Aston Martin DBS V8
Eine Entscheidung fürs Leben - Aston Martin DBS V8 Auto

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Produkttyp: Aston Martin Autos

Neuester Testbericht: ... sehr teuer, sind aber zum Glück auch sehr langlebig. So habe ich bis heute nicht ein Teil bei Aston Martin besorgen müssen, denn viele T... mehr

Eine Entscheidung fürs Leben
Aston Martin DBS V8

Michael+von+Trzebiatowski

Autor-Name: Michael von Trzebiatowski

Produkt:

Aston Martin DBS V8

Datum: 27.01.08

Bewertung:

Vorteile: Understatement

Nachteile: Suchtgefahr

Gerade komme ich von einer Spritztour mit einem 74iger Porsche 911 und steige in meinen Aston Martin DBS-V8. Der Beifahrer sitzt distanzierter und vor mir tut sich diese wuchtige Motorhaube mit Hutze auf. Ich schaue mich um und bemerke, daß der Aston schon um einiges größer ist als der 911er, hört sich befremdend an aber ich fahre nunmal den Wagen seit 8Jahren und heute mal wieder eben diesen Porsche. Im Gegensatz zum 911er giert der Aston nicht nach kurvenreichen Straßen, vielmehr begleitet er dich lieber kreutz und quer durch Europa auf Autobahnen oder langgezogenen Bundesstraßen, Der Aston ist schwer, sehr schwer! Mit seinen über 2,2t im vollgetanken und beladenen Zustand disqualifiziert er sich fürs Kurvenräubern und flitzen durch enge und winklige Straßen der Berglandschaft. Sollte also im Rückspiegel irgendein Gti, Gtr oder wie immer die Dinger heißen auftauchen, lassen sie sie passieren, es ist eine andere Welt!
Ich drehe also den Zündschlüssel und wie seit 8Jahren gribbelt es in meinem Magen denn ich weiß was kommt! Der Viernocken-V-8 erwacht mit einem Gasstoß zum Leben und macht kein Geheimnis aus seinen 375PS, es ist herrlich wie bereitwillig er jeden Gassoß annimmt. Ich stelle den Wählhebel auf -D- und sofort fällt mir auf, daß der DBS seine Insassen mitnimmt, im Gegensatz zum 911er, dort hatte ich das Gefühl nunmal der Fahrer zu sein. Der Aston ist mächtig und so bewegt er sich, massiv drängt er zum Kurvenäußeren und neigt sich spürbar, am Kurvenende gebe ich Gas und wie an einem langen Gummiband gezogen faucht der V8 los (auf Wiedersehen 911er). Arbeit bekommen dann die 4 innenbelüfteten Bremsscheiben zu Beginn der nächsten Kurve, sie packen soft aber bestimmt zu und am Ende der Kurve (Hallo 911er) heißt es dann wieder :"Auf Wiedersehen 911er!" Bei solchen sportiven Odenwaldspritztouren laufen aber auch gut und gerne 35l duch die 8Pumpen-Einspritzanlage von Bosch.
Unter 20l läßt sich der Aston nicht wirklich bewegen! Aber Leidenschaft ist das was Leiden schaft und dieses Leiden findet nunmal in der Geldbörse statt. Alle astonspezifischen Teile werden sehr teuer, sind aber zum Glück auch sehr langlebig. So habe ich bis heute nicht ein Teil bei Aston Martin besorgen müssen, denn viele Teile stammen von Fremdfirmen wie Jaguar, Rover, Reliant ect. Wer sich also für einen DBS entscheidet sollte auf einen gesunden Motor und Einspritzanlage achten, denn die Überholung der Einspritzanlage geht in die Tausende! Steht der Wagen "mittellang" (30min.) springt er nur unwillig an da sich Blasen in der Spritleitung gebildet haben, was auch der Grund dafür war beim Folgemodel wieder auf Vergaser zu setzen. Achten sie darauf, daß der Wagen regelmäßig abgefettet wurde und daß die hintere Bremsanlage in Schuß ist, wenn dort Arbeiten anfallen muß der Hinterachsköper raus! Hinter den Rücksitzen befindet sich ein Blech das entfernt werden kann um die Bremsbeläge zu wechseln. Alles in Allem ist der Aston ohnehin ein Wagen bei dem ein Selbstschrauber vieles erledigen kann und somit eine enge Beziehung zum Fahrzeug entstehen wird.
Achten sie beim Kauf eines DBS auf Verbindungsstellen von der Alukarosserie zum Rahmen und Schwellerbereich, es entsteht Kontaktkorrosion und die Arbeiten werden Umfangreich sein! Geben sie den Wagen in eine Fachwerkstatt sind dann rasch 10-15.000,- Euro fällig. Es ist empfehlenswert den Edelstahlschweller zu demontieren, ist dann der folgende Schweller verrostet, können sie davon ausgehen, daß auch die B-Säule angefressen ist, nehmen sie die hintere Sitzbank raus, dort können sich auch Durchrostungen befinden, ebenso in der Reserveradmulde. Die letztgenannten Stellen sind jedoch kein großer Kostenfaktor, bedenklicher wird es da mit den Aufnahmen der hinteren Schubstreben, lösen sie den Unterbodenschutz und vergewissern sie sich, zumeist müssen diese nachgebaut werden. Ein regelmäßig gefahrener und gepflegter DBS ist vor diesen Durchrostungen nicht gefeit, erst nach einer Restauration können regelmäßige Versiegelungen ein langes Leben gewähren.
Der DBS ist sehr gut und robust verarbeitet, die Lederausstattung stammt von drei Rindern und ist ebenfalls robust, nachlässige Pflege (ich nutze Sattelfett) hinterläßt beim besten Material naturlich ihre Spuren. Noch ist der DBS ein Sleeper und "günstig" zu haben, doch werden sofort fahrbereite selten angeboten, möchte dann jemand einen linksgelenkten V-8 mit Schaltgetriebe und Klimaanlage kann die Suche zur Lebensaufgabe werden, es wurden nur 408 V-8 gebaut und davon waren etwas über 40St. Schalter, von diesen 40 wurden ettliche im privaten Rennsport verblasen. Sollten sie also nicht genügend Geld für die Anschaffung eines DBS besitzen erzählen sie einfach, daß sie einen Schalter mit linkslenkung und Klima suchen und deshalb noch keiner in der Garage steht ;-)
Der Aston Martin DBS-V8 ist ein dezentes und äußerst exklusives Auto, er kann nicht in Frage kommen für jemanden der auch mit einem Ferarri liebäugelt. Das ist wie bester Maltwiskey und Champagnabussibussiduzziduzzi.
Der Aston ist ein Auto fürs Leben, im Zustand 1 wird er mit ca. 70tsd. (2007) taxiert, doch wurde im Juli 2007 ein DBS-Vantage, Zustand 3+ für 103tsd. versteigert.
Man findet halt kaum welche.
Ich gratuliere schon jedem der nur von einem DBS-V8 träumt.
Michael von Trzebiatowski

Fazit: "Günstiger Einstieg in die Oberliga und die Welt der Schönen&Reichen"

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Fahreigenschaften:    
Ausstattung:    
Platzangebot: