? Ist Quatsch und Wunschdenken deutscher Autotester.
Bescheiden ist der Wagen mit 185 Km/Std. angegeben. Vergleichbare Wagen mit dem selben Motor (siehe vorher genannte Marken) sind mit deutlich über 200 Km/Std angegeben ohne in der Endgeschwindigkeit effektiv schneller zu sein! Der Sebring - und sein Tacho geht verdammt genau - düst offen mit 200 über die Bahn ohne das einem mulmig wird. Hinten sollte man aber die Gurte einklipsen, was ja bei einem solch langen Auto wohl klar ist.
Geschlossen zieht er zügig bis auf knapp über 200 - wenn die Masse rollt dann rollt sie.
Ich bin eigentlich kein Freund langer Fahrten auf der Autobahn. Als wir den Wagen holten (ich fuhr), fragte ich meine Frau wie weit es noch ist. Sie antwortete: "300 km." Ich sagte: "Gut!" Ich genoss die Fahrt auf der Autobahn, weil hier die Stärken des Sebring raus kommen. Langer Radstand, hohes Gewicht, etwas schwammige Lenkung, mittelharte Federung - das sind die Attribute die ein Langstreckenwagen braucht!
Ja, richtig gelesen, er braucht keine direkte und sensible Lenkung, denn die ist ein Nachteil. Die Lenkung muss Fehler verzeihen und nicht jede kleine Bewegungsschwankung des Fahrers an den Wagen weitergeben! Auch wieder so ein Blödsinn, wenn am Sebring die "indirektere" Lenkung bemängelt wird. Diese indirektere Lenkung sorgt für einen guten Geradeauslauf und entspanntes Fahren. Dummerweise verstehen das Autotester ebenso wenig wie deutsche Autofahrer, die um aufgestellte Hütchen herum gurken - eine Situation die es in der Realität quasi nicht gibt.
Der Sebring soll ja etwas träge sein. Fakt ist dass beim Beschleunigen die Reifen durchdrehen - bis ASR einfreift - und man vorsichtig fahren muss. Der Wagen schiebt wie verrückt. Auf nasser Straße lässt man im dritten Gang die Reifen durchdrehen. Allerdings muss man viel schalten - aber das ist bei einem Diesel eben normal. Der Wagen fährt sich einfach spitzenmäßig - wenn man vom brummigen Diesel absieht.
Man muss allerdings mit einer Sache rechnen wenn man den Wagen fährt: Arbeitskollegen werden sich in den Pausen um ihn versammeln und nach Macken suchen. immerhin tanzt man ja aus der Reihe wenn man den Wagen fährt - und das wird geahndet. Man braucht Selbstbewusstsein um den Wagen zu fahren, und man muss damit leben können dass die Leute versuchen den Grund dafür zu finden warum der Wagen eigentlich so günstig ist.
Psychologisch ist das recht interessant: Hat man etwas sehr teures, dann suchen die Leute Gründe dafür warum es teuer ist. Hat man etwas günstiges, dann suchen die Leute nach Gründen dafür warum es günstig ist - Verkaufspsychologie für Anfänger.
Unterm Strich gibt man für gute Qualität annehmbar wenig Geld aus. Dadurch geraten allerdings zwei Dinge ins Zentrum der Aufmerksamkeit:
1. der Wagen, weil ihn a) niemand kennt und b) keiner versteht warum er günstig ist.
2. Der Fahrer, der immer wieder gute Gründe liefern muss warum er ein Auto fährt das gut ist, günstig ist und auch noch verdammt klasse aussieht.
In aller Regel reicht es nicht aus diese beiden Dinge mit der Durchschnittsintelligenz des typischen Autofahrers zu begründen - welche aber vermutlich der springende Punkt ist.
Fazit: Spitze
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