XS XSA-900
Klein-laut - XS XSA-900 Auto Verstärker

Produkttyp: XS Auto-Verstärker

Neuester Testbericht: ... mm²) lassen optisch zumindest ein paar Rückschlüsse auf die inneren Werte ziehen. Die XSA bietet zwei Möglichkeiten, ein Signal aufzunehm... mehr

Klein-laut
XS XSA-900

+Muddmaestro

Autor-Name: Muddmaestro

Produkt:

XS XSA-900

Datum: 30.11.04, geändert am 21.03.05 (1630 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Viel Leistung, Sehr gute Verarbeitung, Preis / Leistung

Nachteile: Unausgeglichene Filter, Bedienkomfort ab und an etwas ungewohnt ;-)

Die XSA-900 vertritt die größte Endstufe ihrer Serie, sie begeistert mit einer verhältnismäßig hohen Leistung und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ihre technischen Daten:

Breite: 270 mm
Höhe: 37 mm
Tiefe: 350 mm

4 Kanäle, 2/3/4-Kanalbetrieb möglich
4 x 110 Watt R.M.S. an 4 Ohm
4 x 225 Watt Max (Peak) an 4 Ohm

2 Ohm stabil
Hoch-und Tiefpassfilter
Tieffrequenzverstärkung (Bass Boost)
High und Low input (Lautsprecher / Chinch)
Schutzschaltungen gegen Kurzschluss, Überhitzung und Überlast

Darstellbare Frequenzen: 15 -30000 Hz

Im Gegensatz zu Endstufen der XPlod-Serie oder anderen Vertretern großer Marken kommt die XSA-900 in einem schlichten Design aus dunkelgrauem Alu daher. Ihre niedrige Bauhöhe trägt zu dem Look der Unauffäligkeit bei, Funktionalität bestimmt das Design. Anzeigen wie z.B. Pegelmesser (VU-Meter) sucht man bei diesem Gerät vergeblich, lediglich eine kleine LED kündet von der Arbeitsaufnahme der übergroßen Pralinenschachtel.
Einige Kühlrippen an den Seiten sorgen für eine ausreichende Wärmeableitung und lassen ahnen, dass in dem Gehäuse mehr drinsteckt als es preisgibt.
Die vergoldeten Anschlussklemmen, die auch etwas größeren Kabeln noch Raum bieten (bis 10 mm²) lassen optisch zumindest ein paar Rückschlüsse auf die inneren Werte ziehen.
Die XSA bietet zwei Möglichkeiten, ein Signal aufzunehmen, zum ersten erlaubt sie den Anschluss der Lautsprecherleitungen des Radios (sie verstärkt dann das vom Radio verstärkte Endsignal, das eigentlich für die Lautsprecher benutzt wird - muss bei Radios ohne Pre-out (Chinch) eingesetzt werden), zum zweiten stellt sie 4 Chinch-Anschlüsse zur Verfügung (links/rechts, vorne/hinten). Klanglich sind zwischen beiden Varianten bei richtiger Handhabung keine großartigen Unterschiede zu vermerken, doch bei der High-Input Variante (über die Lautsprecherleitungen) verstärkt sie auch ein evtl vorhandenes Grundrauschen sehr freudig.

Die beiden Kanalpaare (links und rechts jeweils für vorn und hinten) lassen sich unabhängig voneinander einstellen (Lautstärke, Tiefpass, Hochpass, Bass Boost). Die Endstufe erlaubt einen Betrieb von 2, 3 oder 4 Kanälen.
Kommt man auf die Idee, die aktive Frequenzweiche zu nutzen (den Low-oder Highpass), so reagiert die XSA sehr direkt und -meinem Geschmach nach- etwas zu radikal: Der Lowpass-Filter lässt spätestens ab 150 Hz keine höhere Frequenz passieren, dadurch werden auch Frequenzen, die einem hart aufgehangenen Tieftöner (Kickbass) Freude bereiten können, weggeschnitten. Ähnlich radikal arbeitet der Highpass-Filter, er riegelt sämtliche Frequenzen unter 3500 Hz gnadenlos ab, wodurch der daran angeschlossene Mitteltöner arg beschnitten wird und sehr schnell verstummt. Extrem macht sich das bemerkbar, wenn man beschließt, einen Tieftöner (z.B. eine Bassrolle) über den Lowpass und den Rest (Mittel-und Hochtöner) über den Highpass anzuschließen: Dies quittiert die Endstufe durch ein tiefes Gepoltere mit einem unterstützenden Gefiepse aus dem Rest... bei solchem Anschluss ist ein Frequenzloch vorprogrammiert. (Diese lustigen Ergebnisse lassen sich durch das Einschalten des Bass Boost noch verstärken.... ;-)
Die Verstärkung der Tieffrequenzen ist etwas für Hartgesottene: Deutete ein Tieftöner eine Frequenz unterhalb der 40 Hz zuvor freundlich und zurückhaltend an, so scheint er nach Aktivierung des Bass Boostes seine Zentrierspinne regelrecht zerreißen zu wollen... (verbogene Schwingspulen sind bei unsachgemäßer Behandlung dann vorprogrammiert).

Sämtliche Regler sind in das Gehäuse eingelassen, das bedeutet, dass zum Einstellen der Kanäle / Funktionen der bloße Finger nicht reicht. Klangregler und sonstige Schalter müssen mit einem kleinen Schraubendreher zu anderen Stellungen überredet werden. Dies macht die Einstellung nicht gerade Benutzerfreundlich, es gäbe dort bestimmt bessere Lösungen. Ein Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass es nahezu unmöglich ist, die Potis versehentlich (beim Beladen des Fahrzeugs oder bei Reinigungsarbeiten) zu verstellen.
Die Leistung dieses Ungetüms reicht aus, um sein Auto ohne entsprechendes Werkzeug auseinanderzunehmen... natürlich ist es nicht ganz so extrem, doch 440 Watt RMS überzeugen.
Klanglich lässt sich zu dem Gerät nicht viel sagen, da der Klang eher vom Radio und den angeschlossenen Lautsprechern abhängt. Die Basswiedergabe ist bei gutem Einpegeln sehr kräftig, die angegebene Leistung scheint dieses Gerät zu erreichen.
Selbstverständlich beherrscht dieses Gerät auch die gängigen Standarts wie Soft-on /off (Einschalten via remote).

Alles in allem lässt sich mit diesem Gerät zu einem akzeptablen Preis (169 Euro) eine gute Leistung und - wenn man nicht gerade ein Design-Fanatiker ist - eine nette Bereicherung fürs Auto erwerben. Leistungen, die überzeugen... und wenn wir ehrlich sind, muss man seine Endstufe ja nicht auf der Hutablage präsentieren.






Fazit: