Alfa Romeo 156 2.0 Twin Spark Selespeed
Selespeed - die Praxis: Teil II - Alfa Romeo 156 2.0 Twin Spark Selespeed Auto

Produkttyp: Alfa Romeo Autos

Neuester Testbericht: ... sehr schwer ist die Glühbirnen zu wechseln. Im großen und ganzen bin ich mit dem Auto zufrieden. Vor allem mit der Kulanz bei ALFA ROMEO.... mehr

Selespeed - die Praxis: Teil II
Alfa Romeo 156 2.0 Twin Spark Selespeed

Ernst+F.S.

Name des Mitglieds: Ernst F.S.

Produkt:

Alfa Romeo 156 2.0 Twin Spark Selespeed

Datum: 03.04.00, geändert am 21.11.00 (3584 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Motor; Fahrwerk; Design

Nachteile: Schwächen im Detail

Seit nunmehr 3 Monaten und 12.000 km fahre ich jetzt den Alfa 156 Selespeed. Selten hatte ich so verschiedene Eindrücke von einem Fahrzeug.

(siehe unten für die Fortsetzung)

Auffallend ist eine endlos lange Liste von unschönen und manchmal ärgerlichen Kleinigkeiten: ein Kofferraumdeckl, der ohne Hilfsmittel zum Öffnen oder Schließen schmutzige Finger garantiert. Sämtliche Innenablagen sind zwar schön, aber nirgendwo passt das rein, was man gerade dort deponieren will. Aus manchen Ecken knarzt es schon vernehmlich und ab und zu findet man auf dem Boden irgendwelches Befestigungsmaterial der Verkleidungen. Der Innenspiegel zeigt beim Abblenden ein anderes Bild (aus einem anderen Winkel). Die Chromblende am Auspuffendrohr zeigt deutliche Rostspuren. Zum Glück rauche im nicht beim Fahren. Ich müßte bei der Größe des Aschenbechers zum Ausleeren wohl öfter halten als zum Tanken. Und so weiter und so weiter - die Liste läßt sich noch weiter fortsetzen.

ABER - das sind und bleiben (zumindest bis jetzt) nur Kleinigkeiten.

Weniger schön ist, daß einmal mitten auf der Kreuzung der Motor ausgegangen ist und sich nicht wieder starten ließ (wahrscheinlich wegen dem eingelegten ersten Gang, der sich aber nicht herausnehmen ließ, weil wohl ohne laufenden Motor kein Hydraulikdruck für die Schaltung da ist). Zum Glück schaltete sich (aber erst nach ein paar Minuten! ) die elektrische Hilfs-Hydraulikpumpe zu, ich konnte in den Leelauf schalten und den Motor starten. Das hat sich aber bisher nicht wiederholt.

Auf der anderen Seite stehen ein toller 2-Liter-Motor mit einem super Fahrwerk. Noch nie hat mir Autofahren so Spaß gemacht, wie mit diesem Fahrzeug. Der Motor zieht ab Leelaufdrehzahl, geht so ab 3.000-4.000 richtig los und zieht klaglos und ohne Murren bis 7.000. Drehzahlorgien passen genauso wie Bummeln durch die Stadt im 5. Gang. Eine wunderbar direkte Lenkung und ein sportlich ausgelegtes Fahrwerk lassen keine Langeweile und schon
gar keine Klagen aufkommen. Da machen Kurven echt wieder Spaß. Und dann das wunderschöne Blech außenherum: Nur wenige Fahrzeuge würde ich als schön bezeichen, dieses gehört dazu.

Als Fehler hat sich auf jeden Fall das Ordern des Schiebedachs erwiesen. Schon ab 80 - 90 km/h macht es sich stark bemerkbar und nähert sich mit seiner Geräuschkulisse bei höheren Geschwindigkeiten dem Attribut unerträglich.

Selespeed - sequentielle automatische Betätigung der Schaltung durch Knöpfe am Lenkrad: Naja, an die langen Schaltpausen kann man sich gewöhnen, durch geschicktes Gaswegnehmen unmittelbar vor dem Schalten kann man noch ein paar Zehntel rausholen. Sonst aber ein tolles Gimmick und ein echter Hingucker. In der Praxis fordert sie vom Fahrer mehr als erwartet. Die Elektronik kennt nur Einkuppeln oder Auskuppeln; mit leicht schleifender Kupplung zentimeterweise in eine enge Parklücke kriechen, diesen Zustand kennt sie nicht. Insbesonders bei Gefällen ergibt sich daraus öfters so etwas wie ein In-die-Parklücke-hineinhoppeln, da hat man schnell den Ruf des Anfängers weg. Gleiches gilt auch für langsames Vorwärtsrollen im Stau.

Fazit:

statt Schiebedach die Klimaanlage;

Selespeed will gut überlegt sein;

über Kleinigkeiten muß man erhaben sein;

am Autofahren muß man Spaß haben können (und wollen);

*****Teil II*****

sechs Monate später:

Mittlerweile gehe ich stark auf die 50.000 km zu - bei der ersten Inspektion (20.000) wurde die Hydraulikpumpe für die Schaltung ausgetauscht - seitdem gab's keine weiteren Probleme ... bis jetzt: ab und zu blinkt eine rote Kontrolllampe, irgendetwas piepst und die Ganganzeige blinkt - ärgerlich, daß das Handbuch sich beharrlich über die sequentielle Schaltung ausschweigt - ein Anruf in der Werkstatt brachte auch nicht mehr Infos (da müssen Sie mal vorbeikommen) - aber OK, damit kann ich leben.

Weniger schön ist, daß bei ganz normaler Autobahnfahrt e
ine der hinteren Bremsen heißlief - in der Werkstatt wurde aber kein Fehler gefunden, die Beläge wurden erneuert (ich hab' jetzt gehört, daß sowas kein Einzelfall sein soll - ist aber wirklich nur Hörensagen!).
Überraschend war an der Panne aber die Erfahrung, daß der Alfa-Telefonnotdienst nur den ADAC schickt - den kann ich auch selbst anrufen!!

Als sehr ärgerlich erweist sich bei dem momentanen Wetter (November), daß man sich die Waschstraße fast sparen kann - wegen der unten nach innen gezogenen Karosserie saut sich das Teil an den Seiten von vorne bis hinten und von unten bis oben so was von voll - eigentlich will er jeden Tag gewaschen werden!

Der Benzinverbrauch bleibt bei um die neun Liter (pendelt zwischen acht und zehn, je nach Gaslaune) und das bei insgesamt immer noch schneller Fahrweise, im Moment durch Winterreifen allerdings auf 190 begrenzt ...
Der Ölverbrauch liegt so ganz grob bei einem Liter auf fast 10000 km (ich kann mich gar nicht so genau erinnern, weil ich so selten nachfüllen muß).

Ansonsten will ich ihn nicht tauschen (höchstens gegen den neuen Möchtegernkombi - der sieht so toll aus!)

Fazit: