
Neuester Testbericht: ... Jetzt noch die Batterie anklemmen und Radio einschalten...Endstufe auf die Lautsprecher einpegeln...und das war’s auch schon ;-) Di... mehr
Für eine handvoll Euros...
Pyle PA 460

Name des Mitglieds: Tut_Ench_Amun
Produkt:
Pyle PA 460
Datum: 02.07.02, geändert am 02.07.02 (3758 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Preis, Einstellmöglichkeiten, verdeckte Kabelunterbringung
Nachteile: Platzbedarf, erste Endstufe nach einer Woche defekt / ausgetauscht
Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich nicht günstiger als 119 .- € an eine 4-Kanal-Endstufe gelangen könnte, daher hatte ich mich letztens für eine - für diesen Preis - unschlagbar gut ausgestattete Stufe aus dem Hause Blaupunkt entschieden (siehe Bericht vom April) – jetzt ist es mir gelungen dieses Angebot – zwangsweise, muss man sagen – zu toppen, Der Zufall (und ein weniger netter Mensch der mich um Autoradio und Endstufe gebracht hat...*grummel...Pestilenz ihm und seinen Nachkommen!*) führte mich mal wieder bei MediaMarkt zwecks Ersatzbeschaffung vorbei...ursprünglich wollte ich wieder den gleichen Verstärker mitnehmen, genug davon lagen noch auf der Palette und ich hatte ihn schon quasi in der Hand...als mein Blick zum Stapel daneben schweifte....oha!...ein PYLE...hmmm...gute Firma mit legendärem Ruf und sehr guten Testkritiken in allen Fach-Zeitschriften...PA-460, ein 4/3/2-Kanal Amp, 2-Ohm stabil, gute Verarbeitung...bestimmt unbezahlbar...was?! Mitnichten! 111 .- € (richtig gelesen – in Worten: Einhundertundelf!). Mir entglitt beinahe der Karton mit der sicher geglaubten Blaupunktstufe und ich nahm erst mal das Ausstellungsstück der Pyle PA-460 gründlichst unter die Lupe, denn leider hatte ich zu diesem Amp keine Testberichte im Gedächtnis. Also – denkt sich der neugierige Bastler – schauen wir doch mal...wertige Verarbeitung, stabile (vergoldete) Anschlussterminals und gebürsteter Alu-Corpus (sauschwer und ausgesprochen wuchtig), gute Leistungsdaten und aktive Weichen...genau das, was ich suche und dazu noch ein solch namhafter US-Hersteller zu diesem Preis...Sorry Blaupunkt, da kann meinereiner einfach nicht widerstehen. ;-)
Allgemein
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Im Karton befindet sich die Kraft ausstrahlende Endstufe mit ihrem schlichten - aber elegant wirkenden - gebürsteten, Alu-Profil, das ausser einem irisierenden „PYLE“-Schriftzug eher nüchtern ihre Leistungsdaten offenbart, ohne viel
Schnickschnack verrät der Aufdruck in dezenten Lettern : „PA-460 / 1000 Watts bridgeable 4-Channel Mosfet Amplifier –– 2 Ohm stable – electronic crossover network“. Der Angabe „1000 Watt“, misstraue ich einfach mal pro Forma: ein ganzes Kilowatt Leistung nehme ich selbst einem bekanntermassen kräftigen Pyle zu diesem Preis nicht ab, auch wenn man ihn im 2 Ohm-Brücken-Betrieb fährt nicht, die mitgelieferte (deutsche) Bedienungsanleitung spricht von bereits wesentlich glaubwürdigeren 4 x 60 Watt (4 Ohm) und 4 x 130 Watt (2 Ohm Impedanz)...das ist ein ehrlicher Wert, der sich später mittels Messgerät auch so bestätigen soll. Mit im Paket sind noch Befestigungsschrauben und Adapter-Kabel für die High-In Stecker, die benötigt man, wenn man keine Cinch-Kabel, sondern nur Lautsprecherkabel zum Anschluss hat – das macht aber technisch keinerlei Sinn, sofern das Radio einen oder mehrere PreOuts besitzt, sollten diese auf jeden Fall benutzt werden, der Ansteuern eines Amps mittels eines verstärkten Signals (häufig Störgeräusche) aus den Radio-Endstufen ist meinen Augen IMMER eine reine Notlösung!
Das wuchtig, wirkende Alu-Profil dient nicht nur zur Kühlung im Betrieb, was eine Endstufe prinzipiell (und diese ganz besonders) auch stets nötig hat, sondern schützt auch die Anschlussterminals bzw. die Verstell-Potis an den Stirnseiten – das Profil ragt etwa 2 cm weit über beide Enden hinaus und schirmt die aktiven Elemente gegen unbeabsichtigte Verstellung und Beschädigung von oben – ähnlich einem Schildkrötenpanzer - her ab – ideal auch für den „versteckten Einbau“, wodurch alle Kabel komplett aus dem Sichtfeld verschwinden können...das ist aber ein anderes Thema. Als 4/3/2 Kanal Verstärker beherrscht die PA460 sämtliche Spielarten von 4 Kanal über 3 Kanal/bridged (aka: aktives Trimode) bis hin zum Stereo/bridged Modus – ihre stufenlos regelbaren Hoch/Tiefpassfilter und der ebenfalls st
ufenlose Bassboost prädestinieren sie als Allzweck-Malocherin, die allen Anforderungen in einer CarHifi-Anlage, gerecht werden kann. Zudem lässt sich durch Parallelschaltung von Lautsprechern noch mehr Leistung rauskitzeln, dann sinkt die Impedanz nämlich von (normal) 4 Ohm auf 2 Ohm, welche der Verstärker aber locker verpacken kann. Als Betriebanzeige dienen 2 LEDs, eine für Power (grün) und eine Rote zum Anzeigen, dass die Schutzschaltung entweder durch Überhitzung oder Verpolung/Kurzschluss ausgelöst wurde.
Installation
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Dank der sehr ausführlichen Betriebsanleitung, könnte ich mich eigentlich glücklicherweise hier relativ kurz fassen und mich auf allgemeine Tipps zum Anschluss einer Endstufe beschränken. Doch: Einbau und die Abstimmung eines Verstärkers auf die vorhandenen Gegebenheiten, wie Fahrzeugakustik und Lautsprecher / Subwoofer ist zuweilen ne knifflige Angelegenheit, die Fingerspitzengefühl und ein wenig Erfahrung benötigen, daher sollte man sich – als Neuling – jemanden dazuholen, der sich mit der Materie auskennt. Sturen Autodidakten steht meist nur die Bedienungsanleitung Rede und Antwort, sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!
Die Endstufe an sich ist rasch eingebaut, Batterie abklemmen (!) Plus-Kabel von der Batterie aus zum Verstärker ziehen (Kabelquerschnitt ausreichend dimensionieren!) im Abstand von höchstens 30 cm zum Plus-Pol der Autobatterie ist zusätzlich eine Schmelzsicherung mit 50A (Fachhandel) zu setzen, da ein Durchscheuern des Kabels (und besonders bei diesen auftretenden Strömen) ein Kabelbrand nie vollständig ausgeschlossen werden kann, zu verhindern, dass euer Wagen nachher nur noch ein Häufchen Asche ist, das ist die Aufgabe dieser Sicherung. Danach wird ein Massepunkt für die Minus-Klemme des Amps in der Nähe des Verstärkers gesucht (blankes Karosserieteil, Befestigung der Stosstange o.ä.) und das Kabel (in der gleichen Stärke wie das Pluskabel!) von dort aus zu
r Endstufe verlegt und angeschlossen. Falls noch nicht vorhanden Remote-Kabel verlegen (1,0 mm² sind ausreichend) und ebenfalls anschliessen – bitte auf jeden Fall Quetschverbinder (Ring-Ösen und Gabelschuhe nebst Isolationstülle) verwenden, keine blanken Kabel verschrauben (!), das ist ein ganz dickes Pfui-Pfui und kann schlimmstenfalls mit Abfackeln des Autos ausgehen, im günstigsten Fall bügelt man „nur“ Hifi-Anlage und/oder Autobatterie.
Jetzt sind die RCA-Cinch Kabel dran, diese sind vom PreOut des Radios aus zum Verstärker zu verlegen und einzustöpseln. Tipp: wer hochwertiges Cinch- Kabel nimmt (empfiehlt sich klanglich, allein schon wegen der Abschirmung immer), hat auch gleich ne Remoteleitung in der Mitte und kann sich die Extra-Verlegearbeit sparen. Sollte das Radio nur einen PreOut haben oder das Verlegen von 2 Cinch-Kabeln zu aufwendig/teuer sein, kann den Amp mittels sog. Y – Adapter auch mit einem doppelten Stereosignal versorgen und beide Eingänge mit nur einem Signal füttern. Für den Fall, dass das Radio wirklich zu denen gehören, die GAR KEINEN PreOut besitzen (gibt’s heute eigentlich kaum noch), kommt man um die Verwendung der HighIn-Eingänge nicht herum, diese werden mit den mitgelieferten Adaptern an die (eventuell bereits vorhandenen) Boxenkabel angeschlossen (Quetschverbinder/ Steckverbinder oä.) und am Amp eingesteckt. Die HighIn-Lösung ist klanglich, sowie technisch heute nur noch eine reine Nachrüst-Option, wer sich mit dem Gedanken trägt eine Endstufe einzubauen, achtet besser bereits beim Kauf des Radios darauf, dass es für diesen Fall mit entsprechenden Vorverstärkerausgängen ausgerüstet ist...Aber komplettieren wir endlich die Installation: Nachdem die Lautsprecherverkabelung dann zu guter Letzt auch noch verlegt und angeschlossen ist, kann der Spass fast schon losgehen...fast!...Die äusserst wuchtige Stufe muss auch noch ordentlich & fest (!) an einem passenden Ort verschraubt werden, besonders i
m Falle eines Crashs verwandelt sich in solcher Brocken nämlich sonst in ein teuflisches und hochgefährliches Geschoss! Jetzt noch die Batterie anklemmen und Radio einschalten...Endstufe auf die Lautsprecher einpegeln...und das war’s auch schon ;-)
Die technischen Daten in der Übersicht:
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Modell: Pyle PA 460
Typ: 2 Ohm stabiler, brückbarer 4/3/2-Kanal MosFet-Verstärker
Frequenzgang: 10 – 30.000 Hz (Toleranz: ± 3 dB)
Signal-Rauschabstand (S/R-Ratio): grösser 96 dB
Eingangsempfindlichkeit (Gain): stufenlos regelbar / 250 mV bis 2,5 V
Bass-Boost bei 70 Hz: stufenlos regelbar / 0 – 12 dB
Hoch- / Tiefpassfilter (HP/LP/Full): je 1 pro Stereo-Zug stufenlos regelbar
Übernahme- /Trenn-Frequenz HP: 80 – 2500 Hz (aktiv)
Übernahme- /Trenn-Frequenz LP: 40 – 350 Hz (aktiv)
Interne Spannungsversorgung: MosFet-gepufferter Ringkerntrafo
Kühlkörper: Aluminium-Profil Corpus
Softstart-Elektronik (verzögertes, knacksfreies Ein- und Ausschalten)
Protect-Schaltung (bei Überhitzung und Verpolung)**
Empfohlener Kabel-Querschnitt Lautsprecher: 2,5 mm² (Praxiswert)
Empfohlener Kabel-Querschnitt Spannungsversorgung: 16 mm² (Praxiswert)
Abmasse: 260 x 58 x 350 mm
Gewicht: ca. 5 – 6 Kilo (geschätzt)
Anschlüsse (ausser HighIn – durchweg vergoldet)
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Eingänge: 4 x RCA Cinch Buchsen (LowIn), oder wahlweise 2 x HighIn Spezialstecker (Adapterkabel mitgeliefert), Remote-Impuls, Plus (Batterie) und Minus (Karosserie-Masse) – letztere als vergoldete Schraubklemmen für Gabel-Schuhe ausgeführt.
Ausgänge: 8 x Lautsprecher-Klemmen (je 2 pro Kanal), ebenfalls für Gabel-Schuhe ausgelegt und vergoldet.
Leistungsdaten (bei 14,4 Volt / 1 kHz / 1% Klirr-Faktor)
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4 Kana
lbetrieb (4 Ohm): 60 Watt (RMS) / Kanal
4 Kanalbetrieb (2 Ohm): 130 Watt (RMS) / Kanal
Maximale Gesamtleistung (PMPO): 4 x 250 Watt (2 Ohm)
3 Kanalbetrieb (Trimode): 2 x 250 Watt + 1 x 500 Watt (PMPO)
2 Kanalbetrieb (Stereo/bridged): 2 x 500 Watt (PMPO)
Klang
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Sehr kontrolliert und entspannt, mühelos spielt sich die PA 460 durch mein gesamtes Programm, ohne auch nur ein einziges Mal anzudeuten, dass sie sich anstrengen muss der Musik zu folgen. Ihre Paradedisziplin ist der Bassbereich und davon speziell die Kickbässe, die sie präzise und sehr knackig wiedergibt, auch den Tiefbass hat sie gut im Griff, was für einen sehr guten Dämpfungsfaktor zu sprechen scheint – allein die Höhen sind manchmal etwas vorlaut und ich überlege, ob ich die Hochtöner nicht mittels eines Vorwiderstands ein wenig absenken soll, bislang lassen sich diese aber noch ganz bequem vom Radio aus dämpfen, leider senkt man damit automatisch die Mitteltöner auch direkt mit ab. Apropos Mittelton: Gitarrenseiten und Stimmen von meiner bevorzugten Stilrichtung (von Alternative-Rock bis hin zu Metal und Punk) stehen sehr klar und dynamisch im Raum, diese Musik liegt ihr anscheinend besonders, doch auch Pop und - die bei mir selten zu hörenden Techno-Beats – reproduziert sich mit leichtfüssiger Gelassenheit und brachialem Bass. Allerdings kriegt sie solche Mucke nur dann zu futtern, wenn ich Radio höre – von CD gibt’s meist saftige Gitarren-Riffs oder orchestrale Soundtracks diverser Filme.
Fazit
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Augenscheinlich gut verarbeitet** und klanglich genau mein Ding, nicht nur für diesen Preis sicher ein Leckerbissen, der aktuelle Marktwert liegt bei schätzungsweise 200 .- € (UVP des Herstellers: 254.- €), somit ist die Pyle PA 460 ein (preislicher) Mittelklasse-Verstärker, mit Oberklasse Ambitionen, der - bis auf die manchmal etwas vorlauten Höhen – sehr homogen und erwachsen klingt und damit auch gut
zu meinem neutralen Teufel AM160 / AM 300 Sub passt. Den bulligen Alu-Kühlkörper hat die Stufe nötig, sie wird im Betrieb ziemlich heiss, hat sich aber noch nie abgeschaltet, weil der Thermo-Sensor ausgelöst hätte. Pyle ist mittlerweile ein recht weit verbreiteter und beliebter US-Anbieter, dessen Vertrieb hierzulande von Harmann-Deutschland (unter anderem auch JBL). übernommen wird. Informationen zu Pyle-Produkten findet ihr auf der Website: www.pyle.de
Ich bin mit der Endstufe sehr zufrieden, sie bietet ausreichende Leistung und sauberen Klang in einem elegantem und individuellem Gehäuse, das den leidigen Kabelverhau unter dem Kühlkörper zu verbergen vermag – sehr schön für einen sauberen Einbau und gut gegen unbeabsichtigte Verstellung / Beschädigung.
**)Wermutstropfen: meine erste Stufe diesen Typs hat nach anderthalb Wochen problemlosen Betriebs sich selbst immer wieder (auch nach kurzer Einschaltdauer) sporadisch in den Protect-Modus geschaltet, was auf Verpolung oder Überhitzung schliessen lassen würde, beides war jedoch nicht der Fall. Das Auseinandernehmen und Checken der Innereien beim lokalen Mediamarkt-Einbauservice – in meinem Beisein - ergab eine „kalte Lötstelle“ (Fabrikationsfehler) auf der Platine, die sich für das Fehlverhalten verantwortlich zeigte...ich bekam ohne viel Federlesens sofort eine Neue ausgehändigt. Dieses kann auch einem renomierten Hersteller mal passieren und führt daher nicht zu einer Abwertung, ich wollte diesen Ausfall lediglich dokumentiert wissen, falls er doch noch einmal auftauchen sollte. Das beinahe unschlagbare Preis-Leistungs Verhältnis beim gebotenen Klang lässt mich über diesen Ausrutscher (vorerst) hinwegsehen – Amp Nummer 2 muss jetzt beweisen, dass Nummer 1 wirklich ne Ausnahme war...
Let the music play…
Jürgen
Fazit:
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