Chevrolet Blazer Mid
Amistyle mit viel Platz und Komfort - Chevrolet Blazer Mid Auto

Produkttyp: Chevrolet Autos

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Amistyle mit viel Platz und Komfort
Chevrolet Blazer Mid

Iluigi

Name des Mitglieds: Iluigi

Produkt:

Chevrolet Blazer Mid

Datum: 20.09.09, geändert am 22.09.09 (533 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Platzangebot - Motorleistung und Sound - Ausstattung - Preis - Design

Nachteile: Verbrauch - Verarbeitung - Wendekreis - Gewicht

Vor drei Monaten habe ich meinen kleinen Cherokee durch einen 2000er Chevy Blazer ersetzt. Grund: Der Unterboden des 96er Cherokees war total durchgerostet, die Türen nicht mehr dicht, Kreuzgelenk defekt, Heizung nicht mehr funktionstüchtig, Bremsen nicht mehr i.O., usw. Eine Reparatur lohnte sich leider nicht mehr, also wurde der treue Gefährte für 550 Euro (158000 km) "verschenkt".

Wie kam ich auf den Blazer? Es kamen drei Fahrzeuge in Frage:

Ford Maverick 3.0 V6, war nichts wegen lächerlicher Konstruktion der hinteren Aufhängung (Querlenker liegen noch tiefer als bei meinem Audi, also von Geländetauglichkeit keine Spur), ausserdem schlecht schaltender Automat mit wenigen Stufen und fehlendes Reduktionsgetriebe. Dazu kommen die relativ hohen Preise.

Ford Explorer 4.0 V6, ab Jg. 96 mit 197 PS: War mir einfach zu gross, im Innenraum vorne wie ein Lieferwagen (Mittelkonsole nicht zum Armaturenbrett durchgezogen), schwammige und indirekte Lenkung.

Ich blieb schliesslich beim Blazer hängen und kaufte mir ein 2000er Exemplar mit AHK, geprüft, mit neuen Reifen und 162000 km für 4300 Euro.

Die technischen Daten:

Hubraum: 4300 ccm
Zylinder: V6
Leistung: 193 PS bei 4500 U/min
Drehmoment: 338 Nm bei 2800 U/min
Gewicht: ca. 2000 kg
Vmax: 180 km/h
0 - 100 km/h: ca. 10s
Kraftübertragung: Hinterradantrieb, Allradantrieb zuschaltbar, Automat 4 Stufen

Die Ausstattung entspricht dem "Pack D". Es gibt die Blazer mit Ausstattungslinien von A - E, wobei "A" die kargste Ausstattung aufweist. Mein Exemplar hat als "D" folgende Gimmicks:

- Klimaautomatik
- Tempomat (funktioniert ab ca. 50 km/h)
- automatisch abblendender Innenspiegel und Fahrerspiegel aussen
- el. FH vorne und hinten (hintere Scheiben voll versenkbar)
- el. verstellbare Ledersitze mit zweistufiger Sitzheizung
- 2 zusätzliche 12V-Anschlüsse an der Mittelkonsole
- Zentralverriegelung mit Fernbedienung (einmal drücken = Fahrertür offen, 2x drücken = alle Türen, beim Schliessen 1x = alles zu, 2x = Alarmanlage aktiviert, akustisch durch Hupe angezeigt; auf der Fernbedienung ausserdem noch "Alarmknopf" => Hupe und Warnblinker werden aktiviert; ausserdem Öffner für Heckscheibe).
- ...

Die Ausstattung lässt also keine Wünsche offen und bietet einiges, was man heute bei sogenannten Premiumherstellern teuer bezahlen muss. Bei meinem Fahrzeug hat der Vorbesitzer ausserdem noch eine Webasto-Standheizung einbauen lassen.

Die Verarbeitung ist amitypisch: Etwas billiger Plastik, Schalter z.T. recht hässlich und billig (Fensteröffner, Verriegelung), z.T. recht ansehnlich und modern (Armaturenbrett / Mittelkonsole). Vieles quietscht, knarzt und klottert und man muss schon etwas aufpassen, da sehr schnell Kratzer und Risse entstehen. Auch die Türen scheppern, wenn man sie schliesst. Der Blazer ist vermutlich etwas gegen Rost behandelt worden, jedoch auch nicht genügend. Man sieht bereits einige rostige Stellen (Unterboden, Blattfedern, Türfalze,...), ich achte jetzt darauf, wie sich das Ganze entwickelt.

Der Innenraum wirkt durch schwarze und dunkelgraue Farbgebung (auch Dachhimmel in schwarz!) und die kompakte Anordnung in Verbindung mit dem sportlichen Lenkrad recht sportlich-agil.


Die Zuverlässigkeit ist bei meinem Modell ein etwas heikles Thema: Kurz nach der Übernahme leuchtete während einer Autobahnfahrt die Motor-Warnleuchte, was ein Problem mit Einspritzung oder Abgasanlage anzeigen soll. Nach einigen Tagen ist sie wieder erloschen. Eines Morgens im Urlaub heulte der Motor beim Starten kurz auf und starb gleich wieder ab. Mit diesem Absterben fiel auch gleich die ganze Elektronik aus, es ging also absolut nichts mehr, man konnte weder den Schlüssel aus dem Schloss ziehen, noch liess sich der Automat in die neutrale Stellung bewegen. Der Fehler stellte sich dann als 1.20 Euro teures Kabel mit Kurzschluss heraus, Arbeit 120 Euro. Kurz darauf bei einer routinemässigen Kontrolle stellte ich fest, dass der Seilzug für die Motorhaubenöffnung vom Hebel gerissen war. Ebenfalls ärgerlich, aber auf unkonventionelle Art günstig zu reparieren.

Abgesehen davon macht das Fahrzeug einen zuverlässigen Eindruck.


Die Fahreigenschaften sind gewöhnungsbedürftig. Der Motor klingt toll, vor allem zwischen 2000 und 3000 Touren ist der Sound sehr kernig und sportlich. Das ist auch der Bereich, in welchem ich ihn vor allem zu bewegen versuche, da hier auch das sehr gute Drehmoment ansteht. Hier merkt man auch die Vorteile der Philosophie "Hubraum ist durch nichts zu ersetzen": knapp 340 Nm bei 2800 U/min ist ein sehr toller Wert! Das Auto ist recht schwer, was sich auf ebener und gerader Strecke nicht negativ bemerkbar macht, hier lässt er sich flott bewegen. Geht es jedoch bergauf, wird der Chevy recht lahm und verlangt nach hohen Drehzahlen. In Kurven merkt man auch das hohe Gewicht und die komfortable Federung: er hält recht gut in der Spur, die Seitenneigung kann jedoch stark sein. Das gleiche gilt für Bodenwellen: die Nickbewegungen sind massiv, bei "Speed Bumps" (Geschwindigkeitsreduktionsschwellen) springt das Heck richtiggehend nach.

Die Lenkung ist jedoch erstaunlich präzise und sensibel, hier war ich positiv überrascht. Leider ist der Wendekreis sehr gross, was beim Rangieren unvorteilhaft ist.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Gasannahme, die etwas verzögert reagiert. Man wankt mit dem Oberkörper in Erwartung des einsetzenden Schubs schon mal etwas nach vorne, bis dann die Beschleunigung wirklich stattfindet.

Der Allradantrieb lässt sich per Knopfdruck einstellen:
Auto 4WD - 2 HI - 4 HI - 4 LO. Bezüglich Geländetauglichkeit kann ich nur sagen, dass leichtes Gelände kein Problem ist. Die grössten Einschränkungen ergeben sich durch den langen Radstand und die sehr tief liegenden Träger der Karosserie. Die Bodenfreiheit ist niemals so hoch, wie sie auf den ersten Blick scheint.

Komfortabel ist die Fahrt auf der Autobahn. Die Innengeräusche sind moderat und die Sitze sind ausserordentlich bequem. Auch hier gilt es, die Abstimmung des Fahrzeugs zu beachten: der Chevy schwimmt gut mit dem Verkehr mit, überholen ist kein Problem, aber einfach keine brüsken Manöver riskieren, sonst dreht sich einem relativ schnell der Magen...

Zum leidigen Thema Verbrauch lässt sich nur soviel sagen: Ein sensibler Gasfuss ist gefragt - wenn man ordentlich Gas gibt, steigt der Verbrauch schon mal in obszöne Gefilde. Durchschnittlich kann man ihn mit 14 - 15 Litern bewegen, wobei er bei mir eher bei 15 lag. Auf der Autobahn mit 120 km/h liegen auch Werte um 11 Liter drin.

Der Blazer lässt sich mit den 193 PS auch recht sportlich bewegen, die Bremsen sind dank 4 Scheiben (ab 98, mit Facelift) tadellos.


Das Platzangebot ist ordentlich. Der Chevy ist mit 4.6 m recht lang, jedoch auch recht schmal. Die Kofferraumebene ist durch das darunter liegende Reserverad eher hoch. auf der linken Seite ist ausserdem ein Kasten montiert, in welchem Wagenheber, Überbrückungskabel, etc. gelagert sind, dadurch ist dort auch weniger Platz. Die Heckklappe öffnet man, indem man zuerst das Fenster nach oben klappt, dann die Heckklappe an der Innenseite entriegelt und nach unten klappt. Dies erschwert das Beladen etwas.

Das Platzangebot im Fond ist ausgezeichnet, die Sitze sind recht bequem. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:60 runterklappen, dadurch erhält man eine ebene Fläche. Das Platzangebot vorne ist ebenfalls grosszügig, etwas gewöhnungsbedürftig ist die etwas in die Mitte versetzte Sitzposition - wer seinen Arm gerne am Fensterrahmen abstützt, wird merken, dass er sich dazu etwas nach links neigen muss.


Noch etwas zum äusseren optischen Eindruck: ich finde das Design an sich sehr gelungen, v.a. die Gestaltung der Scheinwerfer / des Kühlerbereichs. Hinten wirken die Leuchten etwas klein, die Heckklappe zu leer und die Stossstange zu angesetzt. Was mich am meisten stört: es fehlt eine Akzentuierung des Schwellenbereichs auf der Seite, z.B. durch ein Trittbrett. Die Räder sind vor allem hinten extrem weit innen, dies wirkt recht doof.


Im Grossen und Ganzen ist der Blazer ein sehr komfortables und gutmütiges Gefährt, das ich nur weiterempfehlen kann. Er hat irgendwie auch einfach mehr Charme und Stil als ein 2000er Suzuki, Mitsubishi oder sowas.

Fazit: grossräumig, komfortabel, recht sportlich und günstig

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: