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Produkttyp: BMW Autos
Neuester Testbericht: ... Auto fährt in Kurven fast geradeaus, und man muss schon sehr kräftig kurbeln. Hier haben die BMW-Techniker ganze Arbeit geleistet, viel E... mehr
Teurer Spaß
BMW 525 d touring

Name des Mitglieds: dieselwiesel
Produkt:
BMW 525 d touring
Datum: 20.03.03, geändert am 10.05.06 (16777 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: enorme Leistung
Nachteile: kleiner Laderaum, anfällige Technik, zu oft kaputt
Mein 5-er ist ein 525 d Touring EZ 07/2000. Das Auto ist mit Schaltgetriebe, TV-Navi, Geschwindigkeitsregelanlage, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Glasschiebe/Hebedach und ASC ausgestattet. Es hat nur die Standardsitze in Stoff/Flachgewebe und das Serienfahrwerk. Ich habe den Wagen vor rund 6 Wochen gebraucht mit 65.000 km beim BMW-Vertragshändler gekauft und bin seitdem ca. 4.000 km gefahren. Wegen der kurzen Nutzungszeit schreibe ich jetzt nur einen Kurzbericht.
Fahrleistungen
Das Sahnestückchen an dem Auto ist der Motor. Man vergisst, dass man in einem Diesel sitzt. Nur im Leerlauf ist das Verbrennungsgeräusch wahrnehmbar. Sobald das Auto in Bewegung ist, ist nur die seidenweiche Motorcharakteristik zu spüren. Ich schalte oft das Radio aus, um diesen kultivierten Motor zu mit allen Sinnen genießen zu können. Er bringt nicht nur satten Schub ab 1.900 Umdrehungen bis zum dieseltypischen Ende bei 4.500, er klingt dabei auch noch toll. Die Endgeschwindigkeit konnte ich noch nicht ausprobieren, weil noch Winterreifen montiert sind, aber bei 180 geht noch einiges. Das Fahrverhalten bleibt in allen Situationen souverän und leicht beherrschbar. Die Bremsen packen ordentlich zu, und man fühlt sich rundherum sicher, was vielleicht ein Grund dafür ist, dass die meisten Leute mit diesem Auto so fürchterlich rasen.
Praktischer Nutzen
Touring ist nur optisch die Kombiversion. Es ist aber nicht wirklich ein Kombi. Die Laderaumhöhe beträgt magere 70 cm. Die Ladefläche steigt ab dem Gelenk der Rücksitzlehnen leicht an und ist somit nicht eben. Also ein Umzugslaster ist er nicht. Aber Urlaubsfahrten mit Familie und größere Einkäufe gehen gut. Es gibt auf allen Plätzen genug Raum, und die Sitze sind auch auf Langstrecken sehr bequem, auch wenn sie angesichts des sportlichen Images recht plüschig wirken.
Verbrauch
Ich würde es ja selbst nicht glauben, wenn ich es nicht mehrfach nachgerechnet hätte. Das Auto l
äuft im gemischten Betrieb mit 6 ? 6,5 Litern Diesel auf 100 km. Das liegt wahrscheinlich auch an meiner zurückhaltenden Fahrweise. Aber Autobahngeschwindigkeiten von 140 bis 180 km/h (eben, was so vernünftigerweise zu fahren ist) sind dabei schon drin. Bei reinem Landstraßenbetrieb geht es sogar mit rund 5 Litern.
Vergleich
Vor meiner Entscheidung für den 525 d habe ich einige Schwestermodelle probegefahren. Der aktuelle 520i mit 170 PS sieht dagegen blaß aus, weil er nicht die Wurst vom Teller zieht und mit ordentlich Drehzahl gequält werden will, der 520d ist für die geringe Nennleistung sehr spritzig, hat aber die Laufkultur eines Lastwagens und der 530d läuft super, hat aber nach meiner Einschätzung keinen gravierenden subjektiv spürbaren Leistungsvorteil. Deshalb habe ich mich für den in Steuer und Versicherung wirtschaftlicheren 525 d enstschieden.
Fazit
Ein tolles Auto, das praktischen Nutzen mit Fahrspaß und Wirtschaftlichkeit verbindet.
Teurer Spaß
Vor rund einem Jahr habe ich einen Kurzbericht über meinen 525d Touring geschrieben (s. Fahrspaß und Wirtschaftlichkeit). Heute ergänze ich den Bericht um die negativen Erfahrungen. Leider muss ich meine Einschätzung der Wirtschaftlichkeit revidieren.
Die im ersten Bericht festgehaltenen positiven Eindrücke bezüglich der Fahrdynamik, Leistungsentfaltung, Laufkultur und Sicherheitseindruck kann ich nur bestätigen. Inzwischen fahre ich das Auto seit 1 ½ Jahren und bin seitdem ca. 31.000 km gefahren. Es ist noch immer ein tolles Auto, das sehr viel Spaß macht, wenn es gerade mal in Ordnung ist.
Und schon sind wir bei dem Problem dieses Autos. Es gibt ständig Reparaturen. 7 Defekte in 17 Monaten sprechen eine deutliche Sprache. Qualität wird offenbar auch bei BMW inzwischen klein geschrieben.
Defekte:
Scheibenwaschpumpe
Hecktürschloss (toller Fehler, die Heckklappe ging während der Fahrt immer auf)
Leck an der Servolenkung, Hydraulikölkühler musste getauscht werden
Wasserpumpe
Kupplungsdruckplatte eingelaufen, Kupplung rupft, Garantie abgelehnt
Hinterachsträgergummis porös
Luftmassenmesser defekt, Motor hatte keine Leistung mehr
Die ersten vier Reparaturen wurden im Rahmen der Gewährleistung – nach heftigem Kampf mit dem „Service“-Berater – von der Gebrauchtwagengarantie EuroPlus übernommen. Der Rest geht auf eigene Rechnung, und die ist hoch: Kupplungsdruckplatte ca. 450 €, Hinterachträgergummis 500 € und der Luftmassenmesser mit Neuprogrammierung des Motorsteuergerätes 432 €. Von der teuren Inspektion für 872 € (!!!) einschließlich Bremsbelägen und Bremsscheiben vorn will ich gar nicht reden.
Ich will den Gesamteindruck folgendermaßen zusammenfassen: Es ist ein komfortables Auto mit guten Fahrleistungen, das vom Hersteller ganz deutlich als Oberklassefahrzeug positioniert wird. Und dafür muss der Kunde zahlen. Das wäre im Prinzip in Ordnung, wenn nicht die vielen kleinen Defekte wären, die den Kunden innerhalb der Wartungsintervalle immer wieder in die Werkstatt zwingen. Ein rechtes Wertgefühl für das teure Fahrzeug vermag sich deshalb nicht einzustellen. BMW wäre gut beraten, wenn statt der supermodernen und anfälligen Technik, die keiner wirklich braucht, etwas einfachere und bewährte Technik mit höherer Haltbarkeit eingebaut würde. Das machen ihnen die Japaner und Koreaner gerade mit viel Erfolg vor. Dort weiß man, wie wichtig Qualität und Langlebigkeit sind.
Und wenn sich schon herausstellt, dass ein Fahrzeug oder eine ganze Baureihe bestimmte, typische Fehler und Schwachpunkte hat, und man bekommt sie nicht in den Griff, dann könnte man dadurch Kunden bei der Marke halten, dass Kulanzanträge großzügig beschieden werden. Aber davon ist man bei BMW ganz weit entfernt.
Meine entsprechende Äußerung bei meinem BMW-Vertragshändler wurde mit dem Hinweis kommentiert, ich könne ja den aktuellen E60 kaufen. Da sei alles besser. Den Teufel werde ich tun. Ob mein nächstes Auto wieder ein BMW sein wird, muss ich mir noch sehr genau überlegen. Ich tendiere im Moment eher zu einem zuverlässigen Japaner.
Letzter Nachtrag 10.05.2006
Die Zeit des Abschieds ist gekommen. Das Auto hat mich in den letzten Monaten ständig mit Kleinreparaturen genervt (Pendelstützen an der Vorderachse, ABS-Sensoren, Glühstifte, vergebliche Reparaturversuche bei Motorruckeln). Ich habe jetzt 139.000 km auf der Uhr, und das Auto ist von der BMW-Niederlassung offenbar nicht mehr zu reparieren. Der Motor zeigt ein Dauerruckeln und schüttelt mich förmlich durch. Die Werkstatt ist ratlos. Also habe ich mich zum Verkauf entschlossen. Und schon wird der nächste Nachteil des Fahrzeuges deutlich: Der Wiederverkaufswert ist sehr gering. Ich habe an dem Auto in 3 Jahren 16.000 Euro verloren. In diesem Leben kaufe ich mir ganz sicher keinen Oberklasse-BMW mehr.
Fazit: Freude am Fahren kommt bei der Unzuverlässigkeit der Technik nicht auf.
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