BMW Z8
Der BMW Z8 im Vergleich - BMW Z8 Auto

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Produkttyp: BMW Autos

Neuester Testbericht: ... billig. Das Cockpit des BMW Z8 ist exklusiv; in keinem anderen Automobil von BMW werden die Stilelemente noch verwendet. Doch das Beste ... mehr

Der BMW Z8 im Vergleich
BMW Z8

Balthazaar

Name des Mitglieds: Balthazaar

Produkt:

BMW Z8

Datum: 10.02.01, geändert am 10.02.01 (209 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Ein Traum von einem Sportwagen ...

Nachteile: ... der leider ein Traum bleibt

Auch in unserer schnellebigen Zeit bleibt doch so manches bestehen. So zum Beispiel das unumstößliche Gesetz, daß ein richtiger Sportwagen offen zu sein hat und über mindestens acht Zylinder verfügen sollte, die sich im Vorderteil des Wagens gruppieren (Ausnahmen bestätigen die Regel – siehe den Porsche 911).
Daß die Thesen der Vergangenheit ihre Gültigkeit nicht verloren haben, beweist aufs Neue der Z8. Ausgerechnet BMW, ein Pionier des Fortschritts, leistet sich einen Roadster der alten Schule mit allem, was dazugehört – von der langen Haube bis hin zum dröhnenden V8-Motor. Allerdings hat er kaum Konkurrenz, denn der Club der V8-Boliden ist recht klein. Neben dem Z8 sind dies noch
- die Corvette von Chevrolet, das große Vorbild auch für den Z8. Die US-Ikone, die Europa zeigt, wo "der Bartl den Most holt" (wo´s langgeht)
- der Jaguar XKR, ein hocheleganter und gesitteter englischer Gentleman, aber topfit dank der gewaltigen Durchzugskraft seines Kompressor-V8
- und nicht zuletzt der Power-SL von Mercedes mit der Zusatzbezeichnung AMG, zwar nicht mehr taufrisch, aber noch immer voll da

Zweifellos beeindruckt am meisten der Z8. Bereits im Leerlauf entströmt seinen armdicken Auspuffrohren jener Achtzylinder-Sound, der an die US-Kraftwerke der glorreichen sechziger Jahre erinnert. Was BMW hier vorführt, das ist überseeisches V8-Feeling gepaart mit den Forderungen nach einem modernen Antrieb. Und hier ist ein Treffer ins Schwarze gelungen, wie sich schon nach den ersten Metern herausstellt: kaum überschreitet der Drehzahlmesser die 1000er-Marke, setzt ein gnadenloser Schub ein.
Aber damit sind die Möglichkeiten des BMW-Motors bei weitem nicht erschöpft, denn im Gegensatz zu den Oldtimern fühlt er sich auch im oberen Drehzahlbereich durchaus wohl und leistet den Bewegungen des Gaspedals unverzüglich Folge. Daher möchte man auch den Griff zum präzise geführten Schalthebel nicht missen, auch wenn das aufgrund der ausgeprägten Elast
izität nur selten wirklich notwendig ist. Aber Spaß macht es allemal, denn mit den sechs eng gestuften Gängen läßt sich die Leistung erst optimal nutzen. Die Kehrseite zeigt sich allerdings im hohen Verbrauch: 15,8 l/100 km!
Es leuchtet schon ein, daß ein Universalgenie wie dieser V8-Motor den geballten Einsatz von High-Tech erfordert, zumal er seine 400 PS und ein Drehmoment von 500 Nm aus nur fünf Litern Hubraum hervorzaubert. Deshalb ist es recht überraschend, daß hier die Corvette mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln ganz Erstaunliches vollbringt. Denn was dem US-V8 an Technik fehlt (nur eine Nockenwelle), macht er zumindest annähernd durch Hubraum wieder wett. Aus 5,7 Litern holt er 344 PS und 483 Nm. Ganz unten und auch ganz oben im Drehzahlspektrum mag das Chevrolet-Triebwerk dem BMW-Dampfhammer zwar unterlegen sein, aber was den reinen Vortrieb betrifft, so ist die Corvette dem Z8 durchaus ebenbürtig.
Das Geheimnis dieser Glanzleistung liegt im Gewicht. Voller Erstaunen muß man zur Kenntnis nehmen, daß gerade der Amerikaner seiner Konkurrenz in Sachen Leichtbau eine Lektion erteilt: mit 1472 Kilogramm ist die Corvette um ganze 180 kg leichter als der ganz aus Leichtmetall hergestellte Z8, vom Mercedes (1745 kg) und Jaguar (1836 kg) überhaupt zu schweigen.
Somit leuchtet auch ein, daß die Corvette ein weiteres Vorurteil widerlegt, denn mit einem Verbrauch von nur 14,5 l/100 km ist sie direkt ein Vorbild an Sparsamkeit, woran das weit ausgelegte Sechsgang-Getriebe nicht ganz unbeteiligt sein dürfte. Der extrem lang übersetzte sechste Gang fördert das Sparen, leider auf Kosten der Elastizität. So ist es auch kein Wunder, daß sich sportliche Corvette-Fahrer nichts sehnlicher wünschen als ein enger abgestuftes Getriebe – und das noch verbunden mit einer exakteren Schaltung.
Was die Schaltung betrifft, sind Mercedes und Jaguar kompromißlos: beide sind nur mit automatischem Getriebe zu haben. Das wirft auch gleich ein Schlaglicht auf den C
harakter dieser Schwergewichte, denn ihrem Wesen nach sind sie eher offene Tourenwagen als echte Sportler – auch wenn es an geballter Leistung keineswegs mangelt. So gelingt es Jaguar, dem Vierliter-V8 der Nobelmarke mit Hilfe mechanischer Aufladung 363 Pferdestärken bei einem Drehmoment von 505 Nm herauszukitzeln. Beim Mercedes-Tuner AMG setzt man dagegen auf klassische Rezepte der Leistungssteigerung. Mehr Hubraum (5,5 Liter) und zusätzliche Feinarbeit blasen die Leistung und das Drehmoment kräftig auf (SL 500: 306 PS/460 Nm; SL AMG: 354 PS/530 Nm).
Die beiden unterscheiden sich in erster Linie durch die Art ihrer Kraftentfaltung. Very british erledigt der V8 des Jaguar seine Aufgabe mit größtmöglicher Diskretion. Er legt sich nicht röhrend ins Zeug, sondern er begnügt sich mit sanftem Nachdruck. Lediglich bei Vollast merkt man, daß sogar der Sir unter den Muskelprotzen der Straße hin und wieder aus dem letzten Loch pfeift. Und auch an der Zapfsäule hat die vornehme Zurückhaltung der Raubkatze seine Grenzen: mit 17,7 l/100 km schluckt er mehr als Mercedes und BMW. Das frisierte Triebwerk des SL geht da schon etwas markiger zur Sache: voller Kraft und Saft verleiht es dem schweren Mercedes Leistungen, die denen der Corvette oder des Z8 nur wenig nachstehen. Beim Druck aufs Gaspedal beißt er allerdings etwas verhalten zu, was jedoch hauptsächlich der Automatik zuzuschreiben ist.
Schnellfahrer kommen in jedem Fall auf ihre Kosten: Die Marke mit dem Stern erlaubt dem SL AMG eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h, nur unwesentlich langsamer als die Corvette mit 275 km/h, während sich die elektronisch abgeriegelten Konkurrenten von BMW und Jaguar mit 250 km/h begnügen.

Der Preis für diese V8-Boliden dürfte für Interessenten wohl nur zweitrangig sein. Denn wer für die Reize dieser Fahrzeug-Kategorie empfänglich ist, kann es sich entweder leisten, nicht aufs Geld zu schauen, oder er hat bereits den Boden der Realität völlig verloren und setzt alles
daran, in den Besitz des Objekts seiner Begierde zu gelangen – egal was es kostet ...

Persönliche Reihung der vier Konkurrenten (alle V/8-Motoren)
Hubraum / Leistung / Testverbrauch / Höchstgeschwindigkeit
0-100 km/h / 0-200 km/h / 1 km mit stehendem Start / Preis Grundausstattung


Platz 1:
BMW Z8
Da paßt einfach alles zusammen: enorme Power, eine Menge Sound, klassische Linien und hübsche Details. Der Z8 beweist, daß moderne Technik und Spaß keine Gegensätze sind. Leisten können sich ihn allerdings nur wenige Betuchte.
4941 ccm / 400 PS (294 kW) / 15,8 l/100/km / 250 km/h
5,1 sec / 18,3 sec / 24,2 sec / ca. 235.000,-- DM

Platz 2:
CHEVROLET Corvette
Kaum ein Sportwagen wird derart unterschätzt wie sie. Dabei hat sie jede Menge sportliches Talent, macht viel Spaß und kostet erstaunlich wenig. Allerdings fehlt der Feinschliff: das Fahrwerk trampelt, die Karosserie zittert und die Verarbeitung ist US-üblich mäßig.
5665 ccm / 344 PS (253 kW) / 14,5 l/100 km / 275 km/h
5,5 sec / 18,4 sec / 24,4 sec / ca. 118.000,-- DM

Platz 3:
MERCEDES SL 55 AMG
Der Träger des Sterns schlägt wieder zu, denn man kann ihm kaum etwas vorwerfen. Er ist schnell, sicher, gut gebaut, im Detail perfekt und gut ausgestattet. Kaufen kann ihn sich fast niemand, denn der Preis für den "Alten" ist mehr als stolz.
5439 ccm / 354 PS (260 kW) / 15,2 l/100 km / 270 km/h
5,8 sec / 22,2 sec / 25,4 sec / ca. 232.000,-- DM

Platz 4:
JAGUAR XKR
Die englische Raubkatze bietet gepflegte Sportlichkeit und tadellosen Stil. Er ist leise und überzeugt durch gediegenen Komfort. Zum wirklichen Sportwagen fehlt es ihm allerdings an Power. Seinen Verbrauch kann man nur als fürstlich bezeichnen.
3996 ccm / 363 PS (267 kW) / 17,7 l/100 km / 250 km/h
6,2 sec / 24,6 sec / 26,0 sec / ca. 184.000,-- DM

Ich weiß natürlich, daß sich kaum einer von uns einen dieser Sport-Flitzer jemals wird lei
sten können (einzige Hoffnung: Lotto – alles ist möglich!), nichts desto weniger mein Tip: Wann immer ihr die Gelegenheit dazu bekommt, macht wenigstens eine Probefahrt ...

Viel Spaß dabei wünscht Euch
m.f.G.
Balthazaar

Fazit: