
Produkttyp: Opel Autos
Neuester Testbericht: ... derer C-Coupes, B-Comos, Monzas und alles andere, was noch hielt was man versprach. Opel gewährt nun "Lebenslange Garanti... mehr
Omega 2,6V6 Tolles aber ENORM teures Auto
Allgemein zum Opel Omega

Autor-Name: Ingo
Produkt:
Allgemein zum Opel Omega
Datum: 11.11.09
Bewertung:
Vorteile: seidenweicher V6, Top Ausstattung "Fahren wie auf Schienen"
Nachteile: Reparaturen gehen auf Grund vorherschender Inkompetenz bei vielen Vertragshändlern, enorm ins Geld.
Vom Blitz getroffen.
Februar 2007 es sollte wieder ein Opel werden. Das stand eigentlich schon fest. Schließlich war meine erste Automobile Freiheit ebenfalls ein Opel um genau zu sein ein knallrotes Kadett E Coupè mit 4 Gängen und gewaltigen 60PS auf 850KG Leergewicht. Wir haben zusammen viel erlebt und sind viel rumgekommen: Italien, Frankreich, Schweiz. Nach 320TKM trennte uns dann der TÜV. Danach kam ein Volvo. Jetzt sollte es wieder ein Opel werden aber vielleicht ein bisschen mehr Ausstattung? Nach einigem Suchen war ein vielversprechender Kandidat gefunden, ein Omega B Bj. 2002 106TKM mit jeder Menge Ausstattung: Executive, von Irmscher veredelt, Webasto Standheizung mit Fernbedienung und Timer, Klimaautomatik, Siemens 2015 Farbnavi mit CD-Wechsler, Xenon Scheinwerfer, Vollederausstattung und Wärmeschutzverglasung, Bose Soundsystem 18Zoll Felgen und 2,6V6 EcoTec Triebwerk, der Erste Besitzer kein Jugendlicher Raser sondern ein ruhiger Zollbeamter.
Fein! Nach der Probefahrt war das Geschäft gedanklich perfekt und der Weg zum ADAC-Gutachter eigentlich überflüssig. Dennoch den Wagen vorgefahren und Checken lassen. Der Gutachter bestätigt was das Scheckheft vermuten lässt und attestiert dem Wagen einen sehr guten Zustand kein Öl am Motorblock, alles top in Ordnung, bis auf die überlackierte Motorhaube. und den Endtopf der im nächsten Jahr wohl fällig werden würde. Die Sache mit der Haube konnte geklärt werden, der Wagen ist bei der Auslieferung auf dem Transporter beschädigt worden und im Werk repariert worden. Ich kann es noch gar nicht fassen, ich bin Besitzer eines echt schicken und sehr gepflegten Omega. Das ging schnell. Sie würden die Geschichte nicht lesen, wenn das alles gewesen wäre, aber wir alle wissen, wo viel Licht ist, da gibt es auch viel Schatten.
Vier Wochen nach dem Kauf Parkt ein unachtsamer Fahrer seinen Twingo mit ca 50Km/h in meinem Kofferraum, ich, genau wie mein Vordermann, halte an der roten Ampel. Der Twingofahrer nicht, später sagt er dem Polizisten, er hat nach dem Flugzeug gesehen, das sich gerade im Landeanflug befindet und nicht auf die Straße. Mein schönes Auto!! Gut der Fall ist klar, er ist schuld, seine Versicherung zahlt und verweist mich an das größte Opelautohaus in der Region. Das Auto muss auf die Streckbank der Rahmen hat was abbekommen, Kofferraumdeckel und Stoßstange müssten getauscht werden. Der Endtopf ist verbogen, fein, der wäre ja eh fällig gewesen denke ich mir. Als ich mein Auto wieder abhole erstrahlt es in neuem Glanz. Gut das liegt daran das es frisch poliert worden ist. Woher ich das weiß? Weil überall in den Spalten noch weiße Ränder vom Poliermittel sind. Da das Auto schon in der Werkstatt ist, habe ich auch gleich noch den Zahn- /Keil- Riemen wechseln und die 100tkm Inspektion für knapp 900.- Euro machen lassen. Ein bisschen irritiert mich, dass jetzt beim Beschleunigen ein pfeifendes Geräusch zu hören ist. Ich frage den Werkstattmeister der mir sagt, dass es unmöglich sein kann und wenn das es vermutlich schon immer so war. Leider kann ich das nicht prüfen, da ich das Auto ja nicht lange gefahren bin bevor der Umfall geschah Ich nehme es also hin. Wenn das jetzt alles gewesen wäre hätte würde ich auch noch Niemanden mit der Geschichte belästigen, aber es geht ja erst richtig los.
Im Herbst 2007 bleibt das Auto auf der B10 in Stuttgart liegen, der ADAC schleppt mich zum nächsten Opelhändler der dann feststellt, dass die Lichtmaschine keine Erregerspannung mehr erfährt und deshalb getauscht werden muss. Da es sich um das 120A Modell handelt muss die bestellt werden. Gut sage ich mir, Du hast ein großes Auto wollen, da ist alles bisschen teurer, dann kostet die LiMa halt 800.-Euro, aber sonst steht es doch gut da. Als ich das Auto abhole ist der Deckel von Sicherungskasten abgebrochen, die Türverkleidung sowie der Dachhimmel haben schwarze Fingerabdrücke. Der Händler weist ein Verschulden der Verschmutzung weit von sich und mich auf die bald fällige Ventildeckeldichtung hin, da wäre etwas Öl zu sehen, ich soll es beim Tanken beobachten.
Am ersten Weihnachtsfeiertag retten wir uns stotternd auf die Heimische Einfahrt, der Bordcomputer meldet, dass kein Zündfunke im 6. Zylinder erkannt wird. Aha also unter die Haube gesehen, und festgestellt das, dass Kerzenloch sechs voll mit Öl steht. OK dann ist die Ventildeckeldichtung wohl akut. Da hier jeder Zylinder seine eigene elektronische Zündspule hat, gibt es keine einzelnen Zündkabel sondern pro Zylinderbank ein "DIS-Modul" das die drei Zündspulen enthält. Auf dem Modul stecken drei Gummitüllen, die über die Zündkerzen gestülpt werden. Beim Ausbau des Moduls fällt mir auf, dass einer der Gummis einen kleinen Riss hat. Ich vermute dass hier das Öl eingedrungen ist. Damit sich die Kerze nicht gegen den Motorblock erdet will ich das abdichten. Kein Thema kaufen wir halt ein Ersatzgummi. Klar, logisch eher wäre ich an Nuklearwaffen gekommen als an einen solchen Gummi. Der freundliche Opelhändler teilt mir mit, es gäbe die Gummis nicht einzeln, sondern nur mit Modul für schlappe 400.- Euro. Nee also wenn ich auch viel einsehe, das nicht, wegen einem defekten Gummi so viel Geld ausgeben, das mache ich nicht. Bei einem Onlinehändler bekomme ich zwei funktionierende Module mit sechs! Intakten Gummis für 80.- inklusive Versand. Geht doch. Also schnell Gummi umgesteckt fein passt. Wenn ich die Kerzen jetzt eh schon draußen habe könnte ich die doch auch gleich erneuern. Also bei ATU vorstellig geworden sich in Sachen gute Zündkerzen beraten lassen, und die neuen Schmuckstücke eingebaut. Fein Auto fährt alles gut. Alles? Nein natürlich nicht, wäre ja auch zu langweilig.
Nach einer guten Woche verliert das Auto an Leistung und dreht auch nicht ganz so freudig. Gut also zum Opelhändler um die Ecke gefahren und rein sehen lassen. Die Suchen und suchen, machen sogar eine Kompressionsprüfung. Später bezahle ich 500.- Euro um zu erfahren, dass mir ATU die falschen Zündkerzen verkauft hat, der Elektrodenabstand passt nicht, ein Wunder das das Auto fährt. Telefonisch übermittelt mir der Händler die Info dass er jetzt neue Kerzen einbauen würde und leider auch ein neues Zündmodul, da einer der Gummis nicht ganz so sauber aussehen würde. Die Kerzen erlaube ich ihm, aber zwecks des Zündmoduls verweise ich ihn an meinen Kofferraum, da wären noch zwei Module, da dürfe er sich bedienen. Nach 620 Euro habe ich also ein durchgechecktes Auto, das Ergebnis einer unnötigen Kompressionsprüfung und sechs neue, passende, Zündkerzen. Wenigstens konnte auch die "defekte" Ventildeckeldichtung behoben werden, die Schrauben des Deckels waren lose, nach dem die angezogen sind tritt kein Öl mehr aus. Komisch wie die sich wohl lösen konnten, ich habe da so einen Verdacht, behalte den aber besser für mich. Gut, egal das Auto fährt. Klar mit den richtigen Kerzen.
Wie die Länge des verbleibenden Textes erkennen lässt, währt die Freude nicht lange, an einem verregneten Dienstag bleibe ich wieder liegen. Ein Blick unter die Haube offenbart unaussprechliches, bei Einbau des Moduls für die Zylinderbank auf Fahrerseite, hat es der Opel Mechaniker wohl eilig gehabt, jedenfalls gibt es dort keine Dichtung, die Kerzenlöcher stehen voll Regenwasser. Nach dem ich die Löcher mühsam mit Handtüchern getrocknet habe springt der Wagen auch wieder an. Also direkt wieder zum Händler, das Auto auf den Hof gestellt und ihn auf die fehlende Dichtung angesprochen. Er entschuldigt sich und baut sie ein. Schön wenn die Geschichte hier zu Ende wäre.
Leider läuft der Wagen immer noch unrund, das fällt bei Sommerlichen Temperaturen auf, wenn die Automatik den Klimakompressor zuschaltet, der dann im Leerlauf auch noch befeuert werden will. Inzwischen habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Opelwerkstätten und rufe erst mal beim ADAC an, die empfehlen mir eine Motordiagnose beim Boschdienst machen zu lassen. Empfohlen getan. Der Boschdienst erklärt mir 80 Euro später das eine von vier! Lambdasonden fehlerhaft regelt, da der Auspuff undicht ist und Falschluft zieht. Deshalb entstehen ungültige Werte. Gut, also doch wieder zum Händler, ein bisschen wundert es mich schon, dass denen sowas nicht auffällt naja, dem Mechaniker das Ergebnis der Untersuchung unter die Nase gehalten und um Lösung gebeten. Zwei Tage später ruft er mich an, fragt mich ob ich mal einen Unfall gehabt hätte, jedenfalls sei das Auspuffrohr zwischen den beiden Kat der Zylinderbank Fahrerseite gebrochen und würde dort Falschluft ziehen. Er bittet darum ich möge mich setzen, da er von mir jetzt das OK braucht zwei neue Katalysatoren unter das Auto zu schrauben. Ich nicke bleich nach dem ich mein OK für eine 2800.- Euro Reparatur gebe die eigentlich nach dem Auffahrunfall von der gegnerischen Versicherung hätte beglichen werden können wenn die Werkstatt sauber gearbeitet hätte. Als ich mich erholt habe, rufe ich den Sachverständigen an, der den Wagen nach dem Unfall untersucht hat, er sagt mir, das wäre ein Problem mit der Beweislast, und ich habe wenig Chancen das vom Autohaus, dass den Unfall repariert hatte, noch von der Versicherung des Gegners bezahlt zu bekommen, immerhin ist das jetzt zwei Jahre her. Auch die Roststellen an den hinteren Kotflügeln, die auf eine nicht sachgemäße Reparatur nach der Streckbank hindeuten sind nach zwei Jahren nicht mehr reklamationsfähig. Wie? Ach stimmt das Habe ich ganz vergessen zu erwähnen, der Kofferraumdeckel und die Kotflügel fangen an Blasen zu schlagen. Inzwischen sind die Kats unter dem Auto, die Reparatur ist in der Summe etwas mehr als 3200.- Euro geworden, ist halt noch Kleinkram dazugekommen, läppert sich eben. Stand jetzt habe ich über die Hälfte des Kaufpreises in Reparaturen investiert, die mit Ausnahme der Lichtmaschine nicht hätten sein müssen und der Wagen läuft immer noch nicht. Das Steuergerät meldet immer wieder Zündaussetzer und unterhalb 1500 Umdrehungen läuft der sonst seidenweiche V6 wie ein Zweitakter.
Ich hoffe ich konnte dem / der Einen oder Anderen bei der Kaufentscheidung "helfen". Ich jedenfalls bin von deutschen Autos geheilt, mein nächstes Auto wird wohl ein Japaner.
Fazit: Niemals mehr ein Opel, schade eigentlich...
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