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Produkttyp: Chrysler Autos
Neuester Testbericht: ... Anfahren gecruist dann ehr 11 Ltr. Bei 210 km/h 15 Ltr., ist auch normal. Auto ist sehr hart in die Stoßfängern gelegt. Ist nicht je... mehr
Die kleine Wolke im BMW 5er Format
Chrysler Cirrus

Name des Mitglieds: Necromanca
Produkt:
Chrysler Cirrus
Datum: 17.03.01, geändert am 17.03.01 (194 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: kompakt aussehender Mittelklassewagen, gebraucht günstig (als Stratus), gute Ausstattung, fast europäisches Design
Nachteile: etwas hoher Verbrauch, evtl. mit weiterem erhöhten Wertverlust behaftet
Wenn man die Divisionen vergleicht, so ist Chrysler in den USA wie Audi, Dodge eher wie ein sportlicherer Volkswagen, unter Chrysler angesiedelt. Darunter gab es noch Plymouth, diese Division wurde aber bereits eingestampft.
Analoges gab es beim größeren Chrysler, der hier angebotene war eigentlich ein Eagle Vision. Eagle gibt es auch nicht mehr, Eagle wurde zusammen mit Jeep verkauft, aber wohl nicht sehr erfolgreich. Fast bauglech mit diesem Auto war der Dodge Intrepid, den ich auch gefahren habe.
Also zur Erklärung, ich war 3 Wochen in den USA (1996) und hatte mir einen Mietwagen bei Dollar Rentals geholt, eben den Dodge Intrepid - ein 5,11 m langes und sehr breites Fahrzeug. Den hatte ich aber nur eine Woche, er sah aus wie ein Pharmavertreter Auto, weiß mit dunkelblauen Sitzen, spartanisch der Rest - nur Klima und Radio, ein Airbag - aus.
Die Straßenlage war irgendwie auch zu schwammig, schlimmer war nur mal ein Dodge Voyager Minivan mit langem Radstand, der fuhr sich fast wie ein Öltanker - und er hätte auch einen gebrauchen können, so hoch war der Verbrauch.
Ich tauschte also den Dodge gegen das nächst kleinere Modell, diesmal eben den Chrysler Cirrus. Wer einen Autokatalog Jahrgang 2000 hat, der kann genau mein Auto darin finden, goldmetallic mit Chromradkappen. Er sieht kleiner aus als er ist, der Innenraum ist so groß wie der des damaligen 5er BMW. Er hat folgende technische Daten:
V6 Quer-Motor 2497 ccm Hubraum, Frontantrieb
163 PS, 218 Nm bei 4400 rpm
Automatik-Getriebe mit 4 Gängen
185/65 R15 Reifen
445 liter Kofferraum (gut zu beladen)
4,75m lang, 1,82
m breit, 1,37m hoch
210 Vmax, 10,5s 0-100 km/h, 11,1 l Verbrauch
Das Auto gibt es nicht mehr neu, der Nachfolger ist noch schöner geworden. Aber gebraucht dürfte der hiesige Stratus ziemlich günstig zu haben sein.
Ich fuhr mit diesem Auto sehr viele Meilen in den zwei Wochen, von Phoenix nach Las Vegas, von da nach Los Angeles und wieder zurück nach Phoenix. Der Verbrauch auf der Interstate (Autobahn ähnlich) war sehr niedrig - dafür bruchte er in der Stadt eben mehr. In den USA war das Benzin 1996 relativ günstig - umgerechnet vielleicht 60 Pfennig pro Liter. Also stört der Verbrauch nicht besonders.
Dieser Wagen hatte eine sehr gute Straßenlage, gute Bremsen und eine direkte Lenkung - eben fast wie ein BMW.
Ich hatte Michelin Reifen auf dem Wagen, leider hatte ich damit einen Plattfuß durch einen Fremdkörper. Der hat mir ein kreisrundes, groschengroßes Loch in die Lauffläche gestanzt. Ich mußte erst mal mit dem Notrad weiterfahren. Ich habe den Verdacht, das jemand ein Stecheisen in die Dehnungsfuge einer Brücke kurz vor der Ausfahrt von der Interstate gesteckt hat, es gab verdächtig viele Neureifen an den Tankstellen dieses Orts. Ich fuhr also mit nur noch 50 Meilen pro Stunde dank Notrad weiter, zuvor hatte ich die absurd hohe Geschwindigkeit von nicht ganz legalen 75 Meilen genossen. Das sind immerhin 120 km/h!
Ja, die USA und ihr sinnloses Tempolimit...
Aber so sieht man wenigstens mehr von der Landschaft. Am Hooverstaudamm traf ich meinen unvermeintlichen deutschen VW-Campingbus, diesmal in matschbraun und aus Seesen. Es war noch der kantige Vorgänger des aktuellen Modells. Was treibt deutsche Lehrerehepaare immer wieder zu diesen absonderlichen Reiseideen???
Aber das ist ein anderes Thema, der Cirrus brauchte einen neuen Reifen und meine Vollkasko aus der US-MasterCard Gold (das ist ein spezieller kostenloser Service in den USA) zahlte nicht für Plattfüsse, keine Vollkasko macht das.
>Also gutes (europäisches) Rad teuer: 200 Dollar sollte der Reifen im Fachhandel kosten, ich habe aber von früher noch eine Art Metro-Ausweis für Costo (früher Price Club). Wer Microserfs von Doug Coupland gelesen hat, wird wissen das man bei Costco alles in großen Mengen kaufen muß, das galt zum Glück nicht für Reifen. Ich konnte einen für 130 Dollar bekommen, er war sogar vorrätig!
Mit einer Stunde Wartezeit und finanziell erleichtert ging es dann in die Spielermetropole. Dieses Glücksradspiel hätte ich nun wirklich nicht gebraucht. Ein US-Reifen wäre nur halb so teuer gewesen - aber ich wußte nicht, ob Dollar Rental damit einverstanden gewesen wäre, eine Mischbereifung aufziehen zu lassen.
Dieses Auto war ansonsten fehlerfrei, eine sehr gute Klimaanlage, ein Stereo-Kassettensystem, Fernverriegelung (damals eher unüblich) und Cruise Control machten das fahren angenehm. Wer in Deutschland den Stratus (fast baugleich) kaufen will und einen günstigen findet, der soll ruhig zugreifen. Etwas seltener als andere Fahrzeuge und sehr komfortabel, bei trotzdem guter Straßenlage. Ich fühlte mich in dem Auto geborgen und sicher. Die Fahrleistung sind aber nicht mit meinem gleichstarken Mercedes C 200 Kompressor zu vergleichen.
Der Wagen hat in Deutschland neu einen Grundpreis von 52.350 DM gehabt, in den USA hat er unter 20.000 $ gekostet. Damals lag der Dollarkurs bei ca. 1,80 DM.
Ich hatte diesen Bericht schon einmal noch ausführlicher geschrieben, aber dooyoo hatte mich wegen Inaktivität gecancelt - und ich hatte vergessen ihn zu sichern :-(
Jetzt weiß ich nicht mehr was da noch alles zusätzlich drin stand, etwa der Tip in Las Vegas die Firma Westwood zu besuchen (Command & Conquer PC Spiele) und dort Kane in echt die Hand zu schütteln, eine Führung zu bekommen und obendrein noch 3 T-Shirts zu diversen Spielen als Gastgeschenk. Oder das ich in LA immer zu Universal Studios und Disnesyland gehe und sogar im Publikum der Tonight S
how von Jay Leno war, aber das hat ja auch alles nichts mit dem Cirrus zu tun. Man kann es aber mit Hilfe eines Mietwagen erreichen, dort auch hinzukommen. Das verbindet mich immer mit so einem Fahrzeug, die Erinnerungen an die erlebnisse mit und durch den Wagen, selbst ein Strafzettel (den ich zum Glück nie dort bekam) kann aus der Distanz einiger Jahre wieder interessant sein.
Fazit:

