Japanische Radaubrüder
Sony XS HT170SN

Name des Mitglieds: Tut_Ench_Amun
Produkt:
Sony XS HT170SN
Datum: 03.02.05, geändert am 31.03.05 (1110 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Gut verarbeitetes und klingendes Kompo-System, Hochtöner um 3dB absenkbar
Nachteile: Nichts Gravierendes - natürlich gehts immer irgendwie edler, toller und teurer ;-)
Alter schützt vor Torheit nicht, sagt der Volksmund. Recht hat er. Wider besseren Wissens hat es Merkwürden mit der Spielerei an seiner Endstufe wohl etwas übertrieben und seine lange Jahre treu ergebenen Teufel-Lautsprecher zu selbigem gejagt. Die höllischen Akustiksklaven wurden ruchlos getoastet. Logischerweise erfolgt in einem solch akutem Fall pharaonischer Dummheit trotz einer großzügig gewährten 12-Jahres Garantie der Berliner Soundschmiede kein Ersatz. Majestät haben den Mist verzapft, nun kann er auch selbst dafür sorgen, dass der japanische Streitwagen wieder musiziert. Zeitnah, denn ohne Musik bewegt der schrullige Pharao sein Vehikel nur äußerst ungern - oder gar nicht.
"Lasst euch nicht verarschen!" schalmeite es uns nun wochenlang durch die Werbung in die Ohren und am 3.1.05 verzichtete MM gar auf die Märchensteuer. Gute Gelegenheit sich dort einmal umzutun und mit Krummstab und Wedel bewaffnet auf Schnäppchenjagd zu gehen. Man weiß ja nie, ob man in der durchgedrehten Meute an kaufwütigem Fußvolk nicht ein paar gezielte Schläge austeilen muss. Unter Umgehung einiger Beinahe-Prügeleien und nach etwas basargleichem Geschacher mit den Bediensteten, da das Siegel des ins Auge gefassten Kartons gebrochen war, konnte euer Durchtriebenheit einen Preisnachlass von noch einmal 20 Dinar rausholen. Minus der 16% wechselten die Sony-Lautsprecher für schlapp 70 Euro ihren Besitzer. Statt der sonst dort verlangten 99.
[ Allgemeines ]
Wer sich ein wenig in der Audiotechnik auskennt bzw. sich für das Thema interessiert, kann der Produktbezeichnung schon mal ein paar elementare Informationen entnehmen, die erhellend sind. Das Kürzel "XS" vorneweg lässt schon einmal erkennen, dass es sich um einen Vertreter aus Sonys (gehobener Mittel- bis Oberklasse) "Xplod Series" handelt, von der es auch Radios, Endstufen und Subwoofer im Handel gibt. Also nicht ganz billig, jedoch auch nicht grade die Creme de là Creme HiFi-Oberliga. Preislich jedoch sehr interessant für Aufsteiger, die über das akustische Martyrium des Budgetramsches vom Wühltisch diverser Discounter und beinahe strafrechtlich relevanter, werksseitig verbauter Folter-Tröten die Automobilhersteller dem Kunden zumuten, hinauswachsen zu gedenken.
Augenfällig ist die Zahl 170, die zur Mutmaßung Anlass gibt, dass dies der Durchmesser des Treibers ist. Korrekt. Wobei "170" [Millimeter] ein ziemlich krummes, von der Norm abweichendes Maß darstellt. Der DIN-Korb beheimatet eine 16,5 cm Membran. Rechnet man (der DIN nach leidlich unzulässig) die Sicke hinzu kommt man eben auf die ungewöhnlichen 17 cm. Inwieweit man diesem werbetechnisch inspiriertem Kunstgriff Beachtung und Glauben schenkt oder gar Wert darauf legt, sei jedem persönlich anheim gestellt. Prinzipiell handelt es sich von der Baugröße her um einen stinknormalen 165er Norm-Lautsprecher. Fast. Ein Lautsprecher definiert sich ja schließlich nicht nur nach seinem Durchmesser, auch wenn der schon mal einen der wichtigeren Basiswerte darstellt.
Das nächste Kürzel "SN" gibt an, welche Bauart hier zum Zuge kommt. "S eparate N etwork" lautet die voll ausgeschriebene Schreibweise, was nichts anderes bedeutet, als dass wir es mit einem hierzulande als Komponenten - oder kurz: "Kompo" - bezeichneten System zu tun haben. Nämlich die räumliche und nicht zuletzt die elektrisch hochwertigere Trennung von Tief-/Mitteltöner (vulgo: "Woofer" - nicht zu verwechseln mit SUBwoofer) und Hochtöner ("Tweeter") mittels einer separaten Frequenzweiche.
Den Lautsprechersatz bekommt man übrigens auch als koaxiale Billig-Variante mit Endung "CN" (für: C oaxial N etwork). Vorteil des CN ist der einfache und platzsparendere Einbau/Verkabelung. Aus diesem Grund hat diese Variante durchaus ihre Daseinsberechtigung, wobei ich dieser Bauart dennoch nicht viel abgewinnen kann. Jeder hat so seine Präferenzen, meine sind technisch begründet:
Anspruchsvoller ist die SN-Version deswegen, weil nicht nur flexibler in der besseren akustischen Positionierung der Hochtöner, sondern nicht zuletzt wegen der hochwertigeren Weiche, die typischerweise als Filter 2. Ordnung eine Flankensteilheit von 12 dB aufweist. Gegenüber 6 dB beim Koax. Kauderwelsch? Böhmische Dörfer? Klartext: Die elektrische Trennung der Frequenzen ist bei einem Kompo-System wesentlich sauberer, was sich auch im Klang (vor allem bei hohen Lautstärken) niederschlägt.
Ein Koax mag einfacher und weniger aufwändig zu montieren sein, doch akustisch fährt man mit einem Kompo grundsätzlich besser. Da auch der Produktionsaufwand beim Kompo wegen der zusätzlichen Bauteile (insbesondere der externen Weiche) etwas teurer ausfällt, spiegelt sich das selbstmurmelnd in Preis wieder: Das SN ist gut 20 € teurer als sein ansonsten ziemlich baugleicher CN-Bruder.
[ Die Technik ]
Natürlich kommt man nicht umhin ein paar vielleicht dröge Worte zum obligatorischen Technikgesabbel zu verlieren, doch wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein Lautsprecherset zuzulegen (eventuell sogar dieses) kommt nicht umhin ein paar Daten zu kennen und vergleichen zu können. Damit das Ganze nicht zu einer stumpfsinnigen Auflistung wichtig klingendem Brimboriums, welches allenfalls für eingeweihte Cracks verständlich ist, gehen wir die Sache hier etwas anders an: Zu jedem Wert / Feature folgt ein kleiner Kommentar meiner Wenigkeit, sei er allgemein zum Thema und/oder speziell auf dieses Modell gemünzt.
Bauart: Kompo-System.
Wie bereits im vorherigen Abschnitt schon recht ausgiebig erläutert heißt das, dass Woofer und Tweeter getrennt zu positionierende Einzelschallwandler sind, die mittels einer externen Frequenzweiche angesteuert werden. Logischerweise besteht dieses Set aus 2 Frequenzweichen und insgesamt 4 Schallwandlern (je 2 Tiefmitteltöner und Hochtöner). Stereo eben.
Nenngröße: 16,5 cm (TMT) / 25mm (HT), Einbautiefe: 6,5 cm.
Als die gebräuchlichsten Größen im Lautsprecherbau, hat sich die Staffelung 10, 13, 16,5 und 20 cm für den Durchmesser von Midrange-Woofern etabliert. Bei den hier verwendeten 16,5 cm fängt der hifidele Spaß richtig an, ab dieser magischen Grenze spricht man von "erwachsenen" Lautsprechern. Das gilt für Heim-, wie Car-Hifi gleichermaßen.
Bei den (Kalotten-)Hochtönern sind 2 Größen am weitesten verbreitet: Die 25 mm und die 19 mm (Soft-Dome-)Tweeter. 25 mm ist am Gängigsten, 19 mm findet man nur selten in einem Kompo-System, wohl aber bei (meist billigen) Koaxen. Wegen der Platzersparnis. Hier kommen Neodym gekühlte 25 mm Kalotten zum Einsatz, man weiß offensichtlich was man dem Preissegment schuldig ist.
Die Einbautiefe entspricht soweit dem Standard bei einem Euro-DIN-Korb und liegt für gewöhnlich zwischen 6,3 und 6,5 cm. Das ist abhängig von der Art und Größe des verwendeten Magneten. Hier kommt eine Gummi-Armierung hinzu, welche den Magneten als Prallschutz umschliesst, das trägt natürlich noch zusätzlich ein wenig auf, ist aber vernachlässigbar. Es sei denn die Einbauposition ist eh sehr knapp mit Platz gesegnet.
Nenn-/Maximalbelastbarkeit: 60/240 Watt.
Kein anderer Wert scheint dem unbeschlagenen Käufer wichtiger zu sein, als die Watt-Zahl. Dabei sagt sie über Klang des Lautsprecher(systems) nicht viel aus. Eigentlich gar nichts - Das ist so, als wenn man ein Auto nur deswegen kauft, weil es über 205er Breit-Pellen verfügt, obwohl die Schleuder ansonsten vielleicht nur Schrottwert hat. Ähnlich verhält es sich mit der elektrischen Belastbarkeit eines Lautsprechers und seiner vermeintlichen Bedeutung zur qualitativen Beurteilung einer Box. Mit 60 Watt Sinusleistung und 240 Watt PMPO liegt das 170 SN im Normalbereich seiner Klasse. Nicht mehr - nicht weniger.
Schalldruck: 89 dB 1W/1m.
Dieser Wert ist schon interessanter, denn er versinnbildlicht die maximal mögliche Lautstärke, die sich mit einem Lautsprecher erzielen lässt. Hierbei wird der Schalldruck eines Chassis bei 1 Watt Leistung auf 1 Meter Abstand in Dezibel gemessen. 89 dB sind ein ordentlicher Wert, nur wenige andere Modelle/Hersteller schaffen es ihren Lautsprechern dieser Größenordnung signifikant höhere Werte, als 90 - 92 dB zu entlocken. Dauerhaft kann das 170 SN der Theorie nach knapp über 100 dB (20 dB unterhalb der Schmerzgrenze des menschlichen Ohrs) entlockt werden. Warum? Die Physik lässt sich nicht verarschen:
Eine Verdopplung der Lautstärke entspricht einer Anhebung des Pegels um 10 dB, dafür ist eine verZEHNfachung der elektrischen Leistung nötig. In diesem Fall heißt das: Um von 89 dB (1W/1m) auf 99 dB zu gelangen, benötigt man 10 Watt Leistung. So weit, so gut. Um auf 109 dB (+10 dB) zu gehen ist den Naturgesetzen nach eine weitere Erhöhung der Leistung um den Faktor 10 nötig (10 x 10 = 100 Watt). Einleuchtend - nicht?
Allerdings hat die Sache den Haken, dass die Spule des 170 SN dauerhaft nur 60 (Sinusleistung) und keine 100 Watt verträgt. Ergo kann ein höherer Schalldruck als die "sicheren" 100 Dezibel nicht abgerufen werden, ohne Gefahr zu laufen den Lautsprecher durch Überhitzung zu zerstören. Das heißt leicht drüber kommt man schon, doch dreut dann das frühzeitige Ableben der Schwingspule über kurz oder lang.
Frequenzbereich: 50 - 20.000 Hz.
Eine Standardangabe, die zwar wahrheitsgemäß ist, jedoch trotzdem nicht ganz ehrlich. Das betrifft vor allem den Bassbereich. Der ist mit 50 Hertz schon recht tief angesiedelt und tatsächlich reagiert die Membran auch dort noch - wie das klingt steht aber auf einem anderen Blatt. Für solche Frequenzen ist ein Subwoofer gedacht und kein Stereo-Pärchen. Was das obere Ende der Skala angeht, ließe sich die Angabe nur mit entsprechendem Mess-Equipment nachweisen, das menschliche Ohr ist für so hohe Frequenzen oberhalb von etwa 19.000 Hz faktisch taub.
[ Verarbeitung / Features ]
Auf den ersten Blick fällt die mit dem großformatigen "Xplod"-Logo verzierte Dustcap auf. Normalerweise sehen die immer aus, wie eine kleine Kuppel in der Mitte der Membran...und übt dadurch eine geradezu magische Anziehungskraft auf verspielte Idioten des Freundes- und Bekanntenkreises aus, mindestens einmal zwanghaft mit den Fingern drauf rum zu patschen und sie einzudellen. Hier bleibt der wutschnaubende Adrenalinschub des genervten Besitzers aus, denn sie ist invers gestaltet. Erstens für alles betatschende Trottel uninteressant daran rumzufingern, zweitens wäre es ungefährlich für den Lautsprecher.
Um denen die Grabbelei endgültig zu verleiden kann man optional auch noch das mitgelieferte Gitter anbringen und somit zur ausgewachsenen Spaßbremse mutieren. Muss man aber nicht, auch "offen" nur mit den mitgelieferten Zier-Ringen sehen die Woofer ganz nett aus - allerdings zieht das (Kehrseite der Medaille) auch neugierig-bewundernde Blicke potenzieller Langfinger auf sich. Wer mit der protzigen Optik strunzt, darf sich nicht wundern wenn das Equipment eines schönen Morgens durch plötzliche Abwesenheit glänzt. Böses Erwachen. Der beste Diebstahlschutz ist immer noch Technik, die man nicht sieht oder dezentes Understatement - Meine Meinung.
So ein Lautsprecher besteht aus einer Menge Teilen. Der Träger des Ganzen ist ein lackierter Stahlkorb. Die Spezial-Lackierung ist absichtlich dick und ungleichmäßig rauh, das soll Vibrationen und Schallreflektionen vermindern. Den eigentlichen Schall strahlt die Membran ab, diese ist bei diesem Modell aus leichtem Polypropylen gefertigt - auch wenn sie so aussieht, als bestünde sie aus Kevlar- oder Carbonfaser. Reine Optik. Eingespannt ist die Membran in eine weiche Butyl-Sicke, was heute Standard ist.
Der mit einem Gummirammschutz versehene Magnet besteht aus Barium, normalerweise wird das etwas billigere Strontium verwendet. Barium hat ein kräftigeres, saubereres Magnetfeld und generiert weniger "Gaps" in den Kraftfeldlinien. Das kommt der Präzision in der Wiedergabe zugute und lässt das 170 SN recht impulsfreudig werden, zudem muss man wegen der geringeren Verluste im Magnetfeld nicht so viel elektrische Energie in die Spule pumpen. Damit spricht der Lautsprecher auch bei geringen Pegeln bereits durchzugsstark an.
Damit die Membranauslenkung auch linear nur nach oben und unten erfolgt - kein "Taumeln" - bedarf es einer stabilen Zentrierspinne aus grobmaschigen Textilgewebe. Grobmaschig deshalb, damit Abwärme der Schwingspule effektiver abgeführt werden kann. Aus diesem Grund ist auch die Polkappe das Magneten mit einer Ventilationsöffnung versehen. Alles damit der Lautsprecher in der Hitze des Gefechts keine dicken Backen macht und mir-nichts-dir-nichts abraucht. Trotz des ordentlichen Membranhubs setzt das gefürchtete "Clipping" (Das geräuschvolle, interne Anschlagen des Spulenträgers auf der Polplatte) erst spät ein und wenn man zuviel Leistung reinpowert
Apropos Temperatur und Leistung reinpowern: Die Gewebe-Kalottenhochtöner haben zum Schutz ihrer empfindlichen Spule und Membran eine Fluidfüllung. Hohe Frequenzen verursachen aufgrund ihrer Vielzahl an zu erledigenden Schwingungen eine enorme Wärmeentwicklung, welche die mit 25mm recht kleinen Tweeter mangels Oberfläche nicht besonders effizient abführen können. Die Flüssigkeit in ihren Inneren, unterstützt die Wärmeabfuhr und verhindert auch beim exzessiven Dauereinsatz ein sang und klangloses Durchschmoren der Hochton-Zwerge.
[ Einbau ]
Die Frage, ob der Einbau leicht oder schwer ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Das hängt von verschiedenen Faktoren und vom persönlichen Empfinden ab. Ganz entscheidend ist die individuelle Situation vor Ort, wenn ein Fahrzeug bereits über Einbauplätze für 16,5er verfügt und die vorhandenen einfach nur ausgetauscht werden sollen, dann sollte man davon ausgehen können, dass man auf wenig bis gar keine Probleme trifft. Bedenken sollte man aber immer, dass man die (zwar angenehm flachen) Frequenzweichen und auch die Hochtöner noch irgendwo unterbringen muss, was in Türen unter Umständen zu Problemen mit der Fenstermechanik führen kann etc.
Die Neodym-Hochtöner sind von vorneherein fix und fertig verkabelt, sie müssen lediglich an die Frequenzweiche angeklemmt werden. Die fest angelöteten 0,75 mm² Litze sind 1m lang, was sie innerhalb dieses Radius recht flexibel positionierbar macht. Dem Set liegen für sie 3 Arten von Gehäuse-Adaptern bei, womit sich diverse Ein- und Aufbaulösungen realisieren lassen. Für gewöhnlich werden die Hochton-Pillen nahe das Woofers angebracht und so ausgerichtet, dass sie über dessen Membran hinweg in Richtung Ohr abstrahlen ("Cross-Axial"). Nicht immer lässt sich das machen, es ist eine Leitlinie, kein in Stein gemeißeltes Gesetz.
All das ist auch für vorbelastete Laien schaffbar. Eine komplette Neuinstallation eines Soundsystems inklusive baulicher Anpassung, Kabelverlegung (es liegen für den Tiefmitteltöner KEINE Kabel bei) und korrekter Einpegelung ist natürlich ungleich aufwendiger und anspruchsvoller. Grundsätzlich sollte man über entsprechendes Vorwissen verfügen und eine Portion handwerklichem Geschicks. Besonders beim Einpegeln des Systems verlangt es nach einem geschulten Ohr und der Kenntnis, wie und ob man die Hochtöner mittels einer internen (in den Frequenzweichen) Steckbrücke ("Jumper") im Bedarfsfall um 3 dB absenkt. Ansonsten überlässt man den Einbau vielleicht doch jemandem, der sich damit auskennt.
[ Soundcheck ]
Für die Einstellungsarbeiten nach dem Einbau war zunächst erst einmal der Subwoofer abzuklemmen, damit er das Klangbild für's Einpegeln nicht verfälscht. Sonst entgeht einem noch das ein oder andere Störgeräusch. Die Endstufe (Pyle PA 460) im Stereozweig komplett runter gedreht und frisch ans Werk. Schon mit ganz heruntergesetzter Eingangsempfindlichkeit des Amps wurde schnell deutlich, dass die Kameraden sehr früh ansprechen, zunächst folgte ein Testlauf mit auf "Full" gestellter Verstärkerweiche und die Eingangsempfindlichkeit sukzessive gesteigert. Durchzugsstark vor allem im Kickbassbereich, und das ohne Subwoofer - schon mal nicht schlecht. Dafür bekam die Membran das Flattern im Tiefbasskeller. Soviel zu "50 Hz" bei den technischen Angaben.
Den Verstärkerzug auf "HP" (Highpass / Hochpass) und erst einmal eine Trennfrequenz von 100 Hz per Drehregler eingestellt. Neues Spiel, neues Glück. Besser, aber noch nicht ganz der letzte Schliff, ein Quentchen tiefer kann das Sony dann doch vertragen ohne sich zu verhaspeln - also die Trennfrequenz runter auf 80 Hz. Jetzt passt's. Ab hier kann nun der Subwoofer schuften und das Stereopärchen muss sich nicht mit den subsonischen Krempel herumschlagen, was es sowieso nicht so sehr mag. Schön knackig hämmert der Mid-Bass und die Stimmwiedergabe ist auch prima neutral. Kein Näseln oder Krächzen. Noch besser laufen die Sonys übrigens, wenn sie in etwa 5 l geschlossenem Volumen spielen dürfen. Bleibt nur noch zu klären, ob die Hochtöner nun 3 dB abgesenkt werden müssen oder nicht.
Bei meiner horizontalen Heckeinbaulage vermutlich eher nicht. Die Hochtöner strahlen nicht direkt aufs Ohr, sondern die Schallwellen werden von der schrägen Heckscheibe nach vorn reflektiert. Ich sollte recht behalten. Die hohen Frequenzen (vom Woofer werksseitig bei 3200 Hz abgekoppelt) präsentieren sich ohne Schrillen, Pfeifen oder Lispeln. Zischlaute werden akurat wiedergegeben und auch die Richtungsortung geht, trotz der Reflektion über die Heckscheibe, in Ordnung. Theoretisch könnte ich in meinem Lancer sogar eine Erhöhung von 3 dB vertragen, doch diese Option sieht die Frequenzweiche leider nicht vor. Nur 0 dB (neutral) und -3 dB sind per Steckbrücke möglich. Macht aber nix, dafür kann man ja den Treble-Regler am Radio etwas höher pegeln. Also Frequenzweichendeckel wieder unverrichteter Dinge aufgesetzt und gut is'.
[ Fazit ]
Man staunt, welche Entwicklungen in diesem angeblich schon ausgereizten Bereich noch möglich sind. Selbst ohne Subwoofer haben die Lautsprecher schon erstaunlich viel Biss und einen hammerharten Kickbass. Optisch und von der Verarbeitung her bekommt man auch etwas geboten: vergoldete Schraubterminals, nettes Design und einen Sack voll Einbauadapter für die Hochtöner beispielsweise. Alle die Werklautsprecher fahren, werden sich umsehen und -hören, was man mit knapp 100 Euro Marktpreis (UVP 150.-) bewerkstelligen kann, damit Musik auch nach Musik klingt. Auch an den kleinen Radioendstüfchen kann man damit durchaus noch was reißen.
Richtig erwachsen spielt das 170 SN aber erst auf, wenn es an einem Verstärker (im Bereich um 40- 60 Watt Sinus), der satten Kickbass, sowie klare Mitten und Höhen aufzuweisen hat, angeschlossen wird. Abstriche muss man bauartbedingt beim Tiefbass hinnehmen, Physik ist und bleibt Physik, ohne entsprechende Membranfläche läuft in diesem Frequenzbereich nun mal nix weltbewegendes. Im Verbund mit einem potenten Subwoofer (bei mir ein Pyle PLM 1299) wummerts aber ordentlich lautstark unterm Autodach. Obwohl ich wahrlich kein Freund von Sony bin, bleibt mir nur die Empfehlung und die 5-Sternwertung aus dem Handschuhfach zu kramen.
So Long
Der Audio-Pharao
Weitere Informationen und das genaue Datenblatt bei Sony/Deutschland:
http://www.sony.de/ShowProduct.do?site=odw_de_DE& amp;
category=ICA+Speakers&product=XS-HT170SN
(Den Umbruch im Link per c & p wieder zusammenfügen - leider lässt Dooyoo keine Zeichenketten über 80 Chars zu, sodass ich zu diesem kleinen Trick genötigt wurde *g*)
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Auto Lautsprecher




