
Produkttyp: BMW Autos
Neuester Testbericht: ... hier kommt er natürlich nicht an den Phaeton dran, da sind mehrere! Fahrzeugklassen dazwischen! Der M3 ist gut verarbeitet aber hat nich... mehr
Spitzenathlet mit großer Alltagstauglichkeit
BMW M3

Name des Mitglieds: magnifico
Produkt:
BMW M3
Datum: 18.06.01, geändert am 15.01.05 (637 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: s.o.
Nachteile: s.o.
Mit einem (Markt-)Alter von gut 15 Jahren gehört der BMW M3 zweifelsfrei mit zu einem der ältesten Marktmodelle, die nicht nur im Gebrauchtwagensegment, sondern vielmehr auch noch als Neuwagen erhältlich sind – auch wenn der Anschaffungspreis seit der 1986 erfolgten Markteinführung mittlerweile den sechsstelligen Bereich, inflationsbereinigt, erreicht hat und somit für die meisten – wie auch für mich selbst - wohl eher nur eine gelegentliche Nutzung anstelle eines direkten Kaufes möglich ist.
Doch zurück zum eigentlichen Thema: dem Auto selbst. Seine Heimat ist, das wird seine große Fangemeinde jederzeit bestätigen, die Rennstrecke, wobei er sich auch im „normalen“ Straßenverkehr ohne weiteres fahren läßt. Doch mal ehrlich, 343 PS sind doch etwas mehr, als man für eine gelegentliche Einkaufsfahrt benötigt. Dabei bringt der Sechszylinder mit einem Hubraum von 3.246 ccm bei 4.900 U/min kolossale 365 Nm auf die Straße – und dafür, daß diese Kraftmeierei auch da ankommt, wo sie hin gehört, nämlich auf die Straße, sorgen genau mit den Radkästen abgestimmte Breitreifen, vorne 225/45 ZR 18, hinten 255/40 ZR 18, die dem heckgetriebenen Boliden auch bei feuchtem Bodenbelag Antrittsvolumen in gehörigem Maße verleihen – natürlich alles auf Alufelgen. Maximalleistung erhält schließlich, wer den Motor auf 7.900 U/min treibt und sich den phänomenalen Sound um die Ohren wehen läßt.
Die bis zur zweiten Auflage gepflegte Macho-Optik wurde jedoch von den Konstrukteuren in der aktuellen dritten Version ad acta gelegt, statt dessen prangt ein „Powerdome“ auf der Motorhaube, während die Heckansicht – die wahrscheinlich immer nur kurz im Vorbeibrausen für alle anderen sichtbar sein wird – eine Vierrohr-Auspuffanlage für entsprechende „Abgasentsorgung“ verantwortlich ist. Die, wie bereits erwähnt, mit den Radkästen genau abschließenden Breitreifen sorgen ebenfalls für eine rundum passende Optik, die
alleine schon so manchen Autofan dahin schmachten läßt.
Doch auch im Innenraum – den die meisten wohl eher selten zu sehen bekommen werden – kann man sich wohl fühlen. Die Sportsitze „in der ersten Reihe“ bieten einen sehr guten Halt, auch wenn die einsetzenden Zentrifugalkräfte, die bei rasanten Kurvenfahrten alles andere als harmlos sind, mit Nachdruck an den Insassen zerren. Für weitere 1.200 DM – Peanuts angesichts des Preises von 103.000,- DM in der Grundversion – bringen Fahrer und Beifahrer auch noch die Möglichkeit, eine elektrisch gesteuerte Lehnenbreiten-Verstellung zu erhalten – insbesondere für Personen mit Rücken- und/oder Bandscheibenproblemen sicherlich ein wertvolles Extra. Im übrigen befindet sich auch im Fußraum eine „Hilfe“ gegen die Fliehkräfte in Form einer Alu-Fußstütze, die wohl auch von jedem in Anspruch genommen werden wird – wer will schon mitten in der Kurve die Bremse erwischen.
Sehr sinnvoll ist die Auslegung der Anzeigen ausgestaltet worden, insbesondere so kleine Erinnerungsstützen wie der Drehzahlmesser, der unmittelbar nach dem Start des Motors durch Leuchtdioden signalisiert, daß nach einem Kaltstart mehr als 4.000 Umdrehungen in der Minute dem Motor nicht unbedingt gut tun – natürlich kann, wer unbedingt will, auch die volle Leistung dem Motor abringen, nur sind dann eben Beeinträchtigungen vorprogrammiert, wobei daß nicht auf qualitative Verarbeitungsmängel, sondern vielmehr auch technisch-physikalische Gesetzmäßigkeiten zurückzu führen ist. Mit steigender Erwärmung des Motoröls paßt sich die Anzeige auch entsprechend an, bis schließlich, bei normaler Betriebstemperatur, der Bereich bis hin zu über 7.500 U/min „freigegeben“ wird.
Das gut ausgelegte Sechsganggetriebe ermöglicht dabei nicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h – alles weitere fällt der elektronischen Abregelung zum Opfer – sondern gibt auch ein
e Beschleunigungsdauer von 0 auf 100 km/h in 5,2 Sekunden vor. Daneben kann der fünfte Gang bereits bei 50 km/h oder aber der zweite bis 100 km/h eingelegt werden – Verluste an der Fahrfreude werden nicht auftreten. Und um die Kulisse perfekt zu machen, gibt die Abgasanlage die gesamte Bandbreite der sportlichen Motorgeräusche wieder – ein lautes Brüllen ist ebenso wie ein dumpfes Grollen oder ein heißeres Röcheln möglich.
Zwar wird für Käufer dieses Straßenathleten der Sprit auch bei den jetzigen Preisen kein Entscheidungskriterium sein, dennoch sollen Verbrauch und Tankfüllbarkeit hier der Vollständigkeit halber angesprochen werden. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 12,8 Litern auf 100 Kilometern kann angesichts der dafür gebotenen Leistung sicherlich kaum Kritik aufkommen – wobei selbstverständlich nur Superplus in den 63 Liter fassenden Tank gelangen sollte. Im Stadtverkehr sind durchaus auch mal Werte oberhalb der, mit 18,8 Litern veranschlagten Werksangabe möglich – eine Zwei kann bei entsprechend rasanter Fahrweise durchaus erzielt werden. Hingegen läßt sich der M3 im Landstraßen- und Autobahnbereich auch mit einem guten einstelligen Verbrauch im Bereich der 8 bis neun Liter fahren – wer natürlich konstant die Höchstgeschwindigkeit abruft, darf sich hier über den Express-Zuschlag nicht wundern.
In puncto Sicherheit und Bremsverhalten kann sich der Wagen ebenfalls gewisser Highlights rühmen. So sorgen belüftete Scheibenbremsen vorne und hinten in Verbindung mit ABS für einen schnellen und sicheren Stand, der von 100 km/h auf 0 km/h in beinahe der Hälfte der Beschleunigungszeit erreicht werden kann, während die abschaltbare, insofern für Quertreiber geeignete, Stabilitätskontrolle DSC auch auf nassen Straßen für eine ordentliche Führung sorgen, die, im Zusammenspiel mit der M Differentialsperre, einen nur sehr wenig beeinträchtigten Fahrspaß ermöglicht. Passive Sicherheitssysteme wie Front-, Seiten und Kopfairb
ags sind ebenso wie das Reifendruckwarnsystem, das bei einem Druckverlust in einem oder mehreren Reifen von mehr als 50 Prozent Alarm schlägt, Serie. Zur Sicherheit der Fondspassagiere gibt es für „schlappe“ 660 DM Seitenairbags sowie für 150,- DM – entspricht gerade mal einer Tankfüllung ;-)) – einen dritten Dreipunktgurt für eventuelle Fünfte.
Insgesamt erhält der Käufer, der die nicht gerade alltägliche Summe von 103.000,- DM auszugeben bereit ist, einen gut ausgestatteten Wagen, der mit einer Länge von 4,49 Metern, einer Breite von 1,78 Metern sowie einer Höhe von 1,32 Metern ein Gesamtgewicht von 1.570 Kilogramm auf die Waage bringt. In den mit 410 Litern nicht ganz so kleinen Kofferraum läßt sich bei entsprechender Ladung eine maximale Masse von weiteren 505 Kilogramm packen – wobei die Beschleunigung in denkbar geringer Weise nur beeinträchtigt wird. Aus der leider nicht ganz kurzen Liste der Sonderausstattungen empfiehlt sich insbesondere die Park Distance Control PDC für 660,- DM, da hierdurch das Manövrieren des M3, der sich, wie eingangs schon erwähnt, nicht nur als reiner Rennstreckenwagen versteht, in Parklücken erheblich verbessert wird. Insgesamt kann man sagen, daß der M3 für alle, die das nötige Kleingeld haben, ein sehr gut gelungener Straßenathlet ist, der sich aber auch im alltäglichen Verkehr durch eine sehr hohe Tauglichkeit auszeichnet und damit, nicht zuletzt dank des niedrigen Preises, so machen Konkurrenten alt aussehen läßt.
Fazit:


26.07.01
soooooo geil!!! CU, Tschunior