
Produkttyp: Honda Autos
Neuester Testbericht: ... hochwertig. Auf Billigplastik wie ich es im neuen Nissan Primera vor fand verzichtet Honda. Bedienung: ............R 30;.. Ich ge... mehr
Honda Accord 2003 - schöner und besser
Allgemeines zu Honda Accord

Name des Mitglieds: Finnegan23
Produkt:
Allgemeines zu Honda Accord
Datum: 07.12.02, geändert am 07.12.02 (903 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Kraftvolle Motoren, Sportlich abgestimmt, Fairer Preis
Nachteile: Diesel kommt erst 2004
Modell: Honda Accord (Modelljahr 2003), 2.0i und 2.4i.
Zur Zeit läuft in Südfrankreich die internationale Präsentation des H.A. 2003. Da man ihn dort nur einen Tag lang fahren kann (was ja kein richtiger Test ist), gebe ich nur eine Kurzvorstellung ab, die ich evtl. aktualisiere, wenn ich das Auto zwei Wochen lang zum Test habe.
Im Gegensatz zum letzten Facelift ist das ein komplett neues Modell, wobei "komplett" schon wieder nicht stimmt, weil die Bodengruppe mit dem Vorgänger identisch ist; Motoren und Karosserie sind dagegen neu entwickelt. Dadurch kamen die Jungs ein wenig in die Zwickmühle: Zur Zeit ist ja bei allen neuen Autos Wachstum angesagt, identische Bodengruppe heißt aber identischer Radstand... Trotzdem hat man auf den Rücksitzen jetzt 70 Millimeter mehr Platz, was Honda auf "intelligentes Packaging" zurückführt - "haben halt die Sitzlehnen ausgehöhlt" bemerkte ein Kollege trocken. Weil man auch den Kofferraum größer machen wollte und in der Frontpartie wg. Fußgängerschutz mehr Puffer gelassen hat, sind auch die Überhänge vorne und hinten ein wenig gewachsen.
Auf den Vordersitzen hat man bequem Platz, selbst mit über 1,90 m, für meinen Geschmack war nur die Mittelkonsole ein bisschen zu breit, irgendwie stößt man immer mit dem Oberschenkel an. Die Ellbogenfreiheit ist dagegen sehr gut, da könnte sich mancher deutsche Mitbewerber eine Scheibe abschneiden. Hinten ist es für größere Menschen nicht wirklich bequem, trotz der erwähnten 70 Millimeter - recht viel besser geht's aber in dieser Klasse nicht, mehr Platz ist halt nicht da. Als Zielgruppe werden "Paare ohne Kinder, zwischen 35 und 65 Jahren" angegeben. Das macht Sinn, denn die Japaner haben gar nicht erst versucht, ein weiteres dieser "Familien-Sport-Freizeit-Transporter-Limousin en"-Autos zu bauen, die angeblich alles können, dann aber meistens nichts richtig gut. Der Ansatz im Accord ist klar sportlich.
Das
merkt man auch sofort bei den Motoren, am Fahrwerk und der Lenkung. Letztere ist direkt und genau, für Komfort-Verwöhnte mag die Rückmeldung von der Straße sogar einen Tick zu intensiv sein - mir hat's Spaß gemacht. Am Fahrwerk wurde (trotz der vorgegebenen Bodengruppe) eifrig optimiert. Vorbild in jeder Hinsicht, auch beim Design (dazu gleich noch ein Wort) war der Alfa 156 und das kann ja nicht schaden... Nach meinem ersten Eindruck (180 km Testfahrt durch Berge und über Autobahn) liegt man jetzt für einen Fronttriebler nahe am Optimum. Der Accord ist recht straff abgestimmt, agiert selbst bei provoziertem scharfem Lastwechsel in Kurven immer berechenbar. Wenn man's übertreibt, fängt er gleichmäßig an, über die Vorderachse nach außen zu schieben, was sich durch Gaswegnehmen locker wieder einfangen lässt. Erstmals gibt's ein ESP (heißt hier VSA=VehicleStabilityAssistant), lang hat's ja gedauert. Allerdings ist es nur für den größeren Motor verfügbar, wirklich nötig ist es m.E. nicht.
Bei den Motoren gab's eine kleine Überraschung. Dass sie Drehzahl brauchen, ist Honda-üblich, dass sie technologisch Spitze sind (allein die Beschreibung des verbesserten VTEC-Prinzips würde Seiten füllen), war auch klar. Unerwartet war aber der (subjektiv) geringe Unterschied zwischen 2.0i und 2.4i. Man kann mit beiden sehr flott unterwegs sein, der 2.4 wirkt natürlich ein bisschen satter, aber wenn ich mir das Auto kaufen sollte, würde ich unbedingt zum kleineren greifen. 155 PS (2.4: 190) reichen locker aus. Ach so: Mehr Motoren gibt's noch nicht. Nach dem, was ich in Frankreich gehört habe, will man nach unten hin auch nicht erweitern, um den hochwertigen Anspruch zu halten (also weder 1.8 noch 1.6), nach oben dürfte ziemlich sicher bald ein verschärfter 2.4 für einen Type R oder ein 3.x zu erwarten sein. Im nächsten Jahr (zur IAA) kommt - Tusch! - Hondas erster selbst entwickelter Diesel, wohl nur für den europäischen Markt (schon erstaunlich, dass
der weltgrößte Motorenbauer noch keinen Diesel im Angebot hat, oder?). Soviel ist schon klar: Er wird wohl um die 2.2 Liter haben, 150 PS, über 300 Nm Drehmoment und aus Alu gefertigt sein.
Das Design wurde relativ heftig diskutiert. Meine persönliche Meinung: Den 156 zum Vorbild zu nehmen, ist o.k. Leider wurde aber auch die (für mich) einzige Design-Schwäche des Alfa nicht nur übernommen, sondern sogar noch verstärkt: Die sehr hohe Flanke, die durch das hohe Ansetzen der Schulterlinie unheimlich flächig und etwas unelegant wirkt. Dadurch, dass man im Accord keine Alfa-Platzverhältnisse schaffen wollte (dafür einen herzlichen Dank!), hat man das Auto deutlich höher als den 156 gemacht (sieht man, wenn man beide nebeneinander stellt). Durch die Keilform wird damit auch das Heck höher. Aus Aerodynamik-Gründen (sagenhafter cw-Wert: 0,26) wurde es völlig glatt gelutscht und wirkt damit fast klobig. Die Heckleuchten erinnern fatal an den neuen Mazda 6, die Frontpartie ebenfalls. Mazda und Honda haben zur Zeit einen fast kindischen Streit, wer denn nun als Erster den 5eckigen Kühlergrill hatte - mir ist's wurscht, sieht auf jeden Fall nicht schlecht aus. Wie übrigens das ganze Auto, nur zur Klarstellung, falls der letzte Absatz etwas maulig klang. Im Vergleich zu früheren Accords ein sehr europäischer, schicker Ansatz.
Noch besser sieht allerdings für mich der Kombi aus, der in etwa einem Jahr auf den Markt kommen soll und von dem schon mal ein erstes Exemplar zu sehen war. Auch hier ist die Dachlinie 1:1 vom Alfa 156 SportWagon geklaut, durch die größere Fahrzeughöhe beim Accord wird's hinten aber nicht so eng wie im Alfa.
Kurz noch zum Innenraum: Einige Kollegen maulten wegen "trist" und "Kunststoffwüste". Ich fand's ganz ok, nicht umwerfend, aber extrem aufgeräumt und intuitiv bedienbar (Eingewöhnungszeit vor dem ersten Losfahren = Null). Wie meistens, wenn etwas simpel wirkt, steckt viel Arbeit dahinter, fü
r die Ergonomie muss man den Jungs ein Kompliment machen. Der Kunststoff, der rund um die Armaturentafel verbaut wurde, ist allerdings wirklich nicht der letzte Schrei, der ist hart und wirkt nicht grade edel. Verstehe ich irgendwie nicht, dass die Japaner da nicht den Europäern nacheifern und etwas hochwertigere Materialien verbauen (oder zumindest welche, die so aussehen :)
Unterm Strich: Auto gut, Preis o.k., ich würde den kleineren Motor wählen. Leider gibt's, wie immer bei den Japanern, einen guten Teil der Sonderausstattung nur paketweise. Nachdem Klima (2zonig) aber schon Serie ist, kann man bis auf die Metalliclackierung (bis auf EINE Farbe (rot) sind alle anderen aufpreispflichtig!) m.E. sogar drauf verzichten.
Gruß, F23
Fazit:

